A Inhaltsverzeichnis
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A Inhaltsverzeichnis 1 1 Boden, seine Bildung und Klassifikation - Eine Einführung 2 2 Bodentypen und die höheren Kategorien der Bodensystematik 3 3 Boden und seine Horizonte - Bezeichnungskonzept nach DBG (1998) 5 4 Das „Deutsche System“ - Die Systematik der Böden der BR Deutschland 6
nach AD-HOC-AG BODEN ( 5 2005) 5 (Inter-) nationale Bodenarbeitsgruppen 8 5.1 Die AD-HOC-AG BODEN 8
5.2 Die FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) 8 6 Das neue „FAO-System“ - Die Systematik der Böden nach der WRB 9 7 Fazit - was sollte man sich „mitnehmen“? 11 B Literaturverzeichnis 12 C Anhang - Abbildungen und Tabellen 14
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1 Boden, seine Bildung und Klassifikation - Eine Einführung
„Es gibt in der ganzen Natur keinen wichtigeren, keinen der Betrachtung würdigeren Gegenstand als den Boden (Frédéric Albert Fallou, 1862)“.
Dieser auffordernden Aussage nachkommend wird sich die nachstehende Hausarbeit mit dem Thema Bodenklassifikation, im Speziellen mit den Klassifikationssystemen der Ad hoc AG Boden und der FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) beschäftigen.
Um zu verstehen, welche Kriterien der Klassifikation zugrunde liegen, warum Böden klassifiziert werden und wofür dies von Nutzen ist möchte ich im Folgenden als Einstieg in
diese Hausarbeit erst einmal kurz klären, wie es überhaupt zur Entstehung von Böden kommt. Das Schlüsselwort hier ist die Bodengenetik, die Lehre von der Entwicklung der Böden. Sie beschreibt, wie durch bodenbildende (pedogene) Prozesse (z.B. Verwitterung, Mineralbildung, Zersetzung, etc.) innerhalb eines Naturkörpers „Boden“ sich Horizonte, also Lagen, in Bodenschichten herausbilden, die bei zweidimensionalem Vertikalschnitt durch den Bodenkörper als Bodenprofil zu erkennen sind. Sie ist ferner die Grundlage dafür, daß die moderne Bodensystematik die Böden nach ihren durch bodenbildende Prozesse erworbenen Eigenschaften gliedert. Hierbei werden solche Böden, die sich durch gleichartige pedogene Merkmale hervortun und sich in charakteristischer Weise von Böden eines anderen Entwicklungszustandes unterscheiden, zu einem Bodentyp zusammengefasst. Dazu später mehr. Mit dieser Erkenntnis kann man nun kurz und knapp Böden wie folgt definieren: Böden sind Landschaftsausschnitte. (vgl. SCHEFFER/SCHACHTSCHABEL 1984: 321-322). Anhand ihnen lassen sich das Klima, die Vegetationsdecke, z.B. glazifluviale oder allg. geomorphologische Material-Verschiebungen vergangener Epochen etc. ablesen und sehr genau datieren. Böden erzählen also im übertragenden Sinne Geschichten von gestern, die es heutzutage anhand von Beschreibung, Einordnung, Klassifikation und Deutung zu entschlüsseln gilt (vgl. ZEPP 3 2002: 94-95). Natürlich haben (land-)wirtschaftliche Institutionen einen nicht zu verachtenden Anteil am Klassifikations-Interesse, denn wer möchte nicht wissen, wo es die besten Böden gibt und wo es am unwirtschaftlichsten ist Landwirtschaft zu betreiben?!
Mit diesem kurzen Abriss hoffe ich einen kleinen aber feinen Einblick in das zu behandelnde Thema gegeben zu haben. Es folgen einzelne Kapitel, in denen ich obig unterstrichene Fragen erschöpfend erörtern und befriedigend beantworten möchte. Es werden wichtige Merkmale aufgezeigt, bevor zu guter letzt mit einem begründeten Fazit geschlossen wird.
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2 Bodentypen und die höheren Kategorien der Bodensystematik
An Kapitel 1 anknüpfend, nun ausführlicher, werden im Folgenden Grundlagen und Grundannahmen der Bodenklassifikation dargelegt:
Unter Bodenprofil versteht man die natürliche Abfolge der Horizonte von der Erdoberfläche. Allgemein befindet sich zuoberst der humose Ah bzw. A - Horizont, zuunterst das unzersetzte, nur mechanisch zerfallene, anstehende Ausgangsgestein oder Material, welches bereits in geraumer Vorzeit einen Verwitterungszyklus erfahren hat (z.B. Löß); dieses wird als C - Horizont bezeichnet. Zwischen A - und C - Horizont findet man je nach Bodenprofil unterschiedliche Horizonte vor. Zur genaueren Bezeichnung der Horizonte später mehr. Wie bereits angeklungen, werden Böden mit gleichem Profilaufbau, also identischer bzw. ähnlicher Entstehungsweise und denselben Eigenschaften der jeweiligen Horizonte, also gleichen bodenkundlichen (pedologischen) Merkmalen, zu Bodentypen zusammengefasst. Neben pedologischen Kennzeichen werden als Unterscheidungsmerkmale für die einzelnen Bodentypen auch lithogene Merkmale, also ausgangsgesteinsspezifische Eigenschaften, berücksichtigt: „Darüber hinaus spiegeln sich Mineral- und Gesteinseigenschaften in Bodeneigenschaften wider. So beeinflussen sie [z.B.] die natürliche Bodenfruchtbarkeit als eine wichtige Dimension des Nutzungspotentials von Landschaften [...] (ZEPP 3 2002: 52)“. Bodentypen lassen sich als Systeme verstehen, in denen z.B. Stoffwanderungs- und Stoffverlagerungsprozesse oder Prozesse des Wasser- und (Boden-)Lufthaushaltes gleichartig ablaufen (GANSSEN 1965: 54). Nach SCHEFFER/SCHACHTSCHABEL (1984: 321) sind „[...] Bodentypen Böden gleicher Entwicklungsstufe [...], die charakteristische, bodeneigene Merkmale gemeinsam haben und sich daher in typischer Weise von Böden mit anderem Entwicklungszustand unterscheiden (GANSSEN 1965: 54)“. Damit sind Bodentypen die Grundlage jeder Bodenklassifikation. Klassifiziert werden kann nach unterschiedlichen Gesichtspunkten, differenziert wird hier vor allem nach genetischen, also zeitlich entstandenen, oder nach effektiven, also auf ihrer Wirkung auf Objekte beruhenden Kriterien (SCHEFFER/SCHACHTSCHABEL 1984: 352-353). Die Bodensystematik der BRD basiert z.B. auf genetischer Grundlage. Ein berühmtes Beispiel für eine effektive Klassifikation stellt die REICHSBODENSCHÄTZUNG (1934) dar, bei der durch Anpflanzung einer „Vergleichspflanze“ (man benutzte Weizen) der Ertrag auf allen reichsdeutschen Böden ermittelt wurde. Man verglich diesen und erarbeitete so eine Bodenklassifikation heraus, die jedem Boden eine Zahl zuordnete (bester Wert: 100, schlechtester Wert: 7). Hierbei spielten steuerrechtliche Gründe als Klassifikations-Motivation eine entscheidende Rolle. Diese Art zu klassifizieren ist jedoch
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immer regional begrenzt und stark von der verwendeten Technik abhängig, ändern sich z.B. die technischen Voraussetzungen, so ist die Klassifikationsgrundlage genommen und ein Vergleich nicht mehr möglich (vgl. u.a. LESER 7 1993-I: 13-14 & LESER 7 1993-II: 138).
In Tabelle 1 sind einige Bodenklassifikationskriterien zusammengefasst. Eines davon sei hier einmal gesondert hervorgehoben - die Körnung:
Die Körnung eines Bodens lässt diesen einteilen in Bodenarten (nicht zu verwechseln mit den Bodentypen). Dazu betrachtet man die Korngröße des Bodenmaterials genauer und definiert:
2. kantige/runde Steine 3. Kies/Grus 4. Sand 5. Schluff (z.B. Löß) 6. Ton
Meist liegen Mischverhältnisse vor (Sand, Schluff u. Ton zusammen vorkommend = Lehm) . Mit Kenntnis der Bodenart kann man somit Rückschlüsse auf den Bodentyp ziehen, da z.B. bodenbildende Prozesse in den verschiedenen Bodenarten anders oder schneller/langsamer ablaufen, genetisch wichtige Sedimente typischen Korngrößen zugeordnet werden können, etc. (vgl. ZEPP 3 2002: 91-92). Ähnlich wirken sich andere Kriterien der Tabelle 1 auf die Bodentyp-Klassifikation aus.
Um die Vielzahl der vorkommenden Böden auch in eng begrenzten Räumen, wie z.B. Nationalstaaten oder Großlandschaften, noch systematisch erfassen und ordnen zu können, ist die Einführung sogenannter höherer Kategorien wie Klassen und Abteilungen erforderlich. Will man gar alle vorkommenden Böden der gesamten Erde klassifizieren, wird die Notwendigkeit dieser höheren Kategorien schnell ersichtlich (GANSSEN 1965: 54-55). Verfolgte man früher das Ziel eine möglichst „ideale Bodenklasse“ abzustecken, indem man möglichst viele der in Tabelle 1 genannten Kriterien wie in Abb.1 zusammenzuführen versuchte, so scheint dieses Unterfangen heutzutage eher unrealistisch und man beschränkt sich überwiegend auf einzelne gemeinsame Kriterien, um Bodenklassen gegeneinander abzugrenzen (SCHRÖDER 2 1973). Bevor ich mich aber den Abteilungen und Klassen widmen werde, wird das nächste Kapitel zunächst näher auf die Bezeichnung der Bodenhorizonte eingehen.
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3 Boden und seine Horizonte - Bezeichnungskonzept nach DEUTSCHE BODENKUNDLICHE GESELLSCHAFT (DBG) (1998)
Boden, das ist das Resultat aller bodenbildenden, pedogenen Vorgänge. Sie „[...] führen zu einer Gliederung des Bodens in meist oberflächenparallel verlaufenden Zonen, die durch jeweils mehr oder weniger einheitliche Merkmale [...] charakterisiert sind (AD-HOC-AG BODEN 5 2005: 81)“. Einem Grundkonzept von E. SCHLICHTING und H.-P. BLUME (1979) folgend, hat der ARBEITSKREIS FÜR BODENSYSTEMATIK der DBG 1998 folgendes konstatiert: Bodenhorizonte werden durch Buchstaben- und/oder Zahlenkombinationen gegliedert. Großbuchstaben beschreiben dabei die Lage des Horizontes innerhalb des Bodenprofils sowie seine Zugehörigkeit zum Humus-, Mineral- und/oder Grundwasserkörper (Hauptsymbole). Charakteristische Horizontmerkmale werden durch Kleinbuchstaben (Zusatzsymbole) gekennzeichnet. Vor die Hauptsymbole gesetzt, stehen sie für geogene und anthropogene, nachgestellt für pedogene Merkmale. Es existieren auch noch solche Horizonte namens „Übergangs-“ und „Verzahnungshorizonte“. Auf diese soll im Weiteren nicht tiefer eingegangen werden, nur so viel: Sie treten dann auf, wenn Bereiche unterschiedlicher Horizonte aufeinandertreffen ohne sich zu durchdringen („Verzahnungs-“) bzw. wenn sich Merkmale verschiedener pedogener Prozesse in einem Horizont überlagern („Übergangs-“). (vgl. AD-HOC-AG BODEN 5 2005: 82).
Eine Auflistung einiger wichtiger Haupt- und Zusatzsymbole samt entsprechender Bedeutung wird in Tabelle 2 dargestellt. Darüber hinaus findet man in der BODENKUNDLICHEN KARTIERANLEITUNG NR. 5 der AD-HOC-AG BODEN ( 5 2005: 83-108) eine äußerst detaillierte und weitaus ausführlichere Auflistung von Horizontbezeichnungen. Jedoch auch mithilfe des der Tabelle 2 zugrunde liegenden, oben bereits angesprochenen Bezeichnungskonzepts lassen sich Bodenprofile nun sehr leicht beschreiben.
Bodentyp ist nicht gleich Bodentyp. Auf den ersten Blick nur eine Floskel, doch steckt tatsächlich mehr dahinter. Man unterscheidet sie nicht zuletzt durch ihren Aufbau. Bei Horizontfolgen, also unterschiedlichen aufeinanderfolgenden Horizonten, werden die Symbole durch Schrägstriche voneinander getrennt und so der Bodentyp eindeutig bestimmt (AD-HOC-AG BODEN 5 2005: 199). Ein Beispiel: Ah/Bv/C. Bedeutung: Ah: humoser mineralischer Oberbodenhorizont liegt über Bv: verwitterter mineralischer Unterbodenhorizont liegt über C: Ausgangsgestein. Diese Konstellation ist typisch für eine Braunerde. Nach dem gleichen Prinzip lassen sich alle Bodentypen der einzelnen Klassen und Abteilungen katalogisieren. Römische Ziffern können eine Abfolge verschiedener Ausgangssubstrate (geologische Schichten) kennzeichnen, sie werden dem Horizontsymbol dann vorangestellt, dabei
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Arbeit zitieren:
Christian Benner, 2008, Bodenklassifikation (AG Boden, FAO), München, GRIN Verlag GmbH
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