Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Zur Relevanz von operationellen Risiken 1
3 Management von operationellen Risiken 4
4 Vergleich des Risikomanagements operationeller Risiken am
Beispiel dreier Banken 9
5 Schlussbemerkung. 13
II
1 Einleitung
Bisher konzentrierte sich das Risikomanagement der Banken auf die Markt- und Kreditrisiken, da angenommen wurde, dass hiervon die größten Verluste ausgehen. Dies änderte sich im Zuge gravierender Verlustfälle, vor allem ausgelöst durch Fehlverhalten von Mitarbeitern, so dass das Interesse an operationellen Risiken in letzter Zeit sehr gewachsen ist. Die operationellen Risiken sind nicht neu, sie zählen zu den ältesten Risiken überhaupt. Trotzdem wurde den operationellen Risiken lange Zeit keine Beachtung bezüglich eines eigenen Managements geschenkt. In dieser Seminararbeit wird auf die Frage eingegangen, warum operationellen Risiken ein eigenes Risikomanagement zustehen sollte. Im 2.Kapitel werden die verschiedenen Kategorien und Verluste diskutiert, um dann im 3.Kapitel auf das Management operationeller Risiken und den damit verbundenen Kosten einzugehen und den Nutzen der Eigenkapitalhinterlegung zu besprechen. Im 4.Kapitel, dem innovativen Teil dieser Seminararbeit, werden drei Großbanken bezüglich ihres Managements der operationellen Risiken vorgestellt und kommentiert. Zum Schluss werde ich mich einer kritischen Schlussbemerkung widmen.
2 Zur Relevanz von operationellen Risiken
Eine allgemeine Definition für operationelle Risiken gibt es derzeit nicht. Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht definiert das operationelle Risiko als „die Gefahr von Verlusten, die in Folge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder in Folge von externen Ereignissen eintreten“. Diese Definition schließt Rechtsrisiken ein, beinhaltet aber nicht strategische Risiken oder Reputationsrisiken. 1 Um zu verdeutlichen, wie häufig operationelle Risiken im Bankalltag auftauchen, wird im Folgenden auf einzelne Kategorien der operationellen Risiken eingegangen. Die operationellen Risiken können von internen oder externen Faktoren verursacht werden. Wie der o.g. Definition zu entnehmen ist, lassen sich operationelle Risiken in folgende Risikokategorien einteilen: Personelle Risiken, technische Risiken, Prozesse und externe Risiken. Die personellen Risiken enthalten alle Ursachen, die mit den
1 Vgl. hierzu John C. Hull, 2007, S. 323.
1
Mitarbeitern des Unternehmens zusammenhängen, wobei die Verluste durch bewusstes und unbewusstes Fehlverhalten der Mitarbeiter entstehen. Dies kann beispielsweise die Umgehung von unternehmenspolitischen Gesetzen, die Verwendung von Insiderwissen, fehlerhafte Spekulationen, mangelnde Qualifikation oder mangelnde Motivation beinhalten. 2 Einer der aufsehenerregendsten Fälle bezüglich Mitarbeiterbetrugs, waren die gigantischen Fehlspekulationen des ehemaligen Börsenmaklers Nick Leeson. Er arbeitete für die älteste Bank Großbritanniens, der Barings Bank, die mehr als 230 Jahre existierte. Sie wurde von Nick Leeson durch fehlerhafte Spekulationen und durch die Gier nach Geld in den Ruin getrieben wurde. Leeson konnte die sich vermehrenden Verluste zunächst Jahre lang geheim halten, bis 1 Milliarde Verlust einfach zu viel für die Barings Bank waren und Insolvenz anmeldete. 3 Hauptursache des Zusammenbruchs war zum Einen das fehlende Trennungsprinzip. Leeson war in seiner Position sowohl für die Kontrolle der Wertpapiergeschäfte als auch für deren interne Abwicklung und Verbuchung verantwortlich. Kommen die fehlerhaften Verhaltensweisen der Mitarbeiter ans Licht, sind die entstandenen Schäden als operationelle Risiken einzuteilen. Die technischen Risiken entstehen durch den Ausfall oder die Fehlfunktion von Informations- und Kommunikationssystemen. Datenmanipulation, Viren-Probleme und Systemausfälle sind in der heutigen digitalen Welt nicht selten und kommen immer häufiger vor. 4 Neben den allgemeinen Risiken der Technik existieren auch anwenderbezogene Risiken, die in enger Beziehung zu den personellen Risiken stehen. Risiken in der Kundenbeziehung entstehen durch unerwartete Probleme bei der Abwicklung des Bankgeschäfts. Weist beispielsweise das Online-Banking Sicherheitslücken auf und entstehen Kundenschäden, hat dies im Allgemeinen hohe Schadensersatzforderungen der Kunden zur Folge. Diese Risiken beinhalten ebenfalls die Verletzung des Bankgeheimnisses und allgemeine Kundenbeschwerden aufgrund unerwarteter Probleme bei der Abwicklung des Bankgeschäfts. 5 ergeben sich aus ungeeigneten Prozessrisiken
Organisationsstrukturen, fehlerhaften Prozessen, fehlerhaften Arbeitsanweisungen und mangelhaften internen Kontrollen. Die Kategorie externe Risiken betrifft Verluste durch Naturkatastrophen, Terroranschläge, politische und militärische
2 Vgl. hierzu John C. Hull, 2007, S.326.
3 Vgl. hierzu http://www.stern.de/wirtschaft/arbeit-karriere/:Nick-Leeson-Im-Alleingang-Barings-
Bank/536821.html, Datum: 2.September 2008, Uhrzeit: 13:19.
4 Vgl. hierzu John C. Hull, 2007, S.326.
5 Vgl. hierzu John C. Hull, 2007, S.326.
2
Ereignisse, aber auch (steuer-) rechtliche Veränderungen der Rahmenbedingungen. Dazu gehören Katastrophenrisiken wie Brand, Stromausfall, Folgen von Unwetter z. B. Wirbelstürme oder Erdbeben, aber auch externen Betrug. 6 Ereignisse wie der Anschlag auf das World Trade Center am 11.September 2001 haben die Relevanz externer Risiken verdeutlicht. Externe Risiken sind Verluste, die nicht direkt auf das Unternehmen zurückzuführen sind, deshalb ist es fast unmöglich, die Auswirkungen externer Ereignisse abzuschätzen und bereits im Vorfeld darauf zu reagieren. Wie relevant operationelle Risiken sind und wie hoch die entstehenden Verluste sein können, wird anhand der folgenden Grafik sichtbar:
7
Der Abbildung ist zu entnehmen, dass externe Risiken die größten Verluste verursachen, allerdings sind die Werte der personellen und technischen Verluste mit über 50 Mio. $ ebenfalls als bedrohlich einzuschätzen. Somit wird deutlich, dass in jedem dieser operationellen Risikoarten schwerwiegende, bis hin zu existenzbedrohlichen Gefahren liegen können. Es ist wichtig, dass die Banken sich auf das Regulieren der operationellen Risiken einstellen und entsprechendes Management betreiben.
6 Vgl. hierzu John C. Hull, 2007, S.326.
7 Vgl. hierzu http://www.risksys.com/files/public/vorteile_oprisk_management.pdf, Datum:
12.September 2008, Uhrzeit: 12:53.
3
Arbeit zitieren:
Carolin Hoffmann, 2008, Operationelle Risiken im Bankensektor, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Methoden zur Identifikation und Messung operationeller Risiken
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