Inhaltsverzeichnis Seite
1. Einleitung 2
2. Das 4C/ID in der Theorie 3
3. Das 4C/ID in der praktischen Anwendung 8
4. Zusammenfassung und Fazit 18
5. Abbildungsverzeichnis 20
6. Literaturverzeichnis 21
1
1. Einleitung
In meiner vorliegenden Hausarbeit beschäftige ich mich mit der Anwendung des Vier-Komponenten-Instruktionsdesign-Modells (4C/ID) bei einem Workshop für Journalisten zur Publikation von Bildern im Internet unter Verwendung eines Redaktions-CMS. Dabei gehe ich davon aus, dass die am Workshop teilnehmenden Journalisten zwar bereits ihre Ausbildung an sich hinter sich haben, allerdings bisher noch keine spezifische Erfahrung mit der Publikation im World Wide Web haben.
Ferner gehe ich davon aus, dass die Journalisten im Workshop lernen werden, wie die Bilder unter Zuhilfenahme von FTP und CMS veröffentlicht werden. FTP steht für „File Transfer Protocol“ und ist ein Netzwerkprotokoll zur Datenübertragung. Das FTP wird benutzt um beispielsweise Dateien zwischen einem Rechner und einem Server auszutauschen. Für den Datenaustausch wird eine spezielle Software benötigt, die es einzeln gibt oder die sich als Zusatzmodul in einigen Internetbrowsern (Internet Explorer, Firefox) befindet. CMS ist die Abkürzung für Content Management System. Dabei werden Inhalte (beispielsweise eine Reportage mit einer Bildergalerie) in einer Datenbank gespeichert. Mithilfe des CMS kann dieses Webangebot ohne die Kenntnisse von Programmiersprachen erstellt, gepflegt und aktualisiert werden. Vorteil des CMS: Es können mehrere Autoren via Internet problemlos zusammenarbeiten und das Webangebot betreuen.
2
2. Das 4C/ID in der Theorie
Das hier angewandte 4C/ID ist ein Instruktionsdesign-Modell, das 1997 speziell für das problembasierte Training komplexer kognitiver Fähigkeiten (Kognition hier: Informationsverarbeitung im Gehirn) von Jeoren van Merriënboer entwickelt wurde.
„Instruktion bezeichnet jedes systematische Arrangement von Umgebungsbedingungen, das geeignet ist, Kompetenzen zu fördern.“ (Resnick, Lauren B.: Task analysis in instructional design: Some cases from mathematics, 1987, S. 51 zitiert in
Niegemann, Helmut M., Hassel, Silvia, Hochscheid-Mauel, Dirk, Aslanski, Kristina, Dei-mann, Markus, Kreuzberger, Gunther: Kompendium E-Learning, Berlin Heidelberg 2004,
Springer-Verlag, S.19)
Das Wort „Design“ steht für „gestalten“ oder „entwerfen“. Instruktionsdesign (ID) beschäftigt sich also mit der systematischen Gestaltung von Lernumgebungen (nicht nur von Unterricht!) und dem Ziel absichtsvolles Lernen zu fördern. Das Ur-Modell des Instruktionsdesigns geht auf Robert M. Gagné (1916-2002) zurück. Bei dem 4C/ID-Modell von Jeoren van Merriënboer steht die Vermittlung von Handlungswissen im Vordergrund. Der Wissenszuwachs an sich ist der Vermittlung von Handlungswissen untergeordnet.
„Heranwachsende […] brauchen flexibel verfügbares, intelligentes Wissen, das sie selbstständig zur Lösung anstehender Probleme nutzen können und das ihnen Handlungskompetenz für ihr Leben verleiht. Eben das aber soll durch SiL [Anmerkung Bettina Rütten: SiL = Situiertes Lernen, siehe Seite 4] erreicht werden.“ (Peterßen, Wilhelm H.: Kleines Methoden-Lexikon, München 1999, Oldenbourg Schulbuchverlag GmbH, S. 263f.)
3
Die vier Design-Komponenten (Ebenen der Vorgehensweise) des 4C/ID-Modells sind Dekomposition der zu erlernenden Gesamtkompetenz, Analyse der konstitutiven Fähigkeiten und des Wissens, Auswahl von Instruktionsmethoden und Komposition der Trainingsstrategien. Kern des 4C/ID-Modells ist „die Konzeption umfassender Übungs- und Anwendungsaufgaben im Sinne von Problemstellungen, Fall- und Projektaufgaben und schließlich die Entwicklung von Lernumgebungen im Sinne eines Arrangements von Situationen, in denen komplexe kognitive Fähigkeiten ganzheitlich vermittelt und geübt werden können. Besondere Beachtung wurde dabei jeweils dem Aspekt der kognitiven (Über-)Belastung (cognitive load) gewidmet, die bei manchen Methoden des problem- und projektbasierten Lernens nachhaltige Effekte verhindert.“ (Niegemann et al., 2004, S. 41f.). Lernen anhand möglichst komplexer authentischer Problemsituationen wird situiertes Lernen (SiL) genannt. Lernen geschieht immer im Kontext der sozialen, physischen und kulturellen Umwelt, daher sollten Lernprozesse in die komplexe authentische Umwelt eingebettet sein. Demnach ist die Lernumgebung authentisch zu gestalten. Das bedingt die Abkehr vom Auswendiglernen bloßer Fakten und führt hin zum Erwerb von Handlungswissen. Das SiL betont also die Unmöglichkeit der Trennung von Wissenserwerb, Wissen und Anwendung. Nach Peterßen ist SiL ein Prinzip, dass sich
„ausrichtet auf selbstgesteuertes - subjektiv konstruierendes - Lernen, das aber instruktionale Einschübe und moderierende Eingriffe von außen für nötig erachtet.“ (Peterßen 1999, S. 263)
Mit seinen Prinzipien entspricht das 4C/ID den Anforderungen des SiL, da nicht träges Wissen sondern Handlungswissen erworben wird. Darüber hinaus hat die konstruierte Lernumgebung den Anspruch, authentisch zu sein und das Lernen findet selbstmotiviert, aber dennoch von außen instruiert und moderiert, statt.
4
Das 4C/ID wurde speziell für das Training komplexer kognitiver Fähigkeiten entwickelt. Die Integration des Modells in didaktische Szenarien ist grundsätzlich immer möglich, da das 4C/ID Anleitungen zur Entwicklung von problembasierten Lernumgebungen enthält. Allerdings ist die Anwendung des 4C/ID-Modells leichter, je komplexer die zu erlernende Kompetenz ist.
Beispielsweise ist es bei komplexen Szenarien einfacher oder überhaupt erst möglich Just-in-time-Informationen (Jit-Informationen) zu geben als bei einfachsten zu erlernenden Fähigkeiten.
Beispiele für die klassische Anwendung des 4C/ID-Modells sind realitätsnahe Ausbildungen in Bereichen komplexer, anspruchsvoller kognitiver Tätigkeiten, beispielsweise in technischen Berufen, Pilotenausbildungen, Fluglotsenausbildungen, Softwareentwicklern, diagnostische Ausbildungen von Ärzten, Architekten, Kaufleuten der Versicherungs- oder Finanzbranche et cetera. Zwar eignet sich das Modell auch für das Training bestimmter einfacherer psy-chomotorischer „handwerklicher“ Fähigkeiten (zum Beispiel bei der Herstellung einer Torte in der Konditorlehre oder auch das Einstellen von Bildern ins Internet bei einer Journalisten-Ausbildung), aber die Unterteilung in mehrere Aufgabenklassen ist schwierig, wenn die zu erlernende Kompetenz an sich sehr simpel ist. Auch der Entwurf von Jit-Informationen, unterstützenden Informationen oder Part-Task-Practice (Teilaufgaben) ist schwieriger, beziehungsweise sogar unmöglich, wenn die zu erlernende Kompetenz zu einfach ist.
5
Arbeit zitieren:
Bettina Rütten, 2007, Das 4CID-Modell – eine Anwendung bei einem Workshop für Journalisten zur Publikation von Bildern im Internet unter Verwendung eines Redaktions-CMS, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Bettina Rütten's Text Das 4CID-Modell – eine Anwendung bei einem Workshop für Journalisten zur Publikation von Bildern im Internet unter Verwendung eines Redaktions-CMS ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Bettina Rütten hat den Text Das 4CID-Modell – eine Anwendung bei einem Workshop für Journalisten zur Publikation von Bildern im Internet unter Verwendung eines Redaktions-CMS veröffentlicht
Bettina Rütten hat einen neuen Text hochgeladen
Stimulated Recall and Mental Models: Tools for Teaching and Learning C...
Lyn Henderson, Julie Tallman
Modules for Teaching & Learning about Health Education: A Study of Gui...
Valerie A. Ubbes, Tamara L. Hall, Carol A. Falk
The Mental Models Theory of Reasoning: Refinements and Extensions
Walter Schaeken, Andre Vandierendonck, Walter Schroyens
Mental Models and the Mind: Current Developments in Cognitive Psycholo...
Carsten Held, Markus Knauff, Gottfried Vosgerau
0 Kommentare