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INHALTSVERZEICHNIS
0. Einleitung 3
1. Leben und Werk von Karl Rahner 3
1.1 Kindheit und Jugend. 3
1.2 Studium der Philosophie und Theologie 4
1.3 Beginn der Lehrtätigkeit. 5
1.4 Weltkriegswirren 5
1.5 Konflikte mit der „Amtskirche“ 6
1.6 Arbeitsreiche Phasen 7
1.7 Das Konzil. 8
1.8 Verschiedene Professuren 8
1.9 Die letzten Jahre Rahners 8
2. Fazit. 9
Literaturverzeichnis 10
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0. Einleitung
Karl Rahner gilt als einer der einflussreichsten Theologen des 20. Jahrhunderts. Durch seine Mitarbeit am Zweiten Vatikanischen Konzil, seine Mitarbeit am Lexikon für Theologie und Kirche (LThK) und seine vielfältigen Reformbestrebungen innerhalb der Kirche hat er das Antlitz der Theologie und nicht zuletzt das Antlitz der Kirche im vergangenen Jahrhundert entscheidend geprägt. Schulz schreibt dazu: Rahner „reagierte ... auf die großen Herausforderungen des 20. Jahrhunderts in einer Weise, die seine Bedeutsamkeit für Theologie und Kirche bis heute begründet.“ 1 .
Diese vorliegende Arbeit möchte Rahners Leben und Wirken skizzieren und dabei bewusst auf eine thematische Trennung von Leben und Werk verzichten. Wie Vorgrimler in seiner Rahner-Biographie 2 schreibt, kann man manche Werke Rahners nicht ohne den Bezug zu ihrer Entstehungszeit sehen.
Meine Ausführungen beziehen sich auf vier Werke: Zwei hauptsächlich biographische Werke über Rahner von Schulz 3 und Vorgrimler 4 , sowie zwei Werke, die besonders auf die Theologie Rahners eingehen, von Weger 5 und Van der Heijden 6 geschrieben. Ich hoffe dadurch, ein angemessenes Bild Karl Rahners und seines Wirkens zeichnen zu können.
1. Leben und Werk von Karl Rahner
1.1 Kindheit und Jugend 7
Karl Rahner wird am 5. März 1904 in Freiburg im Breisgau geboren. Mit 6 Geschwistern wächst er in einer mittelbürgerlichen Familie auf. Bis 1922 verbringt er seine Jugend in Freiburg. In der Schule herrschte eine tolerante Atmosphäre, oder eine „vornehme Neutralität“ 8 wie Rahner es zu sagen pflegte. Durch seine Mitgliedschaft im Quickborn, einer abstinenten Jugendbewegung lernt Rahner 1920 den geistlichen Leiter dieser Bewegung, Romano Guardini, kennen. Hier sollten bereits die Weichen für sein späteres Wirken gestellt werden.
1 Siehe SCHULZ, M.: Rahner begegnen, 12.
2 VORGRIMLER, H.: Karl Rahner verstehen. Eine Einführung in sein Leben und Denken, Freiburg i. Br. 1985.
3 SCHULZ, M.: Karl Rahner begegnen, Augsburg 2004.
4 VORGRIMLER, H.: Karl Rahner verstehen. Eine Einführung in sein Leben und Denken, Freiburg i. Br. 1985.
5 WEGER, K.-H.: Karl Rahner. Eine Einführung in sein theologisches Denken, Freiburg i. Br. 1978.
6 VAN DER HEIJDEN, G.: Karl Rahner. Darstellung und Kritik seiner Grundpositionen, Einsiedeln 1973.
7 Vgl. SCHULZ, M.: Rahner begegnen, 12-19; VORGRIMLER, H.: Rahner verstehen, 63-71.
8 Siehe IMHOF, P., BIALLOWONS, H. (Hrsg.): Karl Rahner. Bilder eines Lebens, Zürich 1985; zitiert nach: SCHULZ, M.: Rahner begegnen, 16.
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Vorgrimler verortet Rahners Entscheidung Priester zu werden in der Person seines Religionslehrers Dr. Vogelbacher 9 , und konstatiert über Rahners Eintritt ins Noviziat der Gesellschaft Jesu: „Warum genau Rahner Jesuit werden wollte, konnte er im Alter nicht mehr exakt sagen.“ 10
1.2 Studium der Philosophie und Theologie 11
Nach seinem Abitur tritt Rahner dann 1922 in das Noviziat der Gesellschaft Jesu ein und beginnt mit dem Studium der Philosophie in Feldkirch und Pullach bei München. Nach dem Philosophiestudium schloss sich das Junioratsmagisterium an, eine zweijährige praktische Tätigkeit, bevor dann das Theologiestudium begann. Rahner sollte Lateinunterricht erteilen und lernte so Alfred Delp kennen, welcher später als Widerstandskämpfer nach dem fehlgeschlagenen Attentat Stauffenbergs auf Hitler hingerichtet wurde. 1929 beginnt Rahner sein Theologiestudium im niederländischen Valkenburg und widmet sich mit großer Begeisterung den Kirchenvätern. Sein besonderes Interesse gilt der spirituellen Theologie und damit der Mystik der Kirchenväter. Seine spätere Doktorarbeit wird sich damit auch thematisch befassen. 12
Rahner studiert in der Zeit der Neuscholastik 13 , der damals gängigen wissenschaftlichen Form der Theologie, die im 19. Jahrhundert populär wurde. Mancher sah in der Neuscholastik ein aufgezwungenes starres Denkgefüge, ein römisches Stemmen gegen den Zeitgeist, eine kirchliche Abschottung nach innen. In dieser Zeit geriet die katholische Theologie besonders in der Exegese, der Patrologie und der Kirchengeschichte in den Rückstand. Rahner entwickelt hier seinen Begriff des römischen „Integralismus“ bzw. „Monolithismus“. Wenn die Kirche sich weiterhin auf Lehramt und Tradition konzentriert und alle Fragen des öffentlichen und privaten Lebens daher als allein vom Lehramt beantwortbar ansieht, läuft sie Gefahr, ein unbeweglicher Monolith zu werden. Rahners Reformansatz setzt in der christlichen Frühzeit an: Er postuliert, die christliche Frühzeit biete mehr Möglichkeiten, das Leben zu gestalten, als es die Neuscholastik zulässt. Durch die Berufung auf die christliche Frühzeit steht Rahner damit immer noch in der Tradition der Kirche. Sein erklärtes Ziel war es, dass sich das Christentum nicht gegen die Moderne verteidigen muss, sondern dass es geradezu die Antwort Gottes auf die Fragen der Zeit ist. 1932 wird Rahner in München von Kardinal Faulhaber zum Priester geweiht.
9 Vgl. VORGRIMLER, H.: Rahner verstehen, 69.
10 Siehe ebd..
11 Vgl. SCHULZ, M.: Rahner begegnen, 20-22; VORGRIMLER, H.: Rahner verstehen, 71-78.
12 „E latere Christi“ - Der Ursprung der Kirche als zweiter Eva aus der Seite Christi des zweiten Adam. Eine Untersuchung über den typologischen Sinn von Jo 19,34.
13 Vgl. zu der Neuscholastik vor allem VORGRIMLER, H.: Rahner verstehen, 72-78.
Arbeit zitieren:
Christian Baltes, 2008, Karl Rahner - Leben und Werk, München, GRIN Verlag GmbH
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