Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Nelly Sue Edelmeister geschrieben, einem 13jährigen Mädchen, das in Berlin, Wilmersdorf, mit ihren Eltern Lucy Bloom-Edelmeister und Bernhard Nikolaus Edelmeister wohnt.
Außerdem wohnt noch Risa bei ihnen, die eine Freundin von Nellys Oma mütterlicherseits und mit ihr zusammen aufgewachsen ist. Während Nellys Oma vor dem Holocaust nach Amerika flüchten konnte, mußte Risa in Deutschland ausharren und hat dementsprechenden seelischen Schaden davongetragen. Mehrere ihrer Familienmitglieder sind im KZ umgekommen und sie redet nicht über den Lebensabschnitt, in dem sie sich vor den Nazis in einem Keller verstecken mußte. Nelly ist auch oft im Altenheim zu Besuch, wo sie Doppelkopf mit Risas Freundinnen, Frau Lewi und Frau Goldfarb spielt.
Nelly wird von ihrer Mutter dazu gedrängt, sich auf ihre Bat-Midzwa vorzubereiten, die im Jüdischen Glauben ein Mädchen in die jüdische Gemeinde aufnimmt und sie zu einer Frau macht. Da Nelly aber weder an Gott glaubt, noch den eigentlichen Sinn der Zeremonie versteht, möchte sie ihre Bat-Midzwa eigentlich nichts lieber als absagen. Nellys Eltern haben ziemlich oft Streit aufgrund der Arbeitslosigkeit von Nellys Vater, der Klarinettist ist und keine passende Anstellung findet. Weiterhin beginnt er eine Affäre mit Melissa Minsky, in deren Restaurant er als Pianist arbeitet. Durch diese Verbindung lernt Nelly Maximilian kennen, den sie anfangs recht seltsam findet aufgrund seiner düsteren und schwarzen Kleidung und seinem verschlossenen und aggressiven Wesen. Da Nelly für Prinz William schwärmt und die Basketballmannschaft ihrer Schule für das kommende Spiel nach Eaton fährt, möchte sie unbedingt in die Mannschaft aufgenommen werden. Dafür bittet sie Max um Hilfe, da er an seiner früheren Schule sogar der Kapitän der Basketballmannschaft war. So kommen sich Nelly und Max näher.
Nelly fällt in so etwas wie eine Krise, als Risa nach einem Herzanfall stirbt, sich ihre Eltern noch dazu trennen, sie sich mit ihrer Mutter verkracht und Max mit einem anderen Mädchen aus der Schule flirtet.
Dann entscheidet sich Nelly doch noch zur Bat-Midzwa, weil sie sich auf die eigentliche Bedeutung der Zeremonie besonnen hat und sie und ihre Mutter treffen alle Vorbereitungen.
Am Ende fühlt sie sich in ihrem von Risa genähten Kleid wie eine Prinzessin und erlebt eine wunderschöne Feier, bei der sie mit ihrem Schwarm Max tanzt.
Adoleszenzliteratur: Vergleich „Jinx“ und „Prinz William“
Jen lebt mit ihrer Mutter und ihrer Schwester Grace in einem kleinen Reihenhaus am Stadtrand. Genauso wie Nelly, ist auch Jen von der Langeweile ihres Lebens genervt und will, dass endlich etwas passiert.
In dieser eintönigen Situation lernt sie Charlie kennen und verliebt sich in ihn. So trifft es Jen völlig unerwartet, als ihre erste Liebe sich erhängt. Das Mädchen verarbeitet den Verlust nur schwer. Dann kommt auch noch ihr zweiter Freund ums Leben, und Jen gerät vollkommen aus der Bahn, genauso wie Nelly als Rita stirbt, sich ihre Eltern trennen, sie sich mit ihrer Mutter verkracht und noch dazu Max mit einem anderen Mädchen flirtet. Beide Mädchen haben so etwas wie eine Stiefmutter, Stella und Melissa, die sie nicht leiden können, mit denen sie aber dennoch auskommen müssen.
Genauso wie Nelly denkt, dass mit ihr etwas nicht stimmt, weil sie sich für die Schule und für Teleskope interessiert, glaubt Jen, dass sie eine Unheilbringerin sei und ändert ihren Namen in Jinx (=verhext).
Genauso wie Nelly, läßt Jinx niemanden an sich heran, am allerwenigsten ihre Mutter. Genauso wie Nelly´s Mutter, hadert auch Jen´s Mutter mit eignen Problemen, nämlich mit einer unerwiderten Liebe, was dem treulosen Ehemann von Nelly´s Mutter nahekommt. Während aber Nelly aus der Ich-Perspektive in ganzen Sätzen erzählt, ist „Jinx“ in rhythmisierter Prosa verfaßt. Die Ereignisse werden in kurze Paragraphen eingekleidet, die in freien Versen verfasst sind. Alle haben eigenständige Überschriften, die uns verraten, aus welcher Perspektive die Geschehnisse betrachtet werden - aus der Sicht eines einzelnen Ichs: Jen/Jinx, Jens Mum, Charlie... oder aus der Sicht eines allwissenden Erzählers.
Arbeit zitieren:
Eleonora Reis, 2008, Didaktische Wertung zu Holly-Jane Rahlens "Prinz William, Maximilian Minsky und ich", München, GRIN Verlag GmbH
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