Inhalt
Inhalt........................................................................................................................................... 2
Einleitung 4
1. Definition 5
2. Arten der Evaluation 6
2.1 Was wird evaluiert? - Der Gegenstand der Evaluation 7
a) zielorientierte oder zielfreie Evaluation 7
b) Entwicklungs-/Planungsevaluation. 7
c) bedarfsorientierte Evaluation 7
d) Makro- und Mikroevaluation. 7
e) vorab-Evaluation 7
2.2 Warum wird evaluiert? - Der Zweck der Evaluation 8
a) Kontrolle 8
b) Entscheidungsstrategie. 8
c) Entscheidungshilfe 8
d) Optimierungsgrundlage. 8
e) als Bewertung ohne Zielangabe 8
f) als strategisches Instrument 9
2.3 Wie wird evaluiert? - Die Methode der Evaluation. 9
a) summative Evaluation. 9
b) formative Evaluation. 9
2.4. Wer evaluiert? - Die Durchführung der Evaluation 10
a) Fremdevaluation. 10
b) Selbstevaluation 10
3. „Qualitätssicherung“ im Bildungsbereich. 10
3.1 Die Normierung der Evaluation - DIN EN ISO 9000 ff. 10
3.2 Die Methoden der „Qualitätssicherung“ 14
3.2.1 Auditierung. 14
2
4. Probleme der Evaluation 16
4.1 Das Problem der Wissenschaftlichkeit. 16
4.2 Das Problem der Akzeptanz. 17
4.3 Das Problem der Zeit. 17
4.4 Das Problem der Instrumentalisierung. 17
4.5 Das Problem der Zielbestimmung. 18
4.6 Das Problem der Einflussfaktoren. 19
Schlussbetrachtung. 20
Literaturverzeichnis. 21
3
Einleitung
Qualität und Evaluation sind heute in aller Munde. Das Eindringen ökonomischer, betriebswirtschaftlicher Kriterien und Standards in alle Lebensbereiche macht auch vor dem Bildungsbereich von der Schule bis zur Weiterbildung nicht Halt. Die gestiegenen Anforderungen an das Niveau von Bildung sowie die zunehmend knappen öffentlichen Kassen zwingen dazu, nach der Effizienz und Effektivität von Bildungseinrichtungen zu fragen und befördern damit den Blick von Fördermittelgebern und Leitungen von Bildungseinrichtungen auf die Qualität ihrer Arbeit, deren Kontrolle und Weiterentwicklung, also auf Evaluation.
Die Evaluation soll helfen, für Pädagogen, Entscheidungsträger der Politik und die Öffentlichkeit Informationen über Bildungseinrichtungen und ihre Bildungsprogramme zu gewinnen. In den 70er Jahren diente Evaluation vor allem externer Kontrolle und Bewertung von Personen. Seit den 80er Jahren wird sie jedoch als Verfahren der Selbstreflexion von Bildungseinrichtungen und ihres Personals betrachtet. Evaluation wird als Werkzeug der Entwicklung von Bildungseinrichtungen angesehen 1 . Dabei werden heute alle Elemente und Abläufe, die in Bildungseinrichtungen vorhanden sind, einer Evaluation unterzogen, von der Evaluation der zur Verfügung stehenden Ressourcen über die Evaluation der Tätigkeiten und Abläufe bis hin zur Evaluation der Ziele und Ergebnisse der Bildungseinrichtung (Total Quality Management).
Diese Arbeit soll einen Überblick über die Evaluation im Bildungsbereich geben und einen kleinen Einblick in die Praxis der Evaluation von Bildungseinrichtungen gewähren. Dazu wird am Beginn Evaluation definiert und die Arten der Evaluation aufgezeigt bevor ich zur Qualitätssicherung im Bildungswesen komme. Abschließend möchte ich auf die Probleme der Evaluation im Bildungsbereich eingehen, die sich nach meiner Meinung stellen. Zur Qualitätssicherung und Evaluation im Bildungsbereich gibt es ein unüberschaubares Angebot an Literatur, das sich vor allem an das Management privater oder öffentlich geförderter Bildungsträger oder an deren Nutzer richtet, um die Qualität von Bildungseinrichtungen zu erhöhen oder die Auswahl von Bildungsangeboten zu erleichtern. Als grundlegende Literatur verwende ich die von Ruth Allgäuer 1997 veröffentlichte Abhandlung „Evaluation macht uns stark!“ sowie den von Rainer Westermann 2002 in der
1 Vgl. dazu: Ruth Allgäuer, Evaluation macht uns stark!. Zur Unverzichtbarkeit von Praxisforschung im
schulischen Alltag (Erziehungskonzeptionen und Praxis, 33), Frankfurt am Main 1997, S. 39-43.
4
Zeitschrift für Psychologie erschienenen Aufsatz „Merkmale und Varianten von Evaluationen: Überblick und Klassifikation“.
1. Definition
Englisch evaluate heißt abschätzen, berechnen, beurteilen, bewerten oder auswerten. Nach Liket ist Evaluation dazu da, „um eine kühle, wertfreie Wahrnehmung und Wiedergabe von objektiv feststellbaren Tatsachen und Zahlen“ zu gewinnen. Dabei werden subjektive Instrumente verwendet. „Evaluation ist damit wertend“, so Liket 2 . Folgerichtig meint daraufhin Allgäuer: „Die Grundbedeutung des Wortes läßt für mich den Schluß zu, daß die Aufgabe einer gezielten Evaluation nicht nur in einer bloßen Festschreibung beobachteter und festgestellter Daten liegt, sondern daß der/die Evaluierende auch eine Bewertung vornehmen muß und dadurch aufgefordert ist, Stellung zum Beobachteten bzw. Durchgeführten zu beziehen.“ 3 Evaluationsergebnisse sind also subjektiv, weshalb die Technik der Evaluation, der Evaluationsprozess bzw. das Management der Qualitätssicherung transparent gemacht werden muss.
Für Kroath ist Evaluation ein „unverzichtbarer Ablaufschritt jeder rational geplanten Handlung von Praktikern und Wissenschaftlern im Erziehungs- und Bildungsbereich, da sie begründete Bewertungskriterien für die Planung, Auswahl, Wirkung und Kontrolle pädagogischer Maßnahmen zur Verfügung stellt“ 4 . Evaluation selbst ändert natürlich an der Qualität bzw. den Abläufen innerhalb von Bildungseinrichtungen nichts. Ruth Allgäuer weist ausdrücklich darauf hin, dass Evaluation nur die „Grundlage für Entscheidungen und Ausgangspunkt für notwendige Veränderungen“ sein kann. Evaluation sei kein Allheilmittel, nicht Schlusspunkt, sondern Ausgang von Entwicklungen 5 .
Will man die Ergebnisse einer Evaluation als Ausgangspunkt für notwendige Veränderungen bei Entscheidungsträgern verankern, so ist eine systematische, ja eine wissenschaftliche Vorgehensweise notwendig. „Im strengsten Sinn liegt eine Evaluation nur dann vor, wenn die Bewertung oder Beurteilung eines Gegenstandes systematisch auf wissenschaftlichen Methoden beruht“, schlussfolgert Rainer Westermann 6 .
Beruhend auf verschiedenen Theoretikern definiert Westermann Evaluation folgendermaßen:
2 Zitiert nach: Ruth Allgäuer (1997), S. 22f .
3 Allgäuer (1997), S. 37.
4 Zitiert nach: Allgäuer (1997), S. 37-38.
5 Allgäuer (1997), S. 38.
6 Rainer Westermann, Merkmale und Varianten von Evaluationen: Überblick und Klassifikation, in: Zeitschrift
für Psychologie (210 (1), 4/02), Göttingen 2002, S. 4-25, S. 5.
5
„Evaluation ist die explizite und systematische Verwendung wissenschaftlicher Forschungsmethoden zur Beschreibung und Bewertung bestimmter Gegenstände, das heißt insbesondere von
- Programmen, Maßnahmen und Interventionen,
- Einrichtungen und Organisationsteilen,
- Techniken und Methoden,
- Produkten und Personen, und zwar hinsichtlich
- Zielsetzung und Planung,
- Einrichtung und Durchführung sowie
- Wirksamkeit und Effizienz.“ 7
Dieser Definition möchte ich mich anschließen, da sie wohl umfassend Evaluation umschreibt.
Der Begriff der „Qualitätssicherung“ meint im Grunde das Gleiche. Er wird synonym für Evaluation in privatwirtschaftlichen Unternehmen, also auch in privaten Bildungseinrichtungen, verwendet und impliziert gleichzeitig eine Aufgabe für das Management. Ich habe daher den Begriff Qualitätssicherung für mein 4. Kapitel übernommen.
2. Arten der Evaluation
Evaluationen lassen sich in verschiedenste Formen und Arten unterteilen. Es kommt darauf an, von welchem Standpunkt man die Evaluation betrachtet oder welchen Stellenwert man den bestimmten Evaluationsschritten oder Zielen der Evaluation gibt. Die aus der Literatur entnommenen Arten der Evaluation 8 habe ich in vier Dimensionen von Evaluationen eingeteilt: Gegenstand, Zweck, Methode und Durchführung. Diese lassen sich auch durch die Leitfragen formulieren: Was wird evaluiert? Warum wird evaluiert? Wie wird evaluiert? und Wer evaluiert?
7 Westermann (2002), S. 5-6.
8 Nach Allgäuer (1997) und Westermann (2002).
6
Arbeit zitieren:
Harald Kümmel, 2004, Evaluation im Bildungsbereich, München, GRIN Verlag GmbH
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