Ethnomarketing ist ein Teilbereich des Direktmarketings und wurde bisher in
Deutschland nur wenig betrachtet. In den letzten Jahren wurde die Aufmerksamkeit
der deutschen Unternehmen an Ethnomarketing größer. Es analysiert, segmentiert
und erfüllt Bedürfnisse der Menschen, die aus anderen Ländern stammen,
aber lange Jahre in Deutschland leben. Die Hauptzielgruppe des Ethnomarketings
in Deutschland sind speziell die Türken, die inzwischen in der dritten Generation
in Deutschland leben.
Es ist heut zu Tage sehr vorteilhaft in einem Land wie Deutschland, interkulturelles
Marketing zu betreiben, da es viele Zielgruppen anzusprechen gibt. Es kann die
bisher vernachlässigte Kaufkraft der Migranten erobert werden und zu einem Aufschwung
der Unternehmen führen.
Deutschland ist ein multikulturelles Land in dem viele ethnischen Gruppen leben.
Wenn man überlegt wie viele Zielgruppen damit angesprochen und welche Umsätze
damit erreicht werden können, kann man davon ausgehen, dass es eine
wichtige Strategie des Marketing sein kann.
In meiner Seminararbeit werde ich als Überpunkt erst auf Direktmarketing eingehen
und darauf folgend anhand von Beispielen das Ethnomarketing in Deutschland
erläutern.
Im Unterschied zum Direktmarketing geht man beim Ethnomarketing auch auf die
ethnische Herkunft der Zielgruppe ein. Man betreibt Direktmarketing mit dem Ziel
eine bestimmte ethnische Zielgruppe anzusprechen. Ethnomarketing wird also von
Direktmarketing abgeleitet und unterscheidet sich nur in der Ansprache an Kunden,
die sprachliche, religiöse und kulturelle Gemeinsamkeiten haben bzw. deren
Mitglieder von gemeinsamen Vorfahren abstammen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Direktmarketing
2.1 Ursprünge des Direktmarketings
2.2 Definition des Direktmarketing
2.3 Ziele des Direktmarketing
2.4 Hierarchien des Direktmarketing
2.5 Instrumente des Direktmarketing
2.6 Die Akteure des Direktmarketing – Markt
3 Ethnomarketing
3.1 Definitionen des Ethnomarketing
3.2 Bekanntheit, Wichtigkeit und Ziele des Ethnomarketing
3.3 Ethnomarketing in Deutschland
3.4 Die Ethnischen Gruppen
3.4.1 Die Zielgruppe der Russischsprachigen in Deutschland
3.4.2 Die Zielgruppe Türken in Deutschland
3.4.3 Kampagnen für die Zielgruppe Türken in Deutschland
4 Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial und die praktische Umsetzung von Ethnomarketing als spezialisierten Teilbereich des Direktmarketings in Deutschland. Ziel ist es aufzuzeigen, wie Unternehmen durch eine kulturell sensible Ansprache spezifischer ethnischer Zielgruppen, insbesondere von in Deutschland lebenden Türken und Russischsprachigen, ungenutzte Marktpotenziale ausschöpfen können.
- Grundlagen, Geschichte und Instrumente des Direktmarketings
- Definition und strategische Bedeutung des Ethnomarketings
- Analyse der Zielgruppen: Russischsprachige und Türken in Deutschland
- Erfolgsfaktoren für interkulturelle Marketingkampagnen
- Praxisbeispiele für zielgruppenorientiertes Marketing
Auszug aus dem Buch
3.4.3 Kampagnen für die Zielgruppe Türken in Deutschland
Türken, die in Deutschland leben telefonieren häufig mit Freunden und der Verwandtschaft in der Türkei. Dies haben die Telefonanbieter sich zu Nutzen gemacht. So hat die T- Mobile eine Werbekampagne namens Türkei – Option gestartet. Mit dem neuen Tarif kann man für 0,29 EUR pro Minute telefonieren. Das Downloadangebot mit jeder Menge türkischen Klingeltönen und Logos wurde auch erweitert. Die Menüführung der Mailbox kann auch auf Türkisch umgestellt werden. Es wurde zusätzlich eine türkische Hotline mit türkischsprachigen Mitarbeitern eingeführt.
Auch E – plus hat sich dem Trend Ethnomarketing angepasst. Mit der neuen „Ay Yildiz“ Kampagne verbindet sie, die in Deutschland lebende türkische Gemeinschaft für nur 0,29 EUR pro Minute mit ihren Verwandten in Türkei. Die SMS kostet 0,14 EUR rund um die Uhr.
Mercedes - Benz zog die Aufmerksamkeit der türkischen Medienleute auf sich, als sie den bisher größte Werbekampagne eines Autokonzerns für türkische Zielgruppen vorstellte. Mit TV – Spots bei acht türkischen Sendern von ATV bis Star, Anzeigen in vier Tageszeitungen Hürriyet, Zaman, Milliyet, Türkiye und drei türkischen Fachzeitschriften warb Mercedes bei den über fünfzigtausend türkischen Unternehmen und zahlreichen Großfamilien für ihren Transporter. Um ein Vertrauensverhältnis zu den türkischen Kunden aufzubauen ließ Mercedes erfolgreiche türkische Unternehmer wie ein Bauunternehmer, ein Dönerfabrikant, ein Bäcker und einen Glaser von den Vorzügen der Mercedesfahrzeuge schwärmen.
Das ein Hersteller wie DaimlerChrysler so viel Aufhebens um die Türken in Deutschland macht, sorgt für Emotionen und lässt die Herzen der deutschen Türken noch höher für Mercedes schlagen, als sie es ohnehin tun.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Ethnomarketings als Teilbereich des Direktmarketings ein und definiert die Motivation der Arbeit angesichts eines zunehmend multikulturellen Deutschlands.
2. Direktmarketing: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen des Direktmarketings erläutert, inklusive dessen Geschichte, Definitionen, Ziele, Hierarchien sowie die verschiedenen Akteure und Instrumente.
3 Ethnomarketing: Das Kapitel erläutert den Begriff Ethnomarketing, dessen Stellenwert in Deutschland und analysiert spezifisch die ethnischen Zielgruppen der Russischsprachigen und Türken sowie erfolgreiche Kampagnenbeispiele.
4 Schlussbemerkung: Die Schlussbetrachtung fasst die Entwicklung des Ethnomarketings zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit für deutsche Unternehmen, ihre Strategien zukünftig stärker auf ethnische Zielgruppen auszurichten.
Schlüsselwörter
Direktmarketing, Ethnomarketing, Interkulturelles Marketing, Zielgruppenanalyse, Deutschland, Konsumverhalten, Migranten, Türkische Zielgruppe, Russischsprachige Zielgruppe, Kundenkommunikation, Marketingstrategie, Kundenbindung, Werbekampagnen, Marktpotenzial, Cultural Marketing.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Integration von Ethnomarketing als spezialisierte Form des Direktmarketings in die deutschen Unternehmensstrategien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Einordnung des Direktmarketings, die Definition von Ethnomarketing sowie die Analyse des Potenzials ethnischer Minderheiten in Deutschland.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel besteht darin, die Bedeutung kultureller Sensibilität im Marketing für die Erschließung neuer Kundenpotenziale bei ethnischen Gruppen in Deutschland aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturrecherche und der Analyse von Marktstudien sowie praktischen Fallbeispielen bekannter Unternehmen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundlagen des Direktmarketings sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Ethnomarketing und den Zielgruppen Türken und Russischsprachige in Deutschland.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Direktmarketing, Ethnomarketing, Interkulturelles Marketing, Zielgruppen, Kundensegmentierung und kulturelle Sensibilität sind die zentralen Begriffe.
Warum ist das Erlernen von kulturellen Besonderheiten beim Ethnomarketing so wichtig?
Kulturelle Besonderheiten wie Sprache, Religion und Mentalität sind entscheidend, da Kampagnen, die diese ignorieren oder Fehlinterpretationen enthalten, bei der Zielgruppe zu Ablehnung führen können.
Welche Rolle spielen Telefonanbieter im Bereich Ethnomarketing?
Telefonanbieter wie T-Mobile oder E-Plus nutzen Ethnomarketing aktiv, indem sie spezielle Tarife für Auslandsgespräche und fremdsprachige Kundenservices anbieten, um die Bedürfnisse ihrer Kunden präzise zu adressieren.
Welches konkrete Beispiel für einen „Fehlgriff“ im Ethnomarketing wird genannt?
Ein Beispiel ist die Weihnachtskampagne von Siemens, die an eine muslimisch geprägte Zielgruppe gerichtet war, ohne zu berücksichtigen, dass das Weihnachtsfest im Islam nicht existiert.
- Arbeit zitieren
- Belma Özcakirlar (Autor:in), 2006, Direktmarketing - Ethnomarketing, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126159