1. Einleitung 3
2. Was sind Präsuppositionen? 3
3. Semantische Präsuppositionen 4
4. Pragmatische Präsuppositionen 6
5. Präsuppositionsauslöser/ Typen 8
6. Problematische Eigenschaften der Präsuppositionen 12
7. Darstellung präsuppositionaler Phänomene anhand von Beispielen aus
transkribierten Gesprächen 14
7.1. Beispiel 1 14
7.2. Beispiel 2 15
7.3. Beispiel 3 16
8. Fazit 17
Literatur 18
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1. Einleitung
Die folgende Arbeit, mit dem Titel „Präsuppositionen“, beschäftigt sich mit dem sprachlichen Phänomen der Präsupposition.
Hierbei werden im ersten Teil der Arbeit die Merkmale und Arten von Präsuppositionen, anhand von verschieden Beispielsätzen, vorgestellt. Auf die Entwicklung des Präsuppositionsbegriffs, sowie den geschichtlichen Hintergrund der Präsuppositionsforschung, soll hier nicht weiter eingegangen werden. Im zweiten Teil der Arbeit sollen dann verschiede Arten von Präsuppositionen, anhand von Beispielen aus transkribierten Gesprächen, in der „normalen“, alltäglichen Kommunikation, dargestellt werden.
2. Was sind Präsuppositionen?
Präsupposition bedeutet, wörtlich übersetzt, Voraussetzung, wenn also ein Sprecher eine Äußerung, wie z. B. (a)„Hubert hat aufgehört zu rauchen.“, macht. Er setzt mit dieser Äußerung etwas voraus, nämlich:
• dass Hubert geraucht hat und dass „Hubert“ jemanden bezeichnet (der sowohl Sprecher, als auch Hörer unter diesem Namen bekannt ist). Es handelt sich bei Präsuppositionen also um Voraussetzungen, die von Sprecher und Hörer gleichermaßen als wahr oder erfüllt betrachtet werden müssen, damit die Äußerung im jeweiligen Kontext als sinnvoll angesehen werden kann. Dabei sind Präsuppositionen unabhängig vom jeweiligen Satzmodus der Äußerung (z. B. Frage, Verneinung oder assertive Äußerung) (vgl. Schneider 2001).
Häufig werden Präsuppositionen von bestimmten Wörtern oder grammatischen Merkmalen, innerhalb der Äußerung, ausgelöst.
Das wohl wichtigste Merkmal der Präsuppositionen ist die Konstanz unter Negation, was bedeutet, dass die Präsupposition immer erhalten bleibt, auch wenn die Aussage falsch ist oder negiert wird. Für (a) würde dies bedeuten, dass die Präsupposition „Hubert hat geraucht“ auch erhalten bleibt, wenn er gar nicht damit aufgehört hat. Auch wenn man (b) „Hubert hat nicht aufgehört zu rauchen.“ äußern würde, nicht verloren ginge.
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„Kurz gesagt verändert die Negation also die Folgerungen aus einem Satz, lässt die Präsuppositionen aber unberührt (Levinson 1983)“. Die Präsuppositionen lassen sich in zwei Gruppen einteilen, zum einen in semantische Präsuppositionen und zum anderen in pragmatische Präsuppositionen.
3. Semantische Präsuppositionen
Hierbei handelt es sich um Voraussetzungen, die einem Satz aufgrund seiner sprachlichen Form zukommen und unabhängig vom jeweiligen Kontext der Äußerung sind. Sie sind direkt an den materiell gegeben Text (z. B. bestimmte Konstruktionen oder Wortbedeutungen) gebunden (vgl. Linke 2001). Man kann auch hier noch zwei Untergruppen, zum einen die referentiellen, zum anderen die semantischen Präsuppositionen, unterscheiden.
(1) REFERENTIELLE PRÄSUPPOSITION (EXISTENZPRÄSUPPOSITION): Wird zum Beispiel der Satz „Der Bundeskanzler von Österreich ist krank.“ geäußert, so setzt der Sprecher und auch der Hörer, voraus, dass es einen Bundeskanzler von Österreich gibt. Die Präsupposition, dass Österreich einen Bundeskanzler hat wird hier durch die Verwendung des referierenden bzw. bezeichnenden Ausdrucks „der Bundeskanzler von Österreich“ ausgelöst. Diese bleibt auch bei Negation, wie oben beschreiben, erhalten.
(2) SEMANTISCHE PRÄSUPPOSITION:
Die Präsupposition ist hier, wie schon oben angesprochen, an bestimmte sprachliche Ausdrücke oder einzelne Wörter, bzw. deren Bedeutung gebunden.
Mit dem Satz: „Karl-Heinz hat es endlich geschafft, eine Lehrstelle zu bekommen.“ wird hier einerseits präsupponiert, dass Karl-Heinz eine Lehrstelle hat, andererseits aber auch, dass er sich darum bemüht hat, eine Lehrstelle zu bekommen. Dies ist möglich, da die Bedeutung von es schaffen, etwas zu tun auch immer ein sich bemühen mit einschließt (vgl. Linke 2001).
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Beide, sowohl referentielle, als auch semantische Präsupposition haben gemeinsam, dass mit ihnen gewisse Sachverhalte mitbehauptet oder als gegeben dargestellt werden können, die so nicht explizit geäußert werden (vgl. Linke 2001). Diese so mitgeäußerten Sachverhalte bleiben auch bei Negation erhalten. Wenn zum Beispiel gesagt wird:
(a) „DerBundeskanzler von Österreich ist gar nicht krank.“ oder
(b) „Karl-Heinz hat es nicht geschafft, eine Lehrstelle zu bekommen.“ so präsupponiert (a) immer noch, dass es einen Bundeskanzler von Österreich gibt und (b), dass Karl-Heinz sich um eine Lehrstelle bemüht hat. Eine Definition der semantischen Präsupposition, die auf Sätze und deren Wahrheitsbedingungen bezogen ist, könnte also wie folgt lauten:
SEMANTISCHE PRÄSUPPOSITION:
Ein Satz p präsupponiert (semantisch/referentiell) einen anderen Satz q genau dann, wenn gilt:
(i) in allen Situationen, in denen p wahr ist, ist auch q wahr (ii) in allen Situationen, in denen p falsch ist, ist q wahr. (vgl. Meibauer 2001)
Ein grundlegendes Problem der semantischen Präsuppositionsdefinition spricht Levinson in seinem Buch (Levinson 1983) an. Die Probleme dieser Definition entstehen daraus, dass sich die Semantik mit „der Spezifizierung unveränderlicher, stabiler Bedeutungen befasst, die sich mit Ausdrücken verknüpfen lassen (Levinson 1983, S.223)“ und Präsuppositionen keineswegs unveränderlich oder stabil sind und folglich auch nicht in solche Semantiktheorie passen können (ebd.).
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Arbeit zitieren:
Sören Meyer, 2004, Präsuppositionen, München, GRIN Verlag GmbH
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