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Neues vom Kriege?

Eine Analyse zur strukturellen Entwicklung des Krieges

Titel: Neues vom Kriege?

Seminararbeit , 2008 , 39 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Josef Frischeisen (Autor:in)

Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bilden innerstaatliche Kriege - mit über zwei Dritteln - die Mehrheit aller weltweit geführten Kriege.
Unter dem Terminus „Neue Kriege“ wird diese Form inner- und substaatlicher Gewaltaustragung in der Literatur neu etikettiert. In diesem Kontext ist „Neu“ zu allererst als Abgrenzungsbegriff gegenüber den klassischen zwischenstaatlichen Kriegen zu verstehen. Mit ebendiesem Phänomen beschäftig sich die vorliegende Arbeit. Dabei geht es keineswegs um eine bloße deskriptive oder historisierende Darstellung dieser Thematik. Vielmehr soll sich in kritischer Weise mit der Theorie „Neuer Kriege“ auseinandergesetzt und diese zum klassischen Kriegsbild in Kontrast gesetzt werde. Aus dem Fokus der vorliegenden Arbeit ergibt sich folgender Aufbau: Zunächst soll eine prinzipielle und statistische Einführung in die Thematik des Krieges unternommen werden. Somit soll dieser erste Oberpunkt sowohl der Vollständigkeit der Arbeit als der Operationalisierung des Gegenstandes dienlich sein. Darüber hinaus wird im folgenden Zweischritt sowohl in die Theorien klassischer und Neuer Kriege eingeführt, um deren spezifische Charakteristika hervorzuheben und die daraus ableitbaren Konsequenzen aufzuzeigen. Dabei orientiert sich die Darstellung klassischer Kriege an Clausewitzs Verständnisses vom Krieg als „Fortsetzung des politischen Verkehrs mit anderen Mittel“ und den daraus ableitbaren Implikationen. Unter Rückgriff auf verschiedene Autoren werden die Merkmale „Neuer Kriege“ herausgearbeitet, systematisiert und einer kritischen Analyse unterzogen. Neben dieser differenzierten Untersuchung sollen im Zuge der Arbeit zentrale Fragen beantwortet werden: Gibt es einen Wandel im Kriegsgeschehen? Falls ja, wie artikuliert sich dieser Wandel? Und wie ist es um die Aktualität der klassischen Kriegstheorie nach Clausewitz bestellt? Kurzum, gibt es etwas Neues vom Kriege?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung und Fragestellung

B. Hauptteil

I. Operationalisierung des Kriegsbegriffes

1. Kriegsdefinition

2. Statistik zum neueren Kriegsgeschehen

3. Wandel des Analyseansatzes

II. Der klassische Staatenkrieg

1. Akteurskonstellation

2. Verrechtlichung des Krieges

3. Staatliches Gewaltmonopol

4. Zwischenstaatlicher Krieg und Internationales System

III. „Neue Kriege“

1. Verlust des staatlichen Gewaltmonopols

2. Akteurskonstellation

3. Ökonomie „Neuer Kriege“

4. Entpolitisierung des Krieges?

5. „Neue Kriege“ und das Internationale System

6. Was ist neu an den „Neuen Kriegen“?

C. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel des Kriegsgeschehens von klassischen Staatenkriegen hin zu sogenannten „Neuen Kriegen“. Ziel ist es, die strukturellen Merkmale, die beteiligten Akteure sowie die veränderten Kriegsursachen kritisch zu analysieren und zu hinterfragen, ob die traditionelle Kriegstheorie nach Clausewitz für das Verständnis moderner Konflikte noch aktuelle Gültigkeit besitzt.

  • Vergleich zwischen klassischem Staatenkrieg und „Neuen Kriegen“
  • Die Rolle des staatlichen Gewaltmonopols und dessen Erosion
  • Transformation der Akteurskonstellationen (Warlords, private Militärfirmen)
  • Ökonomische Motive und die Verflechtung von Krieg und Kriminalität
  • Auswirkungen auf das internationale System und die regelgeleitete Ordnung

Auszug aus dem Buch

1. Kriegsdefinition

Bei dem Versuch den Krieg begrifflich zu erfassen, offenbart sich ein in den Sozialwissenschaften weitverbreitetes Problem: Es kann nicht mit einer allgemein anerkannten und gültigen Definition aufgewartet werden. Vielmehr gibt es verschiedenste Ansätze um sich dem Begriff des Krieges anzunähern. Im Vorliegenden soll der Begriff des Krieges anhand der Definition der Arbeitsgemeinschaft für Kriegsursachenforschung (AKUF) der Universität Hamburg näher bestimmt werden:

Krieg definiert die AKUF in Anlehnung an den ungarischen Friedensforscher István Kende (1917-1988) als einen gewaltsamen Massenkonflikt, der alle folgenden Merkmale aufweist:

(a) an den Kämpfen sind zwei oder mehr bewaffnete Streitkräfte beteiligt, bei denen es sich mindestens auf einer Seite um reguläre Streitkräfte (Militär, paramilitärische Verbände, Polizeieinheiten) der Regierung handelt;

(b) auf beiden Seiten muss ein Mindestmaß an zentralgelenkter Organisation der Kriegsführenden und des Kampfes gegeben sein, selbst wenn dies nicht mehr bedeutet als organisierte bewaffnete Verteidigung oder planmäßige Überfälle (Guerillaoperationen, Partisanenkrieg usw.);

(c) die bewaffneten Operationen ereignen sich mit einer gewissen Kontinuität und nicht nur als gelegentliche, spontane Zusammenstöße, d.h. beide Seiten operieren nach einer planmäßigen Strategie, gleichgültig ob die Kämpfe auf dem Gebiet einer oder mehrerer Gesellschaften stattfinden und wie lange sie dauern;

Kriege gelten als beendet, soweit Kampfhandlungen dauerhaft, d.h. für mindestens ein Jahr, eingestellt bzw. nur unterhalb der AKUF-Kriegsdefinition fortgesetzt werden. Bei einem ‚bewaffneten Konflikt‘ handelt es sich um gewaltsame Auseinandersetzungen, bei denen die Kriterien der Kriegs-definition nicht in vollem Umfang gegeben sind.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung und Fragestellung: Das Kapitel führt in die Problematik der zunehmenden globalen Interdependenz und deren Schattenseiten ein, wobei der Fokus auf dem Wandel des Kriegsgeschehens liegt.

B. Hauptteil: Dieser Teil operationalisiert den Kriegsbegriff, analysiert die Merkmale des klassischen Staatenkrieges und stellt diese dem Phänomen der „Neuen Kriege“ sowie deren Folgen gegenüber.

I. Operationalisierung des Kriegsbegriffes: Hier werden theoretische Grundlagen zur Definition von Kriegen sowie statistische Daten zum neueren Kriegsgeschehen dargelegt und der Wandel der Analyseansätze erläutert.

II. Der klassische Staatenkrieg: Das Kapitel beschreibt den symmetrischen Staatenkrieg als regelgeleitete Form der Konfliktaustragung unter dem Primat der Politik und staatlichem Gewaltmonopol.

III. „Neue Kriege“: Dieser Abschnitt untersucht den Zerfall staatlicher Strukturen, die veränderte Rolle privater Akteure, ökonomische Kriegslogiken und die daraus resultierende asymmetrische Kriegführung.

C. Schlussbemerkung: Zusammenfassend wird festgestellt, dass sich der Krieg fundamental gewandelt hat, was neue Anforderungen an Kriegsprävention und Friedenssicherung stellt, da klassische Analyserahmen die aktuelle Komplexität nur bedingt erfassen.

Schlüsselwörter

Krieg, Neue Kriege, Staatenkrieg, Gewaltmonopol, Fragile Staatlichkeit, AKUF, Akteurskonstellation, Privatisierung von Gewalt, Kriegsökonomie, Internationale Ordnung, Clausewitz, Warlords, Militärfirmen, Innerstaatliche Kriege, Souveränität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den historischen und strukturellen Wandel des Krieges, insbesondere den Übergang von klassischen zwischenstaatlichen Kriegen zu asymmetrischen „Neuen Kriegen“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen der Verlust des staatlichen Gewaltmonopols, die veränderte Akteursstruktur, die Ökonomisierung von Gewalt sowie die Auswirkungen dieser Entwicklungen auf das internationale System.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Ziel ist es, die „Neuen Kriege“ theoretisch zu verorten und zu prüfen, ob die klassische Kriegstheorie nach Clausewitz noch ausreicht, um diese Phänomene adäquat zu erfassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein vergleichender und systematischer Ansatz gewählt, der quantitative Daten der AKUF mit qualitativen theoretischen Konzepten der Politikwissenschaft verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Operationalisierung, die Analyse des klassischen Staatenkriegs als Vergleichsrahmen und eine detaillierte Untersuchung der „Neuen Kriege“ hinsichtlich Akteuren, Ökonomie und Systemfolgen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gewaltmonopol, fragile Staatlichkeit, Kriegsökonomie, Entstaatlichung von Gewalt und internationale Systemstabilität charakterisiert.

Welche Rolle spielen private Militärfirmen in „Neuen Kriegen“?

Sie fungieren als neue, profitorientierte Akteure, die das staatliche Gewaltmonopol untergraben und durch ihre wirtschaftlichen Eigeninteressen an der Dauerhaftigkeit von Konflikten mitwirken können.

Warum wird der Begriff „Neue Kriege“ kritisch hinterfragt?

Da viele vermeintlich neue Merkmale historisch bekannt sind, wird diskutiert, ob der Begriff eine tatsächliche Zäsur oder lediglich eine Weiterentwicklung beschreibt.

Was bedeutet Entpolitisierung in diesem Kontext?

Es wird untersucht, ob der Vorrang ökonomischer Interessen gegenüber politischen Zielen zu einer Entpolitisierung der Kriegsführung führt, wobei die Arbeit zu einer differenzierten Sichtweise tendiert.

Wie wirken „Neue Kriege“ auf das internationale System?

Im Gegensatz zum strukturerhaltenden klassischen Staatenkrieg führen „Neue Kriege“ eher zu einem Wandel des Systems selbst, indem sie grundlegende Prinzipien wie Souveränität und regelgeleitete Ordnung aushöhlen.

Ende der Leseprobe aus 39 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Neues vom Kriege?
Untertitel
Eine Analyse zur strukturellen Entwicklung des Krieges
Hochschule
Universität Passau  (Lehrstuhl für Politikwissenschaften)
Veranstaltung
Proseminar: Globale Probleme als Konfliktursachen
Note
1,0
Autor
Josef Frischeisen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
39
Katalognummer
V126432
ISBN (eBook)
9783640323562
ISBN (Buch)
9783640321544
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Neues Kriege Eine Analyse Entwicklung Krieges
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Josef Frischeisen (Autor:in), 2008, Neues vom Kriege?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126432
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Leseprobe aus  39  Seiten
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