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Sokrates Dilemma

Vom Mangel am wahren Schönen in Platons Symposion

Titel: Sokrates Dilemma

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 31 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Sebastian Paul (Autor:in)

Philosophie - Philosophie der Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit ‚Sokrates Dilemma’ ist ein Versuch Sokrates Verhältnis zur Wahrheit zu bestimmen. Der erste Teil – ‚Sokrates und die Wahrheit’ beschränkt sich auf die Sokrates-Diotima-Rede, auf eine Rede die selbst ein Versuch ist wahr zu sprechen. Für Sokrates ist eine Rede erotisch, wenn sie mit der Wahrheit in Verbindung steht. Das Fragen nach der Wahrheit, nach dem wahren Wesen des Eros, ist also selbst erotisch.
Die merkwürdige Bezeichnung ‚Sokrates-Diotima-Rede’ ist ein Hinweis auf die Schwierigkeit des Sokrates wahr zu sprechen. Denn Sokrates überfällt ein merkwürdiges Schweigen, als er über Wesen des Eros und das Schöne an sich berichtet. Sokrates schweigt, weil er berichtet. Seine Worte sind die Wiedergabe der Worte Diotimas. Aber die Wiedergabe endet an einem Punkt, den ‚jedermann’ nur selbst erfahren kann, einem Punkt an dem die Sprache versiegt. Es ist der Punkt an dem der Mensch aus der sichtbaren Welt hinaustritt und das Urschöne selbst schauen muss.
An diesem Punkt entsteht Sokrates Dilemma: Sokrates kann nur wahr sprechen, wenn Diotima die Wahrheit gesprochen hat oder wenn er die Wahrheit selbst kennt. Sokrates Dilemma ist das Dilemma jedes Wiedergebenden.
Der zweite Teil ‚Kennen oder Können’ versucht Sokrates Stellung zu der Weisheit Diotimas aufzuzeigen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Von den Zielen der Arbeit

2. ERSTER TEIL ODER SOKRATES UND DIE WAHRHEIT

2.1 Von Schönheit und Wahrheit

2.2 Vom Wesen des Eros

2.3 Vom Schönen

2.4 Vom Mittleren

2.5 Von Eros Erzeugung oder eine mythische Verklärung.

2.6 Von der Weisheit

2.7 Vom Philosophierenden

2.8 Vom Nutzen des Eros für den Menschen

2.9 Vom Liebesverlangen

2.10 Vom Hervorbringen im Schönen

2.11 Von Sterblichem und Unsterblichem

2.12 Vom Erzeugten

2.13 Vom Emporsteigen

2.14 Vom Schönen an sich

2.15 Vom lebenswerten Leben

3. ZWEITER TEIL ODER KENNEN UND KÖNNEN

3.1 Von lange Vergangenem

3.2 Vom Spötter zum Kenner

3.3 Von göttlichem Wissen

3.4 Von der Beliebtheit des Sokrates

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis des Sokrates zur Wahrheit, wie es sich in der Sokratischen Diotima-Rede innerhalb von Platons Symposion manifestiert. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Sokrates das Dilemma des Wahrsprechens bewältigt, wenn er über das Wesen des Eros und das Schöne an sich spricht, und inwiefern er seine Rolle als philosophischer Kenner gegenüber seiner eigenen sterblichen Bedingtheit behaupten kann.

  • Analyse der Sokratischen Diotima-Rede im Kontext der Wahrheitssuche
  • Untersuchung des Eros als Mittleres und seiner Rolle bei der Erzeugung des Schönen
  • Die Bedeutung des Emporsteigens als Weg von der sinnlichen Wahrnehmung zur geistigen Schau
  • Das Spannungsfeld zwischen Sokrates als Kenner, dem Ideal der Weisheit und der menschlichen Sterblichkeit
  • Interpretation der Dialogstruktur als Bericht eines Berichts zur Distanzierung zwischen Person und Wahrheit

Auszug aus dem Buch

2.4 Vom Mittleren

Wie nun Agathon, brauchte auch einst Sokrates eine Lehrerin der Liebe: Diotima. Diese Priesterin aus Mantinea lehrte Sokrates das Wesen, die Eigenart und die Wirkung, die von Eros ausgeht zu verstehen.

Diotima bestimmt Eros als ein Mittleres und dieses Mittlere als einen großen Dämon. Eros ist ein Mittleres zwischen hässlich, schlecht, unwissend und schön, gut, wissend. Damit ist Eros weder hässlich, schlecht, unwissend noch schön, gut, wissend. Eros als Mittleres ist somit Mangel in zwei Richtungen; strebt aber nur in die Richtung des Schönen, des Guten, der Weisheit.

Diotima erklärt Sokrates nur was das Mittlere zwischen unwissend und wissend ist: die richtige Meinung. „Diese richtige Meinung, ist weder ein Wissen – denn wie könnte etwas ein Wissen sein, von dem man nicht Rechenschaft geben kann? – noch Unwissenheit – denn wie könnte etwas Unwissenheit sein, das mit der Wahrheit zusammen stimmt? Es ist also die richtige Meinung ein Mittleres zwischen Einsicht und Unwissenheit“(45[202]).

Als Dämon oder als Mittleres wird Eros erstmals nicht als eine Gottheit aufgefasst. Alle Götter sind glückselig, da sie im Besitz des Guten und des Schönen sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Von den Zielen der Arbeit: Diese Einleitung skizziert den Versuch, Sokrates' Verhältnis zur Wahrheit zu bestimmen und das in seiner Rede implizite Dilemma aufzuzeigen.

2. ERSTER TEIL ODER SOKRATES UND DIE WAHRHEIT: Dieser Hauptteil analysiert die Diotima-Rede als philosophischen Versuch, Eros als Mittleres zu begreifen und den Weg zur Schau des Schönen an sich aufzuzeigen.

2.1 Von Schönheit und Wahrheit: Sokrates unterscheidet zwischen dem bloß "schönen" Reden seiner Vorredner und der Suche nach der Wahrheit über das Wesen des Eros.

2.2 Vom Wesen des Eros: Eros wird als Liebe zu etwas bestimmt, das ihm mangelt; er ist somit als Streben auf ein noch unbestimmtes Ziel gerichtet.

2.3 Vom Schönen: Das Begehrte wird als das Schöne definiert, wobei Sokrates die Liebe als Streben nach Ordnung und die Verbundenheit von Schönem und Gutem thematisiert.

2.4 Vom Mittleren: Eros wird als Dämon und Mittleres zwischen Sterblichkeit und Unsterblichkeit charakterisiert, das nicht im Besitz des Guten ist, aber danach strebt.

2.5 Von Eros Erzeugung oder eine mythische Verklärung.: Der Mythos von der Zeugung des Eros durch Poros und Penia erklärt seine Natur als Mangelwesen und unermüdlicher Sucher.

2.6 Von der Weisheit: Als Liebhaber der Weisheit steht Eros in der Mitte zwischen dem Weisen und dem Toren, da er um seinen Mangel weiß.

2.7 Vom Philosophierenden: Der Philosoph ist derjenige, der sich seiner Mittler-Stellung zwischen Unwissenheit und Weisheit bewusst ist und nach Aufhebung dieser Trennung strebt.

2.8 Vom Nutzen des Eros für den Menschen: Eros verhilft dem Menschen zum Besitz des Guten und damit zum Glück, wobei das Ziel des Eros mit dem Guten gleichgesetzt wird.

2.9 Vom Liebesverlangen: Jedes menschliche Streben nach Glück und dem dauerhaften Besitz des Guten wird von Diotima als Liebe bezeichnet.

2.10 Vom Hervorbringen im Schönen: Liebe ist nicht nur Sehnsucht, sondern ein produktiver Trieb zur Erzeugung und Hervorbringung im Schönen.

2.11 Von Sterblichem und Unsterblichem: Durch Zeugung und Erneuerung versucht der sterbliche Mensch, an der Unsterblichkeit des Guten teilzuhaben.

2.12 Vom Erzeugten: Das Streben nach Unsterblichkeit manifestiert sich in der Zeugung leiblicher oder seelischer Kinder, wobei letztere für Diotima höherrangig sind.

2.13 Vom Emporsteigen: Die Stufenleiter der Liebe beschreibt den Weg von der sinnlichen Wahrnehmung einzelner schöner Körper bis zur geistigen Schau des Schönen an sich.

2.14 Vom Schönen an sich: Das Schöne an sich ist ein ewig Seiendes, dem Wechsel des Entstehens und Vergehens enthoben, und der Ursprung aller irdischen Abbilder.

2.15 Vom lebenswerten Leben: Erst die Schau des Urschönen macht das Leben lebenswert, da der Mensch hier die volle Wahrheit und wahre Tugend erfährt.

3. ZWEITER TEIL ODER KENNEN UND KÖNNEN: Dieser Teil betrachtet das Symposion als Bericht und untersucht die Rolle des Sokrates sowie dessen Beliebtheit und Wirkung auf andere.

3.1 Von lange Vergangenem: Der Bericht über das Symposion ist eine vermittelte Erzählung, die das Interesse am Inhalt der Liebesreden in den Vordergrund stellt.

3.2 Vom Spötter zum Kenner: Sokrates tritt als Kritiker der anderen Redner auf und betont, dass wahre Erkenntnis nur durch philosophische Praxis und nicht durch bloße Rhetorik erlangt werden kann.

3.3 Von göttlichem Wissen: Das Versinken des Sokrates in tiefes Nachdenken wird als mögliches Anzeichen für die Schau des Göttlichen interpretiert, auch wenn er selbst diese Erfahrung nicht direkt ausspricht.

3.4 Von der Beliebtheit des Sokrates: Die Verehrung des Sokrates durch Alkibiades verdeutlicht die Kluft zwischen der Person des Sokrates und dem von ihm angestrebten Ideal der Wahrheit.

4. LITERATUR: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärtexte für die philosophische Analyse.

Schlüsselwörter

Sokrates, Symposion, Diotima, Eros, Wahrheit, Schönheit, Mittleres, Unsterblichkeit, Philosophie, Weisheit, Emporsteigen, Dämon, Tugend, Erkenntnis, Liebesverlangen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verständnis des Sokrates von Wahrheit und Eros anhand von Platons Symposion und der darin enthaltenen Diotima-Rede.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Natur des Eros als Mittlerwesen, das Konzept des "Emporsteigens" zur Schau des Schönen an sich und die philosophische Praxis als Streben nach Unsterblichkeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das Dilemma des "Wahrsprechens" des Sokrates aufzulösen und seine Stellung zur Weisheit im Spannungsfeld zwischen eigener Sterblichkeit und dem Streben nach göttlicher Wahrheit zu bestimmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Textanalyse, die eng am platonischen Text und der entsprechenden Sekundärliteratur arbeitet, um die logischen Strukturen und die Entwicklung der Argumentation herauszuarbeiten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Interpretation der Diotima-Rede (Erster Teil) und die Analyse der Rahmenhandlung des Symposions (Zweiter Teil), wobei Begriffe wie Liebe, Zeugung und Weisheit zentral sind.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Eros, Wahrheit, Schönheit, Philosophie, Unsterblichkeit, Schau, Weisheit und die stufenweise Entwicklung des Geistes.

Wie löst Sokrates sein Dilemma des Wahrsprechens?

Sokrates löst es durch seine "Widerspruchslosigkeit", indem er die Rede einer Autorität (Diotima) wiedergibt und sich selbst als "Kenner" positioniert, der nicht behauptet, die absolute Wahrheit im Besitz zu haben.

Welche Rolle spielt Alkibiades bei der Bewertung des Sokrates?

Alkibiades stellt die persönliche Verehrung des Sokrates dar, die jedoch an der Tiefe der philosophischen Wahrheit scheitert, da er die Person und nicht die Lehre als Ausgangspunkt nimmt.

Warum ist die Unterscheidung zwischen dem Schönen und dem Schönen an sich so wichtig?

Diese Unterscheidung ist essenziell für den Aufstieg des Geistes: Während irdische schöne Dinge vergänglich sind, ist das Schöne an sich ein ewig Seiendes, das dem Leben erst seinen eigentlichen Wert verleiht.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sokrates Dilemma
Untertitel
Vom Mangel am wahren Schönen in Platons Symposion
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Philosophie und Geisteswissenschaften)
Note
1,7
Autor
Sebastian Paul (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
31
Katalognummer
V126485
ISBN (eBook)
9783640323814
ISBN (Buch)
9783640321742
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sokrates Dilemma Mangel Schönen Platons Symposion
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Paul (Autor:in), 2007, Sokrates Dilemma, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126485
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  31  Seiten
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