Abbildungs- und Tabellenverzeichnis Seite
Abbildung 1: Klassische und vornehmlich im Sozialbereich anzutreffenden Kapitalgeber 8
Abbildung 2: Arten der Finanzierung 10
Abbildung 3: Leasingablauf 16
Abbildung 4: Leasingvertragsarten im Überblick 21
Abbildung 5: Annuitätenberechnung 24
Abbildung 6: Berechnung der Leasingrate 25
Tabelle 1: Übersicht der wichtigsten Rechtsformen 9
Tabelle 2: Finanzierungsformen nach Lebenszyklusphasen 12
Tabelle 3: Beispiel Andienungsrecht 19
Tabelle 4: Beispiel Aufteilung des Mehrerlös 20
Tabelle 5: Beispiel kündbare Leasingverträge 20
AG Aufl.
BMWi
bzw.
FPO
GbR ggü.
GmbH
i. d. R. i. e. S.
i. w. S.
KV LG
LN NPO
OHG
p.a. -pro anno pos. -positiv(e)
sog. usw.
Tab. -Tabelle
VC -Venture Capital z. B. -zum Beispiel
III
1. Einleitung
Das Thema der vorliegenden Studienarbeit widmet sich einer Fragestellung, dessen Beantwortung in der aktuellen nationalen und internationalen wirtschaftlichen Gesamtsituation sowohl für kleine, mittelständische als auch für große Unternehmen überaus brisant erscheint. Denn gerade in Zeiten stagnierender Auftragseingänge, zurückhaltender Kreditbereitschaft durch Kreditanstalten, hoher Wertpapierverluste an international organisierten Märkten, hoher (unvorhergesehener) Abschreibungen und den daraus resultierenden sinkenden Gewinnen (oder steigenden Verlusten), sinkender Liquidität bis hin zur Zahlungsunfähigkeit stellt sich eine Frage ganz besonders: welche Möglichkeiten zur Finanzierung von Investitionen in notwendige (nicht) abnutzbare Vermögensgegenständen erscheint als sinnvoll im Hinblick auf die wirtschaftliche Situation eines Unternehmens. Im Rahmen dieser Arbeit gilt es zwar nicht diese Frage in Gänze zu beantworten, vielmehr geht es darum darzustellen, welche (klassischen) Arten der Finanzierung gegeben sind, was bei den Formen der Finanzierung zu beachten ist und wie sich das Leasing, als Sonderform der Finanzierung, den „traditionellen“ Fi-nanzierungsformen gegenüberstellen kann.
Um dieser Thematik auf den Grund zu gehen, bedarf es im ersten Teil dieser Arbeit eine einführende Begriffsbestimmung, der im Verlauf der Ausführungen im wieder auftauchenden wichtigsten Begrifflichkeiten.
Auf dieser definitorischen Basis aufbauend, werden im zweiten Teil die Formen der Finanzierung, vor allem nach den Abgrenzungskriterien der Rechtstellung des Kapitalgebers sowie der Mittelherkunft, umfassend betrachtet. Dabei gilt es auch auf Unterschiede zwischen privat- und sozialwirtschaftlichen Organisationen zu verweisen und ggf. näher darauf einzugehen.
Im Anschluss daran wenden sich die Betrachtungen der Sonderfinanzierungsform des Leasings zu. Hier sollen ebenfalls verschiedene Formen und Ausgestaltungsvarianten näher beleuchtet werden.
Die praktische Darstellung anhand eines Beispiels im vierten Teil, dient dann zur Untermauerung der unterschiedlichen Vor- und Nachteile der klassischen Finanzierung, und zwar in Form der Kreditfinanzierung, sowie des Leasings. Abschließend werden die Ausführungen prägnant zusammengefasst und enden in einem Fazit.
1
2. Begriffliche Grundlagen
Die folgenden prägnanten Abhandlungen der grundlegenden Begriffe, sollen ein Basisverständnis schaffen, um in die Thematik der Finanzierung von Unternehmen einsteigen zu können. Es ist anzumerken, dass hier kaum Zusammenhänge zwischen den Begriffen dargelegt sind. In welcher Beziehung Investitionen, Finanzierungen, Leasing usw. zueinander stehen, wird in den nachfolgenden Kapiteln geklärt.
2.1 Finanzierung
Die Finanzierung von Unternehmen stellt einen Teilbereich der unternehmerischen Finanzwirtschaft dar. So erscheint es sinnvoll die allgemeine begriffliche Bestimmung der Finanzwirtschaft einer definitorischen Abgrenzung der Finanzierung voranzustellen. Die Finanzwirtschaft befasst sich grundsätzlich mit der finanziellen Dimension von Unternehmen und zwar speziell mit der Beschaffung und Verwendung von Kapital 1 . Somit wird in der Finanzwirtschaft die gesamtunternehmerische Einzahlungs- und die Auszahlungsseite in Kohärenz mit der Zahlungswirksamkeit gleichzeitig betrachtet 2 . Eine in der Literatur einheitliche Definition bezüglich der Finanzierung ist nicht gegeben, wohl aber lässt sich eine grundlegende Einteilung in zwei Kategorien erkennen, wonach sich Finanzierung eines Unternehmens einerseits am bilanziellen Kapital sowie Vermögen orientiert und andererseits an den monetären Zahlungsströmen 3 . Dabei liegt das Hauptaugenmerk verschiedener Literaten auf den monetären Zahlungsströmen. So beschreibt Zantow Finanzierung als Kapitalbeschaffung eines Unternehmens zur Deckung des Kapitalbedarfs, wobei er der Finanzierung die Teilbereiche der Kapitalzuführung sowie -freisetzung zuordnet 4 . In der Beschaffung von Geld bzw. geldwerten Einlagen sieht Drukarczyk eine weitestgehende Einigkeit in der Literatur bezüglich des Finanzierungsbegriffs. Nach seinem Verständnis umfasst Finanzierung „(…) alle Maßnahmen der Mittelbeschaffung und -rückzahlung und damit der Gestaltung der Zahlungs-, Informations-, Kontroll- und Sicherungsbeziehungen zwischen Unternehmen und Kapitalgebern“ 5 .
Auch Rehkugler sieht darin eine Geldzufuhr in das Unternehmen, einen monetären Zahlungsstrom beginnend mit einer Einnahme von außen, derer in späteren Perioden eine Ausgabenerwartung gegenübersteht 6 . Er betont jedoch einen weiteren Aspekt, die Liquiditätsbeschaffung, wonach Finanzierung nicht nur Kapitalbeschaffung von außen
1 Vgl. Zantow (2007), S. 36
2 Vgl. Zantow (2007), S. 36
3 Vgl. Wolf (2003), S. 1
4 Vgl. Zantow (2007), S. 36
5 Drukarczyk (1999), S. 3
6 Vgl. Rehkugler (2007), S. 163
2
in das Unternehmen, z.B. mittels eines Bankkredits, sondern auch von innen mittels des Cash Flows (im Sinne des Umsatzüberschusses) realisierbar ist 7 . Es bleibt daher für das weitere Verständnis des Finanzierungsbegriffs festzuhalten, dass mit Finanzierung alle Maßnahmen zur Akquirierung von Kapital und geldwerten Mitteln gemeint sind, die sowohl extern als auch intern realisiert werden können.
2.2 Investition
Im Gegensatz zur Finanzierung umfasst eine Investition einen Zahlungsstrom, der mit einer Auszahlung beginnt und auf den zu einem späteren Zeitpunkt Einzahlungen zu erwarten sind 8 . Zantow unterscheidet dabei Investitionen im weiteren Sinne (alle unter-nehmenszweckorientierte Geldverwendungen) sowie im engeren Sinne (langfristige Kapitalbindung in z.B. teueres Anlagevermögen) und bezeichnet diese insgesamt als Kapitalbindung 9 . Die Bindung von Kapital in bspw. Anlagevermögen führt zu einer veränderten Erscheinungsform des Kapitals, verringert zunächst jedoch nicht den Kapitalstock. Kauft ein Unternehmen eine Maschine in Bar, reduzieren sich in der Bilanz die flüssigen Mittel auf der Aktivseite um den Betrag der Anschaffungskosten der Maschine und gleichzeitig steigt das Anlagevermögen um dieselbe Höhe. Ein solcher Vorgang wird auch als Aktivtausch bezeichnet.
Somit kann eine Investition auch als Vorleistung für einen in der Zukunft dafür erwarteten Vorteil beschrieben werden, wobei ein Vorteil sowohl durch die Generierung von Einnahmen als auch nicht-monetäre Größen anzusehen ist 10 . Rehkugler konkretisiert die weit gefasste Definition der Investition und schränkt vier wesentliche Investitionsarten ein, die nachfolgend kurz dargestellt sind:
- langfristige Investitionen, wobei mindestens in zwei Perioden Zahlungen anfallen (Zeitraum dafür strittig),
- Investitionen in Potentialfaktoren wie Maschinen oder Gebäude,
- „große“ Investitionen, die im Vergleich zum Kapitalstock eine hohe Ausgabe darstellen und
- bilanzierungsfähige Investitionen, bspw. Wertpapiere 11 . Für die weiteren Ausführungen werden Investitionen zunächst grundlegend als Unternehmensausgaben verstanden, die einen Zahlungsstrom nach sich ziehen. Welche Art und Form der Investition im Einzelnen vorliegen kann, präzisiert sich in den entsprechenden Punkten.
7 Vgl. Rehkugler (2007), S. 163f.
8 Vgl. Drukarczyk (1999), S. 1
9 Vgl. Zantow (2007), S. 27
10 Vgl. Rehkugler (2007), S. 21
11 Vgl. Rehkugler (2007), S. 22
3
2.3 Eigenkapital und Fremdkapital
Ein Synonym für den Begriff des Geldes stellt der Ausdruck Kapital dar. Die Begriffe Eigen- und Fremdkapital charakterisieren in diesem Kontext die Herkunft von im Unternehmen vorhandenen Mitteln. So lässt sich Eigenkapital als Kapital beschreiben, das Unternehmen i. d. R. längerfristig zu Verfügung steht, für unternehmerischen Verbindlichkeiten gegenüber Gläubigern haftet, das Risiko des Verlustes trägt und durch sog. Eigenkapitalgeber zur Verfügung gestellt wird. Eigenkapitalgeber sind natürliche oder juristische Personen, die einem Unternehmen eigenes Kapital zur Verfügung stellen und damit juristisch Eigentumsrechte an einem Unternehmen erwerben. Die Geber von Eigenkapital haben grundsätzlich keinen Anspruch auf eine feste Verzinsung ihres bereitgestellten Kapitals, erwerben gleichwohl aber das Recht der Teilhabe an erwirtschafteten Gewinnen des Unternehmens als Ausgleich für das von ihnen getragene Kapitalverlustrisiko sowie Mitspracherechte an der Unternehmensführung, die aber je nach Rechtsform de Unternehmens variieren 12 . Klassische Eigenkapitalgeber sind bspw. Gesellschafter oder Aktionäre.
Als Fremdkapital verstehen sich Mittel, die sich ein Unternehmen von Dritten beschafft (Fremdkapitalgebern), um die Finanzierung des Unternehmens auszuweiten und somit bspw. die Investitionskraft steigert oder die Liquidität sichert. Hier gilt es kurzfristig (bis max. 1 Jahr), mittelfristig (ca. 1 - 5 Jahre) und langfristig (5 Jahre und länger) zur Verfügung gestelltes Fremdkapital zu unterscheiden 13 . Fremdkapitalgeber erhalten auf das von ihnen bereitgestellte Kapital eine, je nach Vertrag, für die Dauer der Kapitalbereitstellung festgelegte Verzinsung, die i. d. R. unabhängig vom Unternehmenserfolg zu zahlen ist 14 . Sie treten damit als Gläubiger einer Unternehmung auf, deren Ansprüche vorrangig gegenüber den Eigenkapitalgebern zu befriedigen sind, besitzen dafür aber keine Eigentümerrechte. Als klassische Fremdkapitalgeber sind z. B. Banken zu nennen.
Die Unterscheidung in Eigenkapital(geber) und Fremdkapital(geber) stellt den Ausgangspunkt für die Betrachtung der in Punkt 3 beschriebenen Arten der Finanzierung dar. Diese beiden Kapitalformen bilden die Urtypen bei der Unterscheidung der Finanzierungsausgestaltung von Unternehmen. Gleichwohl lassen sie sich aber nicht immer strikt von einander trennen, wie es bspw. bei der hybriden Finanzierung der Fall ist. Näheres dazu ist im nächsten Kapitel erklärt.
12 Vgl. Palupski (2002), S. 88
13 Vgl. Wöhe (2008), S. 595
14 Vgl. Schmidt/ Terberger (1997), S. 21
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Arbeit zitieren:
Müfit Karatas, 2009, Leasing oder traditionelle Finanzierung - Gegenüberstellung anhand eines Beispiels, München, GRIN Verlag GmbH
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