Inhalt
1. Einleitung 1
2. Noam Chomsky 2
3. Thesen zur generativen Grammatik Chomskys 3
Kompetenz und Performanz 4
3.1
Spracherwerbstheorie. 6
3.2
Tiefen - und Oberflächenstruktur 9
3.3
4. Zusammenfassung 13
5. Literatur 15
1
1. Einleitung
Bevor Noam Chomsky 1957 mit seiner Theorie der generativen Grammatik eine einschneidende Revolution der Sprachwissenschaft initiierte, dominierte im Fachbereich der Linguistik vor allem eine dekriptivistische Sichtweise, „die vorhandene sprachliche Erscheinungen als gegeben beobachtet und beschreibt, ohne sie normativ zu bewerten und zu beurteilen.“ 1 Der Amerikanische Deskriptivismus, der als Spielart des Strukturalismus betrachtet werden kann, dient lediglich der Beschreibung natürlicher Sprachen. Dabei enthalten die linguistischen Beschreibungen im Wesentlichen verschiedene Systemaspekte der Laut-, Wort- und Satzebene. 2 Chomsky richtet sich mit seiner Grammatik-Theorie gegen diese Perspektive, indem er der Bedeutung von Äußerungen innerhalb einer syntaktischen Analyse mehr Gewicht zuschreibt. Während der Deskriptivismus über Typen, Klassen und Regeln eines äußerlich vorfindbaren Korpus innerhalb einer Einzelsprache forscht, um so Regelmäßigkeiten zu identifizieren, setzt Chomskys Theorie von der generativen Grammatik einen anderen sprachtheoretischen Schwerpunkt, der die Fähigkeit eines idealen Sprecher bzw. Hörer grammatisch richtige Äußerungen zu erzeugen. 3 Es geht also nicht mehr darum, sprachliche Äußerungen auf Regelmäßigkeiten zu untersuchen, sondern vielmehr um die Frage, wie jemand sprachliche Äußerungen erzeugt.
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit den basalen Grundannahmen der Theorie einer generativen Grammatik. Da Chomsky als Wegbereiter dieser Theorie gilt, wird seine Person zunächst biographisch dargestellt, bevor die grundlegenden Thesen erläutert werden.
1 Ulrich, W.: Linguistische Grundbegriffe. 5.,völlig neu bearbeitete Auflage. Berlin: Stuttgart: Gebr.Borntraeger Verlagsbuchhandlung.2002. S.62.
2 Vgl. Linke/Nussbaumer/Portmann: Studienbuch Linguistik. 5.erweiterte Auflage. Tübingen: Max Niemeyer Verlag.2004.S.101.
3 Vgl. Ebd. S.103.
2
2. Noam Chomsky
Avram Noam Chomsky wurde am 07.Dezember 1928 in Philadelphia, Pennsylvania geboren. Sein Vater William Chomsky, ein jüdischer Gelehrter russischer Abstammung, konfrontierte ihn schon früh mit
grammatikographischen Arbeiten. William Chomsky war als Hebraist am Gratz College in Philadelphia tätig. Chomskys Mutter war Lehrerin und Schriftstellerin. 1945 nahm er an der University of Pennsylvania sein Studium der Philosophie und Linguistik auf. Bedeutende Lehrer waren der Spachwissenschaftler Zellig S. Harris und der Philosoph Nelson Goodman. Zu Beginn der 50er Jahre verbrachte er als Stipendiat einige Jahre in Harvard, kehrte jedoch 1955 an die Universität von Pennsylvania zurück, um dort in Linguistik zu promovieren. Seine Doktorarbeit „The logical structure of linguistic theory“ präsentierte bereits im Ansatz die Ideen, die er 1957 in seinem Buch „Syntactic structures“ ausarbeitete.
Nach der Dissertation lehrte Chomsky zunächst als Assistenzprofessor am Massachusetts Institute of Technology, Cambridge. Seit 1961 bis heute ist er dort als ordentlicher Professor für Linguistik und Philosophie angestellt. Seine sprachwissenschaftlichen Arbeiten sind seit den 60er Jahren weltweit anerkannt.
Chomsky gilt als einer der führenden Sprachwissenschaftler unserer Zeit, wenn nicht sogar als der wichtigste Theoretiker seines Gebietes.. Er entwickelte die nach ihm benannte Chomsky-Hierarchie. Seine Beiträge zur allgemeinen Sprachwissenschaft förderten die Degeneration des Behaviorismus und Aufschwung der Kognitionswissenschaft.
Chomsky ist allerdings nicht nur als Sprachwissenschaftler bekannt, sondern gilt zudem als einer der einflussreichsten Intellektuellen der Welt. Er ist politisch engagiert und wird als scharfer Kritiker der amerikanischen Außen- und Wirtschaftspolitik angesehen. Zwar erhielt er für seine sprachwissenschaftlichen Forschungen zahlreiche akademische Ehrungen, seine politischen Schriften werden von seinen linguistischen Anhänger jedoch vorwiegend ignoriert.
3
Chomsky geht in seinen linguistischen Arbeiten von einer angeborenen mentalen Struktur aus, auf der die Sprache beruht. 4
Die grundlegenden Thesen Chomskys generativer Grammatik werden im Folgenden erläutert.
3. Thesen zur generativen Grammatik Chomskys
Bevor grundlegende Thesen der generativen Grammatik erläutert werden können, ist es notwendig zunächst aufzuzeigen, was die generative Grammatik auszeichnet und von der traditionellen, deskriptivistischen Grammatik unterscheidet. Eine generative Grammatik verfolgt das vorrangige Ziel, „die Beschreibung einer Sprache vollständig und auf vollständig explizite und formalisierte Weise“ zu erreichen. 5 Chomsky führt als paralleles Beispiel hierzu die Theorie der chemischen Bindungen an. Ihre Aufgabe ist es, alle strukturell möglichen Verbindungen zu beschreiben. Diese chemische Theorie generiert demnach alle möglichen chemischen Verbindungen. Ebenso ist es Aufgabe der Grammatik, alle Sätze einer Sprache zu beschreiben und damit auch alle möglichen Sätze zu generieren. Allerdings ist die generative Grammatik nicht mit einem Modell der Sprachhervorbringung gleichzusetzen, sondern sie stellt das System einer Sprache dar und verhält sich damit neutral bezüglich der Sprachhervorbringung und Spracherkennung. 6 Zentrales Motiv der generativen Grammatik ist im Gegensatz zu der deskriptivistischen Grammatik nicht mehr die bloße Beschreibung von Sprache, um Regelmäßigkeiten einer Einzelsprache ausfindig zu machen, sondern es ist die Erklärung der menschlichen Sprachfähigkeit.
Während im Vorwege anhand von parole-Äußerungen das zugrundeliegende langue-System analysiert werden sollte, soll die Kompetenz des Sprechers
4 Vgl. Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Noam_Chomsky (15.12.2008) Vgl. Universität Jena: http://www.personal.uni-jena.de/~x1gape/Haupt/Lexikon_02.pdf (15.12.2008) Vgl. Referaty: http://referaty.atlas.sk/prakticke-pomocky/zivotopisy/4622/?print=1
5 Chomsky, Noam: Thesen zur Theorie der generativen Grammatik. Frankfurt am Main: Athenäum Fischer Taschenbuch Verlag.1974.S.IV.
6 Vgl. Ebd.
Arbeit zitieren:
Kerstin Lilienthal, 2008, Thesen zur Theorie der Generativen Grammatik, München, GRIN Verlag GmbH
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