Inhaltsverzeichnis ii
Inhalts übersicht
Abk ürzungsverzeichnis. v
Abbildungsverzeichnis vi
Tabellenverzeichnis. vii
1 Einleitung 1
1.1 Motivation. 1
1.2 Zielsetzung. 1
1.3 Aufbau der Arbeit 2
2 Altersvorsorge in Deutschland 3
2.1 Demographischer Wandel in Deutschland 3
2.2 Auswirkungen auf die gesetzliche Altersrente 5
2.3 Vom Drei-Säulen-Modell zum Drei-Schichten-Modell der Altersvorsorge 7
2.4 Einordnung der Immobilie in das 3-Schichten-Modell 15
3 Die eigengenutzte Immobilie als Altersvorsorge 17
3.1 Ökonomische Faktoren beim Erwerb eigengenutzter Immobilien 17
3.2 Immobilienmiete bei gleichzeitiger Alternativanlage. 21
3.3 Die Eigenheimrente zur Förderung eigengenutzter Immobilien 25
3.4 Beeinflussbarkeit durch emotionale Aspekte 29
4 Vorteilhaftigkeitsvergleich zwischen Immobilienkauf und Immobilienmiete. 31
4.1 Modellannahmen für die ökonomischen Einflussfaktoren 31
4.2 Formelherleitungen. 33
4.3 Vorteilhaftigkeitsanalysen 36
4.4 Ergebnisse und Handlungsempfehlungen. 59
5 Zusammenfassung und Ausblick 62
Literatur 64
Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis. v
Abbildungsverzeichnis vi
Tabellenverzeichnis. vii
1 Einleitung 1
1.1 Motivation. 1
1.2 Zielsetzung. 1
1.3 Aufbau der Arbeit 2
2 Altersvorsorge in Deutschland 3
2.1 Demographischer Wandel in Deutschland 3
2.2 Auswirkungen auf die gesetzliche Altersrente 5
2.3 Vom Drei-Säulen-Modell zum Drei-Schichten-Modell der Altersvorsorge 7
2.3.1 Basisversorgung 8
2.3.2 Zusatzversorgung 9
2.3.3 Private Altersvorsorge. 13
2.4 Einordnung der Immobilie in das 3-Schichten-Modell 15
3 Die eigengenutzte Immobilie als Altersvorsorge 17
3.1 Ökonomische Faktoren beim Erwerb eigengenutzter Immobilien 17
3.1.1 Immobilienpreisentwicklung. 17
3.1.2 Erwerbsnebenkosten. 18
3.1.3 Instandhaltungskosten 19
3.1.4 Darlehensarten. 19
3.2 Immobilienmiete bei gleichzeitiger Alternativanlage. 21
3.2.1 Mietzins 21
3.2.2 Mietpreisentwicklung. 22
3.2.3 Abgeltungssteuer 23
3.3 Die Eigenheimrente zur Förderung eigengenutzter Immobilien 25
3.3.1 Bausparen 25
3.3.2 Eigenheimrente. 26
3.3.3 Aktueller Marktüberblick 28
3.4 Beeinflussbarkeit durch emotionale Aspekte 29
4 Vorteilhaftigkeitsvergleich zwischen Immobilienkauf und Immobilienmiete. 31
4.1 Modellannahmen für die ökonomischen Einflussfaktoren 31
4.2 Formelherleitungen. 33
4.2.1 Immobilienkauf 33
4.2.2 Immobilienmiete 34
4.2.3 Eigenheimrente. 35
4.3 Vorteilhaftigkeitsanalysen 36
4.3.1 Vorteilhaftigkeitsvergleich zwischen Immobilienmiete und Immobilienkauf. 36
4.3.1.1 Betrachtung der Investitionssumme. 37
4.3.1.2 Betrachtung des Anlagezinssatzes 39
4.3.1.3 Betrachtung des Mietzinssatzes 40
4.3.1.4 Betrachtung des Eigenkapitalanteils 42
4.3.1.5 Betrachtung des Fremdkapitalzinssatzes 43
4.3.1.6 Betrachtung der Miet- und Immobilienpreisentwicklung. 45
4.3.1.7 Betrachtung des Zeitpunkts der Investitionsentscheidung. 47
4.3.1.8 Abhängigkeit der Vorteilhaftigkeit vom Standort 48
4.3.2 Einfluss der Eigenheimrente auf den Vorteilhaftigkeitsvergleich 53
4.3.2.1 Einfluss der Eigenheimrente auf den Immobilienerwerb 53
4.3.2.2 Betrachtung der Investitionssumme mit drei Anlagealternativen. 54
4.3.2.3 Betrachtung des Anlagezinssatzes mit drei Anlagealternativen 55
4.3.2.4 Betrachtung des Mietzinssatzes mit drei Anlagealternativen 57
4.4 Ergebnisse und Handlungsempfehlungen. 59
5 Zusammenfassung und Ausblick 62
Literatur 64
Abkürzungsverzeichnis v
Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung Abs. Absatz AG Aktiengesellschaft bAV betriebliche Altersvorsorge BetrAVG Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung bspw. beispielsweise bzw. beziehungsweise ca. circa d.h. das heißt e.V. eingetragener Verein f. folgende ff. fortfolgende ggf. gegebenenfalls GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung i.d.R. in der Regel i.H.v. in Höhe von KiSt Kirchensteuer max. maximal o. V. ohne Verfasser p.a. per anno S. Seite SolZ Solidaritätszuschlag Tab. Tabelle u.a. unter anderem u.U. unter Umständen v.a. vor allem vgl. vergleiche zzgl. zuzüglich
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Entwicklung der durchschnittlichen Kinderanzahl je Frau seit 1960
Abb. 2: Entwicklung der durchschnittlichen Lebenserwartung in Deutschland
Abb. 3: Altersaufbau der Bevölkerung in Deutschland
Abb. 4: Voraussichtliche Entwicklung des Alterslastquotienten in Deutschland
Abb. 5: Einkommen von Rentnerhaushalten (zwei Personen) im internationalen Vergleich
Abb. 6: Vom Drei-Säulen- zum Drei-Schichten-Modell der Altersvorsorge
Abb. 7: Der absetzbare Beitragsanteil der Basisrente
Abb. 8: Anstieg der Riester-Rente
Abb. 9: Der zu versteuernde Ertragsanteil hängt vom Renteneintrittsalter ab
Abb. 10: Durchschnittliche Wertentwicklung von Eigenheimen 1970-2004
Abb. 11: Darlehensarten im Vergleich
Abb. 12: Mietpreisentwicklung gegenüber dem Vorjahr in Prozent
Abb. 13: Von der Abgeltungssteuer betroffene Einkünfte
Abb. 14: Grundprinzip des Bausparens
Abb. 15: Aktueller Marktüberblick
Abb. 16: Vorteilhaftigkeit in Abhängigkeit von r
Abb. 17: Vorteilhaftigkeit in Abhängigkeit von m
Abb. 18: Vorteilhaftigkeit in Abhängigkeit von e
Abb. 19: Vorteilhaftigkeit in Abhängigkeit von f
Abb. 20: Vorteilhaftigkeit in Abhängigkeit von p und w
Abb. 21: Vorteilhaftigkeit in Abhängigkeit von n
Abb. 22: Vorteilhaftigkeit in Berlin in Abhängigkeit von n
Abb. 23: Vorteilhaftigkeit in Köln in Abhängigkeit von n
Abb. 24: Vorteilhaftigkeit in München in Abhängigkeit von n
Abb. 25: Vorteilhaftigkeit in Abhängigkeit von I (drei Anlagealternativen)
Abb. 26: Vorteilhaftigkeit in Abhängigkeit von r (drei Anlagealternativen)
Abb 27: Vorteilhaftigkeit in Abhängigkeit von m (drei Anlagealternativen)
Tabellenverzeichnis vii
Tabellenverzeichnis
Tab. 1: Variation der Investitionssumme 38
Tab. 2: Variation des Anlagezinssatzes 39
Tab. 3: Variation des Mietzinssatzes 41
Tab. 4: Variation des Eigenkapitalanteils 42
Tab. 5: Variation des Fremdkapitalzinssatzes 44
Tab. 6: Variation der Miet- und Immobilienpreisentwicklung 46
Tab. 7: Variation des Zeitpunkts der Investitionsentscheidung 47
Tab. 8: Variation des Zeitpunkts der Investitionsentscheidung in Berlin 49
Tab. 9: Variation des Zeitpunkts der Investitionsentscheidung in Köln 50
Tab. 10: Variation des Zeitpunkts der Investitionsentscheidung in München 52
Tab. 11: Variation der Investitionssumme (drei Anlagealternativen) 54
Tab. 12: Variation des Anlagezinssatzes (drei Anlagealternativen) 56
Tab. 13: Variation des Mietzinssatzes (drei Anlagealternativen) 57
Einleitung 1
1 Einleitung
1.1 Motivation
Neben der internationalen Finanzkrise dominiert in der Berichterstattung nationaler Medien aktuell vor allem das Thema „Altersvorsorge“. Dabei stehen insbesondere die traditionelle Alterssicherung im Rahmen der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) und ihre künftige Finanzierung in der Kritik. Angesichts der erheblichen Veränderungen in der demographischen Struktur der Bundesrepublik Deutschland ist das Problem dabei klar ersichtlich: So gibt es im Verhältnis zu den Rentenempfängern immer weniger Beitragszahler. Damit ist absehbar, dass die Beiträge zur GRV mittelfristig nicht ausreichen werden, um den Kapitalbedarf zu decken. 1 Die Bundesregierung verabschiedete als Reaktion auf diese Entwicklung schrittweise Reformen am Rentensystem. Ein Bestandteil dabei war die Schaffung staatlich geförderter Vorsorgeprodukte, um die freiwillige Alterssicherung zu bestärken. 2 In den Bereich der privaten Altersvorsorge ist dabei das mietfreie Wohnen in der eigenen Immobilie ein-zuordnen, die immer noch die favorisierte Form der Alterssicherung darstellt. 3
1.2 Zielsetzung
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, ob es unter Renditegesichtspunkten vorteilhafter ist, zunächst zur Miete zu wohnen und parallel vorzusorgen, um zu Rentenbeginn mit dem verzinsten Kapital eine eigene Immobilie zu erwerben, oder ob es sinnvoller ist, sich bereits während der Erwerbsphase für den Kauf einer eigengenutzten Wohnimmobilie als Altersvorsorge zu entscheiden. Die Ergebnisse aus den Modellberechnungen sollen Aufschluss darüber geben, inwieweit die Anlageentscheidung dabei von den Ausprägungen der verschiedenen Einflussvariablen abhängt. Im Rahmen einer weiteren Analyse wird untersucht, wie sich das Inkrafttreten des Eigenheimrentengesetzes zum 01.08.2008 4 auf die Vorteilhaftigkeit der beiden Anlagealternativen auswirken wird.
1 Vgl. Koch/Wagner (1999), S. 63 ff.
2 Vgl. Grosche (2006).
3 Vgl. Ummen (2001).
4 Vgl. Bundesministerium der Finanzen (2009a).
Einleitung 2
1.3 Aufbau der Arbeit
Mit einer allgemeinen Darstellung der Altersvorsorge in Deutschland bildet Kapitel 2 die Basis dieser Arbeit. Dabei werden zunächst die demographische Entwicklung und ihre Auswirkungen auf das System der Alterssicherung aufgezeigt. Sie lassen den Handlungsdruck erkennen, der dazu führte, das bestehende System der Alters-vorsorge in ein 3-Schichten-Modell umzuwandeln. Nach einer ausführlichen Darstellung des Modells rundet die Einordnung der Immobilie in diese modifizierte Form der Alterssicherung Kapitel 2 ab. Anschließend werden in Kapitel 3 Erwerbsstrategien für die eigengenutzte Immobilie als Altersvorsorge und ihre ökonomischen Ein-flussfaktoren dargestellt. In diesem Zusammenhang erfolgt auch die Eingliederung der neu geschaffenen Eigenheimrente, die dazu beitragen soll, die Anschaffung von Wohneigentum zu erleichtern. Am Ende des Kapitels wird gezeigt, dass auch emotionale Aspekte bei der Beurteilung von Anlageentscheidungen zu berücksichtigen sind. Aufbauend auf diesen Grundlagen erfolgt in Kapitel 4 ein Vorteilhaftigkeitsvergleich zwischen den Erwerbsstrategien „Immobilienkauf während der Erwerbsphase“ und „Immobilienmiete bei gleichzeitiger Alternativanlage“, wobei die Alternativanlage und ihre Erträge zum Immobilienerwerb bei Eintritt der Rentenphase genutzt werden. Hierfür sind vorab Modellannahmen für die ökonomischen Einfluss-faktoren zu treffen, um anschließend die für die Berechnungen notwendigen Formeln zu erstellen. Danach werden im Rahmen von Modellberechnungen die einzelnen Ein-flussfaktoren variiert, um zu untersuchen, ob sich eine Veränderung der Parameter auf die Wahl der Anlagealternativen auswirkt. Dabei wird auch analysiert, inwieweit die Eigenheimrente die Wahl des Anlegers beeinflusst. Der Vorteilhaftigkeitsvergleich endet mit den Ergebnissen der Modellberechnungen und den daraus abzuleitenden Handlungsempfehlungen. Kapitel 5 fasst schließlich die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwick- lungen.
Altersvorsorge in Deutschland 3
2 Altersvorsorge in Deutschland
2.1 Demographischer Wandel in Deutschland
Die Bundesrepublik Deutschland befindet sich momentan in einer Phase des demographischen Wandels. Leben zur Zeit noch ca. 82,4 Millionen Menschen in Deutsch-land, werden es im Jahre 2050 neuesten Schätzungen zufolge nur noch zwischen 69 und 74 Millionen sein. Als Hauptursache dieses Bevölkerungsrückgangs gilt dabei die seit Jahren stagnierende Geburtenrate. 5 Statistisch gesehen brachten Frauen in Deutschland im Laufe ihres Lebens bis zum Jahre 2004 durchschnittlich lediglich 1,36 Kinder zur Welt. Die zum Erhalt der Bevölkerungszahl benötigten 2,1 Kinder pro Frau wurden damit deutlich unterschritten. 6 Auch in den folgenden Jahren veränderte sich die Kinderanzahl kaum (siehe Abb. 1).
Abb. 1: Entwicklung der durchschnittlichen Kinderanzahl je Frau seit 1960 7
Im Gegenzug entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten die Lebenserwartung steil nach oben. So wies die erste nach der Wiedervereinigung veröffentlichte Sterbetafel 1991/1993 für neugeborene Jungen eine durchschnittliche Lebenserwartung von 72 Jahren und von neugeborenen Mädchen eine durchschnittliche Lebenserwartung von 79 Jahren auf. Diese Werte stiegen kontinuierlich an und betrugen 15 Jahre später bereits 78 Jahre für männliche und 82 Jahre für weibliche Neugeborene 8 (siehe Abb. 2).
5 Vgl. Greven (2006).
6 Vgl. Statistisches Bundesamt Deutschland (2009).
7 Vgl. Sozialpolitik Aktuell (2008).
8 Vgl. Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (2009).
Altersvorsorge in Deutschland 4
Abb. 2: Entwicklung der durchschnittlichen Lebenserwartung in Deutschland 9
Als Hauptgründe für die steigende Lebenserwartung werden vor allem die Fortschritte in der medizinischen Versorgung, eine geringere Kindersterblichkeit, veränderte Arbeitsbedingungen und eine bessere Ernährung genannt. 10
Die Anzahl der in Deutschland lebenden Menschen hängt neben der Geburtenrate und der Lebenserwartung im Wesentlichen von dem Saldo aus Zu- und Abwanderungen ab. 11 Jedoch konnte weder ein in den letzten Jahren zu beobachtendes Bevölkerungsplus aus der Differenz von Zuwanderern und Auswanderern, noch eine stetig steigende Lebenserwartung der in Deutschland lebenden Personen den Bevölkerungsrückgang aufhalten. 12
Der demographische Wandel in Form einer auf niedrigem Niveau stagnierenden Geburtenrate und einer steigenden Lebenserwartung hat dabei deutliche Auswirkungen auf die Bevölkerungsstruktur in Deutschland. So ließ sich 1910 die Zusammensetzung der Bevölkerung noch in Form einer Pyramide veranschaulichen, bedingt durch die geringe Anzahl der Über-60-Jährigen an der Gesamtbevölkerung. Aufgrund der demographischen Veränderungen stieg jedoch der Anteil dieser Altersklasse über die Jahre kontinuierlich, während der prozentuale Teil der Berufstätigen an der Gesamtbevölkerung stetig abnahm. Deshalb ist zu erwarten, dass sich die Alterspyramide bis zum Jahr 2050 nahezu umdrehen wird (siehe Abb. 3).
9 Vgl. Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (2009).
10 Vgl. Geißler/Meyer (2006), S. 50 ff.
11 Vgl. Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (2008).
12 Vgl. Astheimer (2008).
Altersvorsorge in Deutschland 5
Neuesten Schätzungen zufolge dürfte der Anteil der Über-60-Jährigen zu diesem Zeitpunkt bei ca. 37% liegen. 14
2.2 Auswirkungen auf die gesetzliche Altersrente
Durch diese veränderte Bevölkerungsstruktur stieg der Alterslastquotient, d.h. die Anzahl der Rentner pro Erwerbstätigen, in den letzten Jahren deutlich an. So kommen auf die Beitragszahler der Gesetzlichen Rentenversicherung verhältnismäßig immer mehr Rentenempfänger (siehe Abb. 4). 15
Abb. 4: Voraussichtliche Entwicklung des Alterslastquotienten in Deutschland 16
13 Vgl. Baum/Hüttenrauch (2007), S. 59.
14 Vgl. Rostocker Zentrum für demografischen Wandel (2009).
15 Vgl. Börsch-Supan/Ludwig/Sommer (2003), S. 12 ff.
16 Vgl. Wieting (1999), S. 55/Eigene Darstellung.
Altersvorsorge in Deutschland 6
Der Staat ist gezwungen auf diese demographischen Veränderungen zu reagieren, da sonst das bestehende System der Gesetzlichen Rentenversicherung in Zukunft nicht mehr finanzierbar ist. Im Gespräch sind dabei u.a. eine deutliche Anhebung des Beitragssatzes zur GRV (derzeit 19,9%, jeweils zur Hälfte finanziert von Arbeitgeber und Arbeitnehmer 17 ) oder eine weitere Kürzung der Rentenbeträge. 18 Hintergrund ist die umlagefinanzierte gesetzliche Rente in Deutschland. Hierbei werden die Beiträge der heutigen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zeitgleich als Rente an die Rentenempfänger weitergeleitet. 19 Grundlage dieses Systems ist der nicht schriftlich fixierte Generationenvertrag, bei dem die Rente der arbeitenden Beitragszahler im Gegenzug von der nachfolgenden Generation erwirtschaftet wird. 20
Betrachtet man die Einkommen von Rentnerhaushalten im internationalen Vergleich, so fällt auf, dass sich ihre Zusammensetzung deutlich voneinander unterscheidet. So dient die gesetzliche Rente nur noch in Deutschland, Spanien und Großbritannien als Haupteinnahmequelle im Alter. Andere Industrienationen setzen im Gegensatz dazu auf alternative Altersvorsorgesysteme. Der Ruhestand in den USA wird beispielsweise vorwiegend über betriebliche und private Altersvorsorge finanziert (siehe Abb. 5).
17 Vgl. Brümmerhoff (2007), S. 327.
18 Vgl. Althammer/Lampert (2007), S. 537 ff.
19 Vgl. Tepper (2003), S. 41 ff.
20 Vgl. Informationsportal Soziale Altersvorsorge (2009a).
21 Vgl. Safety1st (2009)/Eigene Darstellung.
Altersvorsorge in Deutschland 7
Wie aus vorheriger Abbildung ersichtlich, bildet in Deutschland die GRV die Hauptsäule der Altersversorgung. Aufgrund der wachsenden Versorgungslücke 22 muss jedoch in Zukunft verstärkt zusätzlich vorgesorgt werden, um den Lebensstandard im Alter halten zu können. 23
2.3 Vom Drei-Säulen-Modell zum Drei-Schichten-Modell der Altersvorsorge
Um die freiwillige Altersvorsorge zu fördern, modifizierte die Bundesregierung im Rahmen der Verabschiedung des Alterseinkünftegesetzes vom 01.01.2005 das bestehende Drei-Säulen-System zu einem Drei-Schichten-Modell. Im Gegensatz zur früheren Regelung werden Altersvorsorgeprodukte nun nach ihrer einkommenssteuerlichen Klassifizierung unterteilt (siehe Abb. 6): 24
Abb. 6: Vom Drei-Säulen- zum Drei-Schichten-Modell der Altersvorsorge 25
Wie in Abbildung 6 zu erkennen, wird das Drei-Schichten-Modell in die Bereiche Basisversorgung, Zusatzversorgung und private Altersvorsorge getrennt. Zu den Instrumenten der Basisversorgung zählen dabei die gesetzliche Rente, die Berufsständische Versorgung, die Alterssicherung der Landwirte und die Rürüp-Rente. In der zweiten Schicht der Altersvorsorge findet man die Riester-Rente und die betriebliche Altersvorsorge (bestehend aus den fünf Modellen Direktversicherung, Pensionskasse,
22 Vgl. Opoczynski (2007), S. 41. Als Versorgungslücke wird die Differenz zwischen dem individuellen Renten-
wunsch und der tatsächlichen Leistung aus der GRV bezeichnet.
23 Vgl. Anuber (2009).
24 Vgl. Mercer (2009).
25 Vgl. Einsurance Agency AG (2009).
Altersvorsorge in Deutschland 8
Pensionsfonds, Unterstützungskasse und Direktzusage) 26 . Die private Altersvorsorge mit ihren Instrumenten Renten-, Lebensversicherungen und Banksparplänen bildet die dritte Schicht.
Im folgenden Teil der Arbeit werden die drei Bereiche des Drei-Schichten-Modells genauer dargestellt.
2.3.1 Basisversorgung
Die Basisversorgung der Alterssicherung in Deutschland bildet die Gesetzliche Rentenversicherung. Sie dient dem Erhalt des Lebensstandards bei Wegfall des Erwerbseinkommens ab Rentenbeginn und soll Armut im Alter vermeiden. 27 Finanziert wird sie durch Beiträge der Versicherten, der Arbeitgeber und durch den Bundeszuschuss. 28 Die Höhe der gesetzlichen Rente hängt entscheidend von den Beitragszeiten und der Beitragshöhe des Einzahlers ab. 29 Bei einem Durchschnittsverdiener beträgt sie derzeit ca. 67% des Jahreseinkommens (Stand: Ende 2008). 30
Leistungen der privaten Leibrentenversicherung zählen nur zu Schicht 1, wenn eine monatliche Rente lebenslang vorgesehen ist, die nicht vor dem 60. Lebensjahr beginnt und vorwiegend der Alterssicherung gilt. Des Weiteren dürfen die Rentenzahlungen nicht beleihbar, nicht übertragbar, nicht veräußerbar, nicht kapitalisierbar und nicht vererbbar sein. Da die Basisrente (Rürüp-Rente) exakt jene Kriterien erfüllt, befindet sie sich ebenfalls in Schicht 1. 31 Sie wurde als neues Altersvorsorgeprodukt im Rahmen des Alterseinkünftegesetzes zum 01.01.2005 eingeführt und soll dazu beitragen, die Lücke aus der gesetzlichen Rentenversicherung zu schließen. Die neue Rürüp-Rente eignet sich vor allem für Selbstständige und Freiberufler, da diese Berufsgruppen nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen müssen, sie aber im Gegenzug Vorsorgeaufwendungen für die Basisrente bei der Einkommenssteuererklärung als Sonderausgaben in Abzug bringen können. 32 Der absetzbare Teil der Beiträge betrug zum Zeitpunkt der Einführung 60% (max. 12.000,- €) und wächst
26 Vgl. Schmeisser (2008), S. 102.
27 Vgl. Tepper (2003), S. 43.
28 Vgl. Nagel (2007), S. 55.
29 Vgl. Brümmerhoff (2007), S. 326 ff.
30 Vgl. Heuchert (2008), S. 14.
31 Vgl. Grill/Grill/Perczynski (2008), S. 205.
32 Vgl. Deutsches Institut für Altersvorsorge (2009a).
Altersvorsorge in Deutschland 9
seitdem um 2% pro Jahr. Ab dem Jahr 2025 können dann 100%, aber max. 20.000,€ bei Alleinstehenden und 40.000,- € bei zusammenveranlagten Ehegatten steuerlich geltend gemacht werden (siehe Abb. 7). 33
Mit Vollendung des 60. Lebensjahres erhält der Sparer die Rürüp-Rente in Form einer lebenslangen Rente, wobei er die Leistungen der Basisrente mit seinem zum Rentenbeginn persönlichen Steuersatz versteuern muss. Diese Form der Besteuerung wird auch nachgelagerte Besteuerung genannt, da während der Ansparphase keine Steuern zu entrichten sind. 35
Die Basisversorgung deckt lediglich die fundamentalen Bedürfnisse im Rentenalter ab. Um ihren Lebensstandard halten zu können, müssen künftige Rentner bereits während der Erwerbsphase freiwillig vorsorgen. 36
2.3.2 Zusatzversorgung
Der Beschäftigte hat dabei die Möglichkeit, im Bereich der Zusatzversorgung für sein Alter vorzusorgen. Diese Schicht der Altersvorsorge wurde geschaffen, um die private Altersvorsorge über staatliche Förderungen anzukurbeln. Sie besteht aus den Instrumenten Riester-Rente und betriebliche Altersvorsorge. 37
Im Rahmen der Rentenreform 2002 wurde die Riester-Rente als Baustein der Zu-satzversorgung beschlossen. Sie soll dazu beitragen, das Sinken des Rentenniveaus aufzufangen und richtet sich vor allem an jene, die Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung leisten, an Beschäftigte im öffentlichen Dienst sowie deren Ehe- 33 Vgl.Schelauske (2008), S. 90.
34 Vgl. Mahlmeister/Schimacher, S. 40.
35 Vgl. VSP Financial Services AG (2009).
36 Vgl. Swisslife (2009a).
37 Vgl. Deutsche Bank AG (2009).
Altersvorsorge in Deutschland 10
partner. 38 Die Riester-Rente wird in verschiedenen Formen angeboten. Der Kunde hat so die Wahl, zwischen einer privaten Rentenversicherung, einem Bank- oder einem Investmentfondssparplan. Bis zum Ende des Jahres 2007 wurden in Deutschland über 10 Millionen Riester-Policen abgeschlossen, wobei die deutliche Mehrheit der Verträge auf private Rentenversicherungen entfällt (siehe Abb. 8).
Der Erfolg der Riester-Rente liegt vor allem an der staatlichen Förderung der Policen, die in Form von Zulagen und Steuervorteilen gewährt wird. Um die maximale finanzielle Unterstützung zu erhalten, muss der Sparer ab Beginn des Jahres 2008 4% seines Bruttoentgelts in einen von ihm ausgewählten Riester-Vertrag einzahlen. Sein jährlicher Sparbeitrag setzt sich aus dem Eigenbeitrag und den Zulagen des Staates zusammen, wobei jedem Beitragzahler eine Grundzulage von 154,- € und für jedes Kind eine Kinderzulage i.H.v. 185,- € gewährt wird. Der Sparer hat auch die Möglichkeit, seine Altersvorsorgebeiträge für die Riester-Rente als Sonderausgaben von seinem Einkommen in Abzug zu bringen, wodurch ihm Steuervorteile entstehen können. Ob der Sparer nur Zulagen oder zusätzlich eine Steuerrückerstattung erhält, hängt maßgeblich von seiner individuellen Situation ab. 40 Beiträge zur Riester-Rente sind während der Ansparphase steuerbefreit, während die Bezüge im Alter mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz nachgelagert besteuert werden. 41
38 Vgl. Ruh (2004), S. 43 ff.
39 Vgl. Deutsches Institut für Altersvorsorge (2009b).
40 Vgl. May (2007), S. 175.
41 Vgl. Buttler (2008), S. 161.
Arbeit zitieren:
Florian Müller, 2009, Vorteilhafte Erwerbsstrategien für die eigengenutzte Immobilie als Altersvorsorge, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Immobilienerwerb zur Altersvorsorge unter besonderer Berücksichtigung ...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Diplomarbeit, 89 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Aktuelle Entwicklungen im Bereich der Preispolitik der Kreditinstitute
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Hausarbeit, 32 Seiten
Private Altersvorsorge in Deutschland: drei Schichten - drei Optionen
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Studienarbeit, 30 Seiten
Due-Diligence-Real-Estate - Ein strukturierter Analyseprozess zur ganz...
Masterarbeit, 151 Seiten
Endvermögensmaximierung und Steuerbelastung in der Ein-Personen-GmbH n...
Ein Vorteilhaftigkeitsvergleic...
BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Diplomarbeit, 151 Seiten
Florian Müller's Text Vorteilhafte Erwerbsstrategien für die eigengenutzte Immobilie als Altersvorsorge ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Florian Müller hat den Text Vorteilhafte Erwerbsstrategien für die eigengenutzte Immobilie als Altersvorsorge veröffentlicht
Florian Müller hat einen neuen Text hochgeladen
Mit Recht- und Kostenchecks
Eike Schulze, Anette Stein, Katja Fleschütz
Die Vorteilhaftigkeit relativer Anreizschemata unter Berücksichtigung ...
Eine agentenbasierte Simulatio...
Oliver Strangfeld
Der Einfluss der steuerlichen Gewinnermittlung auf die Vorteilhaftigke...
Ein Simulationsmodell
Erekle Solomnishvili
0 Kommentare