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Angst vorm Alter(n)?

Die Absicherung der Pflegebedürftigkeit in Deutschland

Titel: Angst vorm Alter(n)?

Hausarbeit , 2006 , 18 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Simon Rohlfs (Autor:in)

Gesundheit - Sonstiges
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Studentenalter scheint der Umgang mit Pflegebedürftigkeit so unrealistisch, der
Gedanke an ein unselbstständiges Leben um Welten entfernt. Das Leben wird in vollen
Zügen genossen, obwohl Pflegebedürftigkeit jeden treffen kann. Zu jeder Zeit. Um mir ein Bild machen zu können, befasste ich mich mit Betroffenen, mit alten Menschen, die nicht mehr so können wie sie wollen und sich dies eingestehen mussten.
So haben mich mehrere kurze Interviews an die Ausarbeitung zu diesem heiklen Thema
geführt. Durch die mannigfaltigen Schilderungen bekam ich nun auch ein Gefühl dafür, dass das
nun gut 10-jährige Pflegeversicherungsgesetz in manchen elementaren Belangen ohne
wenn und aber als „Problemkind“ einzustufen ist, Probleme, die es zu lokalisieren und
anzusprechen gilt. Der erste Part dieser Hausarbeit ist daher als Einführung zu verstehen, die die Idee hinter dem Pflegeversicherungsgesetz, dessen Inhalt und Ziele zu veranschaulichen versucht.
Im weiteren Verlauf werde ich kurz mit Prävalenzen arbeiten, um die Allgegenwärtigkeit von Pflegebedürftigkeit zu verdeutlichen.
Da ein nüchternes Beschreiben des Status Quo wenig wissenschaftlich wäre, sollen im dritten Part schliesslich besagte Probleme erschlossen werden, die sich bei der Betrachtung einzelner Paragraphen ergeben - sozusagen möchte ich den „Teufel im Detail“ suchen und finden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Erster Teil

1. Die Pflegeversicherung – Sozialgesetzbuch, Elftes Buch (SGB XI)

1.1 Ein ‘Grundriss’ der Pflegeversicherung

1.2 Ziele der Pflegeversicherung

1.3 Pflegebedürftigkeit nach dem Pflegeversicherungsgesetz (PflVG)

1.4 Die drei Stufen der Pflegebedürftigkeit – Einstufungen und Leistungen der Pflegeversicherung

Zweiter Teil

2. Risiko und Prävalenz der Pflegebedürftigkeit

2.1 Prävalenz der BRD

2.2 Prävalenz des Landes Bremen

Dritter Teil

3. “Problemkind Pflegeversicherung”?

3.1 Pflegeversicherung als “Teil-Kasko” – Sozialhilfe trotz Pflegeversicherung?

3.2 Die Härtefallregelung – nur 3 von 100?

3.3 Der MDK – ein parteiischer Schiedsrichter?

3.4 Grundsatz: Rehabilitation vor Pflege

3.5 Der demographische Wandel

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das 1995 eingeführte deutsche Pflegeversicherungssystem auf seine strukturellen Schwachstellen und analysiert, inwieweit die soziale Absicherung im Pflegefall tatsächlich gewährleistet ist. Dabei wird kritisch hinterfragt, ob das "Jahrhundertwerk" angesichts demografischer Veränderungen und eng definierter Leistungsansprüche noch den heutigen Anforderungen gerecht wird.

  • Grundlagen und Ziele des SGB XI
  • Prävalenz von Pflegebedürftigkeit in Deutschland und Bremen
  • Kritische Analyse des "Teil-Kasko"-Charakters der Versicherung
  • Funktionsweise und Problematik der Begutachtung durch den MDK
  • Einfluss des demografischen Wandels auf die Finanzierbarkeit

Auszug aus dem Buch

3.1 Pflegeversicherung als „Teil-Kasko“ - Sozialhilfe trotz Pflegeversicherung?

Vielen ist die oft zitierte Betitelung der Pflegeversicherung als „Teil-Kasko“-Versicherung (beim KFZ) geläufig. Sie ist darauf begründet, dass die Pflegeversicherung eine Grundsicherung und keine Vollversorgung appliziert; sie kommt für die Pflegekosten auf, Unterbringung und Verpflegung, also Aufwendungen, die nicht der Pflege zuzurechnen sind, müssen aber weiterhin selbst übernommen werden.

Diese „Kostenbremse“, die zudem darin besteht, dass - unabhängig vom individuellen Bedarf - den Versicherten nur noch ein Maximalbetrag zugute kommt, führt auf Seiten der Pflegebedürftigen häufig zu Missmut und Enttäuschung.

Schon beim Überfliegen der Paragrafen des PflVG wird schnell deutlich, dass die Begriffe „Pflege“ und „Pflegebedürftigkeit“ eng definiert sind.

So banal es sich anhören mag: Die Pflegeversicherung hat es versäumt, die Seele der Menschen zu berücksichtigen, die der Aufheiterung und persönlichen Sinngebung bedürfen (vgl. Bähr, 1999, S.78). Begleitung zu Veranstaltungen z.B. und Beaufsichtigung im Allgemeinen werden nicht bezuschusst.

Schicksalhafter wird es aber, wenn es garnicht erst zur Einstufung bei augenscheinlicher Pflegebedürftigkeit kommt, es sozusagen vor dem Gesetz „nicht reicht“:

Ein Gros der behinderten Menschen fällt ganz aus dem Leistungsbezug heraus. Hierzu gehören Menschen, die nicht mindestens eine Stunde pro Tag Hilfe brauchen, Menschen, die Begleitung brauchen und geistig behinderte Menschen. Pflegebedürftigkeit in ihren verschiedenen Stufen ist darüber hinaus nur dann gegeben, wenn mindestens ein Bereich der Selbstversorgung betroffen ist, d.h. Körperpflege, Ernährung oder Mobilität.

Hilfebedürftigkeit bei der hauswirtschaftlichen Versorgung allein begründet keine Pflegebedürftigkeit (!). In diesen Fällen sieht es der Gesetzgeber als zumutbar an, solche Hilfeleistungen aus eigenen Mitteln zu finanzieren.

Kann dies wiederum nicht bewerkstelligt werden, bleibt wiederum nur noch der Antrag auf Sozialhilfe nach SGB XII. Dies scheint recht paradox, da dieser Fauxpas schon vor Einführung der Pflegeversicherung Bestand hatte und letztendlich mit zu deren Entstehung führte (!).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Pflegeversicherung – Sozialgesetzbuch, Elftes Buch (SGB XI): Dieses Kapitel erläutert die Entstehung, die rechtliche Verankerung sowie die grundlegenden Ziele und Aufgaben der Pflegeversicherung als fünfte Säule der Sozialversicherung.

2. Risiko und Prävalenz der Pflegebedürftigkeit: Hier wird anhand statistischer Daten das Risiko und die Verbreitung von Pflegebedürftigkeit, differenziert nach Altersgruppen und Regionen wie Bremen, aufgezeigt.

3. “Problemkind Pflegeversicherung”?: Dieser Hauptteil analysiert kritisch die Defizite des Systems, insbesondere die enge Definition von Pflegebedürftigkeit, die Rolle des MDK und die Auswirkungen des demografischen Wandels.

4. Fazit: Das Fazit resümiert den Gesamterfolg der Pflegeversicherung nach zehn Jahren, weist jedoch auf dringenden Reformbedarf angesichts finanzieller und inhaltlicher Schwachstellen hin.

Schlüsselwörter

Pflegeversicherung, SGB XI, Pflegebedürftigkeit, Sozialhilfe, Medizinischer Dienst der Krankenkassen, MDK, demografischer Wandel, Prävalenz, häusliche Pflege, Teil-Kasko, Rehabilitation, Leistungskatalog, Finanzierbarkeit, Sozialgesetzbuch, Pflegestufen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Absicherung der Pflegebedürftigkeit in Deutschland durch das Pflegeversicherungsgesetz und untersucht, ob dieses System den heutigen Anforderungen gerecht wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die gesetzlichen Grundlagen, die statistische Prävalenz von Pflegebedürftigkeit, die Leistungsbeschränkungen der Versicherung und der demografische Wandel.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, die Schwachstellen der Pflegeversicherung zu identifizieren und aufzuzeigen, wo das System als "Problemkind" fungiert und Betroffene trotz Versicherung auf Sozialhilfe angewiesen sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Statistiken und qualitativen Informationen durch kurze Interviews mit Betroffenen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Kritik am "Teil-Kasko"-Modell, der Einstufungspraxis des Medizinischen Dienstes (MDK), der Härtefallregelung und der Prognose zukünftiger Finanzierungsengpässe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Pflegeversicherung, Pflegestufen, Sozialhilfe, MDK, Rehabilitation und demografischer Wandel.

Wie steht es um die Härtefallregelung in der Pflegeversicherung?

Die Härtefallregelung ist stark begrenzt und darf nur auf einen sehr kleinen Prozentsatz (max. 3-5%) der Pflegebedürftigen der Pflegestufe III angewendet werden, was der Autor als absurd kritisiert.

Warum wird der MDK im Dokument als "parteiischer Schiedsrichter" bezeichnet?

Der Autor hinterfragt die Objektivität der MDK-Gutachten, da die Begutachtungssituation durch einmalige Hausbesuche oft ein verzerrtes Bild liefert und der somatische Pflegebegriff psychosoziale Aspekte vernachlässigt.

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Details

Titel
Angst vorm Alter(n)?
Untertitel
Die Absicherung der Pflegebedürftigkeit in Deutschland
Hochschule
Universität Bremen
Veranstaltung
System und Recht der gesundheitlichen Sicherung
Note
2,0
Autor
Simon Rohlfs (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
18
Katalognummer
V127930
ISBN (eBook)
9783640344819
ISBN (Buch)
9783640344543
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Angst Alter(n) Absicherung Pflegebedürftigkeit Deutschland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Simon Rohlfs (Autor:in), 2006, Angst vorm Alter(n)?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127930
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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