Konzeption und Instrumentatium des Europäischen Systems der Zentralbanken
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 3
2. ORGANISATION DES EUROPÄISCHEN SYSTEMS DER ZENTRALBANKEN 4
3. KONZEPTION DER GELDPOLITISCHEN STRATEGIE DES ESZB. 6
4. INSTRUMENTARIUM DES ESZB 10
4.1 Offenmarktpolitik 11
4.2 Ständige Fazilitäten. 14
4.3 Mindestreservepolitik. 16
5. SCHLUßWORT. 17
6. LITERATUTVERZEICHNIS 18
2
Konzeption und Instrumentatium des Europäischen Systems der Zentralbanken
1. Einleitung
Am 1. Januar 1999 wurden die Wechselkurse der Landeswährungen der an der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) teilnehmenden Ländern gegenüber dem Euro festgelegt. Damit wurde die dritte und letzte Stufe der EWWU eingeleitet. Diese dritte Stufe stellt die Umstellung der nationalen Währungen auf eine neue, gemeinsame europäische Währung, den EURO dar.
Jedoch nicht alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) nehmen an dieser dritten Stufe der europäischen Währungsunion teil, wie auf dem Europäischen Gipfel in Brüssel Anfang Mai 1998 entschieden wurde. So verfehlte Griechenland die im Vertrag von Maastricht niedergelegten Bedingungen für den Beitritt (Konvergenzkriterien), Dänemark und Großbritannien hatten von ihrer Wahlmöglichkeit Gebrauch gemacht, der Währungsunion nicht beizutreten und Schweden hat sich vorbehalten, erst zu einem späteren Zeitpunkt an dem Europäischen Währungssystem teilzunehmen 1 . Demnach nehmen an der Europäischen Währungsunion die folgenden Staaten teil: Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Nach den in der ersten und zweiten Stufe der EWWU vom Europäischen Währungsinstitut geleisteten Vorarbeiten wurde mit Beginn der dritten Stufe die Verantwortung über das Gelingen der EWWU vom EWI an das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) übergeben. Ebenso ging die Geldhoheit von den nationalen Notenbanken an das ESZB über.
Im folgenden wird eingehend darauf eingegangen, wie das System der Europäische Zentralbank (EZB) und den ihr untergeordneten nationalen Zentralbanken (nationale Notenbanken) ausgestaltet und organisiert wurde, was seine Aufgaben sind und mit welchen Instrumenten es zur Bewältigung seiner Aufgaben ausgestattet wurde.
1 vgl. Jahresgutachten des Sachverständigenrats 1998/99, S165
3
Konzeption und Instrumentatium des Europäischen Systems der Zentralbanken
2. Organisation des Europäischen Systems der Zentralbanken
Das Europäische System der Zentralbanken besteht aus der Europäischen Zentralbank mit Sitz in Frankfurt am Main und den nationalen Zentralbanken der einzelnen Teilnehmerstaaten der Währungsunion. Diese föderale Struktur entspricht dem ehemaligen deutschen Zentralbanksystem in dem die Deutsche Bundesbank als Zentralorgan und die Landeszentralbanken als ausführende Organe dienten. Im Europäische System übernimmt die EZB die Rolle des Entscheidungsorgans und die nationale Notenbanken sind die ausführenden Organe.
Überhaupt ist das ESZB sowohl in der Organisation, in der Ausgestaltung der geldpolitischen Konzeption als auch im zur Verfügung stehenden Instrumentarium sehr stark an der Deutschen Bundesbank orientiert.
Das oberste Gremium innerhalb des ESZB ist das Direktorium 2 . Es besteht aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten und vier weiteren Mitgliedern, die allesamt in Währungs-und Bankfragen anerkannte und erfahrene Persönlichkeiten sein müssen. Die Mitglieder des Direktoriums werden von den Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten auf Empfehlung des Europäischen Rates einvernehmlich ernannt.
Als erster Präsident der EZB wurde am 25. Mai 1998 der Niederländer Wim F. Duisenberg ernannt. Otmar Issing ist das einzige deutsche Mitglied im Direktorium. Die Hauptaufgaben des Direktoriums sind, die „Geldpolitik gemäß den Leitlinien und Entscheidungen des ESZB- Rates auszuführen und hierzu den nationalen Zentralbanken die erforderlichen Weisungen zu erteilen“ (aus der Pressemitteilung der EZB vom 9.Juni 1998, S 20).
Der EZB-Rat besteht aus sämtlichen Mitgliedern des Direktotiums und den Präsidenten der nationale Notenbanken, die an der Währungsunion teilnehmen. Die Aufgaben des EZB-Rates sind: „die Geldpolitik der Gemeinschaft festzulegen, gegebenenfalls einschließlich von Entscheidungen in bezug auf geldpolitische Zwischenziele, Leitzinssätze und die Bereitstellung von Zentralbankgeld im ESZB, und die für ihre Ausführung notwendigen Leitlinien zu erlassen“ (aus der Pressemitteilung der EZB vom 9.Juni 1998, S 25).
2 vgl. Pressemitteilung vom 9. Juni 1998, S. 20
4
Konzeption und Instrumentatium des Europäischen Systems der Zentralbanken
Bei Ratsentscheidungen besitzt jedes Mitglied eine gleichberechtige Stimme, wobei die Entscheidungen mit einfacher Mehrheit zu treffen sind. Bei Entscheidungen bezüglich der Gewinnverteilung, Kapitalausstattung und Festlegung von Mindestreserven besteht ein gewichtetes Stimmrecht, das sich nach dem Kapitalanteil der jeweiligen Notenbank an der EZB richtet.
Das ESZB ist ein unabhängiges System. D.h., daß weder Organe und Einrichtungen der EU, noch die Regierungen der Mitgliedsstaaten die Mitglieder der Beschlußorgane des ESZB zu beeinflussen. Im Gegenzug dürfen natürlich die Mitglieder der Beschlußorgane keine Weisungen von externen Stellen einholen oder entgegennehmen. Um seine politische Unabhängigkeit deutlich zu machen, darf das ESZB außerdem keine Kredite an die Haushalte der einzelnen Mitgliesstaaten vergeben.
Das ESZB untersteht einer Veröffentlichungspflicht, d. h. es müssen alle vom EZB-Rat oder dem Direktorium getroffenen Entscheidungen der Öffentlichkeit bekannnt gemacht werden. So muß das Direktorium bzw. der EZB-Rat jede Entscheidung gut begründen um der öffentlichen Meinung anderer Finanz- und Wirtschaftsexperten stand zu halten und nicht in Erklärungsnot zu kommen.
5
Arbeit zitieren:
Marc Ebel, 1999, Konzeption und Instrumentarium des Europäischen Systems der Zentralbanken, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Studienarbeit, 47 Seiten
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
BWL - Wirtschaftspolitik: Konzeption und Instrumentarium des Europäischen Systems der Zentralbanken ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Marc Ebel hat den Text Konzeption und Instrumentarium des Europäischen Systems der Zentralbanken veröffentlicht
Marc Ebel hat einen neuen Text hochgeladen
Rechtliche Aspekte der geldpolitischen Instrumente des Europäischen Sy...
Tatjana Tschekuschina
Rechtliche Integration der nationalen Zentralbanken in das Europäische...
Beata Dziechciarz
Das Recht der Europäischen Zentralbank
Unabhängigkeit und Kooperation...
Charlotte Gaitanides
Auswirkungen geldpolitischer Maßnahmen der Europäischen Zentralbank au...
Eine empirische Untersuchung a...
Dominik Faber
Boomwhackers im Kreis Das DrumCircle-Konzept mit Boomwhackers
Das DrumCircle-Konzept mit Boo...
Andreas von Hoff
Europäische Zentralbank. Was u.a. Dr. Wolfgang Schäuble dazu sagt
Reihe Quellensammlung: Aktuell...
Konrad Herzog
Seminar on Differential Equations and Dynamical Systems
Part 2: Seminar Lectures at th...
James A. Yorke
Politik und Religion in der Europäischen Union
Zwischen nationalen Traditione...
Hartmut Behr, Mathias Hildebrandt
0 Kommentare