II
Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis. III
1 Neue Fragestellungen an die Kostenrechnung 1
2 Die Prozesskostenrechnung. 2
2.1 Die historische Entwicklung. 3
2.2 Die Zielsetzung. 4
2.3 Die Methodik 6
2.4 Die Folgen der Einführung einer Prozesskostenrechnung 10
3 Alternativen zur Handhabung der Gemeinkostenproblematik 12
3.1 Die Gemeinkostenwertanalyse. 12
3.2 Das Zero-Base-Budgeting 13
3.3 Eine Bewertung dieser Ansätze 14
4 Schlussbetrachtung und Ausblick. 15
Literaturverzeichnis 17
III
Abkürzungsverzeichnis
Aufl. Auflage bearb. bearbeitete bzw. beziehungsweise ca. circa d.h. das heißt erw. erweiterte et al. et alii etc. et cetera Hrsg. Herausgeber i.d.R. in der Regel i.S.e. im Sinne eines i.S.v. im Sinne von m.E. meines Erachtens o.V. ohne Verfasser S. Seite sog. sogenannte überarb. überarbeitete vgl. vergleiche vollst. vollständig z.B. zum Beispiel
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1 Neue Fragestellungen an die Kostenrechnung
Spätestens seit dem Ende der siebziger Jahre ist in vielen Unternehmen eine “...wachsende Komplexität des Unternehmensgeschehens...” 1 und “... ein Wandel im Prozess der betrieblichen Leistungserstellung...” 2 zu konstatieren. Die schnelle technologische Entwicklung, die Automatisierung der Fertigung, die Verkürzung der Produktlebenszyklen, die Globalisierung der Märkte und nicht zuletzt die Internationalisierung und Intensivierung des Wettbewerbs, sowohl zu den Beschaffungs- als auch den Absatzmärkten, führen zu einem schnellen Wandel der unternehmerischen Rahmenbedingungen. 3 Eine Folge davon ist das wachsende Gewicht der vorbereitenden, planenden, steuernden und überwachenden Tätigkeiten, insbesondere in den indirekten Leistungsbereichen 4 der Unternehmen. 5 Durch diesen Wandel haben sich somit auch signifikante Veränderungen in den Kostenstrukturen ergeben. 6 Während in den sechziger Jahren, z.B. im Maschinenbau, der Gemeinkostenanteil an den Produktkosten noch ca. 30 Prozent betrug, hat sich der Wert heute verdoppelt. 7 Im Dienstleistungsbereich werden sogar vielfach Gemeinkosten von bis zu 80 Prozent der Gesamtkosten erreicht. 8 Ferner hat auch die Abnahme des Homogenitätsgrades, sowohl auf den Variantenreichtum als auch auf die Komplexität der Produkte bezogen, des Produkt- und
Absatzprogramms zur Kostenverlagerung aufgrund der unterschiedlichen Ressourceninanspruchnahme beigetragen. 9
Die bislang vorhandenen traditionellen 10 Verfahren der Kostenrechnung werden diesen Veränderungen mit ihren überwiegend wertabhängigen Bezugsgrößen nicht im erforderlichen Ausmaß gerecht. Dadurch besteht das Risiko, bei einer nicht
1 Striening (1995), S. 7.
2 Coenenberg / Fischer (1991), S. 21.
3 Vgl. Fröhling / Krause (1990), S. 223; Biel (1991), S. 85; Eversheim (1995), S. 3ff.
4 Unter den indirekten Leistungsbereichen sollen Bereiche wie Forschung und Entwicklung, Beschaffung und Logistik,
Produktionsplanung und -steuerung, Qualitätssicherung und -prüfung sowie Auftragsabwicklung und Vertrieb
verstanden werden.
5 Vgl. Fröhling / Krause (1990), S. 223.
6 Vgl. Coenenberg / Fischer (1991), S. 21; Scheer / Berkau (1993), S. 111.
7 Vgl. Horváth et al. (1993), S. 609.
8 Vgl. Striening (1995), S. 7.
9 Vgl. Coenenberg / Fischer (1991), S. 21; Friedl (1991), S. 2f.
10 Unter traditionellen Kostenrechnungssystemen verstehen die Vertreter der Prozesskostenrechnung letztlich alle
Systeme, die noch keinen prozessorientierten Ansatz verfolgen. Meistens wird damit jedoch die
Grenzplankostenrechnung gemeint. Vgl. dazu insbesondere die Arbeiten von Horváth.
2
verursachungsgerechten Kostenumlage Fehler in der Produkt- und der Preispolitik zu begehen, die den Erfolg strategischer Entscheidungen gefährden. 11 Ferner werden an die Informations-und Analysefunktionen eines
Kostenrechnungssystems neue Fragen und damit auch neue Anforderungen gestellt. 12 So können nach Rau und Rüd die traditionellen Kostenrechnungssysteme weder beantworten, welche Kostenwirkung z.B. von der Anzahl aktiver Teilestämme ausgeht oder die Neueinplanung eines Fertigungsauftrages hat, noch welche Kosten die technische Änderung eines Produkts nach sich zieht. 13 Auch die Kosten für die Auftragsabwicklung oder Betreuung eines Kunden lassen sich nach Horváth und Gaiser nicht ermitteln. 14
Im Folgenden sollen vor diesem Hintergrund die Leistungsfähigkeit und die Einsatzmöglichkeiten der Prozesskostenrechnung dargestellt werden.
2 Die Prozesskostenrechnung
“Prozesskostenrechnung ist zum Schlagwort geworden: Viele reden darüber, aber die wenigsten wissen, was wirklich damit gemeint ist.” 15 Es entsteht daher gelegentlich der Eindruck, die Prozesskostenrechnung sei eine völlig neue, revolutionäre Art oder Methode der Kostenrechnung. 16 Eine prozessorientierte Kostenrechnung ist zwar nützlich und hilfreich, aber neu ist sie nicht. 17 Um eine bessere Vorstellung über die Prozesskostenrechnung zu erhalten und um eine Abgrenzung zu anderen Verfahren zu ermöglichen, sollen zunächst die historische Entwicklung, die Zielsetzung und die Methodik der
Prozesskostenrechnung sowie die Folgen deren Einführung beschrieben werden.
11 Vgl. Coenenberg / Fischer (1991), S. 21; Ebert (1994), S. 159.
12 Vgl. Biel (1991), S. 85.
13 Zu den mehr produktionsorientierten Fragestellungen vgl. Rau / Rüd (1991), S. 13.
14 Zu den mehr kundenorientierten Fragen vgl. Horváth / Gaiser (1994), S. 49; Knöbel (1995), S. 7.
15 Mayer (1990b), S. 307.
16 Vgl. Seicht (1992), S. 246.
17 Vgl. Biel (1991), S. 85.
3
2.1 Die historische Entwicklung
In dem 1985 veröffentlichen Aufsatz “The hidden factory” machten Miller und Vollmann darauf aufmerksam, dass noch große Effizienzpotentiale in den planenden, steuernden und kontrollierenden Abteilungen der Fertigung, deren Kosten sowohl absolut als auch relativ stark gestiegen sind, vorhanden seien. 18 Die Gemeinkosten wurden in den weit verbreiteten einfachen Vollkosten-rechnungssystemen auf der Basis volumenorientierter Schlüsselgrößen, wie direkte Lohn-und
Maschinenstunden sowie Materialkosten, verrechnet. 19 Durch “... Zuschlagssätze von teilweise über 1000 Prozent...” 20 , werden die Produktkosten verzerrt und somit deren Aussagefähigkeit erheblich eingeschränkt. 21
Ausgehend von diesen Erkenntnissen entwickelte sich in den USA ein neuer Ansatz zur Produktkalkulation, der in der amerikanischen Literatur unter der von Cooper 22 geprägten Bezeichnung Activity Based Costing 23 mittlerweile breiten Niederschlag gefunden hat. 24 Das Activity Based Costing entstand also aufgrund der “... Unzulänglichkeiten des amerikanischen Rechnungswesen im Bereich der Fertigungsgemeinkosten...” 25 und schenkt der Kostenträgersicht im Hinblick auf die Kalkulationsfunktion erhöhte Aufmerksamkeit. 26 Hingegen ist in Deutschland durch die weite Verbreitung der
Grenzplankostenrechnung die in den USA diagnostizierte Problematik im Produktions- bzw. Fertigungsbereich als eher gering auszusehen. 27 Durch die starke Verlagerung der Kosten in die indirekten Bereiche sind jedoch dort die Schwierigkeiten entstanden.
18 Vgl. Miller / Vollmann (1985), S. 142-150.
19 Vgl. Cooper (1990a), S. 210.
20 Horváth et al.(1993), S. 611; vgl. Miller / Vollmann (1985), S. 142.
21 Vgl. Cooper (1990b), S. 64.
22 Vgl. Cooper (1990a), Cooper (1990b) und Cooper (1990c).
23 Neben dem Begriff Activity Based Costing werden in der amerikanischen Literatur auch Bezeichnungen wie Activity
Accounting, Transaction Costing oder Cost-Driver Accounting verwendet.
24 Vgl. Coenenberg / Fischer (1991), S. 21f. Die Entwicklung von prozessorientierten Kostenrechnungssystemen
begann schon früher (z.B. bei der Firma Siemens 1975) , aber der Artikel von Miller und Vollmann war der
entscheidende Auslöser für eine “breite” Überprüfung der bestehenden Kostenrechnungssysteme hinsichtlich dieser
Problematik.
25 Horváth et al. (1993), S. 610.
26 Vgl. Fröhling / Krause (1990), S. 224; Scheer / Berkau (1993), S. 116.
27 Vgl. Horváth et al. (1993), S. 611.
Arbeit zitieren:
Diplom Kaufmann Stefan Ebbinghaus, 2009, Prozesskostenrechnung - Managementkonzepte im Vergleich, München, GRIN Verlag GmbH
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