Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Gesamtökonomische Struktur.....................................................................................3
(Quelle: Anker, P. (2007), Vorlesungsbeilagen Geldpolitik. S. 106.)
Abb. 2: Gleichgewicht zwischen Grenznutzen und Grenzkosten............................................6
(Quelle: Walsh (1998), Monetary Theorie and Policy. S. 330.)
Abb. 3: Versuchung (Temptation) und Bestrafung (Enforcement)..........................................8
(Quelle: Walsh (1998), Monetary Theorie and Policy. S. 340.)
III
Einleitung
Die traditionelle Diskussion „Rules vs. Discretion“ findet zu Beginn der 90er Jahren ein starkes Interesse in der Theorie und somit auch in der Praxis. Dabei stellt sich die Frage ob die Zentralbank ihre Ziele nach einer regelgebundenen oder diskretionären Geldpolitik entscheiden soll. Eine Regelbindung beinhaltet exakte Handlungsvorgaben für die Geldpolitik, an die sich die Zentralbanken in jeder Situation und jedem zukünftigen Zeitpunkt halten muss. Die diskretionäre Geldpolitik bedeutet, dass die Zentralbank fallweise, also jeweils von der Situation abhängig macht und optimiert. 1 Der Aspekt, dass eine regelgebundene Geldpolitik aufgrund von unvollständigen Informationen und Kontrollmöglichkeiten einer diskretionären Geldpolitik unterlegen sei, erscheint plausibel im Hinblick auf den eingeschränkten Entscheidungsspielraum, zumal eine Zentralbank ihre Ziele durch mehr Handlungsoptionen, besser erreichen kann 2 .
Im Verlauf dieser Arbeit wird aufgezeigt, das eine regelgebundene Geldpolitik trotz ihres starren Handlungsspielraums vorteilhaft sein kann, eben dann wenn es um die Wirkungsverzögerung (Lag-Problematik), Principle-Agent-Problem oder das Problem der Zeitinkonsistenz geht 3 . Zur Wirkungsverzögerung sei kurz angemerkt, dass die Maßnahmen der Zentralbank durch ihren diskretionären Entscheidungsspielraum, oft nicht optimal nutzen und so geldpolitische Maßnahmen die antizyklisch konzipiert waren, prozyklisch wirken 4 . Im Rahmen dieser Arbeit wird nicht weiter auf die Wirkungsverzögerung eingegangen, da das Hauptaugenmerk auf andere Schwerpunkte gerichtet ist. Das Principle-Agent-Problem wird im dritten Kaptitel kurz thematisiert, um einen Einblick in die Zielkonflikte zwischen der Zentralbank (Agent) und der Gesellschaft (Principle) zu bekommen. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt in dem Grundmodell der Zeitinkonsistenzproblematik von Barro/Gordon (1983). Im ersten Kapitel soll die spieltheoretische Analyse erörtert werden, die Lösungen durch eine fallweise optimierende Geldpolitik (Discretion) und regelgebundener Geldpolitik (Commitment) generiert. Im zweiten Kapitel werden verschiedene Aspekte für den Inflation Bias in wiederholten Spielen beschrieben, um damit eine Lösung des Zeitinkonsistenzproblems hervorzubringen. Diese Aspekte beinhalten die Triggerstrategie und den Aufbau einer Glaubwürdigkeit durch die Zentralbank, die als Reputation bezeichnet wird. Das dritte Kapitel befasst sich mit den Zielkonflikten Glaubwürdigkeit vs. Flexibilität. Für die Zentralbank ist es optimaler, flexibel auf Angebotsschocks zu reagieren (optimales Arrangement), als sich auf eine Inflation von Null
1 Vgl. McCallum (1997), S. 3.
2 Vgl. Gischer/Herz/Menkhoff (2005), S. 277.
3 Vgl. Bofinger/Reischle/Schächter (1996), S. 128 ff.
4 Vgl. Mankiw (2003), S. 441.
1
festzulegen. Diese Flexibilität führt zu Glaubwürdigkeitsproblemen die ihre Lösung in Ansätzen wie dem konservativen Zentralbänker, optimale Kontrakte oder der Zentralbankunabhängigkeit formulieren.
1. Das Zeitinkonsistenzproblem
Das Modell von Barro/Gordon (1983) beschreibt ein Spiel zwischen der Zentralbank und dem privatem Sektor, um Vorteile der regelgebundener Geldpolitik gegenüber der diskretionären Geldpolitik aufzuzeigen 5 . Hierbei wird unterstellt, dass die Zentralbank durch ihre
Geldmengensteuerung, die Inflationsrate perfekt steuern kann und der Angebotsschock (e) bekannt ist. Das Ziel der Zentralbank liegt darin, ihre Verluste so gering wie möglich zu halten bei gleichzeitiger Maximierung des Erwartungswertes (Nutzen). Die Privaten haben dagegen lediglich die Wahl der Inflationserwartung, die sie zu Beginn des Spieles fest- und offenlegen müssen. Dies resultiert aus dem Abschluss von Tarifverträgen, die über einen längeren Zeitraum gelten, worin der Nominallohn bei vorherrschender Inflationserwartung festgelegt wird. Dadurch ergibt sich die Zeitinkonsistenz, da die Zentralbank zu jedem Zeitpunkt ihre Strategie ändern kann (diskretionär Politik) auf die der private Sektor nicht imstande ist, zu reagieren 6 . Allgemein ausgedrückt ist eine geplante Politik zeitinkonsistent,
wenn sie zum Zeitpunkt t optimal ist, bei der Durchführung im Zeitpunkt t+1 aber nicht mehr 7 .
Der Erwartungswert der Zentralbank soll maximiert werden durch die Nutzenfunktion: (1.1) U = (y - y N ) - 1/2 ²
Die Größen y und y N geben den Output und den natürlichen Output an. Das wird als Parameter angesehen und ist die Inflationsrate die durch das quadrieren den Nutzen überproportional sinken lässt. Der Nutzen U der Zentralbank ist somit höher, je weiter der Output (y) über dem natürlichen Output (y N ) liegt und je niedriger der Betrag der Inflationsrate () ist.
Der private Sektor minimiert seine Verluste durch die Verlustfunktion: (1.2) L = E( - e )²
5 Vgl. Barro und Gordon (1983), S. 2.
6 Vgl. Borchert (2001), S. 218.
7 Vgl. Walsh (1998), S. 322.
2
Der Verlust ergibt sich aus dem mathematischen bedingten Erwartungswert E(·) der sich aus der quadrierten Abweichung der Inflationsrate von der erwarteten Inflationsrate bemisst. Die Privaten bilden aufgrund von gegeben Informationen zum Zeitpunkt der erwarteten Inflation, rationale Erwartungen. Rationale Erwartungen bedeutet, dass die Privaten ihre Erwartungen durch Verwendung aller vorhandener und relevanter Informationen gebildet haben (optimale Prognosen). Demnach wird dem privaten Sektor unterstellt, dass sie die Wirtschaftsmodelle kennen und ihre Erwartungen aufgrund dieses Modells bilden können um Verluste entsprechend zu minimieren 8 .
Einen gesamtwirtschaftlichen Zusammen zwischen Outputerhöhung und Inflation lässt sich anhand der Angebotsfunktion nach Lucas verdeutlichen. (1.3) y = y N + a( - e ) + e
Die Größen y und y N geben den Output und den natürlichen Output an. Das a wird als Parameter angesehen und und e sind die Inflationsrate und erwartete Inflationsrate. Das e steht für einen Angebotsschock mit dem Erwartungswert Null. Abb. 1: Gesamtökonomische Struktur
Durch den Angebotsschock verschiebt sich die Short-Run-Aggregate-Supply (SRAS) mit Pe=P0 nach oben, entlang der Long-Run-Aggregat-Supply bis die SRAS mit Pe=P1 entspricht (vgl. Abb. 1). Neben dem erhöhten Preisniveau von P0 nach P1 ist auch der Output über dem natürlichen Output angestiegen, von Yn nach Y1. Hierbei handelt es sich um einen
8 Vgl. Sachs und Larrain (1993), S. 462.
3
allgemeinen Anstieg des Preisniveaus, das irrtümlicherweise als relativer Preisanstieg durch die Wirtschaftssubjekte qualifiziert wurde. Der erhöhte Output entsteht durch Informationsverzerrungen auf Seiten der Unternehmen und Arbeitnehmer. Die Unternehmen rechnen mit Preiserhöhung ihrer Produkte und steigern deshalb das Angebot. Die Arbeitgeber interpretieren in dem Anstieg des Nominallohns, einen Reallohnanstieg und erhöhen so das Arbeitsangebot.
1.1 Die diskretionäre Lösung (ohne Schocks) leichung 1.1) zu maximieren. Um Die Zentralbank versucht in ihrem Kalkül, das Nutzen (G das Optimierungskalkül der Zentralbank zu bestimmen, wird die Angebotsfunktion (Gleichung 1.3) leicht modifiziert und in die Nutzenfunktion implementiert 9 . Im Folgendem wird unterstellt, das keine Schocks auftreten und die erwartete Inflation als gegeben Konstante betrachtet wird. Wir erhalten eine Nutzenfunktion unter Beachtung der Inflationserwartung die sich wie folgt darstellen lässt: (1.4) U = [a( - e )] - 1/2 ² ein Maximum ist durch Nullsetzen der ersten Ableitung der Diese notwendige Bedingung für Nutzenfunktion nach gegeben: (1.5) dU/d =a - = 0
bedingung nach auf, erhält man die diskretionäre Lösung wie Löst man die Optimalitäts folgt: dis = a (1.6)
me, dass die Inflationserwartungen der Privaten auf rationale Erwartungen Unter der Annah
basieren, sind alle vorhandenen und relevanten Informationen im Optimierungskalkül der Zentralbank enthalten. Dadurch erhalten wir: (1.7) e = E() = E(a) = a = rteten Inflationsrate. Der private Sektor In Gleichung 1.7 entspricht die Inflationsrate der erwa
hat seine Erwartungen vollständig antizipiert 10 . Durch diese Erkenntnis lässt sich in Bezug
9 Vgl. hierzu und zu Folgendem: Walsh (1998), S. 329. Das Modell wird in der vorliegenden Arbeit ohne
Schocks dargestellt.
10 Vgl. Bender/Berg/C assel et al. (2003), S. 362.
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Arbeit zitieren:
Diplom Ökonom Zeljko Komazec, 2007, Die Diskussion Rules vs. Discretion, München, GRIN Verlag GmbH
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