SprachealsHinweisf ürsozialeNäheoderDistanz
I n h a l t s v e r z e i c h n i s
1. EINLEITUNG 3
2. STRATEGISCHER SPRACHGEBRAUCH 3
2.1PRONOMEN. 3
2.2PR ÄDIKATE. 4
2.2.1NÄHEUNDDISTANZINZWISCHENMENSCHLICHENKONTEXTEN-DASLCM 4
2.2.2SELBSTVS.DIEANDEREN 5
2.2.3NÄHEUNDDISTANZZWISCHENGRUPPEN-DERLIB 6
2.2.4DIECONSTRUALLEVELTHEORYUNDDERLIB. 6
3. DIE EXPERIMENTE VON MAAS, SALVI, ARCURI UND SEMIN 7
3.1DASERSTEEXPERIMENT. 7
3.1.1METHODIK. 7
3.1.2ERGEBNISSE 8
3.1.3ERGEBNISSEDERKORRELATIONSSTUDIE 8
3.1.4DISKUSSION 8
3.2DASZWEITEEXPERIMENT. 9
3.2.1METHODIK. 9
3.2.2ERGEBNISSEUNDDISKUSSION. 9
3.3DASDRITTEEXPERIMENT. 10
3.3.1METHODIK. 10
3.3.2ERGEBNISSEUNDDISKUSSION. 10
4. GENERELLE IMPLIKATIONEN 10
4.1 DISKUSSIONDEREMPIRISCHENBEFUNDE. 10
4.2 IMPLIKATIONENDESLIB. 11
4.3 OFFENEPROBLEME. 11
4.4 ANWENDUNGDESLIB 12
5. LITERATURVERZEICHNIS 13
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1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der sprachpsychologischen Frage, wie wir unsere Sprache dazu nutzen, Nähe oder Distanz zu unseren Gesprächspartnern zu regulieren und auszudrücken. In diesem
Zusammenhang stehen einige weitere Fragen, wie beispielsweise ob wir in einem Gespräch einer Person gegenüber verbergen können, ob wir diese mögen oder nicht. Oder etwa: Wie signalisieren wir Gefallen oder Abneigung in Situationen, in denen der direkte Ausdruck unerwünscht ist.
2. Strategischer Sprachgebrauch
Es gibt paralinguistische Merkmale, wie Blickkontakt, Redepausen, die Sprechrate etc. sowie nonverbale Signale, wie Mimik, Gestik und der Klang der Stimme, die uns helfen, Nähe oder Distanz zu unserem Gesprächspartner zu signalisieren und unsere sozialen Beziehungen zu regulieren. 2.1 Pronomen
Personalpronomen sind ein Beispiel für eine Wortart, deren einzige Aufgabe es ist, Nähe oder Distanz, also persönliche Beziehungen auszudrücken. In der deutschen Sprache gibt es das höfliche Anredepronomen “Sie”, das Distanz, sowie Macht und Mangel an Vertrauen ausdrücken kann sowie das Pronomen “du”, welches Nähe, Solidarität oder gar Intimität ausdrückt (Brown & Gilman, 1960, zit. nach Semin, 2007).
Der unterschiedliche Gebrauch von Personalpronomen kann außerdem Nähe und Distanz zum Ausdruck bringen, indem der Gesprächspartner entweder mit eingebunden wird (Inklusivität bei dem Pronomen “wir”) oder eher ausgegrenzt wird (Exklusivität “du”, “ich”).
In einem Versuch von Agnew, Van Lange, Rusbult und Langston (1998, zit. nach Semin, 2007) sollten die Versuchspersonen das Verhältnis zu einer Person beschreiben. Die Anzahl verwendeter co-reference pronouns, wie wir oder uns, wurde mit der Anzahl von singularischen Pronomen, wie ich, du, er oder sie verglichen. Diese Studie ergab eine Korrelation zwischen der Verwendung von co-reference pronouns und relationship-commitment, also je
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mehr co-reference, desto mehr Verbindlichkeit, wobei diese Korrelation bei Liebespaaren stärker ist als bei engen Freunden. Die Untersuchungen von Fitzsimons und Kay (2004, zit. nach Semin, 2007) zeigten, dass die unterschiedliche Verwendung der Personalpronomen im alltäglichen Sprachgebrauch das Gefühl von Nähe bzw. Distanz beeinflusst. Bei der Verwendung von „wir“ oder „uns“ erfolgt eine Reduktion sozialer Distanz, wohingegen bei „er“ oder „ich“ eine Vergrößerung sozialer Distanz stattfindet. Also existiert nicht nur bei einer Beschreibung ein Hinweis auf eine bestehende Verbindlichkeit, vielmehr ist dieses Phänomen auch zur aktiven Manipulation geeignet. 2.2 Prädikate
2.2.1 Nähe und Distanz in zwischenmenschlichen Kontexten -
das Linguistic Category Model
Semin und Fiedler (1992) entwickelten ein in vier Kategorien eingeteiltes Modell, um den Abstraktionsgrad der Sprache festzustellen und damit Nähe oder Distanz in zwischenmenschlichen Kontexten analysieren zu können: das Linguistic Category Model.
Auf der ersten Stufe stehen die „Descriptive Action Verbs“ (DAV), die konkreteste Wortart, die für die Beschreibung einer einzelnen, beobachtbaren Aktion verwendet wird. Sie beschreibt eine bildliche Vorstellung, die im Gedächtnis bewahrt werden kann. Beispiel: “A schlägt B”. Die zweite Kategorie bilden die „Interpretative Action Verbs“ (IAV). Sie sind abstrakter und gehören zu einer Klasse allgemeinen Verhaltens. Sie hinterlassen keine bildliche Repräsentation im Gedächtnis. Beispiel: “A verletzt B”.
Auf der dritten Stufe stehen die „State Verbs“ (SV), die einen nicht
beobachtbaren, emotionalen Status beschreiben und kein bestimmtes Geschehen. Beispiel: “A hasst B”.
Auf der vierten und letzen Stufe stehen die „Adjectives“ (ADJ). Sie bilden die abstrakteste Kategorie, indem sie das Subjekt beschreiben, sowie bestimmte
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Arbeit zitieren:
Julia-Doreen Metzner, 2008, Sprache als Hinweis für soziale Nähe oder Distanz, München, GRIN Verlag GmbH
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