Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1. Einleitung 3
2. Erich Kästner - Biografie mit besonderem Schwerpunkt auf seiner Kindheit 4
3 Inhaltsangaben 8
3.1 „Emil und die Detektive“ 8
3.2 „Das doppelte Lottchen“ 9
4. Vergleich der Kindheit Erich Kästners mit der Kindheit Emils aus seinem Roman
„Emil und die Detektive“ 10
4.1 Vergleich der Rolle der Mutter mit Frau Tischbein (Emil und die Detektive) und
Luiselotte Körner (Das doppelte Lottchen) 12
4.2 Vergleich der Rolle des Vaters mit Emils Vater (Emil und die Detektive) und dem
Kapellmeister Palfy (Das doppelte Lottchen) 13
4.3 Die Musterknaben und -töchter in Emil und die Detektive und Das doppelte Lottchen
im Vergleich zu Erich Kästner 15
5. Zusammenfassung und Schlussbetrachtung 16
Literaturverzeichnis 17
Prim ärliteratur 17
Sekund ärliteratur 17
2
1. Einleitung
In der vorliegenden Arbeit werde ich mich mit den biografischen Refelexen Erich Kästners und der Rollen der Eltern basierend auf den Romanen „Emil und die Detektive“ und „Das doppelte Lottchen“ beschäftigen. Die Kindheit Kästners werden ich vor allem mit seinem Roman „Emil und die Detektive“ abgleichen, die Rolle der Mutter mit den Figuren der Frau Tischbein und der Luiselotte Körner, die Rolle des Vaters mit der des Kapellmeister Palfys. Die Auseinandersetzung mit dem Leben eines so renommierten Autors wie Erich Kästner finde ich persönlich sehr interessant, da er ein unglaublich erfolgreicher und, vor allem während des Dritten Reichs, sehr mutiger Schriftsteller war. Weder das „Zusehen müssen“ während der öffentlichen Verbrennung seiner damals „verbotenen“ Bücher noch die zweimalige Verhaftung durch die Gestapo konnten Kästner von seiner großen Leidenschaft, dem Schreiben, abbringen. Im Hinblick auf seine oftmals schwierige und tragische Kindheit, die von seiner Mutter und ihrem Verhalten geprägt wurde, finde ich es sehr interessant zu erfahren, ob und wenn in welcher Weise Kästner diese Erfahrungen in seinen Kinderbüchern verarbeitet hat oder zumindest darauf hindeutet.
Ich habe selber als Kind großen Gefallen an den Kinderbüchern Erich Kästners gefunden, fast alle seiner Kinderbücher gelesen bzw. vorgelesen bekommen, wobei mir besonders „Das doppelte Lottchen“ und „Pünktchen und Anton“ zugesprochen haben. Auch aufgrund dieser Kindheitserinnerungen finde ich es persönlich sehr interessant, etwas über Kästner, seine Kindheit (mit der schwierigen Beziehung zu seiner dominanten Mutter und dem eher bedeutungslosen Bezug zu seinem Vater) und sein Leben genauer zu betrachten. Ursprünglich war es Kästners Wunsch Lehrer zu werden, was in seinen Werken zu erkennen ist, da sie oft von seinen didaktischen und pädagogischen Zielen durchzogen sind: „Nur wer erwachsen wird und Kind bleibt, ist ein Mensch!“ 1 Warum er sich mit seinen Romanen an Kinder als Publikum gewandt hat belegt das Folgende: „Ihr Gewissen ist noch nicht korrumpiert. Ihnen dieses reine Gewissen bewahren zu helfen, gehört zu den großen Aufgaben der Erzieher und Lehrer.“ 2
1 Kordon 1995 (S.33)
2 Enderle 1960, S. 6f.
3
2. Erich Kästner - Biografie mit besonderem Schwerpunkt auf seiner Kindheit
Erich Kästner wurde am 23. Februar 1899 in Dresden als erster und letzter Sohn des Sattlermeisters Emil Kästner und seiner Frau Ida Amalia Kästner, geborene Augustin, Friseuse, geboren. Seine beiden Eltern waren zum Zeitpunkt seiner Geburt bereits seit sieben Jahren verheiratet, die Ehe war jedoch nicht glücklich. Ida Kästner hatte 1892 „[…] lustlos und lieblos […]“ 3 auf den Rat ihrer Schwestern hin Emil Kästner mit 21 Jahren geheiratet, um sich Unabhängigkeit und einen sozialen Aufstieg zu sichern. Der selbstständige Sattlermeister konnte jedoch sein Geschäft nicht halten, da er zwar „[…] ein begnadeter Handwerker, aber kein Ökonom [war]“ 4 . Aufgrund dessen zog die typisch kleinbürgerliche Familie Kästner 1895 in die Dresdener Neustadt. Emil Kästner musste sein Geschäft aufgeben und als Industriearbeiter in einer Kofferfabrik, in Militärwerkstätten und anderen Dresdener Betrieben arbeiten. Seine Frau nahm einige kleine Nebentätigkeiten an, wie z.B. „[…] für eine Firma im Stücklohn Leibbinden zu nähen“ 5 . Durch Bescheidenheit und Gutmütigkeit gelang es der jungen Familie ihren Lebensunterhalt zu verbessern und sich eine bessere Wohnung in der Königsbrücker Straße zu leisten in der Nähe der herrschaftlichen Häuser mit beeindruckenden Vorgärten: „Trotzdem gehört meine ganze Liebe nach wie vor den kleinen, gemütlichen Häusern mit den Stiefmütterchen und Dahlien im Vorgarten“ 6 . Mutter Kästner war mit der Situation jedoch nie wirklich zufrieden, denn soweit jedoch gelang es der Familie Kästner nie aufzusteigen: „Wir zogen tiefer, weil es mit uns bergauf ging. Wir näherten uns den Häusern mit den Vorgärten, ohne sie zu erreichen“ 7 .
In diese Situation wurde Erich Kästner hineingeboren. Seine Mutter wollte ihrem ersten Sohn alle Wege eröffnen, ihm den ihr versagten Aufstieg zu ermöglichen. Sie war stets sehr besorgt um Erichs Wohl. Um das Einkommen der Familie aufzubessern, begann sie eines der Zimmer, der ohnehin schon kleinen Wohnung, an den Volksschullehrer Franke zu vermieten, dem im weiteren Verlauf noch einige andere Nachmieter, wie z.B. Paul Schurig, der ebenfalls Lehrer war, folgten. Die Einflüsse dieser Lehrer auf ihren Sohn sollten ihn zu „[…]erstklassige Leistungen in Schulen […]“ 8 und mustergültigem Verhalten führen. Aus diesen Begegnungen mit Lehrern in seinem direkten Umfeld stellt sich auch ein erster
3 Hanuschek 2004, S. 11
4 Vgl. ebd.
5 Kästner für Erwachsene, Bd. 4, 1983, S. 42.
6 Ebd. S. 9.
7 Ebd. S. 44.
8 Schneyder 1982, S.15.
4
Berufswunsch Erich Kästners heraus: „Und wenn mich die Leute […] fragten: ‚Was willst du denn später einmal werden?‘, antwortete ich aus Herzensgrunde: ‚Lehrer‘!“ 9 . Der Junge war begeistert vom Aufgabenfeld und Berufsbild der Lehrer und entschloss sich nach dem erfolgreichen Abschluss der Volksschule Pädagoge zu werden. Er begann mit der Ausbildung am Freiherrlich von Fletscher’schen Lehrer-Institut, einem Internat, das nur wenige Schritte von der Wohnung entfernt lag, da das Geld für das Gymnasium oder die Oberschule nicht ausreichte. Ida Kästner war jedoch immer wieder bereit und gewillt, ihrem Sohn die Schulbildung zu ermöglichen: „Die 34jährige Mutter erlernte den Friseurberuf, um im eigenen Schlafzimmer das Geld für die höhere Bildung des Kindes zu erschuften“ 10 . Die ständige Sorge der Mutter wurde von dem Sohn eher belächelt. Es wundert also nicht, dass Kästner später in seine Schriften eine Spur ironisch-kritischer Distanzierung zu dem Vereinnahmungsbestreben seiner Mutter einbringt 11 .
Ida Kästner und der eher im Schatten stehende Vater Emil Kästner liefern sich einen ständig andauernden Kampf um Erichs Liebe und machen ihrem Sohn dadurch die Kindheit recht schwer. Kästner beschreibt sein Elternhaus später selber als „[…] eine Hölle […] “ 12 :
„[…] Es war ein Konkurrenzkampf aus Liebe zu mir, und es war ein verbissener Kampf. Es war ein Drama mit drei Personen, und der letzte Akt fand, alljährlich, an Heiligabend statt. Die Hauptrolle spielte ein kleiner Junge. Von seinem Talent aus dem Stegreif hing es ab, ob das Stück eine Komödie oder ein Trauerspiel wurde. Noch heute klopft mir, wenn ich daran denke, das Herz bis in den Hals. […]“ 13
Ida Kästner vergaß sich über die Aufopferung für ihren Sohn selbst, sein Dasein, seine Zukunft und sein Glück wurden zu ihrem alleinigen Lebensinhalt 14 . Ihr Ziel und Wunsch war es immer, die vollkommene Mutter zu werden, was sie bei Außenstehenden oft streng, egoistisch, hochmütig und gebieterisch erscheinen ließ. Ihre Verzweiflung darüber und das Gefühl, dass sie nie die vollkommene Mutter werden würde, trieben sie in einige Selbstmordversuche. Sie adressierte ihre Abschiedsbriefe ausnahmslos an ihren Sohn.
9 Kästner für Erwachsene, Bd. 4, 1983, S. 55.
10 Ebd. S. 36
11 Schikorsky. In: Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur, 1995, S. 226.
12 Ebd. S. 240.
13 Kästner, Bd. 4, 1983, S. 94
14 Vgl. Kordon ² 1995, S.23.
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Arbeit zitieren:
2007, Die Untersuchung der Kindheit Erich Kästners und der Rollen der Eltern basierend auf den Romanen „Emil und die Detektive“ und „Das doppelte Lottchen“ , München, GRIN Verlag GmbH
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