Inhalt
1. Einleitung. 3
2. Interpretation. 4
2.1. Romantische Züge. 4
2.2. Sprechende Namen. 6
2.3. Methoden der Zweideutigkeit. 7
2.4. Das Augenmotiv 10
2.5. Subjektivität, als Nährboden der Phantasie. 12
2.6. Der Automat. 15
2.7. Das Schauerliche im Werk 16
3. Abschluss. 17
4. Literaturverzeichnis. 18
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1. Einleitung
In dieser Arbeit möchte ich mich mit den Hauptfragen in E.T.A. Hoffmanns Sandmann, und einigen Interpretationsmöglichkeiten beschäftigen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Im ersten Teil werde ich eine kurze Zusammenfassung der Romantik geben, beziehungsweise die wichtigsten Merkmale der Romantik anhand des Stückes erläutern, wobei ich einige unterschiede die Hoffmann geschaffen hat, einbeziehe. Im darauffolgenden Teil werde ich die sogenannten sprechenden Namen behandeln da diese eine große Rolle in Stück spielen, weil sie sofortige Charakterbeschreibung zu den jeweiligen Personen geben können, und zum Teil auch den Ausgang der Geschichte preisgeben können. Danach möchte ich die von Hoffmann gewählten Methoden erläutern, womit er die Spannung im Stück aufrecht hält, und er für eine konstante Unsicherheit beim Lesen sorgt, also die Methoden der Zweideutigkeit, und dementsprechend auch die beiden gängigen
Interpretationsperspektiven. Wie bei fast allen Sandmann-Interpretationen, bedarf auch bei meiner das Auge, beziehungsweise das Augenmotiv einer größeren Erläuterung, da das Auge ein zentrales Motiv des Werkes ist, was ihm ihr ganzes Zusammenhalt und thematische Dichte verleiht. Im fünften Teil meiner Arbeit werde ich über die fatale Subjektivität des Protagonisten, und deren Konsequenzen, schreiben. Wir werden sehen in wie fern sich diese auf sein Leben einwirkte, bis letztendlich die Überhand gewonnen für Nathanaels Tod sorgte. Danach möchte ich mich kurz über die geschichtlichen Hintergründe des Stückes, im Zusammenhang mit dem Automaten Olimpia, äußern, damit wir etwas besser nachvollziehen können, wiese diese ein wichtiges Element des Gruseln, für die Menschen damals war, und es bis zum heutigen Tag ist. Im letzten Teil möchte ich schließlich dass Schauerliche in den Nachtstücken, beziehungsweise bei E.T.A. Hoffmann behandeln, wobei ich seine Neuerung zum sogenannten „gothic tale“ hervorhebe, wodurch seine Stücke so gruselig, und letztendlich so berühmt und beliebt geworden sind.
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2. Interpretation
2.1. Romantische Züge
Romantik bezeichnet eine kulturgeschichtliche Epoche, die vom Ende des 18. Jahrhunderts bis weit in das 19. Jahrhundert hinein dauerte und sich insbesondere auf den Gebieten der bildenden Kunst und Literatur sichtbar machte. Sie war eine Art Antwort auf die vernunftgerichtete Philosophie der Aufklärung und den Klassizismus, der strengen antiken Grundsätzen folgte. Neben dem Gefühl, Leidenschaft, Individualität und der Seele, sind die Grundthemen beziehungsweise Merkmale der Romantik auch das Unbewusste der menschlichen Psyche, Sehnsucht, Märchen, Mysterium und das Geheimnis. Eine sogenannte offene Form, ist auch für die Romantische Werke Charakteristisch. Dass heißt, das weder Form noch Inhalt der Werke festgelegt sind, und so können Märchen, Gedichte, Lieder und Erzählungen in einander gemischt werden. Auch die Wissenschaft und Philosophie tritt oft in Romantischen Literarischen Stücken auf. Sagen und Märchen aus der mündlichen Überlieferung werden auch gesammelt. Allerdings wurden auch Gefahren in dieser „anderen Welt“ gesehen. Die Nachtseite der Romantik, geprägt von Teufelspakten, Wahnsinn, Gespenstern, Schuld und Tod, findet sich besonders ausgeprägt bei E. T. A. Hoffmann. 1 Der Sandmann erschien im Jahre 1814 in dem Band der Nachtstücke, die gruselige und schauerliche Geschichten, also Stücke die die Typischsten Werke der Nachtseite der Romantik sind, enthalten. In diesen wird die Abartige und Dämonische Seite der menschlichen Natur beleuchtet. So ist die Hauptthematik dieser Stücke Dunkelheit, Schlaf, Traum, Abgrund, Wahnsinn und Tod. So sind Unsicherheit, Täuschung der Optischen Wahrnehmung und der Sinne ständige Begleiter der Protagonisten, wie auch im Sandmann. Die Subjektivität bei der Betrachtungsweise spielt auch eine entscheidende Rolle in diesen Werken. Diese Stücke basieren also auf das Schauerliche und auf Gruseln, wobei Hoffman diese noch mit einem Psychologischen Profil erweitert, wodurch seine Werke noch zusammengesetzter und Furchterregender sind.
1 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Romantik
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Hoffmann beschäftigt sich also mit der Dunklen Seite, also mit der Nachtseite der menschlichen Seele. Die Nacht ist in sich Unheimlich und birgt Unsicheres, aber ihr auch noch eine andere Eigenschaft zugesprochen. Die Naturphilosophen der Romantik glauben nicht, dass der menschliche Verstand alle Dinge in ihren Zusammenhängen bis ins letzte Detail erfassen und verstehen kann. Sie glauben, dass Mensch und Welt nur noch im Unbewussten miteinander verbunden seien und dass sich diese Verbindung nur im Zustand des ausgeschalteten Bewusstseins offenbare. Das Fehlen von Licht und dem Rationalen wird also benötigt um in der Lage zu sein Dinge in ihrer Wahren Form zu erkennen. Hoffmann interessierte sich für diese romantischen Naturphilosophischen Ideen, doch er betrachtete sie mit einer gewissen Distanz und Skepsis. In seinen Nachtstücken hat dass Dunkle eine zerstörerische Kraft, die in ihrem Wirken doch nicht eindeutig zu erklären ist. Im Sandmann bewegt sich Nathanael in einem Feld aus Nacht, Dunkelheit, Traum, Ohnmacht und Wahnsinn. Wenn er sich also auf seine Intuition, also auf das Unbewusste stützt, führt ihn dass nicht zu einer höheren Wahrheit, sondern in den Wahnsinn. Es lassen sich etliche romantische Züge im Sandmann entdecken. Angefangen bei der Themenwahl, dem Mystischen Sandmann, denn die Romantik bedient sich oft aus Märchen und Mythen. Der Teufelspackt tritt im Stück auch auf, da Nathanael denkt dass sein Vater einen Packt mit dem teuflischen Coppelius geschlossen hat, und deshalb zu befürchten ist dass er seine Seele verliert. Schon der Zeitpunkt an dem er starb, ist Typisch in der Romantik, da man dem Mitternacht schon immer etwas Mystischen zugeschrieben hat, und so ist auch das Erscheinen von Coppola zur Mittagsstunde. Eine Kontrastierung von Tag und Nacht, Hell und Dunkel. Der tagsüber als Advokat Coppelius erscheine Mensch, wird nachts zur erschreckenden Gestalt, zu dem schrecklichen Sandmann, der Nathanaels Fantasie beschäftigt. Den Übergang vom Tag zu Nacht markiert der Zeitpunkt, also abends 9 Uhr, wenn die Kinder und die Mutter ins Bett müssen, weil der böse Sandmann kommt. Die Romantiker bedienen sich oft an Traum und Wahnsinn, die sich auch in mehreren Momenten des Werks finden lassen. Als Nathanael nicht recht entscheiden kann, was in der Nacht als er von Advokaten entdeckt wurde, die Dinge nur geträumt hat, oder sie in der Realität geschehen sind. Diese Unsicherheit, die Verschmelzung von Realität und Phantasie, der Weg von der klaren objektiven Wahrnehmung zu einer Traumwelt, macht Nathanael letztendlich Wahnsinnig.
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Arbeit zitieren:
Milán Győrfi, 2008, E.T.A. Hoffmann 'Der Sandmann' - Eine Interpretation, München, GRIN Verlag GmbH
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