Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung 3
2. Uminterpretation des Problems 4
3. Aufhebung des Widerspruchs durch Preisgabe einer Prämisse 5
3.1 Preisgabe der Allgüte 6
3.2 Preisgabe der Allmacht 6
4. Gläubiger Verzicht auf eine Lösung 8
5. Lösung des Widerspruchs durch Zusatzannahmen 9
5.1 Free-will-defence 10
5.2 Soul-making-theodicy 12
6. Fazit 12
7. Literatur 13
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1.Einleitung
Etwas, dass nahezu alle Menschen miteinander verbindet, ist die Erkenntnis von Übel und Leid, welche sowohl als gesellschaftlich-kollektiv (z.B. witschaftliche Rezession bzw. Naturkatasrophe) als auch persönlich-individuell erfahren werden. Für Übel und Leid kennzeichnend ist, dass ihre Empfinden mit relativer Stärke wahrgenommen wird, denn jemand, der so leidet, dass er krank wird, weil er sich als Millionär nicht reich genug fühlt, leidet unter Umständen genauso stark, wie ein Obdachloser der erkrankt, weil ihn sein Schlafsack nicht ausreichend gegen die Kälte geschützt hat.
Da Übel und Leid offenbar existenzielle menschliche Freiheiten bedrohen, versucht der Mensch ihre Ursachen zu finden. Gefundene Ursachen werden in der Folge entweder verurteilt oder legitimiert. Nun ist es leicht nachzuvollziehen, dass jenes Leid, welches durch menschliche Gewalt verursacht wurde (moralische Übel), leichter verurteilt oder legitimiert werden kann, als solches, dessen Ursachen eindeutig nicht an menschliches Handeln geknüpft waren (natürliches Übel). Letzteres stellt ein großes Problem da, weil hier anscheinden niemand für verursachtes Übel und Leid nachhaltig verantwortlich gemacht und verurteilt werden kann: Es hat keinen Sinn die Natur zu verurteilen, da die Umsetzung eventueller Strafen unmöglich ist.
Während der Atheist keine Person für natürliches Übel und Leid verantwortlich machen kann und dies als Erkenntnislücke hinnimmt, ist die Natur für den Christen das Werk eines allmächtigen, allwissenden und allgütigen Gottes. Diese christliche Sicht aber führt geradewegs in einen logischen Widerspruch.
Das eröffnet folgende Frage:
Für den Atheisten ist die Unlösbarkeit dieser Frage nur ein weiterer Beleg für die Nichtexistenz Gottes. „Treffend hat Georg Büchner daher im Hinblick auf das [..] Problem vom Fels des Atheismus gesprochen.“ 1
Der Gläubige jedoch nimmt diesen logischen Widerspruch entweder als solchen wahr, unterzieht sein bisheriges Gottesbild einer Prüfung oder er negiert das logische Problem. Trotz teilweiser Leugnung des logischen Problems stellt die Beschäftigung mit dieser Frage ein klassisches theologisches Problem dar, dessen Anklänge bereits im Buch Ijob gefunden werden. Seit dem wiederholten Aufgreifen der Frage 1710, durch den Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz in seinem Werk Essais de Théodicée sur la bonté de Dieu, la lieberté de l’homme et l’origine du mal, wird der gesamte Diskurs bis heute unter dem Begriff „Theodizee“ geführt. Um einen Überblick zu geben, welche Ansätze zur möglichen Lösung bereitstehen, folge ich der methodischen Aufbereitung Perry Schmidt-Leukels, welcher mit der Uminterpretation des Problems beginnt, mit der Aufhebung der Widersprüche durch Preisgabe einer Prämisse fortfährt und neben dem gläubigen Verzicht auf eine Lösung, die Lösung des Widerspruchs durch Einführung von Zusatzannahmen in Aussicht stellt.
2. Uminterpretation des Problems
Schmidt-Leukel führt an, dass Vertreter dieses Ansatzes das Theodizee-Problem nicht leugnen, aber eine theoretische Lösung für ungeeignet halten. Man sehe zwar ebenso eine theoretische Unlösbarkeit des Problems, aber die damit verbundene Leugnung Gottes führe nur von der praktischen Lösung des Problems weg. Es erscheint einleuchtend, dass die Verwerfung jeglicher religiöser Lösungsansätze nicht mit dem bloßen Scheitern eines einzigen theoretischen Ansatzes begründet werden kann. So müssen sich die Theodizee-Gegner auch den Vorwurf, seitens der Befürworter einer praktischen Lösung, gefallen lassen, die das Pochen auf die theoretische Lösung als Unfähigkeit, welche in Selbstherrlichkeit, Zynismus und Realitätsblindheit gründe, eine praktische Lösung anzugehen.
1 Perry Schmidt-Leukel: Grundkurs Fundamentaltheologie. Eine Einführung in die Grundlagen des christl. Glaubens; München 1999, S. 112
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Arbeit zitieren:
Oliver Siegemund, 2008, Theodizee Widerlegung Gottes, München, GRIN Verlag GmbH
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