Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis 3
Einleitung 4
A. Einführung in die Entwicklungstheorien. 5
B. Exogene Theorien. 7
I. Marxistischer Ansatz 8
II. Neokoloniale Dependenztheorie. 12
C. Endogene Theorien. 14
III. Stufentheorie nach Rostow. 14
IV. Dualismustheorie 16
Res ümee und Schluss 19
Literaturverzeichnis. 20
2
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Die Produktionsweise - der Zusammenhang zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen 08
Abbildung 2: Vergleich traditionellem mit modernem Sektor 17
3
Einleitung
Jede Nation strebt nach Wohlstand. Diesen zu vermehren stellt die Grundlage der Ökonomie dar. Doch kann es dabei keinen einheitlichen Ansatz geben - jedes Land entwickelt anders. Diese Arbeit beschäftigt sich mit verschiedenen theoretischen Ansätze zur Erörterung des Fragenkomplexes, warum entwickelt sich das eine Land während des Wachstums im Nach-barland stagniert?
Nicht erst seit Karl Marx, beschäftigen sich Ökonomen - aber auch Philosophen, Soziologe oder Politologen - mit verschiedenen entwicklungstheoretischen Ansätzen. Insbesondere mit dem Beginn des Kalten Krieges, d.h. der Aufteilung der Welt in zwei Blöcke und einer sog. „Dritten Welt“, sowie dem Ende des Kolonialismus in den 1950er Jahren, etablierte sich ein entwicklungspolitischer Diskurs in der Wissenschaft, zur Findung der „richtigen“ Strategie, um effektiv das Wachstum in den sog. „Entwicklungsländern“ 1 zu fördern. Die in diesem Prozess entstandenen Theorien bildeten die Grundlage für die westliche Entwicklungshilfe. Diese Arbeit beschäftigt sich mit den „klassischen“ Entwicklungstheorien. Ziel ist es, eine Einführung in die Thematik der Entwicklungstheorien zu geben sowie exemplarisch einige Theorien wiederzugeben und diese kritisch zu bewerten. Um festzustellen, was Entwicklungs-theorien im Allgemeinen und „Klassische“ im Besonderen charakterisiert, folgt zunächst in Teil A eine definitorische Einführung in diesen Sachverhalt. Darauf aufbauend wird in den Kapiteln B bzw. C exemplarisch Entwicklungstheorien mit exogener bzw. endogener Ursache herausgearbeitet. Aufgrund der Komplexibilität und der Anzahl der verschiedenen Entwick-lungstheorien, kann nur eine kleine Auswahl an Theorien betrachtet und erläutert werden. Der Fokus wurde deshalb auf den jeweils bedeutendsten endogenen und exogenen Theorien gelegt.
Aufgegriffen werden als Beispiele für die exogenen Theorien: der Marxistische Ansatz sowie die darauf fußende Dependenztheorie. Beide benennen die Abhängigkeit unterentwickelter Länder von den Industrieländern als Hauptursache für fehlende Entwicklung. Die Stufentheorie, welche (basierend auf Marx) eine stufenartige Entwicklung für jedes Land annimmt, sowie die Dualismustheorie, welche parallel in einem Land vorhandene ineffektiv agierende Wirtschaftszweige für Unterentwicklung verantwortlich macht, werden als Vertreter der endogenen Theorien betrachtet.
Aufgrund der Vielzahl an Entwicklungstheorien und der Schwierigkeiten bei der Abgrenzung solcher in „klassische“, stand eine große Anzahl an Literatur zur Bearbeitung dieses Themas
1 Entwicklungsländer werden folgt mit LDC (less developed countries) abgekürzt.
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zur Verfügung. Diese Arbeit basiert jedoch im Wesentlichen auf Standartlehrbüchern, wie etwa „Economic Development“ von Michael Todaro und Stephen Smith 2 oder „Wirtschaftsprobleme der Entwicklungsländer“ von Hans-Rimbert Hemmer. 3 Nützliche Hinweise auf zukünftige Entwicklungen in diesem Feld lieferte Reinold Thiele mit seiner Zusammenfassung von Artikel der Zeitschrift „Entwicklung und Zusammenarbeit“ in dem Buch „Neue Aufsätze zur Entwicklungstheorie“. 4 Erwähnenswert ist auch das Helmut Walter Buch „Wachstums-und Entwicklungstheorie“, welches nicht nur einen guten Überblick über die Entwicklungs-theorie im Allgemeinen liefert, sondern auch sehr anschaulich die Stufentheorien nach Marx und Rostow darstellt, erläutert und kommentiert. 5
A. Einführung in die Entwicklungstheorien
Die Praxis brauche die Theorie, so wie gleichzeitig die Theorie die Annäherung an die Praxis braucht (zumindest wenn sie sich als verifizierbar erweisen wolle), so die Meinung von Franz Nuscheler. Erfolgsversprechende Strategien seien nur zu entwickeln, wenn die praktischen Erfahrungen richtig interpretiert und erforderlichenfalls korrigiert werden. Entwicklungstheorien seien daher, nach Meinung Nuschelers essentiell, um der entwicklungspolitischen Wirklichkeit zu begegnen. 6 Der Zweck von Theorien im Allgemeinen braucht nicht näher erläutert zu werden, ohne eine durchdachte Planung wird jedes Vorhaben langfristig scheitern. So ist es auch in der Entwicklungspolitik. Doch wie wird der Begriff „Entwicklungstheorie“ definiert? Eine umfassende Definition für diesen Begriff lieferte Ulrich Menzel:
„Ich verstehe unter Entwicklungstheorien Aussagen, mit deren Hilfe (…) begründet werden kann, warum es in den Industriegesellschaften Westeuropas, Nordamerikas und Ostasiens zu Wirtschaftswachstum, Industrialisierung, sozialer Differenzierung und Mobilisierung, mentalem Wandel, Demokratisierung und Umverteilung gekommen ist, bzw. warum in dem übrigen Teil der Welt diese Prozesse ausbleiben, nur unvollständig realisiert werden oder lediglich eine Karikatur dieses Prozesses zu beobachten ist.“ 7
2 Todaro, Michael P. / Smith, Stephen C. (2003): Economic Development. Pearson, London.
3 Hemmer, Hans-Rimbert (1988): Wirtschaftsprobleme der Entwicklungsländer - Eine Einführung. Verlag Franz
Vahlen, München.
4 Thiele, Reinold E. (Hrsg.) (1999a): Neue Ansätze zur Entwicklungstheorie. Deutsche Stiftung für internationa-
le Entwicklung, Bonn.
5 Walter, Helmut (1983): Wachstums- und Entwicklungstheorie. Gustav Fischer Verlag, Stuttgart.
6 Vgl. Nuscheler, Franz (1992): Warum brauchen wir Entwicklungstheorien? In: Thiele, Reinold E.: Neue An-
sätze zur Entwicklungstheorie. Deutsche Stiftung für internationale Entwicklung, 1999, S. 392.
7 Menzel, Ulrich (1992): 40 Jahre Entwicklungsstrategie = 40 Jahre Wachstumsstrategie. In: Nohlen, Dieter /
Nuscheler (Hrsg.): Handbuch der dritten Welt, Bd. 1; S. 140.
5
Menzel stellt an dieser Stelle die extremen Gegensätze in den Entwicklungen der verschiedenen Erdteile dar. Er verlangt von einer Entwicklungstheorie, dass sie „gesamtgesellschaftliche, welthistorische Prozesse des wirtschaftlichen und sozialen Wandels erklärt und verständlich macht.“ 8 Im Umkehrschluss wären, nach Ansicht von Reinold Thiele, Entwicklungstheorien als „gescheitert“ einzustufen, wenn diesen - nachdem sie zur Anwendung kamen - nachgewiesen werden könne, dass sie keine überzeigenden oder stichhaltigen Erklärungen für Entwicklung oder Unterentwicklung liefern könnten. 9
Der Begriff der „klassischen“ Entwicklungstheorien kann nur mit Mühen definiert werden. Vielfach wird dieser Begriff für Theorien, die im Zeitraum des Kalten Krieges aufgestellt wurden, verwendet. Es gibt in der Wissenschaft auch keine einheitliche Definition, inwiefern „klassische“ Entwicklungstheorien von den nichtklassischen Theorien abgegrenzt werden können.
So sprechen etwa Todaro und Smith von vier „klassischen“ Entwicklungstheorien: von dem „linear-stages-of-growth model“ (Stufentheorie), von der „theories and patterns of structural change“, von der „international-dependence resolution“ (Dependenztheorie) und von der „neoclassical, free-market counterrevolution“ (neoklassisch oder neoliberale Theorie). 10 Diese vier Entwicklungstheorien ordnen Todaro und Smith in einen historischen Kontext. In den 1950er und 1960er Jahren sahen die Ökonomen, nach Ansicht von Todaro und Smith, den Entwicklungsprozess als eine aufeinander Folge von Entwicklungsstufen, welche jedes Land einmal passieren müsse. 11
In den 1970er Jahren sollen sich, nach Meinung der beiden Ökonomen, zwei konkurrierende Theorien etabliert haben. Zum Einen die „theories and patterns of structural change“, welche die Annahme vertritt, dass unterentwickelte Länder zunächst gewisse strukturelle interne Maßnahmen umsetzen müssen bevor sie sich entwickeln können. Und zum anderen die De-pendenztheorie, welche argumentiert, dass die unterentwickelten Länder in einer Abhängigkeit zu den Industrieländern stehen, aus welcher sie sich nicht selbst befreien können. 12 In den darauf folgenden Jahrzehnten etablierte sich die neoklassische oder neoliberale Theorie. Inhärent bei diesem Ansatz ist der liberale Gedanke, wonach „zu viel Staat“ die Wirt- 8 Vgl.Thiele, Reinhold E. (1999b): Einleitung - Zur Neubewertung der Entwicklungstheorie. In: Thiele, Reinold
E.: Neue Ansätze zur Entwicklungstheorie. Deutsche Stiftung für internationale Entwicklung; S. 9-34 (1999), S.
10.
9 Thiele (1999b), S. 10.
10 Vgl. Todaro/Smith (2003), S. 104 ff.
11 Vgl. ebd., S. 108 ff.
12 Vgl. Todaro/Smith (2003), S. 115ff.
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Arbeit zitieren:
Daniel M. Rother, 2008, Klassische Entwicklungstheorien im kritisch-systematischen Überblick, München, GRIN Verlag GmbH
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