Differenzen und Gemeinsamkeiten zwischen den André Schmidt
Dialektikkonzepten von Sokrates, Platon und Aristoteles
INHALTSVERZEICHNIS
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1 Einleitung 3
2 Der sozialpolitische Kontext 4
2.1 Das neue Zeitalter 4
2.2 Die Krise der ethischen Ordnung 4
2.3 Die Philosophie und die Dialektik 5
3 Sokrates 6
3.1 Beginn des metaphysischen wissenschaftlichen Suchens 6
3.2 Der Sokratische Dialog 6
3.3 Die moralische Handlung zum Ziel 7
3.4 Die Sokratische Ironie 8
4 Platon 9
4.1 Der schriftliche platonische Dialog 9
4.2 Dialektik des Einteilens und Zusammenfassens 9
4.3 Schluss- und Prüfstein der Vernunfttätigkeit 10
4.4 Der sokratische Einfluss 11
5 Aristoteles 12
5.1 Sophistik, Rhetorik und Dialektik 12
5.2 Das neue Fundament der Philosophiewissenschaft 12
5.3 Dialektik und Philosophie 13
5.4 Die praktische dialektische Analyse 14
6 Schlussbemerkung 15
Quellenverzeichnis 16
Literaturverzeichnis 17
Erkl ärung 18
Differenzen und Gemeinsamkeiten zwischen den André Schmidt
Dialektikkonzepten von Sokrates, Platon und Aristoteles
1 Einleitung
In dieser Seminararbeit sollen anhand von ausgewählten Texten und Überlieferungen antiker Autoren, wie XENOPHON, PLATON sowie ARISTOTELES die unterschiedlichen dialektischen Vorstellungen und Konzeptionen von SOKRATES, PLATON und ARISTOTELES näher betrachtet werden. Dabei werden die verschiedenen Einflüsse dieser Epoche für ein besseres Verständnis der Beweggründe dieser Philosophen, ihre bis heute bekannten Weisheitslehren zu verfassen, neben einer anfänglichen begrifflichen Einordnung auch in einen kurzen sozial-geschichtlichen Kontext einge-ordnet. Der Schwerpunkt dieser Arbeit soll auf die Herausarbeitung der verschiedenen Dialektikkonzepte nach ihren Inhalten, Motiven und Zielstellungen gelegt werden. Ein Hauptaugenmerk wird dabei der Fragestellung gewidmet sein, welche Leitsätze und Hauptaussagen diesen dialektischen Konzeptionen entnommen werden können. Im Speziellen soll eine Untersuchung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede am Beispiel von ausgewählten Texten dieser Autoren unternommen werden, indem auch der Frage nach der geschichtlichen Entwicklung des Dialektikbegriffes nachgegangen werden soll.
Als wissenschaftliche Grundlagen zur Klärung dieser Fragen dienen unter anderem die schriftlichen Übersetzungen von europäischen Autoren wie FRANZ DIRLMEIER, „Aristoteles, Nikomachische Ethik“, „Platon, Politeia“ von OTTO APELT sowie die von IRMSCHER übersetzten „Erinnerungen an Sokrates“ von XENOPHON. Aber auch Sekundärliteratur, wie die Monographien PETER STEMMERs, „Platons Dialektik, die frühen und mittleren Dialoge“, LIVIO SICHIROLLOs, „Dialegesthai -Dialektik von Homer - Aristoteles“ sowie „Metzler Philosophie Lexikon, Begriffe und Definitionen“ von PETER PRECHTL als Tertiärliteratur werden hierfür herangezogen, um die Untersuchungen anderer Philosophen sowie den Forschungsstand mit einzubeziehen.
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Dialektikkonzepten von Sokrates, Platon und Aristoteles
2 Der sozialpolitische Kontext
2.1 Das neue Zeitalter
Vor fast zweieinhalb Jahrtausenden erwachte nicht nur in Asien, sondern auch nahezu zeitgleich in Europa der menschliche Geist zu sich selbst und wurde sich seiner Macht bewusst. Der Mensch machte sich jetzt Gedanken über die Ordnung der Welt und im Besonderen über seine eigene Stellung in ihr. Als in Griechen-land das philosophische Denken einsetzte, kam es auf Grund eines sich allmählich durchsetzenden selbstständigen und kritischen Erkennens zu einem offenen Hinterfragen des bis dahin bestehenden Weltbildes des Mythos, indem die fraglos akzeptierte Kunde der Vorzeit, das hingenommene heilige Wissen vom Urgrunde der Welt und des Lebens zunehmend an Bedeutung verloren. 1 Es setzte ein frühes philosophisches und forschendes Auseinandersetzen mit den alten religiösen Bindungen und Vorstellungen der Vorzeit ein. Die Natur nachahmende Kunst ersetzte den mythischmagischen Stil und das eiserne Zeitalter verdrängte langsam aber sicher das Bronzene. Der Mensch versuchte sich des Urältesten sowie des Zusammenhanges zwischen der Tiefe des Geistes und des Urgrundes des Weltganzen bewusst zu werden und nutzte erstmals die Fähigkeit des klaren Ausdrucks sowie des schöpferischen Wortes. Dieses gilt in Indien für MAHAVIRA ebenso wie für GAUTAMA BUDDHA, in Griechen-land für HERAKLIT und HESIOD und im chinesischen Kulturkreis für LAO-TSE sowie KONFUZIUS.
2.2 Die Krise der ethischen Ordnung
Durch die Perserkriege, den aufkommenden internationalen Handel sowie den Bildungs- und Forschungsreisen war diese Übergangszeit von langen kriegerischen Auseinandersetzungen sowie tief greifenden Veränderungen im politischen und sozialen Gefüge, als Folge des Kennenlernens der Verschiedenheit anderer Kulturen und Lebensformen, geprägt. 2 Die traditionelle Gestalt des privaten und öffentlichen Lebens verlor ihre Selbstverständlichkeit sowie ihre fraglose Verbindlichkeit. Zu dieser Zeit der Neuorientierung, die durch eine tiefe Verunsicherung erschüttert war, setzte auch die Zuwendung der Philosophie zu einer kritischen und problem-
1 Vgl. STEMMER,Peter: Platons Dialektik, die frühen und mittleren Dialoge, Berlin 1992, S. 4.
2 Vgl. STEMMER, Peter: Platons Dialektik, S. 4. Seite 4 von 18
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orientierten Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit ein, da das Zutrauen und Vertrauen, dass Glück und Unglück Gabe der Götter seien, brüchig wurde. 3 Diese Zeitspanne kann auch als die Zeit der großen Philosophen betrachtet werden. Es wurde bis dahin niemals sonst auf diese Art und Weise das kritische und problembezogene Denken so intensiv und in so großer Freiheit gepflegt, wie in jenen unruhigen Zeiten. Der Mensch löste sich durch die Philosophie in der Gestalt der Dialegästhai - der Dialektik - von der überkommenen Religion und Moral und entwickelte richtungweisende Theorien und Methoden, welche die Bedeutung ethischer Werte zu bestimmen suchten. Dadurch entstand eine Metaphysik, welche nicht nur auf die europäische Philosophiegeschichte eine Langzeitwirkung hatte. 4
2.3 Die Philosophie und die Dialektik
Der philosophische Begriff der Dialektik (griech. dialektike techne, Gesprächskunst) ist in der abendländischen Philosophie zwar ein häufig verwendeter aber dennoch schwer zu handhabender und zudem umstrittener Begriff. 5 Er hat im Laufe der Philosophiegeschichte erhebliche Veränderungen erfahren, so dass man nicht von einer einheitlichen Definition des Begriffs der Dialektik ausgehen kann. 6 Obwohl ein kausaler Zusammenhang zwischen den einzelnen Traditionslinien besteht und sie nicht bezugslos nebeneinander stehen, muss man trotzdem zwischen fünf Hauptformen unterscheiden:
Zum einen gibt es das Verständnis der Dialektik in der Philosophie der Antikebei SOKRATES, PLATON und ARISTOTELES - als Kunst des Argumentierens und Beweisens. Des Weiteren existieren die Auffassungen der Dialektik in den transzendentalphilosophischen-idealistischen Philosophien FICHTES und KANTs sowie die Stellung als Grundstruktur und Methode im objektiven Idealismus HEGELs. Darüber hinaus transformierte MARX diese Dialektik zu einer Methode der Gesellschaftskritik und dem Entwicklungsprinzip der Geschichte, ENGELs hingegen zu einem Entwicklungsprinzip der Natur weiter. In der Gegenwart nimmt die Dialektik nur noch eine Rolle bei Rekonstruktions- oder Rechtfertigungsversuchen ein 7 .
3 Vgl. Artikel >Glück<, in: Hist. Wörterbuch der Philosophie, Band III, S. 679.
4 Vgl. STEMMER, Peter: Platons Dialektik, S. 4.
5 Vgl. Artikel >Dialektik<, in: Philosophielexikon, Personen und Begriffe der abendländischen Philosophie von der Antike bis zur Gegenwart, Hamburg 1991, S. 132.
6 Vgl. Artikel >Dialektik<, in: Metzler Philosophie Lexikon, Begriffe und Definitionen, Weimar 1999, S. 108.
7 Ebd., S. 108. Seite 5 von 18
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André Schmidt, 2005, Differenzen und Gemeinsamkeiten zwischen den Dialektikkonzepten von Sokrates, Platon und Aristoteles , München, GRIN Verlag GmbH
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