Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung. 2
2 Stilleübungen 3
2.1 Definition und Bedeutung 3
2.2 Religionsunterricht 4
3 Praktische Vorschläge. 5
3.1 Sinnesübungen 5
3.1.1 Hören. 5
3.1.2 Sehen 6
3.1.3 Tasten. 7
3.1.4 Riechen 8
3.1.5 Schmecken. 8
3.2 Phantasiereisen 10
3.3 Meditation. 11
4 Praktische Umsetzung. 12
4.1 Beschreibung der Übung. 12
4.2 Reflexion 13
5 Fazit. 16
5.1 Zusammenfassung. 16
5.2 Eigene Stellungnahme 16
6 Literatur 17
7 Anhang 18
1 Einleitung
Die vorliegende Arbeit behandelt das Thema der Stilleübungen im Religionsunterricht. Dass die Kinder im heutigen Zeitalter immer zappeliger, schwieriger und unkonzentrierte werden, ist inzwischen allgemein bekannt. Somit ist es die Aufgabe der Schule bzw. der Lehrer, diesen Defiziten bestmöglich entgegenzuwirken. Stilleübungen bieten dafür eine gute Gelegenheit und gerade im Religionsunterricht können diese in variierter Form sinnvoll eingesetzt werden. Ich persönlich halte dieses Thema für enorm wichtig, da viele Kinder die wohltuende Wirkung der Stille nicht mehr kennen und sie womöglich bloß in der Schule diese Erfahrungen machen können.
Im zweiten Kapitel wird zunächst die Stilleübung definiert, ihre Bedeutung dargelegt und beschrieben, warum sie gerade im Religionsunterricht eingesetzt werden sollte. Dabei wird auch auf den aktuellen Lehrplan von 2008 Bezug genommen.
Im darauffolgenden Kapitel werden verschiedene Arten der Stilleübungen für den Unterricht vorgestellt, wie Sinnesübungen, Phantasiereisen oder Meditationen.
Das vierte Kapitel bildet den eigentlichen Kern der Arbeit. Hierbei findet die praktische Umsetzung des zuvor Beschriebenen statt. Eine Phantasiereise wird in einem vierten Schuljahr einer katholischen Grundschule erprobt. Zunächst wird die Unterrichtsstunde in ihrem Ablauf beschrieben und daraufhin dann reflektiert. Zum Schluss folgt das Fazit sowie eine eigene Stellungnahme. Aufgrund der besseren Lesbarkeit und Übersicht werden in dieser Arbeit ausschließlich männliche Termini verwendet. Gemeint sind natürlich stets beide Geschlechter. Ausnahmen dazu sind klar gekennzeichnet. Zitate sind der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst.
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2 Stilleübungen
2.1 Definition und Bedeutung
Stilleübungen meinen wörtlich übersetzt die Übungen, in denen man ‚still’ ist. In gewöhnlichen Schulen, in denen diese Übungen nicht explizit ausgeführt werden, besagt Stille das ‚Aufhören des Lärms’, das Anhalten einer Reaktion oder das Unterdrücken einer Unart. Stille kann aber auch positiv erlebbar werden, indem den Schülern bewusst wird, dass man durch Stilleübungen von den äußeren Stimmen und den gewöhnlichen Geräuschen des Schulalltags Abstand nimmt und innere Erfahrungen machen kann.
Maria Montessori, eine berühmte Reformpädagogin, hat sich mit der Stille und ihrer Bedeutung für Schule und Erziehung beschäftigt. Zwei Aspekte bilden für sie die wichtigsten Grundlagen, wenn über den Einfluss der Stille in der Grundschule nachgedacht wird. Zum einen ist die Stille den Kindern kein fremder Zugang, sondern sie sind dazu fähig, weil sie die gemeinsame Stille wünschen und sie sie sogar für die Erweiterung ihrer Kräfte benötigen. Zum anderen wird die Stille zusammen geübt, bis sie immer besser funktioniert. Beide Aspekte rechtfertigen die Stille in der Grundschule, denn: „Stille ist kein kindfremder Zugang. Stille wird von den Kindern gewünscht und gebraucht. Stille hilft den Kindern und stärkt sie.
Stille als wiederkehrender Teil des Schulalltags gelingt gemeinsam immer besser“ ( FAUST-SIEHL u.a. 1995, S. 10). Wichtig zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Stilleübungen ohne Ergebniszwang auskommen. Die Schüler können sich von ihren Ängsten befreien und eine Befriedigung erfahren; ohne einen Konkurrenzdruck zu den anderen Schülern zu erleben. Sie erfahren Spaß am eigenen Können auf eine ganz andere Art als in den schulischen Leistungsbereichen. Diese Freude beschwingt und wünscht sich Wiederholungen. Diese Wiederholungen müssen nicht stereotyp sein, sondern können in verschiedenen Formen variiert werden, was in den weiteren Kapiteln näher erläutert wird (vgl., ebd. S. 51f).
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2.2 Religionsunterricht
Im nun folgenden Teilkapitel soll erläutert werden, warum die Stilleübungen gerade im Religionsunterricht eingesetzt werden können und sollen.
Bauer (1997) beschreibt, dass sich der Religionsunterricht als Träger der schulischen Spiritualität verstehen sollte. Da Stilleübungen zwangsläufig mit spirituellen Erfahrungen verknüpft sind, kann die Argumentation von Bauer hier aufgegriffen werden. In der Bedeutung des lateinischen Wortes ‚Spiritus’, lässt sich die Grundlage von religiösem Lernen wiedererkennen. ‚Spiritus’ heißt Lufthauch/ Wind/ Lebensluft/ Atem/ Seufzer/ Geist/ Stimme/ Seele/ Mut usw. Hier findet man die gesamten Aspekte einer lebenszugewandten Religionsdidaktik wieder. Das Atmen und Atemholen ist beispielsweise eine religiöse Grundübung. „Religionsunterricht lässt Luft holen in der atemberaubenden Hetze des Schulalltags. Religion ist jene Lebensluft, die aufatmen lässt und mit neuer Kraft erfüllt“ (BAUER 1997, S. 280). Bauer zeigt anhand ihrer Ausführungen auf, dass der Religionsunterricht die Stille und Ruhe, um zu atmen und neue Kraft zu tanken und um zu sich selbst zu finden, als eine der wichtigsten Aufgaben erfüllen muss, da dies in der ‚Hetze des Schulalltags’ häufig vernachlässigt wird (vgl. ebd., S. 280f).
Auch im Lehrplan für den Religionsunterricht in Grundschulen für das Land NRW steht geschrieben: „Indem sie lernen, still zu werden und innezuhalten, können alltägliche Phänomene wieder staunenswert werden. So entdecken Schülerinnen und Schüler die Welt und die Dinge des Alltags neu und tiefer, und so können sie Zugänge zur Transzendenz und zu Gott gewinnen (MINISTERIUM FÜR SCHULE UND WEITERBILDUNG DES LANDES NORDRHEIN-WESTFALEN 2008, S.168).
Es wird deutlich, dass der Religionsunterricht die Stilleübungen nicht nur vollziehen sollte, weil dies in anderen Fächern vernachlässigt wird, sondern auch weil dies für die Schüler wichtig ist, um einen Zugang zu Gott zu erhalten.
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3 Praktische Vorschläge
3.1 Sinnesübungen
Bei Sinnesübungen wird im Speziellen darauf geachtet, dass die von außen kommenden Umwelteinflüsse für die Kinder reduziert werden und hauptsächlich ein bestimmter Sinn angesprochen wird. Somit wird bei den Kindern ein bestimmtes Sinnesorgan geschult und begünstigt dadurch die Fähigkeit, die Umwelteindrücke wahrzunehmen. „Die Stille ist entweder notwendige Begleiterschienung der Aufgabe (z. B. bei den Hörübungen), oder sie entsteht in der Konzentration auf die Aufgabe von selbst“ (FAUST-SIEHL u.a. 1995, S. 82). Diese Aufgaben ermöglichen den Schülern sich selbst, die Stille und den Gegenstand oder Reiz intensiv wahrzunehmen und zu erleben.
Im Vordergrund sollten hierbei im Besonderen die Übungen zum Tasten, Riechen und Schmecken stehen. Da die Schule momentan ‚noch’ keine Schule der Sinne ist und die Sinneswahrnehmungen sich fast ausschließlich auf die visuellen und auditiven Wahrnehmungen beschränken, ist es wichtig gerade die selten angesprochenen Sinne in den Mittelpunkt zu setzen. Hugo Kükelhaus veranschaulicht (durch einen Asphalt- und Waldweg), „dass Reizarmut und Monotonie Erschöpfung begünstigen, während die Inanspruchnahme der Sinne und Fähigkeiten im Gegenteil als Erfrischung und Entspannung erlebt wird“ (ebd., S. 82). Somit könnte sich gerade der Religionsunterricht Zugänge zu den vernachlässigten Sinnen schaffen und den Kindern somit zu weiterreichenden Fähigkeiten verhelfen. Im Folgenden werden verschiedene Übungen zu den einzelnen Sinnen vorgestellt. Sicherlich gibt es zahlreiche Übungen in verschiedensten Variationen, hier soll allerdings nur ein grober Überblick verschafft werden, so dass nur einige wenige Übungen vorgestellt werden.
3.1.1 Hören
Es gibt verschiedene Übungen, bei denen das Gehör der Kinder angesprochen wird. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass diese Übungen auch zu Aufgaben der Stille gehören, da sie ansonsten ihren
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Arbeit zitieren:
Christina Schlicker, 2008, Stilleübungen im Religionsunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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