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I. Einleitung. 4
II. Hauptteil: Macht als alltägliches soziales Phänomen 5
II.1 Verletzende Aktionsmacht 5
II.2 Instrumentelle Macht 6
II.3 Autoritative Macht. 7
II.4 Datensetzende Macht: 8
II.5 Stabilisierungsformen von Machtverhältnissen. 9
III Autoritative Macht im Milgram-Experiment 9
IV. Rezensionen 12
V. Schlußfolgerung. 13
VI. Literaturverzeichnis 16
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I. Einleitung
Ein Blick auf die Titelseite der Zeit vom 20. Februar 2003 gibt Auskunft über die derzeitige politische Lage bezüglich eines drohenden zweiten Irak-Krieges: „Der kommende Krieg: Europa ist machtlos. Washingtons Rückzug findet nicht statt.“ Deutschlands Bundeskanzler Gerhard Schröder hat sich dem internationalen Druck gebeugt und der Autorität der USA Zugeständnisse gemacht. Somit schließt er die Anwendung von Gewalt als „ultima ratio“, als letztes ordnungsstiftendes Mittel nicht mehr aus. Die USA beharren weiterhin auf ihrer militärischen „Vormachtstellung“, die es aufrechtzuerhalten gilt, vor allem angesichts der drohenden Gewalt terroristischer Attentate, der selbst sie ausgesetzt sind. Dagegen hoffen die Millionen von Demonstrierenden der letzten Tage, die Macht der öffentlichen Meinung könne sich doch noch gegen die verschiedenen Interessen der Politik durchsetzen und eine friedliche Lösung des Konflikts erreichen.
Dieser Ausschnitt der gegenwärtigen politischen Lage verdeutlicht die verschiedenen Beziehungen, die die jeweiligen Machttypen miteinander eingehen und macht klar, was für eine Bedeutung dem Begriff der Macht zukommt. Nicht nur allein im Bereich der internationalen Politik, sondern auch in den gewöhnlichen gesellschaftlichen Interaktionen spielt die Erscheinung Macht eine fast allgegenwärtige Rolle. Dieser Auffassung ist jedenfalls Heinrich Popitz, der mit seinem 1992 erschienenen Buch Phänomene der Macht eine gründliche Interpretation des menschlichen Machtbegriffs liefert und untersucht, auf welchen Voraussetzungen dieser beruht. Seine Argumentation geht hauptsächlich von der Annahme aus, daß Macht in der menschlichen Natur liegt und omnipräsent, weil gesellschaftlich bedingt ist. Das kommt auch in dem Gedanken von der „Veralltäglichung zentrierter Herrschaft“ in modernen Gesellschaften zum Ausdruck.
Diese Omnipräsenz von Machtaktionen will ich in meinem Aufsatz herausarbeiten. Ich werde versuchen zu zeigen, wie Popitz an dieses Thema herangeht, um deutlich zu machen, wie Machtstrukturen im gesellschaftlichen Leben verfestigt sind und auf welchen Voraussetzungen sie beruhen. Zu Beginn erscheint es mir sinnvoll, die wesentlichen Beobachtungen aus Phänomene der Macht zusammenzufassen. Dann werde ich die Autoritative Macht als eine spezielle Grundform des Popitzschen Machtbegriffs herausnehmen und in Bezug zu einer bekannten Untersuchung über gesellschaftlich verbreiteten Autoritätsgehorsam setzen. Zum Schluß folgt noch eine Darstellung der Aufnahme des Buches in seinem wissenschaftlichen Umfeld, und eine persönliche Stellungnahme.
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II. Hauptteil: Macht als alltägliches soziales Phänomen
Nach Max Webers Definition ist Macht „jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht“ (Weber: 28). Dies deutet schon auf eine Beziehung zwischen Machtausübung und sozialen Interaktionen hin. Einerseits wird die Erscheinung Macht von uns als selbstverständlich hingenommen, andererseits ist es schwierig, den Begriff aus sich selbst heraus wissenschaftlich zu analysieren (vgl. Luhmann: 1). Deshalb wählt Popitz einen Untersuchungssansatz, der auf der Entstehung von Machtstrukturen im Laufe der Menschheitsgeschichte beruht. Die Grundlage dafür bilden drei allgemein akzeptierte Prämissen für Machtphänomene, nämlich die Machbarkeit, die Omnipräsenz und der freiheitsbeschränkende Charakter von Machtstrukturen, welche sich im Verlauf der menschlichen Geschichte herausgebildet haben.
Wenn Macht also eine alltägliche gesellschaftliche Erscheinung ist, muß man sich fragen, was diese menschlich macht und andersherum, was Menschen mächtig macht. Als Antwort darauf findet Popitz vier „nicht weiter reduzierbare ... Grundformen der Macht“ (23), die in verschiedener Weise mit sozialem Handeln und lebensbestimmenden Abhängigkeiten verbunden sind: Aktionsmacht, Instrumentelle Macht, Autoritative Macht und Datensetzende Macht. Der Beschreibung dieser vier Grundformen widmet sich der erste Teil des Buches unter der Überschrift Durchsetzungsformen. Im zweiten Teil, beschäftigt sich Popitz mit den Stabilisierungsformen von Machtstrukturen.
II.1 Verletzende Aktionsmacht
Als ursprünglichste und direkteste Form von Machtausübung nennt Popitz die Aktionsmacht oder Verletzungsmacht. Diese gründet auf der dem menschlichen Körper gegebenen Verletzlichkeit. Letztendlich sind wir dadurch immer den Handlungen unserer Mitmenschen ausgeliefert. So stellt das menschliche Zusammenleben auch ständig ein Hin- und Hergerissensein zwischen Verletzungspotenz und Schutzsuche dar. Der Begriff Verletzungsmacht läßt sich allgemein in drei Gruppen differenzieren. Diese zeichnen sich durch Minderung sozialer Teilhabe, materielle Schädigung und körperliche Verletzung aus. Solche Machtausübungen haben ihren Sinn entweder nur im Vollzug, als bloße Aktionsmacht oder sie können dauerhafte Machtgefälle schaffen, als bindende Aktionsmacht. Machtaktionen mit dem Zweck der körperlichen Verletzung anderer faßt Popitz
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Arbeit zitieren:
Peter Brüstle, 2003, Kommentar zu Heinrich Popitz - Phänomene der Macht, München, GRIN Verlag GmbH
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Macht und Herrschaft bei Heinrich Popitz und Max Weber
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