Gliederung:
1. Einleitung 3
2. Biografie 4
3. Das „politische Theater“ 5
4. Verwirklichung des „politischen Theaters“ in Berlin 7
5. Erwin Piscator im Exil 9
5.1 Sowjetunion: „Der Aufstand der Fischer von St. Barbara“
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5.2 USA: „Dramatic Workshop“
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6. Piscators Rückkehr nach Deutschland
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7. Schlussbetrachtung
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1. Einleitung
In der nachfolgenden Arbeit soll das Leben und die Arbeit von Erwin Piscator, unter der Fragestellung, welcher Besonderheiten sein Leben und Werk auszeichnen, beschrieben werden. „Erwin Piscator (1893-1966) gilt neben seinem Zeitgenossen Max Reinhardt und vor Leopold Jeßner, Jürgen Fehling und Karl Heinz Martin als einer der innovativsten Theaterschöpfer der Zwischenkriegszeit. Seine Produktionen zählen zu den epochemachenden Theaterereignissen des 20. Jahrhunderts. Der experimentierfreudige Regisseur und Theaterleiter reagierte auf die Verwerfungen und Brüche seines Jahrhunderts mit einem Zeittheater in konsequent politischer Wirkungsperspektive. In seiner praktischen Arbeit wie auch terminologisch prägte er das Paradigma des ‚politischen Theaters’. Zahlreiche bühnentechnische Neuerungen und theatralische Erzähltechniken gehen auf ihn zurück. Er gab die entscheidenden Anstöße für das epische Theater Brechts und das Dokumentarische Theater der sechziger Jahre.“ 1
Zunächst ist es wichtig, seine Biografie im zweiten Teil dieser Arbeit zu beschreiben, um einen Einblick zu der Person Erwin Piscators zu geben. Es wird deutlich, wo und wie Erwin Piscator seine Lebenszeit verbracht hat.
Im dritten Kapitel wird das „politische Theater“ in seinem Entstehen und Bestehen detailliert beschrieben. Die Frage nach den Besonderheiten dieses „politischen Theaters“ sollen hierbei herausgestellt werden.
Der vierte Teil dieser Arbeit umfasst die Verwirklichung des „politischen Theaters“ von Erwin Piscator in Berlin. In der Zeitspanne von 1919 bis 1929 versuchte Piscator sein „politisches Theater“ an verschiedenen Orten und Umständen in Berlin zu etablieren. Wie dies gelang/ misslang wird in diesem Kapitel beschrieben.
Kapitel fünf behandelt die Zeitspanne von 1930 bis 1951, in der Erwin Piscator im Exil gelebt hat, zunächst in der Sowjetunion, dann in Paris und schließlich in den USA, New York. Sein jeweiliges Wirken und dessen Merkmale an den verschiedenen Orten werden hier geschildert. Ins Exil zu gehen war für Piscator notwendig 2 , da er mit seiner Arbeit ab dem Beginn des Nationalsozialismus politisch geächtet wurde und auch sein Buch „Das politische Theater“, das 1929 erstmals veröffentlicht wurde, gehörte zu den Büchern, die später auf der Liste der verbrannten Bücher standen. Auch als in Russland die stalinisti-
1 http://www.erwin-piscator.de/01%20Einleitung/Set-01.htm
2 Vgl.: Akademie der Künste (1972), S. 29.
3
schen Prozesse einsetzten, wurde seiner Arbeit mit Missbilligung begegnet und er konnte abermals nicht bleiben. 3
Das sechste Kapitel umschreibt seine letzte Etappe mit der Rückkehr nach Deutschland von 1951 bis 1966. Die Schwierigkeiten, denen er wiederum in seiner ursprünglichen Heimat begegnet und welche Ziele er dennoch verwirklichen konnte, sollen in diesem letzten Punkt dargestellt werden.
2. Biografie
Am 17.12.1893 wird Erwin Friedrich Max Piscator in Ulm Kreis Wetzlar geboren. Seine Eltern sind der Kaufmann Carl Piscator und Antonie Piscator, geboren Laparose. Zu seinen Vorfahren gehört der Theologieprofessor und Bibelüberseter Johannes Piscator, der um 1600 seinen Namen Fischer in Piscator latinisiert hatte. Erwin Piscator verbringt seine Jugend in Marburg und macht 1913 seinen Schulabschluss am Marburger Gymnasium. Anschließend macht er ein Volontariat am Münchner Hoftheater. Er nimmt 1913/ 1914 Schauspielunterricht an Otto Königs Schauspiel- und Redekunstschule, zugleich studiert Erwin Piscator Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität München. Im Oktober 1914 hat er seine ersten Auftritte am Münchner Hof- und Nationaltheater. 1914 beginnt der Erste Weltkrieg von dem auch der junge Piscator nicht entfliehen kann. Er muss im Februar 1915 eine militärische Ausbildung in Gera machen und wird im Mai des gleichen Jahres an den Frontdienst berufen. Während dieser Zeit bis 1916 veröffentlicht er einige Gedichte in Franz Pfemferts Zeitschrift „Die Aktion“ 4 . 1917 meldet sich Piscator bei einem Fronttheater in Courtrai, Belgien, ein Jahr später zieht er nach Ende des Krieges nach Berlin. Er tritt kurz darauf dem Spartakusbund 5 bei. Auch beteiligt er sich an einigen Veranstaltungen des Berliner Dada 6 an der „Tribüne“. 1919 gründet Erwin Piscator „Das Tribunal“ 7 in Königsberg. Ein Jahr später übernimmt er mit Hermann Schiller das „Proletarische Theater“ in Berlin. Die Aufführungen des Theaters finden in Versammlungssälen der Arbeiterviertel statt. Daraufhin veröffentlicht er in einer Sonderausgabe der Zeitschrift „Der Gegner“ einen Beitrag „Über Grundlagen und Aufgaben des Proletarischen Theaters“. Im September 1922 erfolgt die dritte Gründung Piscators, das Central-
3 Vgl.:Haarmann (2002), S. 14.
4 Die Zeitschrift erschien von 1911 bis 1932 und war vor allem literarisch und politisch geprägt. (Siehe:
http://cgi-host.uni-marburg.de/~omanz/forschung/modul_main.php?f_mod=Mh05&seite=1).
5 Vereinigung von revolutionären und internationalistischen Sozialisten in der SPD, die später die KPD
bilden (Siehe: http://www.dhm.de/lemo/html/weimar/revolution/spartakus/index.html).
6 Neue künstlerische Bewegung mit antibürgerlicher Grundhaltung (Siehe:
http://www.dhm.de/lemo/html/wk1/kunst/dada/index.html).
7 Es war sehr erstes selbst gegründetes Theater.
4
Theater in Berlin. Aufgrund des engen Budgets setzt er auf werktreue naturalistische Inszenierungen. Leider reicht diese Maßnahme nicht aus und das Theater muss nach kurzer Zeit wieder geschlossen werden. Von 1924 bis 1927 ist Piscator Gastregisseur an der Berliner Volksbühne und wird schließlich zum Oberspielleiter. 1927 wird die erste Piscatorbühne von Piscator gegründet. Sie befindet sich am Nollendorfplatz in Berlin. Im März 1928 mietet Piscator das Lessing-Theater als zweite Spielstätte an, doch er muss im Juni des gleichen Jahres seine Konzession niederlegen, es gibt einen Konkursantrag der Steuerbehörde. Er schreibt ein Buch, „Das politische Theater“, das 1929 in Berlin erscheint und später auch in vielen anderen Sprachen veröffentlicht wird. Im gleichen Zeitraum gründet Piscator die zweite Piscatorbühne im Theater am Nollendorfplatz. 1930 muss er wiederum aus Finanzgründen seine beiden Bühnen ins Wallnertheater verlegen, das er die dritte Pis-catorbühne nennt. Im Januar des nächsten Jahres wird Piscator kurzzeitig wegen Steuerschulden von 20.000 Reichsmark inhaftiert, aber kurz darauf bricht er mit einem fertigen Drehbuch von „Der Aufstand der Fischer von St. Barbara“ in die Sowjetunion auf und beginnt Mitte Juli mit den Dreharbeiten in Odessa und Murmansk. Am 30. Januar 1933 wird Hitler in Deutschland Reichskanzler. 1934 wird die deutsche Staatsbürgerschaft von Pisca-tor aufgehoben. Die NS-Machthaber konfiszieren seine Wohnung. 8 Zwei Jahre später reist er nach Westeuropa, seine Stationen sind Frankreich (Paris) und Spanien. Am 15.April heiraten Piscator und die ehemalige Reinhardt-Tänzerin Maria Ley in Paris. Ende 1939 emigrieren beide in die USA nach New York. Dort gründet Erwin Piscator den „Dramatic Workshop“ (DW) an der New School for Social Research. Piscator kehrt schließlich 1951 zurück nach Deutschland. Der „DW“ bleibt noch zwei Jahre unter der Leitung seiner Frau erhalten. Piscator nimmt in Deutschland verschiedene Tätigkeiten als Gastregisseur in Hamburg, Marburg, Gießen, Frankfurt a.M., Mannheim und Berlin an. 1959 wird er zum Präsidenten der „Deutschen Akademie der Darstellenden Künste“ in Bayreuth gewählt. Zum Intendanten der Berliner „Freien Volksbühne“ wird er 1962 berufen und schließlich wird Piscator noch 1965 zum Mitglied der „Abteilung Darstellende Kunst der Akademie der Künste“ in Berlin. Ein Jahr später, am 30. März 1966, ereilt ihn der Tod in einem Sana-torium im bayrischen Starnberg. 9
8 Vgl.: http://www.erwin-piscator.de/03%20Inszenierungen/Set-04.htm
9 Vgl. 2. Biographie: http://www.erwin-piscator.de/02%20Biografie/Set-05.htm
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Arbeit zitieren:
Elisa Minossi, 2007, Erwin Piscator - sein Leben und Werk, München, GRIN Verlag GmbH
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