Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort 3
2. Einleitung. 3
3. Der Oberrhein 4
3.1 Geographische Lokalisierung 4
3.2 Zur Zeit des Imperium Romanums 4
4. Stettfeld: Leben und Arbeiten. 5
4.1 Römische Siedlungen 5
4.2 Straßennetze. 7
4.3 Zentrum des Töpferei- und Ziegeleigewerbes 9
5. Römermuseum Stettfeld 11
5.1 Gang durch das Museum 11
5.2 Kritisch betrachtet: positive und negative Aspekte. 12
6. Fachdidaktisches Material für einen Museumsbesuch 12
6.1 Einordnen in den Bildungsplan 2004 14
6.2 Arbeitsblatt 15
6.3 Arbeitsblatt 15
7. Schlussbetrachtung 16
8. Quellenverzeichnis. 18
8.1 Bibliographie 18
8.2 Internetquellen 18
8.3 Bildverzeichnis 19
2
1. Vorwort
Das vorliegende Thema trägt den Titel: Außerschulischer Lernort am Oberrhein - Das Römermuseum Stettfeld. Einblicke in die Blütezeit des Handwerks und Handels am Beispiel einer römischen Siedlung. Der Schwerpunkt liegt also auf der Alltagskultur römischer Kleinsiedlungen im Oberrheingebiet und stützt sich hierbei auf die durch Ausgrabungen gewonnenen Erkenntnisse der römischen Siedlung von Stettfeld, einem Ortsteil von Ubstadt-Weiher. Eingebettet in die Veranstaltung Außerschulische Lernorte - Leben und Arbeiten am Oberrhein des Wintersemesters 2008 / 2009 reflektiert die vorliegende Arbeit einen kleinen Teil der weitläufigen historischen Betrachtungsebene. Der Fokus liegt zum einen auf den Entstehungshintergründen der römischen Siedlung bei Stettfeld und zum anderen auf den wirtschaftlichen Aspekten, die mit der Entwicklung der Siedlung Hand in Hand gehen. Beispielgebend stehen hierbei die begünstigten Straßenknotenpunkte und das blühende Handwerk zur Herstellung von Gebrauchskeramik im Vordergrund. Das Römermuseum Stettfeld entstand Mitte der 80er Jahre zur musealen Nutzung der gut erhaltenen Fundmaterialien und stellt noch heute einen Anziehungspunkt für Familien, Schulklassen und Touristen dar. Das Museum selbst wird vom Freundeskreis Römermuseum Stettfeld e.V. unterstützt und von ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut. In diesem Sinne gilt der Dank Klaus Höfer vom Freundeskreis Römermuseum, der uns eine interessante und aufschlussreiche Einführung in die Ausstellung geboten hat.
Die Wahl des Themas fiel uns leicht, da im gleichen Semester die Veranstaltung Das Altertum stattfand und wir hofften, hierbei Verknüpfungen zu unserer Thematik herzustellen zu können.
2. Einleitung
„Geschichte vor Ort aufsuchen“ 1 versteht sich als ein neuer Leitgedanke der modernen Geschichtsdidaktik. Der außerschulische Lernort als Zugang zum historischen Lernen und Erfahren steht im Zentrum des Interesses zahlreicher geschichtsdidaktischer Werke. Die Idee ist es, Schülerinnen und Schüler anhand von außerschulischen Lernorten elementare Einsichten in die Erarbeitung historischer Erkenntnisse 2 zu ermöglichen. Es gilt, den Blick des Lernenden auf die regionale Vergangenheit anhand einer noch heute teilweise sichtbaren Wirklichkeit 3 zu schärfen. Die Begegnung mit realen historischen Objekten aus der Heimat findet zum Beispiel an historischen Stätten oder in Museen statt. Das regionale
1 Schreiber, Waltraud: Versuch einer Typologie für historische Exkursionen. In: Schönemann, B., Uffelmann, U. und Voit, H.: Geschichtsbewusstsein und Methoden historischen Lernens. Schriften zur Geschichtsdidaktik Bd. 8. Deutscher Studienverlag, Weinheim 1998, 213.
2 Vgl. Mayer, Ulrich: Historisches Denken und Geschichtsdidaktik. In: Schönemann, B., Uffelmann, U. und Voit, H.: Geschichtsbewusstsein und Methoden historischen Lernens. Schriften zur Geschichtsdidaktik Bd. 8. Deutscher Studienverlag, Weinheim 1998, 99.
3 Vgl. Treml, Manfred: Ausgestellte Geschichte. In: Schönemann, B., Uffelmann, U. und Voit, H.: Geschichtsbewusstsein und Methoden historischen Lernens. Schriften zur Geschichtsdidaktik Bd. 8. Deutscher Studienverlag, Weinheim 1998, 204.
3
Lernen 4 im Museum leistet einen wichtigen Beitrag zum kulturhistorischen Verständnis der jungen Heranwachsenden und kann dort Neuzugänge schaffen, wo der Unterricht in der Schule an seine Grenzen stößt. Ausgehend von dieser Erkenntnis stellt sich nun die Aufgabe, den Schulunterricht praxisorientierter zu gestalten. Das Museum als außerschulischer Lern- und Erfahrungsort ist einer von vielen Ansätzen. Basierend auf diesen Leitgedanken werden auf den folgenden Seiten Einblicke in die historischen Wurzeln des baden-württembergischen Stettfeld gewährt. Diese sind in einer römischen Siedlung zu finden deren eindrucksvolle Überreste bei Ausgrabungen in den 80er Jahren archäologisch analysiert und ausgewertet wurden. Die bescheidene antike Sammlung ist seither im nördlich von Karlsruhe gelegenen Römermuseum Stettfeld zu bewundern. Nach einem unabdingbaren Blick auf die Region des Oberrheins und ihrer Bedeutung zur Zeit des Römischen Reiches, folgt eine tiefere Auseinandersetzung mit der Stettfelder Handwerkskultur und der begünstigten Verkehrslage der Siedlung. Des Weiteren wird ein Gang durch das Museum geschildert und kritisch beleuchtet. Anschließend wird ein fachdidaktischer Teil schulpraxisorientierte Anregungen für den Geschichtsunterricht anhand von Arbeitsblättern geben, bevor eine persönliche Stellungnahme und Einschätzung zum Thema die Ausführung abschließt.
3. Der Oberrhein
3.1 Geographische Lokalisierung
Als Oberrhein wird heute ein ca. 350km langer Abschnitt des Rheines zwischen Basel und Bingen bezeichnet. Diese Region setzt sich aus vier Teilgebieten zusammen: Das Elsass, die Nordwestschweiz, die Südpfalz und Baden. Die Gesamtfläche dieser Region beträgt 21.500km² und ist mit 5,7 Mio Einwohnern besiedelt (Stand 2001). Das Elsass hat mit 38,5% den größten Flächenanteil, dicht gefolgt von Baden mit 37,8%, während auf die Nordwestschweiz 16,7 % und die Südpfalz 7 % der Gesamtfläche entfallen. 5 Als Nahrungs- und Arbeitsquelle sowie als Transportweg war der Rhein von jeher für die dort lebenden Menschen von großer Bedeutung.
Das Rheinland war vom Altpaläolithikum an besiedelt. Bereits in der Bronzezeit, die um 1800 v. Chr. beginnt, zeigt sich, wie wichtig der Rhein als Transportweg war. Der Fluss selbst und seine säumenden Terrassen bieten sehr viele Fundstätte, die zugleich einen wichtigen Hinweis auf die Handelswege 6 , von denen im Folgenden noch berichtet wird, geben.
3.2 Zur Zeit des Imperium Romanums
Baden-Württemberg gehörte zwei römischen Provinzen an: Obergermanien, Provincia Germania Superior genannt und Rätien, bekannt als Provincia Raetia. Dieses Gebiet lag im
4 Vgl. Schreiber 1998, 213.
5 Vgl. http://www.karriere-guide-oberrhein.de/index.php?v=de&p=region, [Eingesehen am 11. 04. 2009].
6
Vgl. Ternes, Charles-Marie:
Die Römer an Rhein und Mosel. Geschichte und Kultur.
Philipp Reclam jun.,
2
, 6. Stuttgart 1975
Interessenszentrum der römischen Hegemonialpolitik. Der bekannte römische Imperator Cäsar selbst hat den Rhein in den Jahren 55 v. Chr. und 53 v. Chr. zweimal überschritten. Nach acht - von 58 bis 50 v. Chr. dauernden - Kämpfen zwischen den römischen Truppen und den Bewohner des germanischen Raums war Gallien schließlich vom Atlantik bis zum Rhein unterworfen. Das linksrheinische Gallien war fortan der römischen Herrschaft unterstellt - das Imperium Romanum konnte einen immensen Zugewinn an Land verzeichnen. Der Rhein wurde zur Grenze des Imperiums gegen die Germanen. 7 FILTZINGER spricht vom Rhein als „Operationsbasis der Germanenkriege“ 8 . Im Jahre 12 v. Chr. erfolgte eine der größten Offensiven im rechtsrheinischen Germanien unter Kaiser Augustus, der das germanische Gebiet östlich des Rheines bis an die Elbe in das Römische Reich einzugliedern 9 versuchte. Der Prozess der Romanisierung der neu hinzugewonnenen Gebiete 10 begann.
Mitte der 80er Jahre des 1. Jahrhunderts n. Chr. wurde die Provinz Obergermanien, die Provincia Germania Superior, mit der Hauptstadt Mainz eingerichtet. „[Es] entstanden im heutigen Landreis Karlsruhe die Gebietskörperschaft der Civitas Lopodunum mit Ladenburg als Hauptort und im Süden die Civitas Aquensis mit dem Hauptort Baden-Baden“. 11 Römische Militäranlagen und so genannte Kastellendörfer erstreckten sich über das Landvon ihnen ging die Verwaltung aus. Zu Beginn des 2. Jahrhunderts erhielt das rechtsrheinische Gebiet unter dem von 98 bis 117 n. Chr. regierenden Kaiser Traian eine zivile Verwaltungsstruktur. Sie wurde bis zum Ende der römischen Herrschaft, also bis zur Aufgabe des obergermanisch-rätischen Limes im Jahre 259 n. Chr. 12 beibehalten.
4. Stettfeld: Leben und Arbeiten
4.1 Römische Siedlungen
Die bürgerlichen und oft ländlich gelegenen Siedlungen, die so genannten Vici, symbolisierten den rasanten Urbanisierungsprozess der römischen Kultur und Zivilisation. Die Blütezeit der römischen Siedlungen im rechtsrheinischen Obergermanien ist in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. 13 und zu Beginn des 3. Jahrhunderts zu finden. Die im rechtsrheinischen Gebiet lebenden Menschen waren zum Großteil umgesiedelt und kamen ursprünglich aus den besetzten linksrheinischen Gebieten. Aber erst in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts erfolgte ein bedeutender Siedlungsschub 14 , bei dem größere Siedlungen vorzugsweise an besonders wichtigen Straßenkreuzungen entstanden. An dieser
7 Vgl. Filtzinger, Philipp: Die Römer in Baden-Württemberg. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1976, 30.
8 Filtzinger 1976, 29.
9 Vgl. Gemeinde Ubstadt - Weiher (Hrsg.): Stettfeld: 2000 Jahre Geschichte. Verlag Regionalkultur, Ubstadt -Weiher 2003, 35.
10 Vgl. Filtzinger 1976, 23.
11 Gemeinde Ubstadt - Weiher 2003, 38.
12 Vgl. Filtzinger 1976, 123.
13 Vgl. Gemeinde Ubstadt - Weiher 2003, 38.
14 Vgl. Ebenda, 38.
5
Stelle sind beispielsweise die Siedlungen von Stettfeld und Wiesloch zu nennen
15
. In Stettfeld datieren die frühesten auf eine römische Siedlung hinweisenden Spuren auf ca. 85 n. Chr.
16
. Noch heute ist ersichtlich, dass es sich bei dem
Vicus
von Stettfeld um eine offene ländliche Ansiedlung,
17
handelte, da sich das Landschaftsbild diesbezüglich wenig verändert hatte.
flächendeckende Besiedlung setzte um 110 n. Chr. 18 ein. Das derzeitige Fundmaterial (Abb. 1) der Stettfelder Siedlung Überblick zwischen 110 und 259/60 n. Chr., in der der Vicus seine heute bekannte erreichte 19 . Da es sich in erster Linie um Heereswege handelte, wurden die wichtigen Knotenpunkte oftmals als Lager genutzt und zu Kastellen Bewohnte Siedlungen, die an
solchen Lagerdörfern entfalteten, unterstanden der Aufsicht des Militärs 20 und waren mit ihm wirtschaftlich eng verbunden - die einheimische Landbevölkerung profitierte sowohl von seinem Schutz als auch von seinem Konsum. Die Nachfolgesiedlungen der Kastellendörfer entwickelten sich zu geselligen und vermutlich auch kultischen Zentren. 21 Im gesamten rechtsrheinischen Gebiet der Provincia Germania Superior gab es nur einen Ort mit offiziellem Stadtrecht: Rottweil, bekannt unter dem Namen Arae Flaviae 22 . Neben Arae Flaviae gab es ein großes Vorkommen an stadtartigen Siedlungen, den Vici. Erstaunlicherweise hatten diese Siedlungen gegenüber Arae Flaviae fast durchweg eine wesentlich größere Ausdehnung 23 . Die Hauptinformationsquellen stellen Funde dar, die meist zufällig bei Ausgrabungen ans Tageslicht kommen. Wer das tägliche Leben am
15 Vgl. Ebenda, 38.
16 Vgl. Gemeinde Ubstadt - Weiher (Hrsg.): Römermuseum Stettfeld. Broschüre zum Museumsbesuch, (Erscheinungsjahr k. A.).
17 Gemeinde Ubstadt - Weiher 2003, 39.
18 Vgl. Kokabi, M., Wahl, J.: Osteologische Untersuchungen der Knochenreste aus dem römischen Gräberfeld. In: Landesdenkmalamt Baden-Württemberg (Hrsg.): Das römische Gräberfeld von Stettfeld I. Osteologische Untersuchung der Knochenreste aus dem Gräberfeld. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1988, 18.
19 Vgl. Ebenda, 18.
20 Vgl Filtzinger 1976, 126,127.
21 Vgl Filtzinger 1976, 126f.
22 Vgl. Filtzinger 1976, 123 f.
23 Vgl. Filtzinger 1976, 125.
6
Arbeit zitieren:
Sandra Triepke, 2009, Außerschulischer Lernort am Oberrhein: Das Römermuseum Stettfeld, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Pro und Kontra Koedukation - ein Weg zu mehr Gleichberechtigung
Seminararbeit, 21 Seiten
Der Museumsbesuch im Geschichtsunterricht - Den Alltag meistern in der...
Examensarbeit, 42 Seiten
Sandra Triepke's Text Außerschulischer Lernort am Oberrhein: Das Römermuseum Stettfeld ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Sandra Triepke hat den Text Außerschulischer Lernort am Oberrhein: Das Römermuseum Stettfeld veröffentlicht
Sandra Triepke hat einen neuen Text hochgeladen
Außerschulische Lernorte im Geographieunterricht - Ausstellungen als O...
Thelke Hildebrandt
Mehr Außerschulische Lernorte in der Grundschule
Neun Beispiele für den fächerü...
Bernd Dühlmeier
Ausserschulische Lernorte - Positionen aus Geographie, Geschichte und ...
Kurt Messmer, Raffael von Niederhäusern, Armin Rempfler, Markus Wilhelm
Unternehmensnachfolge in Handwerk, Handel und Produktion
Den Generationenwechsel Schrit...
Matthias Lefarth, Heinz-Wilhelm Vogel
Europa ohne Grenzen - 15 Jahre gelebte Wirklichkeit am Oberrhein. L'Eu...
Schriften zur Grenzüberschreit...
Joachim Beck, Anne Thevenet, Charlotte Wetzel
Bildung, Forschung und Innovation am Oberrhein. Formation, recherche e...
Dokumente zum 12. Dreiländerko...
Eric Jakob, Manuel Friesecke, Joachim Beck, Margot Bonnafous
0 Kommentare