Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung. 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Motivation 2
1.3 Zielsetzung 2
1.4 Vorgehen 3
2 Entwicklung zum Online Retailing 4
2.1 Gesellschaftlicher Wandel 4
2.1.1 Zyklentheorie 4
2.1.2 Der fünfte Kondratieff Zyklus - das IT-Zeitalter 5
2.1.3 Reorganisationsprozesse der Gesellschaft 7
2.1.4 Ausblick auf den sechsten Kondratieff 7
2.2 Innovationen 8
2.2.1 Erfordernis von Innovationen 8
2.2.2 Arten von Innovationen 9
2.2.3 Innovationen im Wettbewerb 9
2.3 E-Business. 9
2.4 Online Retailing 11
2.4.1 E-Shop Systeme 12
2.4.2 Open Source Shops 12
2.4.3 Kauf-Lösungen 13
2.4.4 Miet-Shops 13
2.4.5 Eigenentwicklung 14
2.5 Softwaresysteme 15
2.5.1 Magento 16
2.5.2 Xt:Commerce 17
2.5.3 OXID E-Shop. 18
3 Vertrieb mit Online Shops. 20
3.1 Die elektronische Wertschöpfungskette 20
3.2 Das 4 C Modell 20
3.2.1 Content 21
3.2.2 Commerce 21
3.2.3 Connection 22
3.2.4 Context 22
3.3 Produktpolitk 22
3.3.1 E-Commerce Eignung von Produkten 22
3.3.2 Steigende Chancen für digitale Produkte 23
3.4 Der Long Tail 24
3.4.1 Analyse des Long Tail 25
3.4.2 Der Long Tail im Online Retailing. 26
3.4.3 Demokratisierung 28
3.5 Risikoverteilung bei E-Business Projekten 29
4 Grundlagen des Online-Marketings 32
4.1 Der Online Marketing Prozess. 32
4.1.1 Situationsanalyse 32
4.1.2 Planung 33
4.1.3 Durchführung. 34
4.1.4 Kontroll- und Rückkopplungsphase. 34
4.2 E-Mail Marketing. 34
4.2.1 Kostenvorteile mit E-Mail-Marketing. 35
4.2.2 E-Mail die beliebteste Internet-Anwendung. 35
4.2.3 Rechtliche Rahmenbedingungen E-Mail Marketing 36
4.2.4 E-Mail Marketing Systeme 37
4.3 Sitepromotion. 38
4.3.1 Suchmaschinenoptimierung SEO 38
4.3.2 Suchmaschinenmarketing SEM 39
4.3.3 Kostenmanagement bei SEM. 40
4.3.4 Linkmarketing 41
4.3.5 Saubere Programmierung 42
4.3.6 Anforderungen an den Content 43
4.3.7 Aktualität. 43
4.4 Pressearbeit. 43
5 Rechtliche Aspekte des Online Retailing 45
5.1 Die Rechtslage 45
5.1.1 Relevante Rechtsbereiche 45
5.1.2 Wichtige Gesetze für Neue Medien. 46
5.1.2.1 Teledienstegesetz (TDG) 47
5.1.2.2 Teledienste-Datenschutzgesetz (TDDSG) 47
5.1.2.3 Mediendienstestaatsvertrag (MdStV) 48
5.2 Problematik der Einordnung 48
5.2.1 Impressumspflicht 49
5.2.2 Geschäftsmäßigkeit einer Webpräsenz 51
5.2.3 Geschäftsmäßige Teledienste. 51
5.2.4 Erreichbarkeit des Impressums 52
5.2.5 Vorvertragliche Widerrufsbelehrung 52
5.2.6 Wortlautvorschlag. 53
5.2.7 Allgemeine Geschäftsbedingungen. 54
6 E-Payment 55
6.1 Erfordernis von E-Payment. 55
6.2 Umsatztreiber E-Payment. 56
6.3 E-Payment als Innovtion. 57
7 Rotemahnung - Ein One-Product-Shop 58
7.1 Vorstellung der Firma EDV-Service Samirae 58
7.2 Entstehung der Idee 58
7.3 Entwicklung. 59
7.3.1 Bedürfnisse der Kunden 59
7.3.2 Vorschriften zum Mahnverfahren 59
7.3.3 Produktinnovation. 59
7.4 Konkurrenzanalyse 60
7.5 Kundennutzen. 62
7.6 Projektdurchführung 62
7.6.1 Objekt Hosting 62
7.6.2 Objekt Programm 63
7.6.3 Objekt Design 64
7.6.4 Preismodell. 65
7.7 Integriertes Marketing 66
7.7.1 SEO SEM. 67
7.7.2 Public Relations. 68
7.7.3 E-Mail Marketing mit GSA E-Mail Spider 69
7.7.4 Dialogmarketing per Telefon und Fax 72
7.7.5 Viralmarketing 72
7.8 Qualitätssicherung und Kontrolle. 73
7.9 Umsatzerwartung und Prognose 75
8 Fazit und Ausblick 76
Anhangsverzeichnis 77
Darstellungsverzeichnis 78
Abk ürzungsverzeichnis. 80
Formelverzeichnis 82
Literaturverzeichnis 83
Tabellenverzeichnis 88
1
1 Einleitung 1.1 Problemstellung
„Strategy matters“ - „Strategie ist wichtig“ - dies ist der Leitspruch, der dieses Werk einleiten möchte. Die fortschreitende Digitalisierung und das Internet haben das Potenzial, unsere Welt so grundlegend zu verändern, dass sich jeder Unternehmer heute die Grundsatzfrage stellen muss, welches Geschäft und wie er es künftig betreiben will. Wer auf Dauer bestehen will, benötigt eine ausgeklügelte Strategie. Alle Industrien sind von den Veränderungen betroffen, vor allem aber die Medienindustrie. Fast jedes Produkt, von Büchern über Musik bis hin zu Filmen kann in digitaler Form über das Internet angeboten werden.
Das tägliche Leben findet immer mehr im Internet statt. Längst ist der Wandel zur Informationsgesellschaft vollzogen und das Internet durchdringt alle Bevölkerungsgruppen. Auch ältere Menschen entdecken nun den Nutzen des Web für sich. Der Kunde von heute vergleicht nicht nur Produkte und Preise, sondern auch Hersteller, Shops, Logistikdienstleister. Er liest die Erfahrungsberichte, Ideen und Kommentare anderer Kunden. Ab dem Jahr 1993, mit der Einführung World Wide Web und dem grafikfähigen Webbrowser, wächst die Zahl der Internet User rapide. Ebenso ungebremst, bis heute, ist der Wachstum des elektronischen Marktplatzes und seiner Umsätze. Frische Ideen sind erforderlich um Chancen zu nutzen und sich im Wettbewerb zu behaupten, besonders im Endkundengeschäft. Die vorliegende Diplomarbeit E-Business Strategien zur Entwicklung erfolgversprechender Online-Retailing-Systeme veranschaulicht den Weg zum Erfolg auf den digitalen Märkten theoretisch und praktisch.
2
1.2 Motivation
Wir gehen nun mit großen Schritten auf das Jahr 2010 zu. Von einem Ende der derzeit vorherrschenden Weltwirtschaftskrise kann noch keine Rede sein. Im Gegenteil - es kündigt sich die nächste Krise an. Hierzulande investiert man derweil in Informationsinfrastruktur. Es gilt den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken. Auch auf dem Land werden innerhalb der nächsten 2 bis 3 Jahren die Haushalte über Breitbandinternetzugänge verfügen. 1 Gegenüber den klassischen Produktionsfaktoren Arbeit, Boden, Kapital wird die Information nun mehr und mehr an Wert gewinnen. Wirtschaftliche und soziale Verhältnisse und auch die Arbeitsbedingungen werden sich ähnlich stark wie in der Zeit der industriellen Revolution verändern. In den Datenbanken von Google, Amazon, Netflix und iTunes lassen viele Terrabytes an Informationen bereits heute die Umrisse der Wirtschaft des einundzwanzigsten Jahrhunderts erkennen. 2 Vor diesem Hintergrund entwickelte sich als treibende Kraft für diese wissenschaftliche Arbeit die Faszination für die Wirtschaft der Zukunft.
1.3 Zielsetzung
Für Unternehmen sind Investitionen in Wachstumsmärkte besonders gewinnbringend. Die Zahl der Neugründungen von Webfirmen welche auf der Web 2.0 - Welle mitreiten wollen, ist bisher ungebremst. Im Netz kann prinzipiell alles verkauft werden. Die Palette reicht von Waren und Dienstleistungen bis hin zu digitalen Gütern, deren Gesamtanzahl derzeit noch nicht exploriert werden kann.
Am Anfang jedes Erfolges steht jedoch die Strategie. Beim Stichwort Strategie fällt dem Wirtschaftswissenschaftler direkt Michel Porter und sein Werk Wettbewerbsstrategie ein. Jedoch führen klassische Strategien im Internet nicht zum gewünschten Erfolg. Ebenso sind viele Instrumente zur Entwicklung von
1 o.V., http://www.computerwoche.de/knowledge_center/voip_tk/1879573/, Zugriff vom
6.6.2009, 13:14 Uhr
2 vgl. Anderson, Chris, The Long Tail, Hanser, München, 2007, S. 14
3
Strategien, Planung und Informationssystemen inzwischen überholt. 3 Die digitale Strategie stellt keine reine Planungsmethodik mehr dar. Sie ist ein neues Unternehmensmodell. 4 Das größte Geheimnis ihres Erfolges liegt in der Innovation.
In hohen Wachstumsraten der B2C-E-Commerce-Umsätze werden voraussichtlich die nächsten Jahrzehnte weiter anhalten. Wie man nun das neue Online-Retailing ins Unternehmen integriert, für mehr Umsatz nutzt oder gar eine neue digitale Geschäftsidee umsetzt, ist Gegenstand dieser Arbeit.
1.4 Vorgehen
Die vorliegende Arbeit ist einschließlich der zum Thema hinführenden Einleitung in acht Kapitel eingeteilt.
Zunächst werden die betriebswirtschaftlichen Grundlagen und Strategieansätze erläutert. Vertriebsmöglichkeiten mit verschiedenen Shopsystemen und Technologien werden aufgezeigt und die Integration in das Unternehmen, beschrieben. Ein besonderes Augenmerk liegt neben dem E-Marketing, auf den rechtlichen Aspekten des Onlinehandels. Im darauffolgenden Praxisteil wird der Onlinehandel mit einem digitalen Gut und einer eigens entworfenen Webshop-Lösung detailliert abgehandelt.
Abgeschlossen wird die Arbeit mit einer Zusammenfassung in Kapitel acht. Dabei sollen die Ergebnisse und Erkenntnisse der vorangegangenen Kapitel noch einmal zusammengefasst und ein Ausblick auf künftige Entwicklungen und Trends im Onlinehandel gegeben werden.
3 vgl. Downes, Larry, Mui, Chunka, Auf der Suche nach der Killer-Applikation, Campus,
Frankfurt, 1999, S. 13
4 vgl. Downes, Larry, Mui, Chunka, Auf der Suche nach der Killer-Applikation, Campus,
Frankfurt, 1999, S. 21
4
2 Entwicklung zum Online Retailing
2.1 Gesellschaftlicher Wandel
Die Verlagerung der Alltagsaufgaben ins Web wird bald für die meisten Menschen selbstverständlich sein. Alles ist online - das Leben spielt sich im Web ab. 5 Bisher jedoch existieren keine offiziellen Zahlen bezüglich der makroökonomischen Bedeutung der E-Business oder gar des E-Commerce. Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung kann man sich durch die sogenannten Kondratieff-Zyklen verdeutlichen.
Abbildung 2-1 - Kondratieff-Zyklen
Quelle: http://www.weiss-kommunikation.de/k6/bilder/kondratieffzyklen_gross.png,
Zugriff vom 9.6.2009; 18:30 Uhr
2.1.1 Zyklentheorie
Die Zyklentheorie nach dem russischen Ökonomen Nikolai D. Kondratieff, popularisiert durch Joseph A. Schumpeter, beschreibt die Überlagerung kurzer konjuntureller Phasen von langfristigern Konjunturwellen. Die Wellen ziehen sich über einen Zeitraum von 40 bis 60 Jahren und bestehen aus einer
5 vgl. Braun, Herbert, Kossel Alex, Die Web Gesellschaft in: c’t Magazin für Computertechnik,
Ausgabe 6 / 2009, Heise Zeitschriften Verlag, Hannover
5
Aufschwungs- und Abschwungsphase. Schumpeter sieht den Auslöser solcher Wellen in grundlegenden technischen Innovationen, die eine neue Form der Problemlösung ermöglichen. 6 Er erklärt die Wellenbewegung der wirtschaftlichen Entwicklung damit, dass das ökonomische Potential jeder Innovation begrenzt ist. 7
Abbildung 2-2 - Nikolai Dmitrijewitsch Kondratieff
Quelle: http://toonsai.files.wordpress.com/2008/10/kondratieff21.jpg, Zugriff vom
29.4.2009, 12:38 Uhr
2.1.2 Der fünfte Kondratieff Zyklus - das IT-Zeitalter
Gegenwärtig befinden wir uns im fünften Kondratieff Zyklus welcher durch Innovationen in der IT und ITK getrieben wird. Wenn wir davon ausgehen, dass ein Zyklus 40 Jahre andauert, so werden wir eine wachsende Bedeutung des E-Business und E-Commerce erwarten können. So wird E-Business für Unternehmen in allen Wirtschaftzweigen immer wichtiger um im globalen Wettbewerb bestehen zu können. 8
6 vgl. Maaß, Christian, E-Business Management, Lucius & Lucius, Stuttgart, 2008, S. 15
7 vgl. Hochreiter, Gregor, Unternehmer und Komasäufer, Institut für Wertewirtschaft, Wien,
2007
8 vgl. Maaß, Christian, E-Business Management, Lucius & Lucius, Stuttgart, 2008, S. 15 - 16
Abbildung 2-3 - The Kondratieff Wave
Quelle: http://www.tlaxcala.es/images/gal_5257.gif, Zugriff vom 1.5.2009, 8:32 Uhr
Am Wiener Institut für Wertewirtschaft pflegt man einen kritischen Umgang mit dem Verständnis des Ursache-Wirkungs-Prinzips der konjunkturellen Wellen. Die Ursache des Zyklus wird nicht in den Innovationen gesehen. Die rapide Ausbreitung bestimmter Technologien (Innovationen) würde gefördert durch eine Ausweitung der Geldmenge, denn die Produktion von Technologie ist besonders kapitalintensiv. Eine Kreditmengenausweitung sorgt in diesen Sektoren für einen künstlichen Boom, welcher nicht nachhaltig ist. Ein Beispiel aus der Geschichte ist die Ausbreitung der Eisenbahn, welche immens durch staatliche Inflationierung gefördert wurde. Die Ausweitung der ungedeckten Geldmenge wird als der Auslöser des Konjunkturzyklus angesehen welcher das langfristige Wohlstandsniveau drückt. 9
9 vgl. Der Kondratieff-Mythos, Rahim Taghizadegan, Institut für Wertewirtschaft, Wien,
14.04.2008
7
2.1.3 Reorganisationsprozesse der Gesellschaft
Kondratieffzyklen sind Reorganisationsprozesse der Gesellschaft - der ganzen Gesellschaft. Leo A. Nefiodow, Mitarbeiter des GMD-Forschungszentrum Informationstechnik, der heutige Fraunhofer Gesellschaft in Sankt Augustin ist der festen Überzeugung, dass der nächste Innovationsschub im wesentlichen davon abhängt, dass wir künftig die weichen Faktoren besser nutzen. Diese stellen den zwischenmenschlichen Umgang der Menschen, Kreativität, Motivation, Verantwortungsgefühl und vor allem die Bereitschaft sich für eine Sache einzusetzen. Große Produktionsfortschritte erzielt man heute nicht mehr in erster Linie durch noch bessere Hardware, durch noch bessere Technik oder durch besseren Zugang zu Fremdkapital. Die wirklichen Durchbrüche in der Produktivität, in Größenordnungen von 30, 100 bis zu 1.000 Prozent, erreicht man dadurch, dass man die Art und Weise wie Menschen zusammenarbeiten anders gestaltet: Umorganisation in Richtung Gruppenarbeit.
2.1.4 Ausblick auf den sechsten Kondratieff
Nach dem Ende des Informationszeitalters steht auch schon der sechste Kondratieff vor der Tür. So wird sich in ihrem Zeichen die Gesellschaft in Richtung Lernen und Bildung, individuelle und kollektive Gesundheit, und Umweltbewusstsein entwickeln. Geschäftsfelder mit Zukunft werden angesiedelt sein in:
- Biotechnologie
- Nanotechnologie
- Psychologie und Psychotherapie
- Umwelttechnik
- Ideologie
- Religion
Die Erschließung von nicht ausgeschöpfte Produktionsreserven welche im Humankapital, in der Kompetenz der Menschen liegen, wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor. Unternehmen, die sich auf die Zukunft ausrichten
8
wollen, müssen sich intern Möglichkeiten schaffen, mehr zur Nutzung des zur Verfügung stehenden Humankapitals beitragen. 10
„Die Menschheit kann noch viel tiefer fallen und wird es auch, wenn sich nach der unausweichlichen nächsten Bereinigung der ökonomischen Missverhältnisse nicht die richtigen Ideen durchsetzen. Nachdem unter dem Strich jedes Durchlaufen des künstlichen Konjunkturzyklus einen Wohlstandsverlust bedeutet, kein bloßes Auf und Ab, müssen wir hoffen, dass beim nächsten Mal die Lektion gelernt wird. Den nächsten, künstlichen Boom freudig zu erwarten, weil die Zeit laut irgendeiner deterministischen Zyklentheorie wieder reif dafür wäre, hieße sich das eigene Grab zu schaufeln.“ 11
2.2 Innovationen
Das Wort Innovation ist von den lateinischen Begriffen novus neu und innovatio etwas neu Geschaffenes abgeleitet. Es bedeutet Erzeugung und Umsetzung von Neuerungen. 12 Innovationen bilden die Grundlage von Fortschritt. Ohne sie würde es zum Stillstand kommen, nicht nur innerhalb eines Unternehmens sondern auch in ganzen Volkswirtschaften und Regionen.
2.2.1 Erfordernis von Innovationen
Ein Unternehmen kommt um Innovationen nicht herum, wenn es sein langfristiges Überleben sichern will. Nicht oder nicht optimal erfüllte Kundenbedürfnisse führen zum sog. Demand Pull, einem ständigen Druck etwas Neues zu entwickeln. Zudem kann gesagt werden, dass die optimale Erfüllung der Kundenbedürfnisse meist nur in der Theorie möglich ist. Vom Technology Push ist die Rede, wenn sich Innovationen durch Verbesserungen bei der Produktherstellung ergeben. Hierbei sinken die Kosten auf Unternehmensseite wobei gleichzeitig die Sicherheit bei der Produktherstellung bzw. -nutzung wächst. Die Bedürfnisbefriedigung, welche mit Innovation
10 vgl. Berger, Lutz, Der 6. Kondratieff, http://www.comedweb.de/DE/page.php?pageID=97
11 Der Kondratieff-Mythos, Rahim Taghizadegan, Institut für Wertewirtschaft, Wien, 14.04.2008
12 vgl. http://www.brockhaus.de/wissen/innovation, Zugriff vom 26.5.2009, 9:00 Uhr
9
verbessert werden soll, bezieht sich auf aktuelle sowie auch potenzielle Kundenschichten von Unternehmen. Innovationen schaffen es nun sogar immer öfter neue Nachfrage und somit neue Märkte zu erschaffen.
2.2.2 Arten von Innovationen
Betreibt ein Unternehmen aktiv die Innovation bis hin zur Umsetzung, so handelt es sich um die originäre Innovation. Bei der adaptiven Innovation übernimmt ein Unternehmen die originäre Innovation anderer Unternehmen, welche dann in Form einer Imitation eingeführt wird. In beiden Fällen kommt es für Kunden und Unternehmen zu Innovationen, welche zu modifizierten oder gar neuen Produkten führen. Als Innovation wird jedoch lediglich eine Veränderung bezeichnet, welche für den Kunden einen gewissen Neuheitsgrad aufweist. Das Ausmaß der Neuheit zeigt sich in der Verbesserung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses für den Kunden, gegenüber bisherigen Angeboten.
2.2.3 Innovationen im Wettbewerb
Bei originären Innovationen lassen sich Wettbewerbsvorteile (zumindest temporär) erzielen. Durch den wachsenden Druck eines immer stärker werdenden Wettbewerbs kommt es in allen Wirtschaftszweigen vermehrt zu Innovationen. Während das Management nun eine aufgeschlossenere Einstellung zu Innovationen pflegt, sehen die Unternehmen, Innovation als Teil der Unternehmenskultur an und Innovationsmanagement hat Integration in die Bereichs und Abteilungsorganisation gefunden. 13
2.3 E-Business
Es ist nun schon ca. 15 Jahre her, dass das Internet das Licht der digitalen Welt erblickte. Viele Millionen Menschen weltweit nutzen das Netz zur Information und zur Kommunikation. Die Lebensgewohnheiten haben sich verändert, so
13 vgl. Judt, Ewald, Zahlungsinnovationen im Wandel der Zeit und Ihre Vermarktung in:
Handbuch E-Money, E-Payment & M-Payment, Physica, Heidelberg, 2006, S. 19-21
10
werden mittlerweile sogar private sowie geschäftliche Beziehungen über das Netz organisiert, Treffen vereinbart und Termine festgelegt. 14 Wenig verwunderlich ist es daher, dass der Einkauf per Internet nun mehr und mehr selbstverständlich wird. Der Einkaufsprozess ähnelt sogar dem Vorgehen im realen Markt. Waren werden per Mausklick in einen digitalen Warenkorb gelegt und zum Ende des Einkaufsprozesses, wird eine Rechnung erstellt. „E-Business“ ist in den letzten Jahren mehr und mehr zu einem Modewort geworden. Initiiert hatte dies IBM mit einer Werbekampagne, welche 1990 begann und über die Jahre fortgeführt wurde. 15 Der Begriff E-Business Begriff findet in der Literatur zahlreiche und unterschiedliche Definitionen. Eine erste Definition stellt IBM im Jahre 1997 auf mit „A secure, flexible and integrated approach to delivering differentiated business value by combining systems and processes that run core business operations with the simplicity and reach made possible by internet technology“. 16
Abbildung 2-4 - Teilbereiche des E-Business
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:E-Business.svg&filetimestamp=20080619174018
14 vgl. Heinemann, Der neue Online-Handel, 2009, S. 1
15 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/E-Business
16 Wirtz, Bernd, Electronic Business, Gabler, Wiesbaden, 2001, S. 33
11
Wirtz hingegen definiert den Begriff E-Business mit „Anbahnung sowie die teilweise respektive vollständige Unterstützung, Abwicklung und Aufrechterhaltung von Leistungsaustauschprozessen mittels elektronischer Netze verstanden.“ 17
Meier und Stormer gehen in ihrer Definition sogar noch weiter: Sie definieren E-Business als „die Anbahnung, Vereinbarung und Abwicklung elektronischer Geschäftsprozesse, das heißt Leistungsaustausch mit Hilfe öffentlicher oder privater Kommunikationsnetze resp. Internet, zur Erzielung einer Wertschöpfung.“ 18
2.4 Online Retailing
Eine Form des E-Business ist der E-Commerce, der elektronische Handel. Unter elektronischem Handel versteht man den virtuellen Einkaufsvorgang im Internet. Es wird eine unmittelbare Handels- oder Dienstleistungsbeziehung zwischen Anbieter und Abnehmer hergestellt und zum Abschluss meist einer entgeltliche Transaktion durchgeführt. 19
Unter Retailing versteht man im Allgemeinen den Verkauf bzw. Handel von
Abbildung 2-5 - Onlineshopping
Quelle: http://login.vnuemedia.com/bw/photos/stylus/64296-Online-shopping.jpg, Zugriff
vom 01.05.2009, 14,27 Uhr
17 Wirtz, Bernd, Electronic Business, Gabler, Wiesbaden, 2001, S. 34
18 vgl. Meier / Stormer, eBusiness & eCommerce, 2005, S. 2
19 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Elektronischer_Handel
20 vgl. http://en.wikipedia.org/wiki/Retailing
21 vgl. http://retail.about.com/od/glossary/g/retailing.htm
12
Die Bedeutung des Online Retailing wächst ununterbrochen. Bei einigen großen Versandhäusern haben die Webumsätze bisher undenkbare Größenordnungen erreicht. Die Versandhäuser OTTO und NECKERMANN generieren bereits den größten Teil ihres Umsatzes Online. Für große Unternehmen gehört ein Online Shop bereits zum guten Ton. Für kleine und mittlere Firmen gewinnen Online Shops nun ebenfalls mehr und mehr an Bedeutung. 22
2.4.1 E-Shop Systeme
Die sorgfältige Auswahl einer geeigneten Softwarelösung für den Online Shop eines Unternehmens, ist ein wichtiger Schritt zum Erfolg im Onlinehandel. Die Entscheidung, welches Shopsystem geeignet ist, hängt zum einen davon ab, wie die Shop-Lösung zur Strategie des Unternehmens passt, zum anderen muss gewährleistet sein, dass der Shop dem Kunden den entsprechenden Mehrwert liefert.
2.4.2 Open Source Shops
Mittels einer Open-Source-Lösung können Händler kostenfrei den eigenen Onlineshop realisieren. Es werden hierbei hohe Anforderungen an das technische Know-how des Händlers oder eines externen Dienstleisters gestellt. Der Quellcode der Lösungen ist öffentlich verfügbar und kann ohne weiteres verändert werden. In Communities arbeiten weltweit Programmierer an Lösungen für bestimmte Probleme, welche den Funktionsumfang des Systems erweitern können. Ein Nachteil liegt in der oft unzureichenden Dokumentation der Software.
22 vgl. Willkommer, Josef, E-Commerce mit Open Source in: t3n, 09/2008, yeebase media
solutions GbR, Hannover
13
2.4.3 Kauf-Lösungen
Auf der Basis von Open-Source-Lösungen oder Eigenentwicklungen werden Kauf-Lösungen angeboten. Diese verfügen über ein breites Spektrum an Funktionen wie z.B. Schnittstellen, welche in den kostenfreien Versionen nicht vorhanden sind. Für den Händler ist technisches Know-how nicht erforderlich. Der Shopanbieter bietet meist sogar gegen Aufpreis die Installation an. Eine Aktualisierung auf eine neue Version kann hierbei jedoch mit weiteren Kosten für den Händler verbunden sein.
2.4.4 Miet-Shops
Einen Einstieg in das Onlineretailing bieten Miet-Shops. Sie sind in der Regel auf den Servern des Providers installiert und lassen sich im Baukastensystem konfigurieren. Der Provider stellt die gesamte technische Infrastruktur und kümmert sich auch um die Wartung, die Updates und die Weiterentwicklung des Systems. Technisches Know-how oder Programmierkenntnisse sind bei dieser Lösung nicht erforderlich. Die Gestaltungsfreiheit und Anpassbarkeit des Systems kann jedoch zuweilen stark eingeschränkt sein. Der Funktionsumfang und die Anzahl der möglichen Produkte steigt und fällt mit dem Mietpreis.
Abbildung 2-6 - Mietshopangebot vom Provider T-Online
Quelle: http://service.t-online.de/c/12/72/68/52/12726852.html Zugriff: 27.5.2009 14:47 Uhr
2.4.5 Eigenentwicklung
Die Eigenentwicklung eines Shops erfordert in der Regel umfassende programmiertechnische Kenntnisse. Sind diese im Unternehmen nicht vorhanden, müssen sie extern eingekauft werden. Die eigens entwickelte Shoplösung kann so auf die individuellen Bedürfnisse des Händlers zugeschnitten werden. Support, Wartung und Pflege sind auf lange Sicht meist teuer, sofern der Händler dies nicht selbst durchführen kann. Ob eine Eigenentwicklung Sinn macht kann nur im Einzellfall entschieden werden. 23
23 vgl. Stahl, Ernst, Krabichler, Thomas, Breitschaft, Markus E-Commerce-Leitfaden,
Universitätsverlag Regensburg, Regensburg, 2008 S. 43 - 46
Arbeit zitieren:
Scharhabil Samirae, 2009, E-Business Strategien zur Entwicklung erfolgsversprechender Online-Retailing-Systeme, München, GRIN Verlag GmbH
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