1. Auftrag / Auftragsdurchführung / Zusammenfassung
1.1. Auftrag
Die WiG consult GmbH wurde im Rahmen der Beauftragung zur KLN Erstellung 1993 vom Träger des Kreiskrankenhaus Muster, vertreten durch den Landrat Herrn XXXXXXX, mit der Durchführung einer Personalbedarfsermittlung für das Kreiskrankenhaus Muster beauftragt.
Ziel dieses Auftrages war es, neben der eigentlichen Personalbedarfsermittlung, die zunächst für die KLN-Erstellung benötigt wurde, für alle Bereiche die Grundlagen zu schaffen, damit die Personalbedarfsermittlung in den kommenden Jahren vom Kreiskrankenhaus selbst durchgeführt werden kann.
1.2. Auftragsdurchführung
Die erforderlichen Tätigkeiten vor Ort wurden im wesentlichen im November 1992 bis Februar 1993 in den Räumen des Kreiskrankenhauses durchgeführt. Die Personalbedarfsberechnung erfolgte auf der Basis der Leistungsdaten 1992. Die uns überlassenen Unterlagen des Kreiskrankenhauses Muster wurden analysiert und einer Plausibilitätsprüfung unterzogen. Auf der Grundlage dieser Unterlagen erfolgten in den nachfolgenden Monaten intensive Abklärungsgespräche in den Räumen des Kreiskrankenhauses Muster. Hierbei wurden die Mitarbeiter der Pflegedienstleitung, der Verwaltungsleitung, der Ärztlichen Leitung sowie der jeweiligen medizinischen Bereichsverantwortlichen und teilweise die Leistungsstellenverantwortlichen anderer Bereiche mit einbezogen. Im Rahmen dieser Gespräche nahmen wir auch Besichtigungen und Begehungen der jeweiligen Bereiche vor Ort vor.
Ziel dieser intensiven Abklärungsgespräche war die Festlegung von Bedarfskräftebewertungsmaßstäben. Neben den Bewertungsmaßstäben selbst legten wir dabei besonderen Wert auf eine Plausibilitätsprüfung des Leistungsmengengerüstes.
Den vereinbarten Bewertungsmaßstäben liegen alle üblicherweise bei Wirtschaftlichkeitsprüfungen angewendeten Kriterien zugrunde. Dabei handelt es sich u. a. um die Anhaltszahlen der Deutschen Krankenhausgesellschaft 1969 - fortgeschrieben auf die 40-Stunden-Woche - bzw. hilfsweise die DKG-Anhaltszahl 1974, die publizierten Erfahrungswerte von kommunalen Prüfungsverbänden und Anstalten, die im Praktikerhandbuch zur Krankenhausbewertung (Leitfaden für Kassenfachleute) veröffentlichten Werte sowie sonstige Erfahrungswerte, analytische Verfahren, interne und externe Betriebsvergleiche. Die im Einzelfall angewendeten Grundlagen für die Beurteilung werden, soweit erforderlich, in unserem Bericht erläutert.
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Alle herangezogenen Empfehlungen und Richtwerte wurden auf ihre Angemessenheit hin überprüft und - falls nötig - modifiziert. Die Gründe für die Modifikation haben wir in den einzelnen Kapiteln des Berichtes gleichfalls erläutert. Alle vorhandenen Bemessungskriterien sehen wir als grobe Orientierungshilfen an. Aus ihrem Durchschnittscharakter resultiert die Forderung nach einer differenzierten Anwendung unter Beachtung betriebsindividueller Gegebenheiten. Dies bedeutet, daß Faktoren wie Versorgungsstufe, Behandlungsarten, Verweildauer, Baustruktur, apparative Ausstattung, Organisationsstruktur, Dienst-form, tatsächliche Ausfallzeiten usw. bei der Modifikation der Prüfungsmaßstäbe zu beachten sind.
Bei der Ermittlung der Jahresollarbeitsstunden sind wir von der 40-Stunden-Woche unter Berücksichtigung der Wochenfeiertage ausgegangen. Es ergeben sich im Durchschnitt
(365 Tage - 104 Wochenenden - 10 Wochenfeiertage) x 8 Std. = 2.008 Jahresarbeitsstunden
die zugrunde gelegt werden können. Bei Berücksichtigung einer durchschnittlichen Ausfallzeit von 15 % ergeben sich somit 2.008 Jahresarbeitsstunden - 15 % = 1.707 Jahresarbeitsstunden die der Personalbedarfsberechnung zugrunde gelegt wurden. Die vom Kreiskrankenhaus Muster vorgelegte Ausfallzeit-Statistik wurde auf Plausibilität überprüft und im nachstehenden Bericht berücksichtigt, wobei die in den Anhaltszahlen und Erfahrungswerten sowie den oben errechneten Jahresarbeitsstunden enthaltene Ausfallzeit entsprechend korrigiert wurde. Bei der Personalbedarfsberechnung sind wir davon ausgegangen, daß in den Anhaltszahlen der DKG von 1969 und bei allen anderen Richtwerden, Erfahrungswerten und sonstigen Leistungszahlen und Zeitbedarfsermittlungen eine Ausfallquote von 15 % enthalten ist. In diesem Fall wurde das errechnete Personal-Soll mit folgendem Faktor multipliziert:
Beim "Funktionsdienst" wurde berücksichtigt, daß bei Anwendung der Personalbedarfsberechnungsformel "n + 15 %" etc. lediglich ein Zuschlags-faktor von 15 % berücksichtigt ist, was einer Ausfallquote von 13,04 % entspricht. Es wurde deshalb die oben genannte Formel entsprechend modifiziert, um auch hier eine Basis-Ausfallquote von 15 % in Ansatz zu bringen. Bei der weiteren Personalbedarfsbeurteilung wurde die ambulante Krankenver-sorgung berücksichtigt und der sich hierfür ergebende Personalbedarf separat ausgewiesen.
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Gleichfalls wurde bei der Ermittlung des Personalbedarfs des stationären Bereiches der auf den Bereitschaftsdienst entfallende Leistungsanteil berücksichtigt. In den Fällen, in denen keine klare Abgrenzung des auf den Bereitschaftsdienst entfallenden Leistungsanteils vorgenommen werden konnte, haben wir unter Berücksichtigung der bestehenden Bereitschaftsdiensteinstufung Schätzungen vorgenommen und diesen ermittelten Personalbedarf zum Abzug gebracht. Bezüglich der Qualität der uns zur Verfügung gestellten Unterlagen mußte allerdings festgestellt werden, daß die von WiG consult GmbH bereits im Vorjahr 1991 gegebenen Hinweise vom Krankenhaus aus den verschiedensten Gründen nicht umgesetzt worden sind. Bei der Kalkulation des Auftrages ging WiG davon aus, daß entsprechend der Erfahrung aus 1991/92 die Problematik und Bedeutung der Leistungserfassung erkannt worden ist. Dies war dem Krankenhaus wohl aber aus den verschiedensten Gründen nicht möglich. In verschiedenen Gesprächen Ende Januar 1993 und im Laufe des Februars 1993 wurde deutlich, daß die Qualität der uns überlassenen Unterlagen nicht den strengen Anforderungen, die an eine Personalbedarfsberechnung zu stellen sind, entsprachen. In verschiedenen Schreiben an den Auftraggeber bzw. der Krankenhausleitung, sowie in den Betriebskommissionssitzungen wurde von uns auf dieses Situation hingewiesen.
Exemplarisch sei an dieser Stelle aufgeführt, daß bspw. die Leistungsangaben, wie sie in dem vom Krankenhaus erstellten KLN 1993 gemacht wurden, nicht mit den Leistungsangaben der einzelnen Abteilungen übereinstimmten. Diese Situation hatte zur Folge, daß seitens WiG consult erhebliche Rückfragen notwendig wurden, Nacharbeiten zu leisten waren, immer wieder Korrekturen in den Bericht eingearbeitet werden mußten und Abstimmungen mit den einzelnen Leistungsstellen notwendig wurden. Die Abgabe des Berichtes hat sich aus diesen Gründen erheblich verzögert.
Die Ergebnisse der Personalbedarfsermittlung der einzelnen Abteilungen wurden nach Fertigstellung der Personalabteilung vorgelegt, d.h. die Ergebnisse sind dem Krankenhaus bekannt.
Die Berechnung des Personalbedarfs für den Pflegedienst erfolgte zunächst noch auf der Basis der DKG Anhaltszahlen. Aufgrund der sich aber inzwischen geänderten Gesetzeslage, GSG 93, wurden diese Ergebnisse dann nicht mehr in den vorliegenden Bericht aufgenommen, sondern lediglich mit der Pflegedienstleitung und der Personalabteilung besprochen und mit den Ergebnissen aus der Berechnungsmethotik, gemäß Pflege-PR, verglichen. Weitere Ausführungen zu den Beurteilungsmaßstäben, Abzügen und Zuschlägen befinden sich im nachfolgenden Bericht. Der nachfolgende Bericht ist wie folgt aufgebaut: Zunächst erfolgt eine zusammenfassende Darstellung der Berechnungsergebnisse für 1993. Im Anschluß an diese tabellarische Zusammenfassung der Ergebnisse der von uns durchgeführten Personalbedarfsberechnung folgt ein detaillierter Bericht über die Ableitung dieser Ergebnisse mit der Erläuterung der zugrunde gelegten Maßstäbe. Dabei werden zunächst all-
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gemeine Hinweise zu den Bewertungsmaßstäben in den jeweiligen Dienstarten gegeben. Daran schließt sich die Ergebnisdarstellung, gegliedert nach den einzelnen Kliniken und Fachbereichen an. Im Anschluß daran wird zu den einzelnen Positionen Stellung genommen und ggf. vorgenommene Zuschläge bzw. Abschläge erläutert.
Neben dem schriftlichen Ergebnisbericht selbst erhält das Krankenhaus die im Anhang dieses Berichtes dargestellten Tabellen auf einer Datendiskette 1 um so selbst in den folgenden Jahren die Berechnungen selbst durchführen zu können.
Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer Die Mitarbeiter des Kreiskrankenhauses Muster, hier ist insbesondere die Leiterin der Personalabteilung, Frau Kxxxe, zu nennen, unterstützten die Durchführung der Personalbedarfsberechnung trotz der damit verbundenen hohen zeitlichen Beanspruchung in sehr kooperativer Weise. Auskünfte wurden bereitwillig erteilt, auch bei kontroversen Auffassungen wurde ausnahmslos in sehr sachlicher Atmosphäre diskutiert und das Bemühen um eine sachgerechte Ergebnisfindung unterstützt. Wir danken daher der Krankenhausleitung und ihren Mitarbeitern für die unbürokratische und kooperative Zusammenarbeit.
Dieter F.-W. Frhr. v. Münster-Kistner
Geschäftsführer WiG consult GmbH Bad Schwalbach, im Oktober 1993
1 erstellt mit der Tabellenkalkulation EXEL 5
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2. Ergebnissbericht
2.1 Zusammenfassung
Nachfolgend stellen wir unkommentiert einen Überblick über die Gesamtergebnisse unserer Personalbedarfsberechnung für den Zeitraum 1993 dar. Die sich ggfl. ergebenden geringfügigen Differenzen in der Summierung sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.
(eigene Darstellung)
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2.2 Ärztlicher Dienst
2.2.1 Allgemeine Hinweise und Ergebnisse der Personalbedarfsermittlung Das Krankenhaus hatte im Berichtszeitraum 1992 eine IST-Besetzung von 44,0 Vollkräften, dem steht ein von uns ermittelter SOLL-Bedarf von 45,53 Vollkräften gegenüber, so daß sich eine Unterbesetzung von 1,53 Vollkräften ergibt.
(eigene Darstellung)
Die Bedarfsermittlung selbst ist dem Anhang (Ärztlicher Dienst) zu diesem Bericht zu entnehmen.
Ausgangspunkt für die Beurteilung der stationären Versorgung bilden gemäß der Entschließung der 42. Konferenz der für das Gesundheitswesen zuständigen Minister und Senatoren der Länder vom 2./3. Nov. 1978 grundsätzlich die Anhaltszahlen der Deutschen Krankenhausgesellschaft von 1969 -fortgeschrieben auf die 40 Stundenwoche - als Näherungswert und Orientierungshilfe.
Wir haben gemäß der Prüfungspraxis von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, die durch die Entwicklungen im medizinischen Bereich verursachten Neuerungen in die normalen Anhaltszahlen von 1974 aufgenommen, d.h. eine entsprechende Mehr- oder Minderbedarfsberechnung. Weiterhin wurden publizierte Erfahrungswerte von kommunalen Prüfungsverbänden, sonstige Erfahrungswerte aus analytischen Verfahren, interne und ex-
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BBA/MBA Dieter F.-W. Freiherr von Münster-Kistner, 1993, Sammlung diverser Berichte - Band VIII: Personalbedarfsberechnung für ein Kreiskrankenhaus, München, GRIN Verlag GmbH
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