Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Going Public von professionellen Fußballclubs 2
2.1 Motive für ein Going Public 2
2.2 Gründe gegen ein Going Public 3
3. Voraussetzungen für ein Going Public 4
3.1 Rechtliche Anforderungen 4
3.2 Wirtschaftliche Erfordernisse. 6
4. Analyse ausgewählter Aktien professioneller Fußballclub 8
4.1 Historische Entwicklung 8
4.2 Untersuchung von Performance und Ursachen 10
4.3 Einflussfaktoren auf den Kurs von Fußballaktien am Beispiel des BVB 12
4.4 Bewertung von Fußballaktien 14
5. Zusammenfassung/ Ausblick 16
Literaturverzeichnis. 18
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Dow Jones STOXX Football Index 1995 - 2005
Abbildung 2: Aktienkursentwicklung im Vergleich zur allgemeinen Marktentwicklung
III
1. Einleitung
Sepp Herberger sagte einst: „Der Ball ist rund“ und „Ein Spiel dauert 90 Minuten“, da- mitfasste er damals große Einsichten in einfache Worte. Heutzutage scheint es nicht mehr ganz so einfach zu sein, spricht man neuerdings doch eher von Brand Names, Equity Story und Cross Selling anstatt von Fußballweisheiten. Wie kaum ein anderer Sport vermag es König Fußball, Menschen zu begeistern und Euphorie auszulösen. Jüngstes Beispiel dafür ist die Fußballweltmeisterschaft 2006 im eigenen Land. Millionen Menschen waren dem „Virus“ Fußball verfallen, Public- Viewingnahm ungeahnte Dimensionen an und Deutschland versank in einem Fahnenmeer. Fußball faszinierte in diesen Wochen selbst diejenigen, die sonst nichts von dem runden Leder wissen wollen und avancierte zum beherrschenden Thema in den Medien, das alle sonstigen Geschehnisse aus Gesellschaft und Politik in den Hintergrund drängte. Fußball ist längst nicht mehr nur Fußball und weitaus mehr als nur ein Spiel. Die Kommerzialisierung im Profifußball schreitet immer weiter voran. Fußball begeistert längst nicht mehr nur Millionen von Menschen, mit dem Geschäft Fußball werden mittlerweile auch Millionenbeträge bewegt.
Der steigende Wettbewerbsdruck im europäischen Profifußball und die stark veränder-
ten Anforderungen an die Fußballclubs 1 drängen die Frage nach neuen Finanzierungsquellen auf. Diese Arbeit befasst sich mit dem Thema der Außenfinanzierung und setzt dabei einen Schwerpunkt auf den Börsengang von professionellen Fußballvereinen. Dabei soll der historische Verlauf der Fußballaktien sowie die Einflussfaktoren auf den Kursverlauf genauer dargestellt werden.
Aus diesem Grund befasst sich die Arbeit im nächsten Abschnitt zunächst mit den Pro-und Contra-Argumenten eines Going Public von Fußballvereinen, bevor im 3. Kapitel die rechtlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen beschrieben werden. Anschließend wird eine Analyse ausgewählter Aktien von europäischen Fußballclubs durchgeführt und anhand der Aktie von Borussia Dortmund Ursachen für Kursveränderungen beispielhaft erklärt.
1 Die Begriffe Fußballclub, Fußballverein und Fußballunternehmen werden im Laufe dieser Arbeit synonym verwendet. Insofern die Notwendigkeit einer Rechtsformunterscheidung besteht, geht dieses aus dem allgemeinen Kontext der jeweiligen Textstellen hervor.
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2. Going Public von professionellen Fußballclubs
2.1 Motive für ein Going Public
In Europa konnte in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Vereinen beobachtet werden, die den Weg an die Börse gewagt und ihre Profiabteilungen ausgegliedert haben. Nun stellt sich die Frage, welche Motive die Vereine zu diesem Schritt bewegt haben.
Als wesentlicher Grund für einen Börsengang wird ein erhöhter Kapitalbedarf aufgrund mangelhafter Eigenkapitalausstattung angeführt (Zacharias, 1999, S. 111). Der erhöhte Kapitalbedarf wird sich in Zukunft vor allem in zweierlei Hinsicht ergeben: Zum einen zur Sicherung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit und zum anderen zur Investition in Infrastruktur. Der sportliche und damit auch der finanzielle Erfolg eines Vereins hängen
bedeutend von der Qualität des Spielerkaders ab. In Folge des Bosman-Urteils 2 sind in den letzten Jahren sowohl die Gehälter als auch die Ablösesummen der Spieler explosionsartig gestiegen. Dadurch sehen die deutschen Vereine ihre Konkurrenzfähigkeit in Europa sowie die Attraktivität der Bundesliga bedroht und befürchten drastische Einnahmerückgänge - besonders aus den hohen Preisgeldern der europäischen Wettbewer-be - zu erleiden 3 . Die Renovierung, der Um- oder Neubau eines Stadions ist für viele Vereine eine Voraussetzung um wettbewerbsfähig zu bleiben und den gestiegenen Ansprüchen des Publikums gerecht zu werden. Die Investition in ein modernes Stadion, das auch für fußballunabhängige Veranstaltungen genutzt werden kann, bietet den Bundesligisten somit eine neue Erlösquelle, die krisenfestes Anlagevermögen auch bei sportlichem Misserfolg darstellt und eine Diversifikation der Einnahmen mit sich bringt (Suciu-Sibianu, 2003, S. 180).
Ein weiterer positiver Effekt eines Börsengangs und der damit verbundenen Börsennotierung sind die direkt damit verbundenen Image- und Marketingvorteile des Vereins. Börsennotierte Unternehmen genießen ein Image von Solidität und damit einen Ver-trauensvorsprung gegenüber nicht notierten Unternehmen. Zusätzlich zum Imagegewinn wird der Bekanntheitsgrad durch das Going Public sowie die tägliche Kursnotierung
2 Ein im Dezember 1995 vom Europäischen Gerichtshof gefällter Beschluss, dass für Lizenzspieler, deren Vertrag ausgelaufen ist, keine Ablösesummen gezahlt werden müssen. Ebenso entfällt die zahlenmäßige Beschränkung der EU-Ausländer in einem Team.
3 Den Zusammenhang zwischen Finanzkraft und sportlichem Erfolg bewiesen Lehmann und Weigand (1997, S. 393)
2
und die regelmäßige Berichterstattung gesteigert und der Verein in den Medien einer breiten Masse präsentiert.
Abschließend soll die die Frage gestellt werden, ob die von den meisten Clubs gewählte Rechtsform des eingetragenen Vereins nicht eine Rechtsformverfehlung darstellt und dies eine Umwandlung eventuell zwingend erforderlich macht. Betrachtet man die Kommerzialisierung im Profifußball und den Gesamtumsatz der Bundesliga von 1.287.285 T€ in der Spielzeit 2005/2006 (DFL, 2007, S. 194), besteht kaum noch ein Zweifel, dass es sich bei den Proficlubs nicht um Idealvereine, sondern um Wirtschafts-unternehmen handelt. 4
2.2 Gründe gegen ein Going Public
Ein Grund der gegen den Gang an die Börse spricht, sind die damit verbundenen Kosten. Hierbei sind neben den direkten Emissionskosten, wie z.B. Provisionen an Intermediäre oder Werbung und Road Shows auch die Folgekosten einer IPO, wie z.B. Publizitätspflichten, Hauptversammlungen und Investor Relations-Arbeit zu nennen. Bei den Folgekosten handelt es sich um indirekte Kosten, die zeitlich nicht begrenzt sind und bei börsennotierten Unternehmen regelmäßig anfallen (Suciu-Sibianu, 2003, S. 182). Einen weiteren Nachteil birgt die Publizitätspflicht für börsennotierte Unternehmen. Durch die erhöhte Transparenz können sich Wettbewerbsnachteile dadurch ergeben, dass die notierten Unternehmen dazu verpflichtet sind, kursbeeinflussende Meldungen unverzüglich zu veröffentlichen. Die Fußballclubs stellen der Öffentlichkeit zurzeit nur sehr wenige Informationen zur Verfügung und möchten dieses Verhalten auch nur ungern ändern.
Ein anderes Motiv, das gegen den Gang an die Börse spricht, ist der Machtverlust der Vereinsspitze. Die Befürchtung, Einflussmöglichkeiten zu verlieren, ergibt sich einerseits durch die Aufnahme externer Gesellschafter und andererseits durch die streng gegliederte Organisationsstruktur einer AG.
Ebenso wie die Organisationsstruktur muss sich auch die Zielsetzung des Vereins verändern. Bisher ging es den Vereinen lediglich um den sportlichen Erfolg, da das Ziel der Gewinnmaximierung aufgrund der fehlenden Gewinnaneignungsrechte bedeutungslos war. Im Rahmen des Rechtsformwechsels und den damit verbundenen anderen Gesellschafterkreisen und -interessen soll nun neben dem sportlichen auch der wirtschaft-
4 Vgl.für eine ausführliche Darstellung der Diskussion Wagner, G (1999, S471-474)
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Arbeit zitieren:
Dipl.-Kfm. Sven Jacobsen, 2007, Aktien von professionellen Fußballclubs, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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