Übertragung von Strukturen und Prozessen einer Non-Profit Organisation
auf ein gewinnorientiertes Unternehmen.
Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis / Abbildungsverzeichnis
1. Einleitung 6
2. Darstellung der Führungsprozesse einer Non-Profit Organisation 9
2.1. Die Führungsvorschrift DV 100 10
2.2. Anwendung der DV 100 11
2.2.1. Die Führungsorganisation 12
2.2.2. Der Führungsvorgang 14
2.2.3. Die Führungsmittel 16
3. Ist-Situation in einem gewinnorientierten Unternehmen 18
3.1. Arbeitsorganisation 19
3.1.1. Niederlassungsleiter 21
3.1.2. Untere Managementebene 21
3.1.3. Adminkraft 22
3.1.4. Monteur 22
3.1.5. Customer Care Center ()CCC 23
3.2. Arbeitsmittel 23
4. Implementierung der Führungsprozesse in das Unternehmen 24
4.1. Probleme eines Veränderungsprozesses 25
4.2. Veränderung im Unternehmen 26
4.2.1. Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Linienstelle
Niederlassungsleiter 27
4.2.2. Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Linienstelle
Teamleiter 28
4.2.3. Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Ausführungsstelle
Monteur 28
5. Fazit 29
Quellenverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis:
CCC Customer Care Center
DV Dienstvorschrift
MA Mitarbeiter
NRW Nordrheinwestfalen
StAN Stärke und Ausrüstungsnachweis
TÜV Technischer Überwachungsverein
ZSNeuOG Zivilschutzneuordnungsgesetz
Abbildungsverzeichnis:
Abbildung 1: „Das Führungssystem im Ganzen“ aus Kohlhammer, W., FwDV 100
Führung und Leitung im Einsatz, Stuttgart, 2006, S. 13
Abbildung 2: „Organigramm einer Einsatzleitung mit Einsatzabschnitten“ eigen
erstelltes Organigramm nachempfunden aus Kohlhammer, W., FwDV 100 Füh-
rung und Leitung im Einsatz, Stuttgart, 2006, S.21
Abbildung 3: „Kreisschema als Modell des Führungsvorganges“ aus Kohlham-
mer, W., FwDV 100 Führung und Leitung im Einsatz, Stuttgart, 2006, S.29
Abbildung 4: „Führungsmittel im Führungsvorgang“ aus Kohlhammer, W., FwDV
100 Führung und Leitung im Einsatz, Stuttgart, 2006, S. 51
Abbildung 5: „Organigramm des Unternehmens“ eigen erstelltes Organigramm
nach aufgefasster Lage im Unternehmen
Abbildung 6: „Der Mensch im Änderungsprozess“ aus http://www.wiley-
vch.de/books/sample/3527502858_c01.pdf, S.4, gefunden am 09.06.09 um
14:12 Uhr
Abbildung 7: „Veränderung der Organisationsform“ eigen erstelltes Organig-
ramm nach der Umstrukturierung im Unternehmen.
1. Einleitung
In dieser Projektarbeit geht es um die Gegenüberstellung von Strukturen in einer nicht gewinnbringenden Organisation 1 und einem gewinnorientierten Unternehmen. Die Feuerwehr, Polizei und der Katastrophenschutz werden im Folgenden als Non-Profit Organisationen 2 dargestellt, da diese nicht auf Gewinne abzielen, sondern das Wohl der Gesellschaft als Ziel ihrer Arbeit haben. Im Gegensatz zu gewinnorientierten Unternehmen, deren Ziel es ist, Profit zu erwirtschaften.
Der Verfasser dieser Arbeit wird auf die Strukturen von Einsätzen eingehen und fachspezifische Begriffe verdeutlichen. Bei Außenstehenden kann schnell der Eindruck entstehen, als gäbe es bei der Feuerwehr und dem Rettungsdienst kaum eine, bis hin zu keiner Struktur.
“Der Rettungsdienst braucht wieder Stunden bis er eintrifft.“ “Die Feuerwehr hat noch immer nicht begonnen mit den Löscharbeiten.“ “Den Menschen wird nicht schnell genug geholfen.“
Diese Liste kann beliebig erweitert werden, da viele Betroffene in solchen Unglücksfällen, jegliches Zeitgefühl verlieren. Die Arbeit von beispielsweise Feuerwehrleuten oder Polizisten 3 werden nur als sehr langsam und eventuell unkoordiniert wahrgenommen. Als Beispiel wird hier ein Busunglück genannt, es kippt ein Bus bei einem Unfall um. Die Betroffenen, unabhängig davon ob sie verletzt oder unverletzt sind, laufen um den Bus herum. Andere Verletzte sind eingeklemmt und können sich nicht aus dem Wrack befreien. Nun sieht beispielsweise ein Schaulustiger den ersten Wagen der Feuerwehr, einen kleinen Transporter. Es steigt ein Feuerwehrmann aus, der andere bleibt sitzen. Der eine läuft mit einer Liste langsam den Bus ab und schreibt auf, wie viele Verletzte es gibt, wie viele eingeklemmte Personen und wie viele Betroffene. Dann leistet er keine Erste Hilfe, sondern geht wieder zum Auto und meldet der Notrufzentrale, was vor Ort geschehen ist. Diese Minuten kommen einem Schaulustigen wie Stunden vor. Er registriert lediglich, dass nicht geholfen wird und dass die Feuerwehr in solchen Momenten nur sitzt und nichts macht oder nur herumläuft. Der aus-
1 Imfolgenden Non-Profit Organisation genannt.
2 Im speziellen sind damit angesprochen: Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter Unfallhilfe, Malteser Hilfsdienst, Arbeiter Samariter Bund, Deutsche
Lebensrettungsgesellschaft
3 Der Einfachheit halber verzichtet der Verfasser in dieser Projektarbeit darauf, sowohl die männliche als auch die weiblich Form aufzuführen. Wo
der Verfasser die männliche Form der Schreibweise wählt, sind selbstverständlich auch alle weiblichen Personen gemeint. Der Verfasser nimmt
diesen Mangel zugunsten einer besseren Lesbarkeit der Projektarbeit bewusst in Kauf.
6
gestiegene Feuerwehrmann, welcher sich ein Bild der Situation gemacht hat, wird im Fachjargon Einsatzleiter genannt. Er ist das Auge der Notrufzentrale, welche weitere Maßnahmen einleitet. Nur vor Ort kann der Einsatzleiter das Ausmaß des Schadens erkennen und muss im Folgenden, wie jeder andere Bürger, den Notruf absetzen, um weitere Hilfe zu bekommen. Würde er das nicht machen, kämen eventuell noch weitere Fahrzeuge, aber nicht das benötigte Material um adäquat und schnell die richtige Hilfe zu leisten. In solchen Momenten den Überblick zu behalten ist auch für Einsatzkräfte sehr schwer. Es geht oft um Menschenleben. Eventuell springen Personen aus brennenden Wohnungen, es liegen Verletzte und wohlmöglich auch Tote am Ein-satzort. Feuer und Gefahr der Explosion droht und beschäftigt somit die Gedanken von Einsatzkräften. Um in diesen und vielen weiteren Situationen den Überblick zu behalten, gibt es eine Führungsvorschrift. Diese nennt sich Dienstvorschrift 100 und wird im weiteren Verlauf als DV 100 erwähnt. Die DV 100 regelt die feuerwehrtechnische, polizeiliche oder katastrophenschutzbezogene Führungsaufgabe im Einsatz. Je nach Größe des Einsatzgeschehens regelt sie die Dimensionen einer Einsatzleitung, welche sich um den Einsatzleiter aufbaut. Der Einsatzleiter ist für die Erreichung des Einsatzzieles verantwortlich. Einsatzziele können Löschung des Feuers, Räumung der Unfallstelle oder Rettung und Ver-sorgung aller Unfallbeteiligten sein. In der DV 100 werden festgelegte Strukturen beschrieben wie im Einsatz zu verfahren ist. Ebenso regelt diese die Über- und Unterstellungen von Personen sowie Meldewege. Diese Festlegungen dienen als Zielsetzung für den Einsatzleiter. Sie sollen ihm Sicherheit in seinen Entscheidungen geben. Außer Acht darf dabei nicht gelassen werden, dass jede Entscheidung situativ bzw. individuell zu treffen ist und es keine Musterlösung geben kann.
Jede Non-Profit Organisation, Feuerwehr, Polizei und Katastrophenschutz, hat eine eigene DV 100. Diese sind in ihren Inhalten gleich, lediglich in der Bezeichnung der Personen z.B. Feuerwehrmann - Polizist- Katastrophenschutzhelfer unterscheiden sie sich.
Im Gegensatz zu der Struktur einer Non-Profit Organisation möchte der Verfasser den Aufbau eines gewinnorientierten Unternehmens anhand eines Beispiels beschreiben. Die Unternehmensstruktur, welche im Verlauf dieser Arbeit vorgestellt
7
wird, hat sich über Jahre entwickelt, ist jedoch nicht förderlich für die Wirtschaftlichkeit und Kundenorientierung, welche in Krisenzeiten doch so wichtig ist. Im Fallbeispiel geht es um ein großes weltweit agierendes Unternehmen in der Aufzugbranche. Dieses Unternehmen ist in Deutschland tätig und hat Niederlassungen in vielen deutschen Großstädten wie Berlin, München und Düsseldorf. Auf Grund der Zertifizierung des Unternehmens sollten alle Niederlassungen grundsätzlich nach gleichen Strukturen aufgebaut sein. Die Realität zeigt allerdings eine andere Situation.
Der Verfasser wird sich im weiteren Verlauf der Arbeit immer wieder auf dieses Fallbeispiel beziehen und sich auf eine der Niederlassungen der fiktiven Firma beziehen. Sie hat, wie die meisten Unternehmen, einen Niederlassungsleiter bzw. Geschäftsführer und mehrere unterstellte Meister. Jedem Meister sind Monteure und eine administrativ arbeitende Kraft unterstellt. Zusätzlich wird das Team durch einen Verkäufer ergänzt, der sich um den Verkauf von Umbauten für Aufzugsanlagen und Wartungsverträge kümmert. Diese bilden das Kerngeschäft des Unternehmens. Durch die Wartungen besucht der Monteur regelmäßig die Anlagen und kann eventuell fällige Reparaturen erkennen, die das Unternehmen dann zusätzlich dem Kunden anbieten kann. Die Monteure empfangen von mehreren weisungsbefugten Stellen ihre Arbeitsaufträge. Diese Stellen sind Mitarbeiter aus der Meisterei der Niederlassung, sowie die Telefonzentrale aus Berlin. Die Telefonzentrale gibt Aufzugsstörungen an die Monteure weiter, welche diese dann beheben müssen. Sie bildet das Herzstück der Kundenkommunikation. Jeder Anruf eines Kunden läuft im CCC 4 auf und wird dort bearbeitet bzw. an die entsprechende Stelle weitergeleitet. Im weiteren Verlauf dieser Projektarbeit wird auf jede dieser Stellen und deren Beschreibung noch einmal genauer eingegangen.
Abschließend soll heraus gearbeitet werden, ob die Übertragung der gradlinigen, fast militärischen Struktur einer Non-Profit Organisation, profitabel wäre für das dargestellte gewinnorientierte Unternehmen. Dabei stellt sich unter anderem die Frage, ob es sinnvoller wäre, dass Monteure nicht von mehreren weisungsbefugten überstellten Stellen geführt werden, sondern nur von einer Stelle, so wie in Non-Profit Organisationen? Diese Stelle wäre dann allen Teammitglie-
4 Imweiteren Verlauf dieser Arbeit wird die Telefonzentrale, das Customer Care Center mit CCC abgekürzt.
8
dern weisungsbefugt, den Monteuren, den Adminkräften 5 sowie den Verkäufern. Hierbei bleibt dann noch zu klären, ob dies umgesetzt werden kann und welche Veränderungen vorgenommen werden müssen. Da der Chef, die oberste und einzige weisungsbefugte Stelle, deutlich mehr Kompetenz aufweisen muss und das gleich in mehrfacher Hinsicht: Fachlich, Methodisch und Menschlich!
2. Darstellung der Führungsprozesse einer Non-Profit Organisation
In diesem Kapitel werden die Führungsprozesse der Non-Profit Organisation beleuchtet wie sie im Einsatzfall verwendet werden. Diese, fast militärischen, Strukturen, werden ausschließlich im Einsatzfall genutzt, um schnell und richtig Hilfe leisten zu können. Da es sich um Menschenleben oder hoheitliche Aufgaben handelt, darf man sich keine Fehler leisten. Hoheitliche Aufgaben sind unter anderem, der Schutz von Werten die erhalten bleiben müssen, wie z.B. das Stadtarchiv von Köln oder der Schutz von allgemeinem Gut, wie beispielsweise Hochwasserkatastrophen, in denen die Bevölkerung zu schützen ist, sowie die Räumung einer Unfallstelle damit der Verkehr wieder fließen kann. Wie bereits in der Einleitung beschrieben, arbeiten alle Non-Profit Organisationen, wie Feuerwehr, Polizei und Katastrophenschutz mit einer Dienstvorschrift 100. Im weiteren Verlauf der Arbeit bezieht sich der Begriff Non-Profit Organisation jedoch nur auf den Bereich des Katastrophenschutzes und den damit einhergehenden Hilfsorganisationen Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter Unfallhilfe, Malteser Hilfsdienst, Arbeiter Samariter Bund und die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft. Diese Non-Profit Organisationen sind alle in ihrer Struktur unterschiedlich aufgebaut. Begründet ist dies in der konfessionellen Zugehörigkeit oder wie im Falle des Deutschen Roten Kreuzes in ihrer Vergangenheit 6 .
Die Leitung einer solchen Non-Profit Organisation im Nichteinsatzfall, im so genannten Alltagsgeschäft, wird nicht weiter beleuchtet, da in diesem Bereich die
5 Adminkräfte sind verwaltend tätige Halbtagskräfte.
6 Henry Dunant gründete am 17.Februar 1863 das Internationale Komitee vom Roten Kreuz auf Grund der Schlacht von Solferino,
aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Henry_Dunant, gefunden am 26.05.09 um 12:42 Uhr
9
in den folgenden Kapiteln ausgeführten Strukturen keine weitere Anwendung finden. In diesem Aufgabengebiet spielt die Motivation von ehrenamtlichen Mitarbeitern sowie humanitäre Hilfeleistungen im Bereich der Altenpflege und -versorgung eine größere Rolle.
2.1. Die Führungsvorschrift DV 100
Mit der Einführung des Gesetzes zur Neuordnung des Zivilschutzes (ZSNeuOG) vom 25. März 1997 sind alle bestehenden Dienstvorschriften, die es im Bereich des Katastrophenschutzes gab, außer Kraft getreten. Es handelte sich bei diesen Dienstvorschriften unter anderem um Stärke- und Ausrüstungsnachweise, abgekürzt StAN 7 . Auch die alte Katastrophenschutz DV 100 vom 22. Juni 1979 fiel dieser Neuordnung zum Opfer. Nach März 1997 gab es bis Dezember 1999, etwas über 20 Monate, keine gültige Vorschrift in Deutschland, die Führung und Leitung in Einsätzen regelte. Zum Ende des Jahres 1999 drängte die Zeit, eine einheitliche Führungsstruktur zu erarbeiten, da der größte Einsatz des Zivilschutzes in Deutschland anlag, der Jahreswechsel 1999/2000. Für diesen Fall waren in jener Nacht hunderttausende ehrenamtliche Helfer des Katastrophenschutzes im ganzen Bundesgebiet verteilt im Einsatz. Sie waren platziert in öffentlichen Schulen, in Rathäusern und an Versorgungsstellen, wie beispielsweise Supermärkten und Tankstellen, um im Falle des “Y2K-Bugs“ 8 für die Bevölkerung bereit zu stehen. Ab diesem Moment galt die neue DV 100, welche bis heute Gültigkeit hat, und seitdem in allen Führungsschulungen gelehrt wird. Die Führungsvorschrift enthält unter anderem „die Führungsgrundlagen und -grundsätze des nichtpolizeilichen Einsatzes in der Gefahrenabwehr. Sie ist damit die Basis-Vorschrift für gemeinsames koordiniertes Verhalten und Handeln aller Behörden und Dienststellen mit unmittelbarer Verantwortung in der Gefahrenabwehr einschließlich der Leistung von Amtshilfe sowie aller nach den entsprechenden Gesetzen des Bundes und der Länder mitwirkenden Hilfsorganisationen, Einheiten, Einrichtungen und Einzelpersonen.“ 9
7 StAN legt im Katastrophenschutz die materielle Ausstattung und personelle Größe einer Einheit fest.
aus: http://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%A4rke-_und_Ausstattungsnachweisung, gefunden am 14.06.09 um 12:52 Uhr
8 Das Jahr-2000-Problem, auch als „Millennium-Bug“ oder „Y2K-Bug“ („Year 2 Kilo“ = Jahr 2000) bezeichnet, ist ein Computerproblem, welches
durch die interne Behandlung von Jahreszahlen als zweistellige Angabe entstanden ist. Das Jahr-2000-Problem, auch als „Millennium-Bug“ oder
„Y2K-Bug“ („Year 2 Kilo“ = Jahr 2000) bezeichnet, ist ein Computerproblem, welches durch die interne Behandlung von Jahreszahlen als zweistel-
lige Angabe entstanden ist. aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Y2k-bug, gefunden am 25.05.09 um 22:09 Uhr
9 aus: http://www.katastrophenvorsorge.de/pub/publications/DV100-SKK.pdf, gefunden am 28.03.09 um 17:34 Uhr
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Arbeit zitieren:
Markus Steck, 2009, Übertragung von Strukturen und Prozessen einer Non-Profit Organisation auf ein gewinnorientiertes Unternehmen, München, GRIN Verlag GmbH
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