INHALT
Dorothea Erxleben 35
7
Die erste Deutsche
die Ärztin wurde
Vorwort 9
MEDIZIN
Anna Freud 39
Die Begründerin
der Kinderpsychoanalyse
Elizabeth Blackwell 11
Amerikas
erste Ärztin
Geneviève
de Galard Terraube 42
Der Engel
Marie-Louise Bourgeois 14
Frankreichs
von Dien Bien Phu“
berühmteste Hebamme
Christiane Herzog 44
Die Gründerin
Elsa Brändström 16
Der Engel
der Christiane Herzog Stiftung
von Sibirien
Aletta Jacobs 48
Hollands erste Ärztin
Die Wegbereiterin
der humanistischen Psychologie
Hannelore Kohl 51
Die Fürsprecherin
der Hirnverletzten
Veronica Carstens 24
Die Förderin
der Naturheilkunde
Elisabeth Kübler-Ross 55
Sie linderte die Furcht
vor dem Tod
Gerty Cori 27
Die erste
Medizinnobelpreisträgerin
Rita Levi-Montalcini 59
Die erfolgreichste
amerikanische Embryologin
Helene Deutsch 30
Die Kennerin
der Frauenpsyche
Maria von Medici 63
Die Gründerin der Charité
Gertrude Belle Elion 33
Die Entwicklerin
Margarete Mitscherlich 65
Deutschlands renommierteste
pharmakologischer
Psychoanalytikerin
Klassiker
4
Maria Montessori 67 Weitere berühmte Frauen
aus dem Bereich Medizin 93
Florence Nightingale 70
Nüsslein-Volhard 74
Mildred Scheel 77
Justine Siegemundin 81
Amalie Sieveking 83
Salerno – Marie Zakrzewska Die Vorkämpferin der Diakonie
Meilensteine der Medizin 105
Die älteste aktive Homöopathin
Helen Brooke Taussig 88
Die „First Lady“ der Cardiologie
Rosalyn Sussman Yalow 90
Die Physikerin und Nuklearmedizinerin von Weltrang
DANK
Deutsches Rotes Kreuz, Göttingen Für Auskünfte, kritische Durchsicht
Heiner Herkenhoff,
von Texten (Anmerkung:
Büro Hannelore Kohl Etwaige Fehler gehen zu Lasten
Birgit Karg,
des Verfassers),
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, mancherlei Anregung, Diskussion
Stiftung Deutsche Schlaganfall- und andere Arten
Hilfe, Gütersloh
der Hilfe danke ich herzlich:
Barbara Kempa,
Persönliches Büro Walter Scheel, Werner Baumbauer, Mackenrodt
München
Rolf-Ingo Behnke,
Hannelore Kohl,
Diplom-Bibliothekar,
Gründerin
Stadtbibliothek Salzgitter
des Kuratoriums für Unfallverletzte Bonner General-Anzeiger, Archiv
mit Schäden
Christiane Herzog,
des zentralen Nervensystems Gründerin der
und der Hannelore Kohl Stiftung Christiane Herzog Stiftung
Andrea Kramarzczyk, Dr. med. Veronica Carstens,
Kustodin Frühe Neuzeit, Gründerin der
Schlossbergmuseum Chemnitz, Karl und Veronica-Carstens-
Museum für Stadtgeschichte Stiftung
Dr. Marcel Kullin,
und der Fördergemeinschaft
Schweizerischer Nationalfonds, für Erfahrungsheilkunde
Abteilung Mathematik, „NATUR UND MEDIZIN“, Bonn
Natur- und Ingenieurwissen- Christiane Eichenberg,
schaften,
Universität Köln
Bern
Freie Presse, Chemnitz
Dr. med.
Isa Gräfin von der Goltz, Hamburg
Margarete Mitscherlich-Nielsen, Dieter Grottker,
Psychoanalytikerin,
Technische Universität Dresden
Professor Dr. Peter Gutjahr, Frankfurt am Main
Mitteldeutsche Zeitung, Universitätskinderklinik, Mainz
Abteilung Dokumentation, Ute Herbst,
Halle/Saale
Oberin, Werner-Schule,
7
Bernd Neu,
Archivar, Ingelheim Professorin Dr. ret. nat. Christiane Nüsslein-Volhard, Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie, Tübingen Dr. K. Obermayr, Europa-Schule, Rhein-Main-Schule Dr. Obermayr, Wiesbaden Christopher Pfehl, Garmisch-Partenkirchen Doris Probst, Mainz-Kostheim Sonja Probst, Journalistin, Mainz Stefan Probst, Mainz-Kostheim Iris Schilke, Verein zur Erforschung der Dresdner Frauengeschichte e. V., FrauenStadtArchiv, Dresden Britta Söderlund, Svenska Institutet, Stockholm Städtische Museen Quedlinburg Henriette Thomas, Hebamme in der Geschäftsstelle, Bund Deutscher Hebammen, e. V., Karlsruhe J. S. Williams, Corporate Services, Bristol Record Office, Bristol
VORWORT
Weibliche Pioniere der Medizin
Die Namen von Elsa Brändström, des „Engels der Gefangenen“, der berühmten englischen Krankenpflegerin Florence Nightingale und von Mildred Scheel, der Gründerin der „Deutschen Krebshilfe“, hat fast jeder schon mal gehört. Aber wer kennt auch Aletta Jacobs, Elizabeth Blackwell, Dorothea Erxleben, Marie-Louise Bourgeois, Justine Siegemundin und Margarete Steinbach?
Das vorliegende Taschenbuch „Superfrauen 6 – Medizin“ will diesem Manko abhelfen: Es stellt 27 berühmte Hebammen, Krankenpflegerinnen, Ärztinnen und Stifterinnen aus der ganzen Welt in Wort und Bild vor. In den Biographien geht es nicht nur um das Werk der erwähnten Frauen, sondern auch um ihr Privatleben mit all seinen Höhen und Tiefen.
Die Lebensläufe der ersten Hebammen und Ärztinnen zeigen, wie schwer es diesen Frauen in einer von Männern dominierten Welt gemacht wurde, ihre beruflichen Ziele zu verwirklichen. Lange Zeit konnten sie nur unter größten Schwierigkeiten Medizin studieren und später praktizieren. Gottlob sind diese Zeiten vorbei! Aus gutem Grund habe ich dieses Taschenbuch nicht einer bestimmten Ärztin, sondern den verdienstvollen Stifterinnen Veronica Carstens, Christiane Herzog, Hannelore Kohl, Liz Mohn und Mildred Scheel gewidmet. Die von diesen fünf Frauen gegründeten medizinischen Stiftungen erleichtern das Los vieler kranker Menschen.
Ernst Probst
9
Elizabeth
Blackwell
Amerikas
erste Ärztin
D ie erste Frau, die in den USA
armte die Familie und wanderte 1832 in die USA aus. In New York erfolgreich das Doktorexamen stieg Samuel Blackwell erneut ins ablegte, war die aus England stam- Zuckergeschäft ein, aber er wollte mende Elizabeth Blackwell (1821– keinen Zucker verkaufen, der mit 1910). Zu ihren Lebzeiten herrschte Hilfe von Sklaven hergestellt wur- die Ansicht vor, nur Männer könn- de. 1837 zog die Familie Blackwell ten Mediziner werden. Allen nach Cincinnati in Ohio, wo der Schwierigkeiten zum Trotz verwirk- Vater im Jahr darauf starb.
lichte sie ihren Berufwunsch. Ame- Elizabeth verdiente anfangs als rikas erste Ärztin prägte den in der Lehrerin an der von ihrer Mutter Krankheitsvorsorge berühmten Satz betriebenen kleinen Privatschule für „Vorbeugen ist besser als Heilen“. schwarze Kinder ihren Lebensun- Elizabeth Blackwell wurde am terhalt. Später gab sie Musikunter-
3. Februar 1821 als viertes von neun
richt in Charleston, um damit ihr Kindern des Zuckerraffineurs Sa- Medizinstudium zu finanzieren. Am muel Blackwell (1790–1838) und
23. Januar 1849 bestand die
seiner Frau Hannah Lane (1792– 27-Jährige als erste Frau in den 1870) in Counterslip bei Bristol in
USA und als beste Studentin ihres
England geboren. Sie erhielt den Jahrgangs am „Geneva College“ in Kosenamen „Bess“. Ihr Vater nann- New York das Doktorexamen. Da- te sie „Little Shy“ („kleine Schüch- mit war sie die erste Ärztin in terne“).
Amerika, fand jedoch keine Stelle Als Elizabeth elf Jahre alt war, und reiste deswegen nach Europa. zerstörte nachts ein Feuer das Ge- In London begegnete Elizabeth schäft ihres Vaters. Dadurch ver-
11
nen, die sich 1869 an der medizini- Blackwell der britischen Kranken-
schen Fakultät der Universität Edin- schwester Florence Nightingale
burgh beworben hatte und anfangs (1820–1910). Anschließend ging
abgewiesen wurde, weil es sich für sie nach Paris, um dort Arbeit zu
eine einzelne Frau nicht schicke, an suchen. Weil in Frankreich ihre
den Kursen teilzunehmen. Deshalb Dissertation nicht anerkannt wurde,
organisierte sie eine Gruppe von erwarb sie ein französisches Di-
sieben Frauen, die dann studieren plom für Geburtshilfe. Danach
durfte.
kehrte sie nach New York zurück
Nach einem Jahr wollten Sophia und plante, dort eine eigene Praxis
Jex-Blake und die anderen Frauen zu eröffnen.
den Anatomiekurs besuchen. Der Als ihr in New York kein Hausbesit-
Weg zum Hörsaal wurde für sie zur zer Räumlichkeiten für eine Praxis
Qual. Männliche Studenten verbar- vermieten wollte, nahm Elizabeth
rikadierten den Eingang, bewarfen Blackwell ein Darlehen auf und
sie mit Schmutz und beschimpften erwarb ein Haus. Bald kamen so
sie übel. Als sie endlich ankamen, viele Patientinnen zu ihr, dass sich
präsentierte man den Frauen Schafe die Presse für sie interessierte und
und erklärte, nun seien auch „niedri- männliche Kollegen ihre Arbeit
ge Tiere“ nicht mehr von Hörsalen anerkannten.
ausgeschlossen.
Dank ihrer Einnahmen konnte
Nachdem man ihr auch das erreich- Elizabeth Blackwell 1857 das erste
te Diplom verweigerte, setzte So- Frauen- und Kinderkrankenhaus in
phia Jex-Blake ihre Studien in New New York eröffnen. Ihre Schwester
York fort und wurde eine Schülerin Emily (1826–1910), die am „Rush
von Elizabeth Blackwell. 1875 ver- Medical College“ in Chicago Me-
suchte Sophia in England, Frauen dizin studiert hatte, arbeitete für
aufgrund der Lizenz für Geburtshil- sie zunächst als Hebamme und
fe in das Medizinregister eintragen leitete später zusammen mit der
zu lassen. Daraufhin trat die gesam- Polin Dr. Marie Zakrzewska (1829–
te Prüfungsbehörde aus Protest zu- 1902) das New Yorker Kranken-
rück. Jex-Blake hatte damals in haus. Diesem gliederte man später
Edinburgh eine Medizinische Schu- ein medizinisches Kolleg an, das
le gegründet, an die sie auch Frauen die Ausbildung zur Ärztin
Elizabeth Blackwell holte, die 1899 erleichterte.
ihre New Yorker Schule schloss, Bei einem ihrer Aufenthalte in
weil das „Cornell University Col- England gründete Elizabeth Black-
lege“ von da an auch Medizinstu- well die „National Health Society“.
dentinnen aufnahm.
In ihrem Geburtsland lernte sie auch
Elizabeth und Emily Blackwell Sophia Jex-Blake (1840–1912) ken-
12
Auch andere Blackwell-Kinder wa- setzten sich bis zu ihrem Tod für die
ren im Berufsleben sehr erfolgreich. Verbesserung der hygienischen Ver-
Samuel (1823–1901) und Henry hältnisse und für den Ausbau der
(1825–1909) wirkten als Sozialre- allgemeinen Krankenversicherung
former. Anna (1816–1900) arbeitete ein. Kritisch äußerten sie sich über
als Zeitungskorrespondentin, Ellen den exzessiven Einsatz der Chirur-
(1828–1901) als Schriftstellerin und gie und über die sexuelle Doppel-
Künstlerin. Samuel heiratete die moral.
erste amerikanische Pastorin, An- Am 3. Mai 1910 starb Elizabeth
toinette Brown (1825–1921), und Blackwell im Alter von 89 Jahren in
Henry die Frauenrechtlerin und Kilmun (Schottland). Ihre Schwes-
Kämpferin gegen die Sklaverei, ter Emily folgte ihr noch im selben
Lucy Stone (1818–1893).
Jahr ins Grab.
13
Marie-Louise
Bourgeois
Frankreichs
berühmteste Hebamme
Z u den bekanntesten Hebammen
Nach vierjähriger Ehe war Marie- Louise Bourgeois schon eine Witwe des 17. Jahrhunderts in Europa mit drei Kindern. Bevor sie sich gehörte die Französin Marie-Louise entschloss, sich zur Hebamme aus- Bourgeois (1563–1636). Zu ihrem bilden zu lassen, verdiente sie – Ruhm trug vor allem das von ihr mehr schlecht als recht – ihren verfasste Hebammenbuch bei, das Lebensunterhalt mit dem Verkauf 1608 in französischer und 1626 in von Stickereien. Ihre ersten Erfah- deutscher Sprache erschien. Zahl- rungen als Hebamme sammelte sie reiche Ärzte bestätigten ihr nach der in den Armenvierteln von Paris, Lektüre dieses Werkes brieflich, sie später bei Schwangeren des Groß- hätten daraus großen Nutzen gezo- bürgertums. Bis 1609 trug sie 2000 gen.
von ihr geleitete Entbindungen in Marie-Louise Bourgeois wurde ihr Hebammenbuch ein.
1563 als Tochter einer vornehmen Bald genoss Marie-Louise Bour- Familie in Paris geboren. Als geois einen so guten Ruf als 20-Jährige heiratete sie den königli- Hebamme, dass die französische chen Armeechirurgen Martin Bour- Königin Maria von Medici (1573– sier. Ihr Mann war ein Schüler des 1642) sie an ihren Hof holte. Dort Wundarztes Ambroise Paré (um wirkte Marie-Louise an sieben Ent- 1510–1590) am Pariser Armenkran- bindungen der Königin mit. Ihr kenhaus „Hôtel Dieu“, von dem Honorar bei der Geburt eines Prin- 1551 und 1573 zwei Abhandlungen zen betrug 1000 Dukaten, für eine über die Geburtshilfe veröffentlicht Prinzessin dagegen nur 600.
wurden.
14
Brandenburgische Hof-Wehemut- Auf einem Kupferstich, der die
ter“ (1690) heraus.
Geburt des Thronfolgers Ludwig
Schwere Zeiten erlebte Marie-Loui- XIII. (1601–1643) darstellt, präsen-
se Bourgeois, als nach jahrzehnte- tiert die Hebamme Marie-Louise
langer Hebammentätigkeit eine ih- Bourgeois den Neugeborenen dem
rer Patientinnen, eine angesehene Vater König Heinrich IV. (1553–
Hofdame, am Kindbettfieber starb. 1610) und weiteren Persönlichkei-
Dies hatte Angriffe und Verdächti- ten des Hofes. Bei diesem freudigen
gungen ihrer Kollegenschaft zur Ereignis hielten sich insgesamt 14
Folge, gegen die sie sich tempera- Personen in dem mit zahlreichen
mentvoll wehrte.
Polstermöbeln ausgestatteten Ge-
burtszimmer auf.
Die tüchtige französische Hebam-
Mit ihrem erwähnten Hebammen- me schrieb ihre Lebenserinnerun-
buch löste Marie-Louise Bourgeois gen in dem Buch „Récit véritable de
das von der ersten Ärztin Trotta la naissance des Enfants de France“
(Trotula) von Salerno im elften (1625, deutsch: „Wahre Erzählun-
Jahrhundert geschriebene Lehrbuch gen über die Geburt der Kinder
„Über die Leiden der Frau vor, Frankreichs“). Zuvor war ihr drei-
während und nach der Entbindung“ bändiges Werk „Observations di-
ab. Nach ihr brachten die englische verses sur la stérilité“ („Betrachtun-
gen zur Unfruchtbarkeit“) erschie- Hebamme Jane Sharp das Werk
nen, das 1626 eine Neuauflage „Midwives Book“ (1671) und die
erfuhr und lange Zeit ein wichtiges deutsche Hebamme Justine Siege-
Handbuch bildete. 1636 starb Ma- mundin (1636–1705) das Lehrbuch
rie-Louise Bourgeois in Paris.
„Die Kgl. Preußische und Chur-
15
Elsa
Brändström
Der „Engel
von Sibirien“
G roße Verdienste bei der Versor-
Stockholm ein Lehrerinnenseminar gung deutscher und österrei- absolvierte. 1908 wurde ihr Vater chischer Kriegsgefangener in Ruß- als schwedischer Gesandter an den land und bei ihrer Rückführung in Zarenhof nach Sankt Petersburg die Heimat erwarb sich von 1914 berufen.
bis 1920 die schwedische Abgeord- Nach Ausbruch des Ersten Welt- nete des „Roten Kreuzes“, Elsa krieges 1914 sah Elsa Brändström Brändström (1888–1948). Während bei der Besichtigung des Nikolai- ihrer segensreichen Arbeit kam sie Hospitals in Sankt Petersburg erst- in Lagern, Gefängnissen, Bergwer- mals die Not und das Elend deut- ken und Lazaretten mit etwa scher und österreichischer Kriegs- 700 000 Gefangenen in Verbindung. gefangener. Daraufhin meldete sie Ihre dankbaren Schützlinge verlie- sich zusammen mit ihrer Freundin hen ihr den Ehrentitel „Engel von Ethel von Heidenstam (1881–1979) Sibirien“.
zum russischen Krankenpflege- Elsa Brändström kam am 26. März dienst. Ab 1915 traten die beiden 1888 als Tochter des schwedischen Frauen in die Dienste des „Schwe- Generals Edvard Brändström, der dischen Roten Kreuzes“.
als Militärattaché nach Rußland Fortan arbeitete Elsa Brändström kommandiert wurde, in Sankt Pe- mit fast übermenschlich wirkender tersburg zur Welt. Sie verbrachte die Energie für die Erleichterung des ersten drei Jahre ihres Lebens in Loses ihrer Schützlinge. Als Dele- St. Petersburg und die nächsten gierte des „Schwedischen Roten
17 Jahre in Schweden, wo sie in
Kreuzes“ reiste sie durch ganz
16
liche Verbesserungen durch. Mitun- Rußland und bis in die entferntesten
ter redete sie mit pflichtvergessenen Gegenden Sibiriens.
russischen Lagerkommandanten Beim ersten Besuch eines russi-
eine deutliche Sprache oder drängte schen Lagers in Sibirien bot sich
erfolgreich auf ihre Ablösung. Der Elsa Brändström ein Bild des Grau-
Lagerkommandant von Tobolsk in ens. In für 500 Menschen gedachten
der sibirischen Tundra beispielswei- Baracken vegetierten mehr als 800
se wurde abgesetzt, weil er deutsche deutsche und österreichische Solda-
und österreichische Gefangene aus- ten dahin. Die Holzschuppen sind
gepeitscht hatte.
von früher her mit Flecktyphus
Den Kriegsgefangenen, die fern der infiziert gewesen, es gab keine
Heimat und ohne Nachricht von Bademöglichkeiten. In der Kran-
ihren Verwandten unter harten Be- kenstation war der Boden mit
dingungen in dumpfer Verzweif- Menschen übersät. Nur auf einigen
lung dahinlebten, erschien die hoch- Plätzen standen dort eiserne Bett-
gewachsene, blonde und blauäugige stellen ohne Stroh, auf denen zwei
junge Schwedin, die mit tatkräftiger Kranke lagen und oft noch zwei
Hilfe zu ihnen kam, wie ein Engel. darunter. Im der ganzen Station gab
Als Elsa Brändström selbst an es keine einzige Decke oder ein
Flecktyphus erkrankte, beteten in Kissen. Jeder Gefangene erhielt nur
den Lagern die Gefangenen für ihre einen Becher Wasser.
Genesung.
In anderen Lagern waren die Zu-
Zur Zeit der bolschewistischen Re- stände nicht besser. Einmal erfuhr
volution 1917 waren noch immer Elsa Brändström von einem Lager-
etwa 200000 Kriegsgefangene in befehl, der das Heizen der Öfen
Sibirien völlig von der Welt abge- verbot. Die Gefangenen sollten sich
schnitten. Trotz der Warnungen des durch ihre eigene Wärme erwär-
russischen Revolutionärs und Poli- men, hieß es. Zu Beginn des Ersten
tikers Leo Trotzki (1879–1940) Weltkrieges kamen wegen der
brach Elsa Brändström mit schwe- katastrophalen Zustände in den
dischen und deutschen Schwestern russischen Lagern mehr als 80
nach Sibirien auf und wurde dort Prozent der deutschen und österrei-
1918 während des Aufstandes der chischen Gefangenen durch Seu-
Tschechen als Spionin verhaftet und chen, Hunger und Kälte um.
ins Gefängnis geworfen.
Elsa Brändström linderte das Los
Im Herbst 1918 wurde Elsa Bränd- der Kriegsgefangenen durch Le-
ström in Omsk ihre Arbeitserlaub- bensmittel, Decken, Medikamente,
nis entzogen. Bereits im Winter Geld und Zuspruch. Bei gleichgülti-
1918/1919 erhielt sie eine erneute gen und manchmal böswilligen
Legitimation. Vom Sommer 1919 Lagerverwaltungen setzte sie merk-
17
der Inflationszeit nach Deutschland bis zum Frühjahr 1920 hielt sie sich
zurückkehrte und ein Schloss bei in Wladiwostock und Krasnojarsk
Alt-Mittweida in Sachsen pachtete, auf. 1920 internierte man sie in
das sie als Kinderheim für Kriegs- Omsk, anschließend kehrte sie nach
waisen und Kinder ehemaliger Schweden zurück.
Kriegsgefangener einrichtete. Die- Nach dem Ende des Ersten Welt-
ses Heim bezeichnete sie als „Neu- krieges leitete der norwegische Po-
sorge“.
larforscher und Diplomat Fritjof
Für ihre aufopfernde Arbeit verlieh Nansen (1861–1930) die Heimfüh-
die Universität Tübingen Elsa rung der Kriegsgefangenen aus
Brändström den Ehrendoktortitel. Sowjetrußland und organisierte als
Der deutsche Diplomat Harry Graf Hochkommissar des „Völkerbun-
Kessler (1868–1937) bezeichnete des“ („Nansenamt“, 1912–1930)
sie 1926 als „Die nordische Jeanne von 1921 bis 1923 Hilfsaktionen für
d’Arc“.
das hungernde Sowjetrußland. 1922
erhielt er den Friedensnobelpreis. Nach einer Rußlandreise heiratete
Elsa Brändström 1929 den Dresde- 1920 kehrte Elsa Brändström über
ner Pädagogen Dr. Robert Ulich Stettin nach Schweden zurück. In
(1890–1977). Ihr Mann war als ihrem Buch „Unter Kriegsgefange-
Ministerialreferent im „Sächsischen nen in Rußland und Sibirien“
Ministerium für Volksbildung“ für (1920) und in Vorträgen rief sie die
die Hochschulen des Landes Sach- schwedische Bevölkerung zu neuer
sen zuständig und lehrte zugleich an Hilfe auf. Ein Teil der Spenden in
der „Technischen Hochschule Dres- Höhe von insgesamt zweieinhalb
den“ in der Kulturwissenschaftli- Millionen Kronen ging sofort nach
chen Abteilung als Honorarprofes- Sibirien. Mit einem anderen Teil
sor für Praktische Pädagogik.
erwarb Elsa Brändström 1922 das
1931 verkaufte Elsa Brändström- Moorbad Marienborn-Schmeck-
Ulich die Schreibermühle Lychen witz bei Kamentz in Sachsen und
und gab das Heim „Neusorge“ an die Schreibermühle bei Lychen
den Leipziger Fürsorgeverein ab. (Uckermark) nördlich von Berlin,
Damals wurde die „Elsa-Bränd- das sie als Arbeitssanatorium für
ström-Werbegemeinschaft der ehemalige Kriegsgefangene aus Si-
Frauen“, ein Fonds für Studiengel- birien einrichtete.
der ehemaliger Neusorger, gegrün- Auch den Kindern der in Kriegsge-
det. 1932 brachte Elsa ihre Tochter fangenschaft gestorbenen Väter galt
Brita zur Welt.
Elsa Brändströms Sorge. 1923 sam-
Nach der Machtergreifung der Na- melte sie während einer sechsmona-
tionalsozialisten 1933 trat Robert tigen Vortragsreise in den USA rund
Ulich, der seit 1919 der „Sozialde- 100 000 US-Dollar, mit denen sie in
18
(Massachusetts) und verließ zusam- mokratischen Partei Deutschlands“
men mit Frau und Tochter Deutsch- (SPD) angehörte, aus dem Staats-
land.
dienst aus und legte auch seine
In Amerika unterstützte Elsa Bränd- Honorarprofessur nieder. In jenem
ström-Ulich deutsche Emigranten. Jahr erlebte Elsa Brändström-
Nach dem Zusammenbruch des Ulich, dass die Biographie ihrer
Dritten Reiches setzte sie alle Hebel Freundin Elsa Björkman-Gold-
in Bewegung, um notleidenden schmidt über den „Engel von Sibiri-
Deutschen zu helfen. Die evangeli- en“ nicht gedruckt wurde, weil sie
sche Kirche trat damals mit der mit einem Sozialisten verheiratet
Bitte an sie heran, ob sie in war und dies nicht ins Verlagspro-
Deutschland die Arbeit in der Kin- gramm passte.
derfürsorge nach dem Vorbild des Als das Ehepaar 1933 beschloss,
Heims „Neusorge“ wieder aufneh- mit seiner Tochter in die USA zu
men wolle. Doch die Besatzungs- emigrieren, versuchte der Diktator
mächte verweigerten ihr den Pass. Adolf Hitler (1889–1945), die be-
rühmte Wohltäterin von diesem Der Wunsch Elsa Brändström-
Schritt abzuhalten, und lud sie zu Ulichs, Deutschland wiederzuse-
einer Unterredung auf den Ober- hen, ging nicht mehr in Erfüllung.
salzberg ein. Die von Elsa Bränd- Sie wurde schwer krank und starb
am 4. März 1948 im Alter von ström-Ulich per Telegramm über-
59 Jahren in Cambridge (Massachu-
mittelte Antwort lautete kurz und
setts). Man setzte ihre Urne auf der klar „Nein“. Im Januar 1934 folgte
elterlichen Grabstätte in Stock- Professor Ulich einem Ruf der
holm bei.
Harvard-Universität in Cambridge
19
Charlotte Bühler
Die Wegbereiterin
der humanistischen
Psychologie
Z u den bedeutendsten Kinder-
Zu Beginn ihres Studiums träumte
Charlotte Malachowski von einer und Jugendpsychologinnen der
Universitätsprofessur. Falls dies Welt zählte die aus Deutschland
nicht möglich sein sollte, wollte sie stammende Charlotte Bühler
Gymnasiallehrerin werden. In Kiel (1893–1974), geborene Malachow-
besuchte sie das nahe der Universi- ski. Sie beschäftigte sich mit dem
tät liegende Lehrerinnenseminar Lebenslauf und mit den Lebenszie-
und verlobte sich mit einem Studi- len des Menschen und gilt als
enkollegen. Doch nach einem fast Wegbereiterin für die humanisti-
nur aus Studenten bestehenden Re- sche Psychologie. Nach ihr wurde
gimentseinsatz an der Ostfront der von ihr entwickelte „Bühler-
kehrte der Verlobte psychisch sche Welt-Spiel-Test“ benannt, mit
schwer gestört zurück, und es kam dem sie das Seelenleben von Kin-
zur Trennung.
dern und Jugendlichen erforschte.
Im Herbst 1915 reiste Charlotte Charlotte Malachowski kam am
Malachowski für Studien zu ihrer
20. Dezember 1893 als ältestes von
geplanten Dissertation über „Denk- zwei Kindern des jüdischen Regie-
prozesse“ nach München. Dort be- rungsbaumeisters Hermann Mala-
fasste sie sich vor allem mit den chowski und seiner Frau Rose,
Arbeiten des aus Meckesheim in geborene Kristeller, in Berlin zur
Baden stammenden Psychiaters Welt. Ihre Mutter, die unter ihrer
und Neurologen Karl Bühler eigenen mangelhaften Ausbildung
(1879–1963), auf die sie 1914 litt, meldete sie für das Gymnasium
in der Berliner Universitätsbiblio- an. Nach dem Abitur studierte
thek aufmerksam geworden war. Charlotte ab 1913 in Freiburg im
Einer Freundin sagte sie, dieser Breisgau, Berlin, Kiel und Mün-
Mann wolle genau dasselbe chen.
20
sich der Kinder- und Jugendpsycho- wie sie, und sie wüsste gerne, wo
logie zu. Im selben Jahr folgte Karl er sei.
Bühler einem Ruf an die Technische Charlotte ahnte zu jener Zeit nicht,
Hochschule in Dresden, wohin auch dass Karl Bühler der Assistent ihres
seine Familie übersiedelte. 1919 Münchener Universitätslehrers Os-
schenkte Charlotte dem Sohn Rolf wald Külpe (1862–1915) und au-
Dietrich das Leben.
ßerordentlicher Professor am Psy-
Mit ihrer Arbeit „Entdeckung und chologischen Institut war, weil Büh-
Erfindung in Literatur und Kunst“ ler damals als Stabsarzt an der Front
habilitierte sich Charlotte Bühler diente. Nach dem plötzlichen Tod
1920 als erste Privatdozentin Sach- Stumpfs am 30. Dezember 1915
sens an der Technischen Hochschu- wurde Bühler zurückberufen, über-
le in Dresden. Dank der finanziellen nahm vorübergehend die Leitung
Unterstützung ihrer Eltern konnte des Instituts und interessierte sich
sie eine Haushaltshilfe, Amme und sehr für Charlottes Arbeiten.
später eine Gouvernante für ihre Bereits zwei Wochen nach seiner
zwei Kinder beschäftigen.
Rückkehr hielt der 37-jährige Pro-
Ab 31. August 1922 wirkte Karl fessor Karl Bühler auf dem Weg
Bühler als ordentlicher Professor durch den Englischen Garten in
der Philosophie an der Universität München um die Hand der 22 Jahre
Wien. In der Folgezeit arbeiteten alten Studentin Charlotte Mala-
Karl und Charlotte am Psychologi- chowski an. Er blieb an einem
schen Institut, an der Lehrerakade- großen Baum stehen, stellte die
mie der Stadt Wien, wo ihnen ein Milchkannen, die er trug, auf die
Laboratium für ihre Forschungen Erde, und erklärte, sie sei genau
offenstand, und in der Kinderüber- jene, auf die er gewartet habe: eine
nahmestelle der Stadt Wien.
Frau, die mit ihm seine Interessen
Nach ersten Kontakten zu For- teilen könne und die ihn als Mensch
schern in den USA wurde Charlotte anzöge.
Bühler 1924/1925 ein einjähriger Am 4. April 1916 feierten Charlotte
Forschungsaufenthalt als Fellow Malachowski und Karl Bühler ihre
der „Sarah Lawrence Rockefeller Hochzeit. Danach bezogen beide
Foundation“ an der Columbia-Uni- eine Wohnung in Schwabing und
versität in New York ermöglicht. stellten dort ihre beiden Schreibti-
Von 1930 bis 1938 wirkte sie als sche im Wohnzimmer nebeneinan-
außerordentliche Professorin in der. 1917 kam die Tochter Ingeborg
Wien. 1935 folgte ein weiterer zur Welt.
Forschungsaufenthalt in den USA. 1918 promovierte Charlotte Bühler
In Wien betrieb Charlotte Bühler mit „summa cum laude“ zum „Dok-
mit zahlreichen Schülern durch tor der Philosophie“ und wandte
21
gen und zugleich an der Universität Auswertung von Tagebüchern Ju-
Oslo. 1940 bat Karl Bühler seine gendlicher und durch Verhaltensfor-
Frau per Telegramm dringend, sie schung kinder- und jugendpsycho-
solle möglichst bald zu ihm nach- logische Studien. Gemeinsam mit
kommen. In den USA befürchtete den Kinder- und Jugendpsycholo-
man damals bereits den Einmarsch ginnen Hildegard Hetzer (1899–
der Deutschen in Norwegen. Am 1991) und Lotte Schenk-Danzinger
29. März 1940 verließ Charlotte
(1905–1992) entwickelte sie
Oslo, bald danach – am 10. April – „Kleinkindertests“ (1932), die bis
wurde Norwegen von den Deut- heute angewendet werden.
schen besetzt.
Während eines beruflichen Aufent-
In den USA erhielt Charlotte Bühler halts im März 1938 in London hörte
eine Professur am „St. Catherine Charlotte Bühler die Nachricht vom
College“ von St. Paul in Minnesota, Anschluss Österreichs an das
wo zuvor ihr Mann eine Stelle „Deutsche Reich“. Ihr Ehemann
bekommen hatte. Das Ehepaar fühl- wurde nach einer Hausdurchsu-
te sich in seiner neuen Heimat nicht chung durch die „Geheime Staats-
wohl. Für Karl Bühler war die polizei“ („Gestapo“) am 23. März
erzwungene Emigration und die 1938 in „Schutzhaft“ genommen
geistige Trennung von seiner frühe- und im April aus politischen und
ren Wirkungsstätte unüberwindbar weltanschaulichen Gründen beur-
gewesen. Charlotte konnte lange laubt.
Zeit von Wien nur mit Tränen Mit Hilfe eines zum Nazi geworde-
sprechen.
nen Norwegers, der früher in Öster-
1942 übernahm Charlotte Bühler reich Generalkonsul gewesen war,
die Leitung der psychologischen erreichte Charlotte Bühler nach
Abteilung des Zentralkrankenhau- sechseinhalb Wochen die Freilas-
ses von Minneapolis in Minnesota. sung ihres Mannes aus dem Gefäng-
1945 wurde sie amerikanische nis. Im Oktober 1938 trafen sich ihr
Staatsbürgerin. Von 1945 bis 1953 Gatte, ihre Tochter und sie in Oslo
arbeitete sie als Chefpsychologin wieder. Als eine gemeinsame Beru-
des „County General Hospitals“ in fung an die Fordham University in
Los Angeles (Kalifornien) und von New York für Herbst 1938 nicht
1950 bis 1958 als Professorin für zustande kam, ging Karl Bühler an
Psychiatrie an der Universität von eine andere Universität in den USA,
Südkalifornien in Los Angeles, an während Charlotte vorerst in Nor-
der auch ihr Mann lehrte
wegen blieb.
Charlotte Bühler schrieb zahlreiche Noch 1938 übernahm Charlotte
Bücher und veröffentlichte viele Bühler eine Professur an der Leh-
Arbeiten über ihr Fachgebiet in rerakademie Trondheim in Norwe-
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„Dressur“ Angelernten und dem wissenschaftlichen Zeitschriften
Lernen des Kindes durch selbststän- und Sammelwerken. Das Verzeich-
diges „Sinnerfassen“ gelangt und nis ihrer Publikationen umfasst 168
hatte so Instinktmäßiges und Intel- Arbeiten, von denen mehrere in 21
lekt in der Entwicklung scharf Sprachen übersetzt wurden.
voneinander abgegrenzt.
Zu Charlotte Bühlers bekanntesten
Anfang Juli 1964 sprach Char- Werken gehören unter anderem
lotte Bühler vor Professoren und „Das Märchen und die Phantasie
Studenten der Pädagogischen des Kindes“ (1918), „Das Seelenle-
Hochschule in Heidelberg, wo sie ben des Jugendalters“ (1922),
die Patenschaft für die psychologi- „Kindheit und Jugend“ (1928),
sche Arbeitsgruppe „Weg zum „Der menschliche Lebenslauf als
Kind“ übernahm, die ihren Namen psychologisches Problem“ (1933),
erhielt.
ein Standardwerk der praktischen
und experimentellen Psychologie, In einem stark beachteten Vortrag
„From birth to maturity“ (1935), über den Ablauf des menschlichen
„Praktische Kinderpsychologie“ Lebens stellte Charlotte Bühler
(1937), „Kind und Familie“ (1938), „vier Grundtendenzen des Lebens“
„Entwicklungsteste“ (1952) sowie heraus: Bedürfnisbefriedigung,
„Kindheitsprobleme und der Leh- selbstbeschränkende Anpassung,
schöpferische Expansion und Auf- rer“ (1952). Mit ihrem Band „Psy-
rechterhaltung der „inneren Ord- chologie im Leben unserer Zeit“
nung“. Letzteren Begriff prägte sie (1962) erreichte sie Bestseller-Auf-
selbst.
lagen.
Nach ihrer Emeritierung führte Am 24. Oktober 1963 starb Karl
Charlotte Bühler bis 1971 eine Bühler im Alter von 84 Jahren in
private Praxis in Beverly Hills Los Angeles. Obwohl er immer ein
(Kalifornien), siedelte im selben wenig im Schatten seiner Frau
Jahr nach Deutschland über und stand, war auch er ein bedeutender
praktizierte bis zu ihrem Tod in Psychologe gewesen. Er hatte als
Stuttgart, wo ihr Sohn Rolf Dietrich einer der ersten die geistige Ent-
eine Professur an der Technischen wicklung des Kindes mit Hilfe von
Hochschule innehatte. Am 3. Febru- Testverfahren untersucht. Außer-
ar 1974 starb sie im Alter von 80 dem war er erstmalig zu einer
Jahren in Stuttgart.
genauen Unterscheidung des durch
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Arbeit zitieren:
Ernst Probst, 2001, Superfrauen 6 - Medizin, München, GRIN Verlag GmbH
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