Gliederung
Gliederung. I
Literaturverzeichnis IV
Abk ürzungsverzeichnis. VIII
Abbildungsverzeichnis. XI
A. Einleitung 1
I. Problemstellung. 1
II. Ablauf der Untersuchung 2
III. Themenabgrenzung 4
B. Wertguthaben. 5
I. Definition und Abgrenzung 5
1. Allgemeines und Hintergrund des Gesetzes 5
2. Das sozialrechtliche Beschäftigungsverhältnis. 7
3. Die Wertguthabenvereinbarung 8
a) Bisherige Rechtslage bis zum 31.12.2008 8
b) Neue Rechtslage seit dem 01.01.2009 10
aa) Voraussetzungen der Beschäftigungsfiktion. 10
bb) Inhalt der Wertguthabenvereinbarung 10
cc) Wertguthabenvereinbarung für geringfügig Beschäftigte 12
dd) Angemessenheit des Arbeitsentgelts 13
c) Sonstige flexible Arbeitszeitregelungen. 15
aa) Beschäftigung nach § 7 Abs. 1 SGB IV. 15
bb) Beschäftigung mit Stundenlohnanspruch 16
cc) Geringfügige Beschäftigung 17
II. Aufbau und Bestandteile von Wertguthaben. 17
1. Überstunden 18
2. Urlaubsverzicht 19
3. Wertsteigerungen 19
III. Verwendung von Wertguthaben 20
1. Gesetzlich geregelte Fälle der Freistellung oder Verringerung der Arbeitszeit 21
a) Zur Pflege von Angehörigen nach dem PflegeZG 22
b) Zur Betreuung von Kindern nach dem BEEG. 22
c) Zur Teilzeitbeschäftigung nach dem TzBfG. 23
2. Vertraglich vereinbarte Fälle der Freistellung oder Verringerung der Arbeitszeit 23
I
a) Für Zeiten kurz vor Renteneintritt des Alters wegen. 24
b) Für Zeiten während der Durchführung von Qualifizierungsmaßnahmen 25
3. Abweichungen von der Zweckbestimmung von Wertguthaben 25
4. Verwendungs- und Kombinationsmöglichkeiten von Wertguthaben 26
a) Zur Inanspruchnahme eines „Sabbaticals“ 26
b) Die Inanspruchnahme von Urlaub während der Freistellung. 26
IV. Administration und Anlage von Wertguthaben. 27
1. Administration von Wertguthaben 27
2. Bestandschutz von Wertguthaben 29
3. Anlagemöglichkeiten von Wertguthaben. 29
a) Anlagerestriktionen 30
b) Die Werterhaltungsgarantie 31
c) Modellvarianten für die Anlage von Wertguthaben 32
aa) Festzins- und Partizipationsmodell im Vergleich 32
bb) Das Lebenszyklusmodell 34
d) Arbeitsrechtliche Schutzregelungen. 35
4. Die Informationspflichten des Arbeitgebers gegenüber dem Arbeitnehmer. 35
V. Der Störfall 36
1. Allgemein. 36
2. Ende des Beschäftigungsverhältnisses. 36
3. Erwerbsminderung. 37
4. Teilauszahlung für nicht vereinbarungsgemäße Zwecke. 37
5. Übertragung des Wertguthabens auf Dritte. 38
C. Insolvenzschutz 38
I. Hintergrund zum Insolvenzschutz. 38
II. Voraussetzungen der Verpflichtung zur Insolvenzsicherung. 38
1. Voraussetzungen nach alter Rechtslage. 38
2. Voraussetzungen nach neuer Rechtslage. 39
III. Modelle zur Absicherung der Wertguthaben im Insolvenzfall 40
1. Wertguthaben bei Dritten 41
a) Die Treuhand. 41
b) Die Doppeltreuhand. 42
2. Wertguthaben bei dem Arbeitgeber 44
a) Versicherungsmodell 44
b) Bürgschaftsmodell 44
c) Verpfändungsmodell 45
3. Ungeeignete Sicherungsmodelle 46
II
IV. Die Informationspflichten des Arbeitgebers in Bezug auf die
Insolvenzsicherungsvorkehrungen. 46
V. Überprüfung der Insolvenzsicherungsvorkehrungen durch den zuständigen Träger der
Rentenversicherung. 46
VI. Die Haftung in Fällen des Verlusts von Wertguthaben. 48
VII. Beendigung, Auflösung bzw. Kündigung von Insolvenzsicherungsvorkehrungen 50
VIII. Ausschluss der Insolvenzschutzregelungen 50
D. Portabilität von Wertguthaben. 50
I. Hintergrund der Portabilität 50
II. Übertragung von Wertguthaben auf einen neuen Arbeitgeber 51
III. Übertragung von Wertguthaben auf die Deutsche Rentenversicherung Bund 51
1. Voraussetzungen der Übertragung 51
2. Rechtsfolgen der Übertragung 52
3. Form der Anlage von Wertguthaben 53
4. Möglichkeiten der Inanspruchnahme des Wertguthabens durch den Berechtigten 54
IV. Überführung der Wertguthaben in die betriebliche Altersversorgung. 55
E. Zusammenfassung 55
F. Fazit. 59
III
Literaturverzeichnis Bley, Helmer / Kreikebohm, Ralf / Marschner, Andreas (Hrsg.): Sozialrecht, 9. Auflage, Luchterhand 2007 (zitiert: Bley, Kreikebohm, Marschner). Cisch, Theodor B. / Ulbrich, Mathias: Flexi-Gesetz II: Licht und Schatten, BB 2009, 550. Deutsche Rentenversicherung Bund (Hrsg.): Gemeinsames Rundschreiben der Sozialversicherungen v. 31.3.2009, Sozialrechtliche Absicherung flexibler Arbeitszeitregelungen; Auswirkungen des Gesetzes zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Absicherung flexibler
Arbeitszeitregelungen und zur Änderung anderer Gesetze auf das Versicherungs-, Beitrags- und Melderecht. Deutsche Rentenversicherung Bund (Hrsg.): Gemeinsames Rundschreiben der Sozialversicherungen v. 29.8.2003, Sozialrechtliche Absicherung flexibler Arbeitszeitregelungen, hier: Auswirkungen auf das Versicherungs-, Beitrags- und Melderecht. Erfurter Kommentar: zum Arbeitsrecht, 8. Auflage, C. H. Beck Verlag 2008 (zitiert: ErfK/ (Bearbeiter)) Frank, Thomas: Regelungsbedarf und Haftungsfallen in Wertkontenmodellen, NZA 2008, 152. Frank, Thomas: Sozialrechtliche Absicherung flexibler Arbeitszeitregelungen, ZRP 2008, 255. Fuchs, Maximilian /
Preis, Ulrich (Hrsg.): Sozialversicherungsrecht, Praxis Lehrbuch, Dr. Otto Schmidt Verlag 2005 (zitiert: Fuchs/Preis Sozialversicherungsrecht). Gaul, Björn: Das Gesetz zur sozialrechtlichen Absicherung flexibler Arbeitszeitregelungen, BB 1998, 1634.
IV
Gellrich, Albert A. / Förg, Heiko: Zeitwertkonten - Eine sozialverträgliche Möglichkeit zum früheren Ausstieg aus dem Arbeitsleben -, AiB 2007 Heft 4, 212. Hamisch, Ann-Christine: Zeitwertkonten, Neue Spielregeln für externe Kapitalanlage, Arbeit und Arbeitsrecht - Personal Profi - 12/08, 746. Hanau, Peter / Veit, Annekatrin: Neues Gesetz zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Absicherung flexibler Arbeitszeitregelungen und zur Änderung anderer Gesetze, NJW 2009, 182. Höfer, Reinhold / Greiwe, Gerrit: Einführung von Langzeitkonten - Eine kritische Betrachtung der wesentlichen Gestaltungsoptionen -, BB 2006, 2242. Küttner, Wolfdieter (Hrsg.) Personalbuch, 16. Auflage, C. H. Beck 2009 (zitiert: Küttner/(Bearbeiter) - Stichwort - Rn.) Langohr-Plato, Uwe / Sopora, Yvonne: Neue gesetzliche Rahmenbedingungen für Zeitwertkonten, NZA 2008, 1377. Münchener Kommentar: zum bürgerlichen Gesetzbuch, 5. Auflage, C.H. Beck Verlag 2009 (zitiert: MünchKommBGB/ (Bearbeiter)). Neumeier, Andrea / Schaumann; Marc / Wiese, Ingo: Flexible Arbeitszeitkonten und deren Absicherung in der Insolvenz, VW 2006, 1518. Passarge, Malte: Contractual Trust Arrangements als Instrumente zur
Insolvenzsicherung von Pensionsverpflichtungen, Wertguthaben aus Altersteilzeit und von Arbeitszeitkonten, NZI 2006, 20.
Petersmeier, Kerstin: Lebensarbeitszeitflexibilisierung: Die Kapitalanlage als wichtiges Gestaltungselement im Zeitwertmodell, BB 2005, 931.
V
Plagemann, Hermann (Hrsg.): Münchner Anwaltshandbuch Sozialrecht, 2. Auflage, C. H. Beck Verlag 2005. (zitiert: Plagemann/ (Bearbeiter) MAH Sozialrecht). Rittweger, Stephan: Das Flexi-Gesetz heißt nur so, DStR 2009, 278. Rolfs, Christian / Giesen, Richard / Kreikebohm, Ralf / Udsching, Peter (Hrsg.): Beck´scher Onlinekommentar SGB IV, Stand 01.03.2009, Edition 13 (zitiert: (Bearbeiter), BeckOK SGB IV). Schlegel, Rainer: Neuregelungen bei Wertguthaben zur Sicherung flexibler
Arbeitszeitgestaltung, jurisPR-SozR 3/2009 Anm. 4, S.1. Schütt, Kristina: Bundeskabinett beschließt Neuregelungen zu Arbeitszeitkonten, Status:Recht 09/2008, S.283. Skorczyk, Georgia / Klups, Frank /
Jacobsen, Thomas: Die Gestaltung von Lebensarbeitszeitkontenregelungen, Rechtliche Fragestellungen, Gestaltungsmöglichkeiten und Insolvenzsicherung, BB Beilage 2007, Nr. 004, 2. Steinau-Steinrück, Robert von / Rosing, Florian: Mehr Schutz für Langzeitkonten - „Flexi-II“, NJW-Spezial 2009, 146. Uckermann, Sebastian: Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen von Zeitwertkonten - Zusammenfassung und kritische Würdigung der aktuellen Vorhaben des Gesetzgebers -, BB 2008, 1281. Uckermann, Sebastian: Update II zu den Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen von Zeitwertkonten - Fortsetzung zu BB 2008, 1281 und 1566 -, BB 2008, 1898.
VI
Udsching, Peter / Rolfs, Christian (Hrsg.): Jahrbuch des Sozialrechts, Gesetzgebung - Verwaltung -Rechtsprechung - Literatur, Nachschlagewerk für Wissenschaft und Praxis, Band 29, Erich Schmidt Verlag 2008. (zitiert: JbSozR, Bd. 29). Waltermann, Raimund (Hrsg.): Sozialrecht, 5. Auflage, C. F. Müller Verlag 2005 (zitiert: Waltermann, Sozialrecht). Wellisch, Dietmar /
Lenz, Sven Oliver: Wertkonten und andere Arbeitszeitkonten - Neuerungen durch Flexi II - Auswirkungen auf die Arbeitszeitgestaltung -, DB 2008, 2762. Winkler, Jürgen (Hrsg.): Nomos Kommentar, Sozialgesetzbuch IV, Gemeinsame Vorschriften für die Sozialversicherung; Lehr- und Praxiskommentar, 1. Auflage 2007 (zitiert: (Bearbeiter) in LPK SGB IV). Wolf, Roland: Arbeitszeitflexibilität bewahrt - Langzeitkonten eingeschränkt - Erste Betrachtung zum „Flexi II Gesetz“ -, Status:Recht 01/2009, S. 7.
VII
Abkürzungsverzeichnis a. F. alte Fassung Abs. Absatz AG Arbeitgeber AiB Arbeitsrecht im Betrieb (Zeitschrift) AN Arbeitnehmer ArbZG Arbeitszeitgesetz BAG Bundesarbeitsgericht bAV betriebliche Altersversorgung BB Betriebs Berater (Zeitschrift) BEEG Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz BGB Bürgerliches Gesetzbuch BR-Drs. Bundesrat Drucksache BSG Bundessozialgericht bspw. beispielsweise BT-Drs. Bundestag Drucksache BUrlG Bundesurlaubsgesetz BV Betriebsvereinbarung BVV Beitragsverfahrensverordnung bzw. beziehungsweise CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands CSU Christlich-Soziale Union Deutschlands d. h. das heißt DB Der Betrieb (Zeitschrift) DStR Deutsches Steuerrecht (Zeitschrift) EStG Einkommensteuergesetz EUR Euro f. folgende ff. fortfolgende
VIII
gem. gemäß ggf. gegebenenfalls GSV Gesamtsozialversicherungsbeitrag Hrsg. Herausgeber i. S. d. im Sinne des i. V. m. in Verbindung mit InsO Insolvenzordnung n. F. neue Fassung NJW Neue Juristische Wochenschrift (Zeitschrift) Nr. Nummer NZA Neue Zeitschrift für Arbeitsrecht (Zeitschrift) NZI Neue Zeitschrift für Insolvenz und Sanierung (Zeitschrift) NZS Neue Zeitschrift für Sozialrecht (Zeitschrift) PflegeZG Pflegezeitgesetz Rn. Randnummer s. u. siehe unten S. Seite SGB Sozialgesetzbuch SGG Sozialgerichtsgesetz sog. so genannt SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands SV Sozialversicherungsbeitrag TV Tarifvertrag TzBfG Teilzeit- und Befristungsgesetz u. a. unter anderem u. U. unter Umständen usw. und so weiter vgl. vergleiche VW Versicherungswirtschaft (Zeitschrift)
IX
VzD Vertrag zu Gunsten Dritter ZIP Zeitschrift für Wirtschaftsrecht (Zeitschrift) ZRP Zeitschrift für Rechtspolitik (Zeitschrift)
X
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Angemessenheit des Arbeitsentgelts während der Freistellungsphase.
Abbildung 2: Berücksichtigungsfähige Einmalzahlungen
Abbildung 3: Abgrenzung von Arbeitszeitkonten in Abhängigkeit der Zielsetzung
Abbildung 4: Vergleich von Festzins- und Partizipationsmodell
Abbildung 5: Das Lebenszyklusmodell
Abbildung 6: Contractual Trust Arrangement.
Abbildung 7: Vergleich von alter und neuer Rechtslage.
XI
A. Einleitung
I. Problemstellung
Beschäftigungsimpulse für die und mit der Wirtschaft zu setzen, vereinbarten CDU, CSU und SPD bereits in ihrem Koalitionsvertrag vom 11. November 2005. Hier wurde festgehalten, dass der Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen bei der Führung und beim Schutz von Langzeitarbeitskonten besonderes Gewicht beigemessen werden soll. Sodann ist das „Gesetz zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Absicherung flexibler Arbeitszeitregelungen und zur Änderung anderer Gesetze“ am 13. November vom Bundestag verabschiedet worden und trat nach seiner Verkündung im Bundesgesetzblatt am 01. Januar 2009 in Kraft.
Die Hintergründe der mit diesem Gesetz verfolgten Verbesserungen sind darin zu sehen, dass die seit 1998 mit dem „Gesetz zur sozialrechtlichen Absicherung flexibler Arbeitszeitregelungen“ geschaffene Möglichkeit, Überstunden in einem Wertguthaben anzusparen und für Zeiten der kurz-, mittel- oder sogar längerfristigen Freistellung von der Arbeitsleistung, sich durchaus bewährt hat.
Sämtliche Wertguthabenvereinbarungen bzw. Arbeitszeitkonten verfolgen das Prinzip der zeitlichen Entkoppelung von Arbeitsleistung und zu zahlender Vergütung. In der Praxis treten die verschiedensten Modelle zur Flexibilisierung der Arbeitszeit auf. So können bspw. je nach Länge des Ausgleichszeitraums Kurzzeit- bzw. Langzeitkonten oder nach der jeweiligen Zielsetzung Altersteilzeitkonten, Lebensarbeitszeitkonten, Gleitzeitkonten, Ausgleichskonten usw. systematisiert werden 1 .
Daneben hat sich jedoch gezeigt, dass die betriebliche Umsetzung sowie die beitrags- und melderechtliche Behandlung solcher Wertguthaben durch die Sozialversicherung in einigen Fällen zu Unsicherheiten geführt hat und gerade zwischen unterschiedlichen Tarifpartnern die gebotene Sorgfalt zur Abgrenzung zu anderen Formen flexibler Arbeitszeitregelungen nicht immer berücksichtigt wurde.
Trotz der vom Gesetzgeber vorgegebenen und zwingenden Verpflichtung, Vorkehrungen zum Insolvenzschutz der Wertguthaben zu treffen, wurden die Verpflichtungen zum Insolvenzschutz nicht ausreichend verfolgt. Dies hatte zur Folge, dass Arbeitnehmer ihre umfangreichen Wertguthaben im Insolvenzfall der Arbeitgeber verloren haben. Ferner zeigte sich die Schwäche der bisherigen Regelung mangels einer Portabilität darin, dass die bestehenden Wertguthaben im sog. Störfall insbesondere im Wege des Arbeitgeberwechsels zwingend aufzulösen waren.
1 Cisch/Ulbrich, BB 2009, 550.
1
Die Hauptziele des nunmehr in Kraft getretenen Gesetzes sind: Ergänzung der Definition von Wertguthaben und praxisorientierte Abgrenzung zu anderen Formen von Arbeitszeitflexibilisierungen; Konkretisierung von Pflichten bei der Führung von Wertguthaben; Verbesserung des Insolvenzschutzes von Wertguthaben; Einführung einer beschränkten Übertragbarkeit von Wertguthaben auf neue Arbeitgeber bzw. die Deutsche Rentenversicherung Bund.
In diesem Zusammenhang muss auch berücksichtigt werden, dass neben dem Schutz vor dem Insolvenzfall gleichfalls eine Regelung zum Anlage- und Börsenrisiko von Wertguthaben erforderlich geworden ist. In der Gesetzesbegründung heißt es dazu, dass es nicht hingenommen werden kann, dass den Sozialversicherungsträgern und dem Fiskus allein durch riskante Anlageentscheidungen der Vertragsparteien Beiträge und Steuern in erheblichem Umfang verloren gehen 2 . Fraglich ist also, ob der Gesetzgeber das Anlage- und Börsenrisiko minimieren konnte.
Hierdurch stellt sich für viele Arbeitgeber, Arbeitnehmer aber auch Tarifparteien die Frage in welchen Gebieten der Arbeitszeitflexibilisierung sich Änderungen ergeben und wie sich diese auf vorhandene Rahmenbedingungen und somit auf bestehende Regelungen zur Arbeitszeitflexibilisierung auswirken bzw. auswirken werden. Fraglich ist nunmehr, ob die Änderungen bzw. verfolgten Verbesserungen die bisherigen Problemstellungen beseitigen können und inwieweit die Änderungen mehr Rechtsklarheit in Bezug auf die Abgrenzung und Behandlung der Wertguthaben schaffen. Abschließend ist zu klären, ob der Gesetzgeber mit dem „Gesetz zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Absicherung flexibler Arbeitszeitregelungen und zur Änderung anderer Gesetze“ seine Ziele erreicht hat und ob ggf. erwünschte oder unerwünschte Nebenwirkungen aufgetreten sind bzw. auftreten werden.
II. Ablauf der Untersuchung
Zur Beantwortung dieser Problemstellungen werden zunächst in den Abschnitten B, C und D die vorgenommenen Änderungen des Gesetzgebers, welche die Rahmenbedingungen zur Arbeitszeitflexibilisierung betreffen, extensiv dargestellt. Hier wird eine themenspezifische Aufteilung vorgenommen.
In Abschnitt B. I. bis B. III. erfolgt die Definition des Wertguthabenbegriffs sowie die praxisorientierten Abgrenzungen zu anderen Formen der Arbeitszeitflexibilisierung beleuchtet werden. In diesem Zusammenhang sind insbesondere die allgemeinen
2 BT-Drs. 16/10289, S. 21.
2
Arbeit zitieren:
Andreas Tittel, 2009, Die Neuerungen durch das Gesetz zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Absicherung flexibler Arbeitszeitregelungen und zur Änderung andere Gesetze - FlexiG II, München, GRIN Verlag GmbH
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