5.3 Nachbereitung 39 5.4 Zielmonitoring 40
6 Zielerreichungsgespräch 42
6.1 Evaluierung 42 6.2 Ursachenanalyse 43 6.3 Maßnahmen 44
7 Empirische Untersuchung 45
7.1 Durchführung 45 7.2 Ergebnis 46 7.3 Interpretation 56
8 Fazit 59
8.1 Chancen 60 8.2 Risiken 61
9 Möglichkeiten 62 Literaturverzeichnis 64 Anlagen 74
4
Abbildungsverzeichnis
Seite
Abb. 1: Kommunikationsmodell nach Shannon Weaver
Abb. 2: psychologisches Modell der Kommunikation nach Schulz von Thun
Abb. 3: MASLOWs Bedürfnispyramide
Abb. 4: Berechnung des Motivationspotenzials
Abb. 5: Zielfindungsprozess
Abb. 6: Reifegradmodell von Hersey/Blanchard
Abb. 7: Gesprächsdeterminanten
Abb. 8: Reaktionsmöglichkeiten bei auftretenden Hindernissen während
der Zielverfolgung
Abb. 9: Zielvereinbarungen in Unternehmen
Abb. 10: Die Erwartungen der MA an Zielvereinbarungen in ihren
Unternehmen
Abb. 11: Tätigkeitsbereiche der Befragten
Abb. 12: Ausbildung und Bezahlung
Abb. 13: Kommt es zu Leistungssteigerungen wenn MA ihre Zielvereinbarung
mitbestimmen können
Abb. 14. Motivationssteigerung durch Beachtung der Locke Axiome
Abb. 15: Motivationsverlust ohne ausreichendes Feedback
Abb. 16: Motivationsverlust ohne zu wenig Entscheidungsspielraum
Abb. 17: Motivation unter Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse
Abb. 18. Vorhandensein potenzieller Unzufriedenheiten auf Mitarbeiterseite
Abb.19 : Gründe für Unzufriedenheiten
Abb. 20: Leistungsverlust bei empfundenen Ungerechtigkeiten
Abb. 21: Durch bessere Führung zur Leistungssteigerung
Abb. 22 Mit qualifizierten Führungskräften im Zielvereinbarungsgespräch zur
Leistungsmotivation
Abb. 23: Durch Kommunikation zur Leistungsmotivation
Abb. 24: Durch Vorbereitung zur höheren MA Partizipation
Zielvereinbarungen
Abb. 25: Verteilung der Vorbereitungsmöglichkeiten
Abb 26: Leistungsmotivation durch SMARTe Ziele
5
Tabellenverzeichnis
Seite
Tab. 1: Vier-Ohren-Botschaften 12
Tab. 2: Motivation-Hygiene-Theorie 16
Tab. 3 grundsätzliche Zielarten 18
Tab. 4: Funktionen von Zielvereinbarungen 19 Tab. 5: SMARTe Ziele 20
Tab. 6: Vorteile zu Zielvereinbarungen 23
Tab. 7: Nachteile zu Zielvereinbarungen 24
Tab. 8: Beteiligungsrechte BR bei Zielvereinbarungen 27
Tab. 9: Die vier Reifegrade der MA 29
Tab. 10: Interpretation des Korrelationskoeffizienten 46
Tab. 11: Verteilung der Sprechzeit 52
Tab. 12: Job diagnostic survey 55
Tab. 13: Widerstände gegenüber Veränderungen 58
Tab. 14: Umgang mit Konflikten 60
Tab. 15: Ursachen und deren Steuerungsmöglichkeiten 61
6
Symbolverzeichnisverzeichnis
Formelzeichen Erläuterung
fi absolute Häufigkeiten n Anzahl r Korrelationskoeffizient xi Merkmalsausprägungen x̃ Median yi Merkmalsausprägungen ỹ Median ŷ Regressionsgerade ∑ Summe
7
Abkürzungsverzeichnis
A. Auflage Abb. Abbildung Abs. Absatz AN Arbeitnehmer Aufl. Auflage aktualis. aktualisierte BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH Bsp. Beispiel bzw. beziehungsweise ca. cirka (zirka) d. h. das heißt durchges. durchgesehen erw. erweiterte ff fort folgende FK Führungskraft ggf. gegebenenfalls H. Heft i. d. R. in der Regel i. S. im Sinne Jg. Jahrgang Kap. Kapitel MA Mitarbeiter Mbo Management by Objectives S. Seite Tab. Tabelle u. und u. a. und andere überarb. überarbeitete usw. und so weiter vgl. vergleiche vollst. vollständig z. B. zum Beispiel
8
Anlagenverzeichnis
Anlage 1: Kommunikation als Flaschenhals im Unternehmen Anlage 2: Testbögen zur Ermittlung der MA-Reife Anlage 3: idealtypischer Zielprozess Anlage 4: Entwicklungs-/Qualifizierungsplan Anlage 5: Checkliste Gesprächsführung Anlage 6: Analyse und Bewertung von Leistung und Erfolg Anlage 7: Vorbereitungsfragen zum Zielvereinbarungsgespräch Anlage 8: Aufzeichnungen zum Zielvereinbarungsgespräch Anlage 9: Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen Anlage 10: Anschreiben und Fragebogen zur empirischen Untersuchung Anlage 11: Fragebogen zur praktischen Erfahrungen von Zielvereinbarungen Anlage 12: Hypothese 1 Anlage 13: Hypothese 2 Anlage 14: Hypothese 3 Anlage 15: Hypothese 4 Anlage 16: Hypothese 5 Anlage 17: Hypothese 6 Anlage 18: Hypothese 7 Anlage 19: Hypothese 8 Anlage 20: Hypothese 9 Anlage 21: Hypothese 10 Anlage 22: Hypothese 11 Anlage 23: Quellen der Unternehmensziele
9
1 Problemstellung
Die Dynamik deutscher Unternehmen hält mit den weltwirtschaftlichen Veränderungen nicht mehr Schritt. Will man für die Zukunft gewappnet sein, braucht ein Unternehmen motivierte und qualifizierte MA. Das wichtigste Kapital sind die Potenziale der MA, welche sich nach Fach-, Methoden-, Sozial-, Persönlichkeitskompetenz und Schlüsselqualifikationen (siehe Anlage 9) gliedern (vgl. Gehringer/Michel 2000, 7 ff/Krems 2008). Motivierte MA unter Ausnutzung ihres Potenzials sollen in den jeweiligen Arbeitsbereichen, helfen die Strategie der Geschäftsleitung bestmöglich zu verwirklichen. Für die Unternehmen gilt es nun einen Weg zu finden ihre Strategie, den Mitarbeitern durch konkrete Ziele verständlich zu machen. Unternehmensziele werden über die Hierachiestufen, bis zu den einzelnen Mitarbeitern kaskadiert. D. h. mit den Mitarbeitern werden individuelle Zielvereinbarungen abgeschlossen (vgl. LOPREX 2008). Diese finden in der Praxis immer größere Akzeptanz. Die Verbreitung geht immer mehr in mittlere und untere Hierarchiestufen. Basierend auf MbO können Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern. Allerdings hat die Implementierung von Zielvereinbarungen im Unternehmen einen schlechten Ruf (vgl. Putz 1999, 502 ff/Bender 2008/Breisig 2001, 389 ff). Gegen die Einführung sprechen Kommunikationsprobleme und Koordinierungsaufwand (vgl. Prohaska 2004, 32 ff). Erschwerend kommt hinzu, dass die Leistung des einzelnen Individuums im Betrieb von vielen Faktoren beeinflusst wird, welche auf die Leistungsfähigkeit und -bereitschaft des Einzelnen wirken. Herzberg spricht von Hygienefaktoren (siehe Herzberg S. 16), wo akzeptable Arbeits-, Kommunikations- und Führungsbedingungen gegeben sein müssen (vgl. Fersch 2002, 12). Motivierte und effizient arbeitende MA sind die Grundidee um Zielvereinbarungen erfolgreich umzusetzen (vgl. 4managers 2008).
Die Diplomarbeit zeigt wie Ziele entwickelt und Zielvereinbarungsgespräche, geführt werden können. Der Beitrag zu den zwei wesentlichen Aufgaben eines Unternehmens Existenzsicherung und Leistungsverbesserung wird mittels Zielvereinbarungen aufgezeigt (vgl. Hofmann 2001, 18). Im theoretischen Teil werden Faktoren zur erfolgreichen Umsetzung von Zielvereinbarungen definiert, beschrieben und anhand von Modellen veranschaulicht. Hier wird zunächst auf Kommunikation, Führung und Motivation eingegangen. Es folgen grundsätzliche
10
Anmerkungen, was sind Ziele, welche Ansprüchen werden an sie gestellt und wie sollten sie formuliert sein. Die Sichtweise der Beteiligten, sowie die Vor- und Nachteile zu Zielvereinbarungen schließen Kap. 3 ab. Voraussetzungen, die Beteiligung von Vorgesetzten, Mitarbeitern, sowie deren Information und Qualifikation für die Einführung von Zielvereinbarungen zeigt Kap. 4. Die Arbeit schildert, wie ein Zielvereinbarungsgespräch hinsichtlich Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung laufen kann. Kommunikation, Führung und Motivation sind wichtige Faktoren im Gespräch (siehe Kap. 2). Das unterjährige Feedback zum Stand der Zielerreichung bildet den Abschluss von Kap. 5. Das Zielerreichungsgespräch mit den Unterpunkten Evaluierung, Ursachenanalyse mit den sich daraus ergeben Maßnahmen schließt den theoretischen Teil.
Im praktischen Teil der Arbeit wird die empirische Befragung erläutert. Auf das Ergebnis der Untersuchung wird explizit eingegangen. Aufschluss über praktische Erfahrungen von Zielvereinbarungen gibt die anschließende Interpretation. Der praktische Teil bildet die Brücke zum theoretischen Teil. Im Fazit wird das wesentliche für die Zielvereinbarungspraxis in den Unternehmen gespiegelt. Abschließend wird auf Chancen und Risiken für die Beteiligten bei der Anwendung von Zielvereinbarungen eingegangen. Die Arbeit endet mit Möglichkeiten zur praktischen Anwendung von Zielvereinbarungen.
2 Begriffserklärungen und Modelle
Kommunikation gilt im Leben häufig als selbstverständlich. Oft funktioniert sie so gut, dass Gedanken darüber überflüssig erscheinen. Doch es tauchen immer wieder, insbesondere in der betrieblichen Praxis, Verständigungsschwierigkeiten auf. Dies verlangt, uns damit auseinander zusetzen (vgl. Drumm 2005, 460 ff/Hoffmann 2002). Bereits Watzlawik stellte 1969 fest das Menschen nicht unter-einander kommunizieren können (vgl. Watzlawik/Beavin 2000, 11). Das Zielvereinbarungsgespräch findet zwischen FK und MA statt. Ziele können auch mit Teams vereinbart werden (vgl. Kohnke 2002, 18). Um auftretende Probleme in diesen Gesprächen identifizieren und verstehen zu können, ist es notwendig, sich mit den Grundlagen der Kommunikation zu beschäftigen. Nur so ist es möglich, dass eigene Kommunikationsverhalten wie das des Partners zu reflektieren und Verhaltensregeln für die Gesprächsführung abzuleiten. Aus diesem Grund wird
11
nachfolgend Kommunikation definiert und anhand von Modellen veranschaulicht. Sich aus den Grundlagen ergebende Konsequenzen für das Zielvereinbarungsgespräch werden im Kap. 3 geschildert. Anschließend wird Führung definiert, da sie ein entscheidender Faktor im Gespräch ist. Wodurch werden MA bewegt Energie in Arbeit zu stecken und mit Interesse und Einsatz ihre Ziele anzugehen (vgl. Weinert 2004, 188)? Kap. 2.3 beantwortet diese Frage der MA-Motivation, welche in der Praxis nicht selten vernachlässigt wird (vgl. Wunderer 2000, 243).
2.1 Kommunikation
Kommunikation rückt als Qualitätsfaktor auf dem Gebiet der internen Unternehmenskommunikation immer stärker in den Vordergrund. Qualität wird nur erreicht, wenn die beteiligten Personen erfolgreich miteinander kommunizieren (vgl. Clermont u. a. 2000, 479). „ Miteinander arbeiten erfordert immer Kommunikation im zwischenmenschlichen Umgang (siehe Anlage 1) zum Austausch von In-formationen, zur Koordination, Aufgabenverteilung, Abstimmung und Entscheidung“ (Gaugler u. a. 2004, 995). Kommunikation ist der Austausch von Informationen zwischen zwei oder mehr Personen. Der Sender übermittelt die Nachricht mittels Sprache und nonverbalen Signalen wie Gestik, Mimik, Sprachmelodie, Körperhaltung und Betonung. Gesendet wird über einen Kanal. Der Empfänger dekodiert vor dem Hintergrund seiner Erwartungen oder Erfahrungen die Nachricht und gibt eine Rückmeldung. Der Kommunikationsprozess ist ein Wechselspiel zwischen den Beteiligten. Diese gegenseitige Beeinflussung wird auch als Interaktion bezeichnet (vgl. Innenministerium von Baden Württemberg 1996, 134/Saul 1999, 110ff). Die Kommunikation ist das wichtigste Führungsinstrument. Gute Kommunikation ist sachlich. Hilfreich hierbei, insbesondere in schwierigen Gesprächen, ist eine positive Grundeinstellung, die Fähigkeit zu beo- bachten und die eigenen Emotionen im Griff zu haben (vgl. Boden 2005, 350).
12
2.1.1 Kommunikationsmodelle
Ein in der Praxis oft verwendetes Modell stammt von Shannon & Weaver. Abb. 1: Kommunikationsmodell nach Shannon & Weaver (vgl. Sperka 1996, 51)
Nachricht, Kanal, Entschlüsselung und Empfänger. Das Prinzip des Modells ist, dass jede menschliche Kommunikation eine Quelle hat. Der Sender ist die Quelle und gibt die kodierte Nachricht über einen Kanal weiter. Sender und Empfänger haben oft nur einen kleinen gemeinsamen Zeichenvorrat (z. B. die Menge aller deutschen Wörter). ist die Störungsquelle heil überstanden, wird diese vom Empfänger dekodiert, wo sie dann auch ihr Ziel erreichen kann (vgl. Stangl 2008). Kommunikation lautet im lateinischen communicato und wird mit Mitteilung und Anteilnahme übersetzt. Bereits hier werden die zwei Aspekte Sach- und Beziehung angesprochen (vgl. LeMar 1997, 24). Mit der Sachebene ist das was gemeint, also die rein inhaltliche Seite einer Nachricht. Bei dem zweiten Aspekt geht es darum, wie der Sprecher die Beziehung zu seinem Hörer und diesen selbst sieht (vgl. Innenministerium von Baden Württemberg 1996, 135). Daran anknüpfend, unterscheidet Schulz von Thun im folgenden Kommunikationsmodell die vier Seiten einer Nachricht.
Abb. 2: psychologisches Modell der Kommunikation nach Schulz von Thun (vgl. Schulz von Thun 1990, 25)
13
Die Tab. 1 zeigt die verschieden Botschaften der in Abb. 2 gezeigten vier Ebenen. Tab. 1: Vier-Ohren-Botschaften (vgl. Pflegewiki 2008/Stangl 2008)
das versteht, was der Sender mitteilen will. Dies ist nur möglich, wenn die vier Ohren des Empfängers gleichmäßig entwickelt und offen für die vier Ebenen sind (vgl. Saul 1999, 115).
Empirische Untersuchungen belegen, dass die Kommunikation den größten Anteil der täglichen Arbeitszeit von Führungskräften in Anspruch nimmt (vgl. von Beckerath u. a. 1981, 269). In diesem Zusammenhang spielt die Art und Weise wie dem MA Informationen durch die FK vermittelt werden, eine entscheidende Rolle. Gespräche bilden Brücken. Ein wechselseitiger Austausch kann Missverständnisse und Konflikte klären, sowie die Motivation der MA erhöhen (vgl. Koerlin 2008).
2.1.2 Kommunikation im Zielvereinbarungsgespräch
Ganz allgemein wird unter Gespräch eine wechselseitige soziale Kommunikation mit i. d. R. zwei oder kaum mehr Teilnehmern verstanden. Das Zielvereinbarungsgespräch im Betrieb dient nicht vornehmlich der Zielvorgabe, sondern in erster Linie der wechselseitigen Kommunikation zwischen FK und MA. (vgl. Bröckermann 2007, 368/Kohnke 2002, 17). Bezogen auf Abb. 2 geht es im Gespräch auf der Sachebene beispielsweise um: Ziele, Arbeitsergebnisse, Maßnahmen, Qualifizierungsmaßnahmen usw. Auf der Beziehungsschiene kommen Empfindungen wie Misstrauen, Motivation, Freude, Wut, Unsicherheit, Vertrauen, Är- ger, Frustration usw. zum tragen. Das jährliche Mitarbeitergespräch, in welchem i.
14
d. R. gemeinsam Ziele vereinbart werden hat nicht den Zweck mal eben miteinander zu kommunizieren (siehe Kap. 5.2). Mittels konstruktiven Meinungsaustausch werden konkrete Ziele angestrebt (vgl. Hofbauer/Winkler 2002, 59 ff). Das Gespräch ist letztendlich eine institutionalisierte Form der Rückmeldung, Aufklärung und Zielvereinbarung, die als originäre Führungsaufgabe zu sehen ist. Durch gegenseitige Fairness der Teilnehmer können die Gespräche zielführend betrieben werden (vgl. Gaugler u. a. 2004, 1222 ff).
Der Vorgesetzte gewinnt einen Eindruck über Motive und Einstellungen des Arbeitnehmers. Der MA kann Entscheidungen der FK besser nachvollziehen, Stellung nehmen und Alternativvorschläge entwickeln (vgl. Jung 2008, 478). Das Wissen über Motivationstheorien (siehe Kap. 2.3) lässt die FK im Gespräch Wünsche, Ziele und Antriebe der MA in Erfahrung bringen (vgl. Franko/Naumann, 2008).
2.2 Führung
Unter Führung wird die zielbezogene Einflussnahme verstanden. Die Mitarbeiter sollen bewegt werden Ziele, die sich aus den Unternehmenszielen ergeben, bzw. abgeleitet sind zu erreichen (vgl. Hentze 1995, 181). Konkret kann ein solches Ziel in der Erhöhung des Umsatzes bestehen. Grundsätzlich kann auf zwei Arten geführt werden. Zum einen Führung durch Strukturen z. B. Organigramme, Stellenbeschreibungen, Verfahrensvorschriften. MA werden beeinflusst ohne das unmittelbar eine Person Einfluss nimmt. Deutlicher wird das am Beispiel eines Fließbandes das je nach Automatisierung die Handgriffe der ausführenden Arbeiter vorgibt (Rosenstiel u. a. 2003, 4 ff). Wir wollen die Führung durch Strukturen nicht weiter vertiefen und uns der Führung durch Menschen widmen. Die Führungskräfte im Unternehmen machen es aus wie Vorgaben real umgesetzt werden. Die Art der Vorgesetzten Ziele zu verdeutlichen, zu koordinieren, MA zu motivieren und zu kontrollieren wird zum zentralen Bestandteil der Führung, welche sich als zielbezogene Beeinflussung der Arbeitnehmer durch Führungskräfte mit Hilfe der Kommunikationsmittel definieren lässt (vgl. Teia, 2008). „Die Aufgabe der Personalführung durch die FK ist die Ausrichtung des Verhaltens der MA auf die ökonomischen Zielsetzungen des Unternehmens“ (Bühner 2005, 256). Basis für die Motivation aus der Führung ist die Interaktion des Vorgesetzten mit
15
seinen Mitarbeitern. Hier nimmt die Zielvereinbarung eine zentrale Rolle ein (vgl. Scholz 2000, 903/Oechsler 1997, 315). Es wird ein Denken und Handeln angestoßen, welches nachhaltig zum Unternehmenserfolg beiträgt (vgl. 4managers, 2008). Beim Gespräch ist die Hauptaufgabe der FK die drei Faktoren Konfrontationsbereitschaft, Partnerschaft und Einfühlungsvermögen in die Situation des MA situativ im Gleichgewicht zu halten (vgl. Demmer 1998, 10).
2.3 Motivation
Zum grundsätzlichen Verständnis der folgenden Motivationstheorien werden die Begriffe Motiv, Motivation/Arbeitsmotivation und Motivatoren/Hygienefaktoren erläutert.
„[Motiv], ..[ist der] Beweggrund für ein Verhalten, unterschieden von seinem konkreten Ziel (PFÄNDER 1930), also der richtunggebende, leitende antreibende seelische Hinter- und Bestimmungsgrund des Handelns...“ (Dorsch 1976, 378). „Ein [Bedürfnis] ist ein innerer Zustand, der ein Ergebnis erstrebenswert erscheinen lässt. Durch ein unbefriedigtes Bedürfnis wird im Individuum eine Art Spannung aufgebaut. Diese Spannung wandelt das Bedürfnis bei ausreichender Intensität in einen Trieb um und regt das Individuum zu einer Handlung an“ (Strunz 1999, 41). „Motivation [ist der] Prozeß der Wechselwirkung von situativen Auslöser mit individueller Disposition sowie Erfahrung und den daraus folgenden Handlungsstrategien, die die antizipierten Folgen mit einschließen“ (Schorr 1993, 467). Die Arbeitsmotivation im speziellen beschäftigt sich primär mit der Frage, welche Anreizbedingungen müssen gegeben sein, damit im Arbeitsbereich die Motivation aktiviert und stabilisiert wird. Die Ausprägung von Leistung, Anwesenheit und Zufriedenheit ergibt sich aus der Arbeitsmotivation (vgl. Beckerath 1981, 48/Schorr 1993, 35). Hygienefaktoren sind bestimmte äußere Arbeitsbedingungen die im Menschen beim Nichtvorhandensein Unzufriedenheit hervorrufen (vgl. Weinert 2004, 197). Motivatoren liegen in der Aufgabe selbst, sie fördern die Zufriedenheit und sind zugleich leistungsfördernd (vgl. Sellien 1988, 2954).
Die Theorien von MASLOW und HERZBERG, welche zu den Inhaltstheorien zählen werden nachfolgend kurz aufgezeigt. Art, Anzahl und Bedeutsamkeit der menschlichen Motive stehen hier im Vordergrund (vgl. Franke 1990, 255).
16
Daneben beschäftigen sich die Prozesstheorien im Wesentlichen mit kognitiven Verhalten. Diese Prozesse stehen zwischen Motiv und dem aktiven Handeln. Kognitive Vorgänge (Abläufe, die sich im Kopf der Akteure abspielen) „…beschreiben alles, was mit dem Verstand erfasst wird, sowohl Faktenwissen, als auch kreative Anwendung von Wissen und das Lösen von Problemen“ (Baumgart u. a. 2005). Mit ADAMs Gerechtigkeitstheorie und LOCKEs Zielsetzungstheorie, sollen zwei am Ende von Kap. 2.3 kurz dargestellt werden.
Der amerikanische Psychologe ABRAHAM H. MASLOW postulierte (1954) eine Bedürfnispyramide, bestehend aus fünf hierarchischen Stufen. MASLOW geht davon aus, dass für die Entwicklung einer neuen Stufe erst die Bedürfnisbefriedigung der vorherigen Stufe erfolgt. Die zwei untersten Stufen sind Bedürfnisse niedriger Ordnung, welche sich aus seinen Möglichkeiten heraus befriedigen (intern). Die höherer Ordnung durch äußere Einflüsse (extern). Bleiben Bedürfnisse niedriger Ordnung unbefriedigt, sind diese gegenüber höherer Ordnung viel stärker einzuschätzen. Erst im Anschluss erfolgt Befriedigung der Bedürfnisse höherer Ordnung (vgl. Gebert u.a. 2002, 41 ff).
Abb. 3: MASLOWs Bedürfnispyramide (vgl. Hopfenbeck 2000, 379/Ulich 1991, 38)
Mit der Pittsburgh-Studie erforschte FREDERIC HERZBERG die Ursache nach Arbeitszufriedenheit bzw. -unzufriedenheit (vgl. Herzberg 2003, 50 ff ). Als Er- gebnis entstand die Zwei-Faktoren-Theorie:
17
Tab. 2: Motivation-Hygiene-Theorie (vgl. Drumm 2005, 468 ff/Hopfenbeck 2000, 380)
HERZBERGs Theorie enthält somit zwei voneinander unabhängige Dimensionen, und zwar:
• Nicht-Zufriedenheit Zufriedenheit
• Unzufriedenheit Nicht-Unzufriedenheit (vgl. Gebert u. a. 2002, 50/Rosenstiel 2003, 78 ff) Bei JEAN S. ADAMS wird der eigene Quotient aus Einsatz und Ertrag in Relation zum Einsatz / Ertragsverhältnis einer Vergleichsperson gesetzt. Die vier bedeutenden Punkte der ADAMs-Theorie stellen sich wie folgt dar:
• Einsätze sind Anstrengungen in der jeweiligen Situation z. B. Erfahrungen oder Fähigkeiten, welche der AN zur Erledigung seiner Aufgaben einbringt.
• Erträge gibt es für die Bemühungen des AN, z. B. Lob, Anerkennung, Entlohnung, Sonderzahlungen, Arbeitsbedingungen.
• Gleichheitsprinzip ist der Vergleich zwischen erhaltenen Belohnungen für eigene Bemühungen im Vergleich zu gleichgestellten Kollegen.
• Das Ungleichheitsprinzip führt zu Spannungen bei Ungleichheiten des Vergleichs zwischen sich selbst und anderen Vergleichspersonen und dem Drang diese abzubauen.
Die drei Möglichkeiten des MA auf die empfundenen Ungerechtigkeiten zu reagieren sind:
• Objektive Wiederherstellung, z. B. Gehaltserhöhung.
• Subjektive Wiederherstellung, z. B. durch Umdeutung des Erlebten.
• Flucht, z. B. durch Kündigung (vgl. Gebert u. a. 2002, 77 ff). Der Kern von EDWIN A. LOCKEs Theorie ist:
1. Je schwieriger u. anspruchsvoller die Ziele sind, desto besser ist die Leistung.
2. Herausfordernde, klare u. spezifische Ziele führen zu besserer Leistung.
Axiome:
18
• Ziele müssen klar, spezifisch und vom Individuum akzeptiert sein.
• Feedback über Zielerreichung ist wichtig.
• Ziele müssen schwierig, aber realistisch sein.
Effekt:
• Ergibt eine Anleitung von Aufmerksamkeit und Handeln.
• Steigerung der Ausdauer.
• Mobilisierung der Energie.
• Fördert die Suche nach adäquaten Strategien (vgl. Locke/Latham 1990, 35 ff/ 706 ff/Schuler 2005, 357 ff/Uhl 1998, 32ff).
Zum Abschluss der Motivationstheorien werden die fünf Dimensionen der Arbeit nach dem Job Characteristics Model von Hackman & Oldman beschrieben. Tätigkeitsvielfalt: Ausmaß, in dem die Ausführung der einzelnen Arbeitsaufgaben/Teilziele einer Stelle unterschiedliche Fähigkeiten verlangt. Ganzheitlichkeit der Aufgabe: Ausmaß, in dem die Tätigkeit die Erstellung eines abgeschlossenen, eigenständigen und identifizierbaren Arbeitsergebnisses/Ziel verlangt. Bedeutungsgehalt der Aufgabe: Ausmaß, in dem die Tätigkeit bedeutsamen und wahrnehmbaren Nutzen für andere hat (z. B. Mitwirkung an Abteilungs- oder Unternehmenszielen). Autonomie des Handelns: Ausmaß, in dem die Arbeit dem MA Unabhängigkeit und sachlichen/zeitlichen Entscheidungsspielraum gibt. Feedback: Ausmaß an Informationen, das der Stelleninhaber nach der geleisteten Arbeit bekommt (vgl. Stollberg 2002). Das sich hieraus ergebende mathematische Motivationspotenzial zeigt nachfolgende Abb. Abb. 4: Berechnung des Motivationspotenzials
Die Formel zeigt klar, dass Autonomie und Feedback unverzichtbar sind. Das Motivationspotenzial wird null, sobald einer dieser beiden Faktoren null wird. ausgleichen können sich dagegen die drei Summanden (vgl. Rosenstiel 2003, 124). Weitere Aspekte mit denen durch Zielvereinbarungen die Motivation unter- stützt wird sind:
19
• Das Verstehen der Motivstruktur des Mitarbeiters (siehe MASLOW/HERZBERG)
• Motivierendes Führungsverhalten (siehe Kap. 2.2) und Feedback zur Zielerreichung (siehe Kap. 5.4)
• Individuelle Anreize und MA-Nutzen bei Zielvorgaben
• SMARTe Ziele (siehe Kap. 3.1) vereinbaren (vgl. Mutafoff/Glatz 2001, 88)
3 Zielvereinbarung
Trotz Vorbehalten und Ängsten nimmt der Einfluss von Zielvereinbarungen in deutschen Unternehmen zu (vgl. Putz 1999, 502). Bereits aus Kap. 2.1.2, Abs. 2 ist ersichtlich das Zielvereinbarungen oft ein fester Bestandteil der Mitarbeitergespräche sind. Dazu grundsätzliche Anmerkungen, was sind Ziele, welche Ansprüchen werden an sie gestellt und wie sollten sie formuliert sein. Ziele sind Aussagen mit normativen Charakter. Sie beschreiben einen angestrebten oder zu erhaltenden Zustand in der Zukunft. Es wird sich auf Sachverhalte über die spezifische Vorstellungen und Präferenzen entstehen beschränkt (vgl. Kropp 2001, 393). Tab. 3 zeigt die vier grundsätzlichen Zielarten und deren beispielhafte Zielinhalte.
20
Tab.: 3 grundsätzliche Zielarten (vgl. Becker 2004)
Die Funktionen von Zielvereinbarungen sind aus Tab. 4 ersichtlich. Um Potentiale und Fähigkeiten der MA zu fordern und fördern müssen diese auch vor Heraus-forderungen gestellt werden. Routineaufgaben werden zwar problemlos erfüllt tragen aber nicht zur Entwicklung der MA bei. Sind Ziele:
• herausfordernd und gleichzeitig erreichbar ohne die MA zu überfordern,
• von allen Beteiligten akzeptiert,
• spezifisch und präzise formuliert und liegen die Methoden und Maßnahmen zur Erreichung fest,
• bei Erfüllung mit positiven Konsequenzen verbunden,
• Monitorfähig, so das regelmäßig Feedback über die erbrachte Leistung gegeben werden kann, so führen anspruchsvolle Ziele zu höherer Leistung (vgl. Hofbauer/Winkler 2002, 43 ff).
Tab. 4: Funktionen von Zielvereinbarungen (vgl. Schwarz/Becker 1998, 57)
21
3.1 Formulierung
In der Praxis werden Ziele oft nicht richtig formuliert (vgl. Crisand u. a. 2003, 58/Schwaab 2001, 28). Ziele sollen nicht einengen, sondern Orientierung geben (vgl. Scheitler 1999, 499). Mit Hinblick auf die Zielerreichung sind diese positiv zu beschreiben (vgl. Hanks 1995, 69). Dadurch bekommt der MA die Möglichkeit, kreativ, flexibel und eigenverantwortlich zu agieren. Den Unternehmen gibt dies die Chance vom Know-how der MA zu profitieren.(vgl. Crisand u. a. 2003, 58). Tab. 5 zeigt die richtige Zielformulierung. Tab. 5: SMARTe Ziele
Bei SMARTen Zielen können die Beteiligten jederzeit den erreichten Stand überprüfen und das Endergebnis auf seinen Erfolg hin einschätzen. Die MA werden so informiert und motiviert, dass Ziel mit der erforderlichen Anstrengung zu erreichen (vgl. Rosenstiel 2003, 44 ff/Hofbauer/Winkler 2002,47 ff). Ein Ziel ist spezifisch formuliert, wenn klar ist um welche Erfolgsparameter es geht. Was soll sich verändern? Die detaillierte und exakte Aussage was erreicht werden soll (siehe Axiome Locke, S. 17) ist Aufgabe der Führungskraft. Bei unspezifischen Formulierungen kommt es zu Missverständnissen und Ärger (vgl. Kettl 2008/Eyer/Hausmann 2005, 34).
Messbar wird ein Ziel durch eindeutige Kriterien über den Grad der Zielerreichung. Es wird konkret festgelegt unter welchen Voraussetzungen eine Zielerfüllung vorliegt. Zuverlässigkeit, Nachvollziehbarkeit, Eindeutigkeit und Transparenz der Messkriterien sind wichtig um Ungerechtigkeiten bei der Zielerreichung zu vermeiden. Fühlt sich der MA hier nicht leistungsgerecht behandelt, führt dies zu Unzufriedenheit und ggf. Demotivation (siehe ADAMs, S. 16). Messbarkeit gibt Orientierung und zeigt Abweichungen vom Plan. Sind Unregelmäßigkeiten erkennbar, kann nachgesteuert werden (vgl. Kettl 2008/Crisand u. a. 2003 51 ff).
Arbeit zitieren:
Udo Siedau, 2009, Mit Zielvereinbarungen Unternehmen führen, München, GRIN Verlag GmbH
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