Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung. 3
2. Begriffsklärung. 4
3. Umgang mit der Krankheit Demenz. 6
3.1. Krankheit als Krise. 6
3.2. Bewältigungsstrategien. 8
3.3. Selbstverständnis und Rolle Sozialer Arbeit im Umgang mit Demenz. 9
4. Bedeutung Sozialer Netzwerkarbeit bei Demenz. 10
4.1. Unterstützungsfunktion Sozialer Netzwerke. 11
4.2. Aufgabe vernetzender Sozialer Arbeit bei Demenzkranken. 12
5. Schluss. 13
6. Inhaltsverzeichnis. 15
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1. Einleitung
In meiner Hausarbeit beabsichtige ich eine Auseinandersetzung mit der Krankheitsverarbeitung, am Beispiel der Demenz, in ihrer spezifischen Form als chronisch, progredienter Erkrankung. Besondere Bedeutung soll - neben dem Bewältigungsverhalten der Dementierenden - der sozialen Unterstützungsfunktion von Netzwerken im Umgang mit dieser Krankheit sowie der Leistung Vernetzender Sozialer Arbeit hierbei zukommen. Die Unterstützungsnetzwerke sollen in ihrer Funktion als protektiver Faktor für psychische Stabilität, und somit als Ressource während der Krankheitsbewältigung miteinbezogen werden. Übergeordnet wird das Selbstverständnis Sozialer Arbeit, sowie ihre Aufgabe in Bezug auf diese spezielle Problematik - der Konfrontation mit chronischer, unheilbarer Krankheit und folglich mit Sterbenden - betrachtet und ihre unterstützende Wirkung in Form von Netzwerkarbeit dargestellt. Meine Fragestellung soll folglich lauten:
Welchen Beitrag leistet Soziale Arbeit im Rahmen der Krankheitsbewältigung Demenzkranker?
Ziel der Ausarbeitung ist es, Impulse für die Soziale Arbeit im Umgang mit Demenzkranken zu liefern.
Diese soll damit in Form differenzierter Informationen Handlungs- und Hintergrundwissen bereitstellen, welches Voraussetzung adäquater Unterstützung Demenzkranker bei der Bewältigung krankheitsbedingter Probleme ist.
Die Arbeit soll somit einen professionsorientierten Beitrag zu Sozialer Arbeit leisten. Thema der Hausarbeit wäre somit:
Vernetzende Soziale Arbeit und Demenz - Bedeutung sozialer Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung
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2. Begriffsklärung
Im folgenden verstehen wir Demenz als „den letztlich unumkehrbaren Prozess, bei dem die geistigen Fähigkeiten eines Menschen, besonders das Gedächtnis, mehr und mehr beeinträchtigt werden´´ (Karl in Schweppe 2005, S.132ff.). Durch diese Betrachtung wird deutlich, dass die Krankheit Demenz die Merkmale einer chronischen Erkrankung aufweist. Das Besondere daran erklärt sich aus der Unmöglichkeit vollständiger Heilung oder Wiederherstellung, wodurch sie in ihrer Form progredient und somit unumkehrbar im Verlauf ist.
Diese spezielle Problematik stellt für die Betroffenen eine Diskontinuität im Leben und folglich eine besonders schwere Form der Belastung dar, die als Katastrophe erlebt wird und den Erkrankten in eine existenzielle Krise stürzt (Ortmann 2005, S.93). Diese stellt nach Mennemann eine „in ihrem Problemgehalt [eine] die vorhandenen Bewältigungsmöglichkeiten übersteigende Belastungssituation dar, die als temporäre Erfahrung, raumzeitlich verdichtet vom Subjekt wahrgenommen wird´´ (Mennemann in Schweppe 2005, S.52).
Der Betroffene wird folglich versuchen, das Ereignis und die daraus resultierenden Folgen zu verarbeiten, und nach Karusseit erfordern „[…] schwere, lebensbedrohliche oder tödliche Krankheiten [...] besondere Abwehr- und Bewältigungsstrategien“ (Karusseit 1994, S.67). Da unter dem Oberbegriff Krankheitsverarbeitung unterschiedliche Definitionen und theoretische Copingmodelle existieren, soll Coping im folgenden in Anlehnung an die gängige Definition von Lazarus als Umgang einer Person mit belastenden Situationen verstanden werden.
„We define Coping as constantly changing cognitive and behavioral efforts to manage specific external and / or internal demands that are appraised as taxing or exceeding the ressources of the person´´ (Lazarus in Schulte 1996, S. 14).
Die gewählte Definition impliziert die Prozesshaftigkeit der Bewältigung einer belastenden Situation, wie sie etwa durch die Demenzerkrankung gegeben ist, und betont somit eine Folge aufeinander bezogener Verhaltensweisen anstelle einer isolierten Einzelhandlung.
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Weiter ist im Speziellen hier die Bewältigung einer Belastungssituation als sozialer Prozess zu begreifen, denn Soziale Unterstützung, soweit sie vom Empfänger selbst initiiert, aktiv gesucht oder in Anspruch genommen wird, ist ebenfalls unter das Coping-Konzept zu subsumieren (Schulte 1996, S.13ff.).
Diese Sichtweise in Bezug auf Coping scheint sowohl für die Soziale Arbeit entscheidend, als auch im Besonderen für die Demenzerkrankung, da hierdurch ein Prozess des Aktzeptierens, des Tolerierens der gegebenen Situation in den Vordergrund rückt und das Copingverhalten unabhängig vom Bewältigungserfolg definiert wird. Eine aktive Überwindung der Problemsituation ist nicht zwingend impliziert. (Schulte1996, S.9f.) Im Hinblick auf den spezifischen Verlauf der Demenzerkrankung, der eine kognitive Auseinandersetzung lediglich in der Anfangsphase erlaubt und gewiss mit dem Tode endet, ist diese Betrachtungsweise zutreffend, denn letztlich bleibt jegliches Bemühen der Erkrankten nur „ein Versuch der Bewältigung einer letztlich nicht zu bewältigenden Krankheit“ (Stuhlmann 2004, S.1).
Dieses Bemühen kann und sollte jedoch von außen - mit Hilfe primärer, sekundärer oder tertiärer Netzwerke - unterstützt werden.
Soziale Netzwerke - nach Mitchell definiert als “specific set of linkages among a defined set of persons, with the additional property that the characteristics of these linkages as a whole may be used to interpret the social behaviour of the persons involved” (Mitchell 1969, in Bullinger/Nowak 1998, S.67) - stellen hierbei als Ressource für Bewältigungsenergie somit einen wichtigen Faktor bei der Krankheitsbewältigung dar.
Die innerhalb der Netzwerke stattfindende Soziale Unterstützung ist also ein „sozialer Austauschprozess, im dem verschiedene Akteure und Beziehungskomponenten situationsspezifisch zusammenwirken´´(Diewald 1991, in Bullinger/Nowak 1998, S.102). Soziale Netzwerkarbeit stellt somit eine Verknüpfung dar und meint die Integration des Konzeptes ´´Soziales Netzwerk´´ in die Soziale Arbeit. Diese leistet durch ihre Unterstützungsfunktion einen nicht zu unterschätzenden Beitrag für Demenzpatienten im Umgang mit ihrer Krankheit.
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Arbeit zitieren:
Bettina Nicole Dorscheid, 2006, Vernetzende Soziale Arbeit und Demenz, München, GRIN Verlag GmbH
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