1. Einleitung ...........................................................................................................................
2. Typologie des Senders ................................................................................................ 6
2.1 Zulassung und Gesellschafter ...................................................................... 6
2.2 Verbreitungsgebiet ............................................................................................ 8
2.3 Zielgruppe und Konkurrenz ........................................................................... 9
2.4 Programm und Sendestruktur ...................................................................... 12
3. Untersuchung der Hauptstadt-Berichterstattung ............................................. 16
3.1 Methode und Operationalisierung ............................................................... 16
3.2 Begriffsklärung „Hauptstadt-Berichterstattung“ ................................. 19
3.3 dpa-Meldungen als Referenzbasis .............................................................. 21
3.4 Vergleich des Referenz- und Untersuchungsmaterials ...................... 31
3.5 Themenkarriere am Beispiel „Konjunkturprognose“ .......................... 35
4. Auswertung ....................................................................................................................... 40
5. Zusammenfassung ........................................................................................................ 44
6. Fazit / Resümee ............................................................................................................... 47
7. Nachwort vom 20. Februar 2003 ............................................................................... 51
8. Literaturverzeichnis ....................................................................................................... 54
9. Abbildungsverzeichnis ................................................................................................ 57
2
Die Behandlung journalistischer Berichterstattung stand im Mittelpunkt des Seminars „Hauptstadt-Berichterstattung“ im Wintersemester 2001/2002. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich im Rahmen dieser Veranstaltung mit einer Untersuchung des privaten Informationssenders „F.A.Z. 93,6 Berlin. Das Business-Radio“. Begonnen wurde in der ersten Sitzung mit einer kurzen Erarbeitung theoretischer Grundlagen zum Begriff „Nachricht“: Aspekte wie Wesensmerkmale und Kriterien einer Nachricht, deren Quellen, Ursprung, unterschiedliche Verarbeitungs- und Wirkungsweisen wurden erläutert. Im Vordergrund des Seminars stand jedoch der Vergleich und die empirische Untersuchung verschiedener journalistischer Medien am Beispiel eines ausgewählten Tages: Es sollte aufgezeigt werden, wie sich Zeitungen von Hörfunk und Fernsehen unterscheiden, aber auch, was tagesaktuelle Produktionen von Wochen-Periodika, was lokale von nationalen und private von öffentlich-rechtlichen Medien trennt. Die Untersuchungen erfolgten in geteilten Arbeitsgruppen, den jeweiligen publizistischen Einheiten entsprechend, die dann in den Sitzungen vorgestellt und miteinander verglichen wurden. Kompetente Medienvertreter,
3
Im Verlauf der Arbeit muss grundsätzlich erst einmal geklärt werden, was unter dem Terminus „Hauptstadt-Berichterstattung“ zu verstehen ist. Als Instrument zur Durchführung des Forschungsprozesses findet die empirische Inhaltsanalyse Anwendung, eine in der Sozialforschung häufig verwendete und bewährte Methode, bereits von vielen Empirikern beschrieben 1 . - Zunächst wird jedoch zum besseren Verständnis (als notwendige Bezugsbasis für die Analyse) ausführlich in die typologischen Merkmale des Senders eingeführt: Neben den Senderdaten, dem Verbreitungsgebiet und der Zielgruppe richtet sich das Augenmerk vor allem auf Programm und Sendestruktur. Kern der empirischen Untersuchung im zweiten Teil: Vor allem der Vergleich und die Analyse der aufgezeichneten und protokollierten Ausstrahlung des Radioprogramms mit den Meldungen der Deutschen Presse-Agentur als Basisbzw. Referenzmaterial. - Um der Fülle von ausgewerteten Daten Rechnung tragen zu können, erfolgt zunächst ein gröberer Überblick und eine Analyse des gesamten Untersuchungsmaterials, kategorisiert in Themenkomplexe. Vorgestellt wird dann die im Rahmen der Untersuchung entwickelte sogenannte „Themenkarriere“. Sie zeigt als Beispiel Stellung, Wertigkeit und den Inhalt eines ausgewählten Themas, beobachtet über den gesamten Tag im Programm. Dadurch gelangt man zu validen Aussagen über die Hauptstadt-Berichterstattung in „F.A.Z. 93,6 Berlin. Das Business-Radio“.
Diese Seminararbeit ist in zwei Teile gegliedert: Sie beschreibt zunächst ausschließlich den Sender und seine Strukturen. Im Anschluss daran geht es ausschließlich um die eigne geleistete Forschungstätigkeit, daher sind im zweiten Teil umfangreiche Literaturbezüge weniger zu finden 2 - die Ausführungen sind inhaltlich äquivalent zu der im Rahmen des Seminars durchgeführten Präsentation vom 29.11.2001. Die Arbeit beschäftigt sich dabei ausschließlich mit Hauptstadt-Berichterstattung im untersuchten Berliner Sender, ein Vergleich mit anderen Medien kann aufgrund der Komplexität an dieser Stelle nicht geleistet werden, wäre jedoch
als Weiterführung in einer Magister- oder Diplomarbeit nicht uninteressant.
Vorab noch drei weitere Bemerkungen: 1 Folgende Standardwerke der Sozialforschung dienten der Arbeit als Grundlage: 1.: Schnell, Hill,
Esser 1995, S. 298, 372ff / 2.: Kromrey 1995, S. 232 / 3.: Diekmann 1997, S. 169ff u. 481ff / 4.: Früh
1998 / 5.: Benninghaus 1998. 2 Zudem erfolgt an einigen Stellen der Literaturbezug aus Krankheits- und Zeitgründen ausnahmswei-
4
1. Der offizielle Name des Senders lautet „F.A.Z. 93,6 Berlin. Das Business-Radio“, der Einfachheit halber wird im Verlauf der Arbeit jedoch auf „F.A.Z. Business-Radio“ verkürzt.
2. Es liegt bedauerlicherweise in der Natur der Sache, dass die schriftliche Darstellung eines Hörmediums weniger anschaulich ist, als in einem Vortrag mit akustischen Beispielen und Folien. Durch eine Einarbeitung der benutzten Präsentationsfolien und Grafiken wurde versucht, dieses ein wenig zu kompensieren.
3. Während der Analysephase bestand die Arbeitsgruppe aus zwei Teammitgliedern: XXX und Torsten Schaletzke. Beide untersuchten und referierten gemeinsam zum Thema.
5
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Sendebeginn von F.A.Z. Business-Radio war der 20. November 2000, nach-
dem am 4. September 2000 der Medienrat der Medienanstalt Berlin-Brandenburg
(MABB) als Genehmigungsbehörde den Beschluss über die Vergabe der UKW-Frequenz 93,6 MHz gefasst hatte. 3, 4 Somit war die Sendelizenz für ein Programm erteilt, dessen wesentliche Merkmale als „ein Informationsprogramm (...) mit hoher journalistischer Qualität und bundesweiten Perspektiven“ festgelegt wurden. „Die be-
sondere Funktion Berlins als Bundeshauptstadt“ 5 sollte berücksichtigt werden, das Format wie folgt bestimmt: Ein Nachrichten-, Wirtschafts- und Serviceradio ohne Musik. Der Veranstalter des Programms ist das Unternehmen F.A.Z. 93,6 Berlin GmbH & Co. KG mit Sitz in Berlin (Kurfürstendamm 207-208, 10719 Berlin). Einziger
Gesellschafter ist die F.A.Z. Electronic Media GmbH (FEM), deren einzige Gesellschafterin wiederum die Frankfurter Allgemeine Zeitung ist. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH setzt sich wie folgt zusammen 6 :
• 56,4 % FAZIT-Stiftung gemeinnützige Verlagsgesellschaft
6
Vorgänger von F.A.Z. Business-Radio auf der Frequenz 93,6 MHz war das Wortprogramm „Berlin aktuell“. Die Frequenz war neu ausgeschrieben worden, nachdem die bisherigen Betreiber von „Berlin aktuell“ den Betrieb an die Tochtergesellschaft der FAZ verkauft hatten. Die Ausschreibung und das Auswahlverfahren gaben der Medienanstalt Gelegenheit, das Konzept der FAZ für die Fortführung zu überprüfen und mit anderen Anträgen zu vergleichen. Einer der ausschlaggebenden Faktoren für die Lizenzvergabe an F.A.Z. Business-Radio war nach Angaben der MABB auch die zu erwartende hohe journalistische Qualität. 8 9 In jüngster Zeit sind mit Bayern und Hessen zwei weitere Sendestandorte errichtet worden: Seit dem 29.08.2001 sendet „F.A.Z. 92,4 Business-Radio München“ im Großraum der bayerischen
Landeshauptstadt, Frequenzsplitting mit zwei anderen, kleineren Betreibern.
10 11
Aufsichtführende Anstalt ist dort die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM). - Mit der Aufnahme des terrestrischen Sendebetriebes in Frankfurt seit dem 29. April 2002
12
, sowie ab Mitte 2002
13
im Wetzlar-Gießener und Bensheim-Mannheimer wird nun auch die Stammregion
Abb. 1: Karte von Berlin-Brandenburg. Grau unterlegt: Das UKW- derFrankfurter Allgemeinen Zei- Sendegebietvon F.A.Z. 93,6 Berlin. Das Business-Radio. tung versorgt; nachdem Ende De-
8 vgl.Pressemitteilung der MABB vom 03.07.2000 unter: http://www.mabb.de/aktuell/pm000704.html
9 Offensichtlich wurde das Programm den Anforderungen der MABB gerecht, denn in einer Pressemitteilung der MABB vom 22.01.2002 heißt es: „FAZ Business Radio wird künftig in Frankfurt/Oder, Neuruppin und Belzig/Wiesenburg zu hören sein.“ - vgl.:
http://www.mabb.de/start.cfm?content=presse&template=pressemeldungsanzeige&id=108
10 vgl. Hörfunk-Informationen der BLM unter: http://www.blm.de/hoerfunk/sender/81.htm
11 Die Sendezeiten von „F.A.Z. 92,4 Business-Radio München“ sind: „Mo-Fr 00.00 - 19.00, Sa 00.00 -
08.00, So 00.00 - 08.00 Uhr. In der übrigen Sendezeit wird das Programm von Radio Lora bzw. Radio Feierwerk gestaltet“. (http://www.blm.de/hoerfunk/sender/81.htm)
12 vgl.:.http://www.faz.net/IN/INtemplates/faznet/default.asp?tpl=radio/radio_location.asp&rub={2CDF8 F9C-A57A-4C54-894A-0445843CF6DD}
13 vgl. Pressemitteilung des F.A.Z.-Verlages vom 29.04.2002 unter: http://www.faz-verlag.de/IN/INtemplates/Verlag/overview.asp?rub={F1B72B51-3783-11D4-A3AA-009027BA22E4}
7
zember die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen) die Zulassung für „F.A.Z. 97,1 Frankfurt Business-Radio“ mit der Auflage eines Schwerpunktes auf Wirtschaftsberichterstattung erteilt hatte. 14 Gegenüber dem Berliner „Mutterhaus“ sind die Gesellschafteranteile leicht verändert, Hauptveranstalter und somit federführend ist wieder FEM, in Bayern mit 87% 15 und in Hessen mit 80%. 16 Edmund Keferstein, in Personalunion Geschäftsführer der F.A.Z. Electronic Media GmbH und der F.A.Z. GmbH machte nach der Zulassung für Hessen seine Strategie und Zukunftsvision für F.A.Z. Business-Radio deutlich: „Mit dieser Entscheidung nimmt unser nationales Radio-Netzwerk konkrete Gestalt an.“ 17
$) *) $+ (!" "$*+ $( F.A.Z Business-Radio stehen derzeit vier verschiedene Verbreitungsmöglich-
keiten zur Verfügung: 1. Terrestrisch: In Berlin und angrenzendem Umland (Abb. 1) über die UKW-Frequenz 93,6 MHz, bzw. in München und Frankfurt über die dortigen lokalen Frequenzen. - Im Ballungsraum Berlin und Umland leben derzeit etwa vier Millionen Menschen, 18 in Hessen können den Frankfurter Sender theoretisch etwa 1,9 Millionen Hörer einschalten, 19 im Münchner Raum sind schätzungs-
weise 1,7 Millionen Menschen über Radiogeräte empfangsbereit 20 . 2. Über das Breitbandkabelnetz der Deutschen Telekom AG an alle ange-
schlossenen Haushalte der Region 21 .
3. Via Satellit „Eutelsat Hot Bird 5“ in weiten Teilen Europas. 22
4. Weltweit im Internet über Livestream unter: www.fazbusinessradio.de 23, 24 14 vgl. Entscheidung der LPR Hessen unter: www.lpr-hessen.de und www.radiointern.de im Wortlaut
nachzulesen unter: http://www.digitv.de/meldungen/1008053734,47250,.shtml
15 vgl. Hörfunk-Informationen der BLM unter: http://www.blm.de/hoerfunk/sender/81.htm
16 vgl. Neue Züricher Zeitung, Artikel unter: http://www.nzz.ch/2001/12/14/em/page-article7UN1M.html 17 So Edmund Kieferstein in w&v online, veröffentlicht am 11.12.2001 unter:
http://www.radiomanager.de/21stcentury/News6.htm
18 vgl.: http://www.diw.de/deutsch/publikationen/wochenberichte/docs/98-14-2.html#HDR2
19 vgl.: http://www.digitv.de/meldungen/1008053734,47250,.shtml
20 vgl.: http://www.blm.de/hoerfunk/sender/81.htm
21 vgl.: http://www.mabb.de/radio/faz.html
8
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In Publikationen der MABB wird als Kernzielgruppe lediglich die Altersgruppe der 25- bis 49-jährigen genannt. 25 Das Publikum scheint in vielen Bereichen über dem Durchschnitt, abgehoben vom Mainstream zu liegen: Eigenen Angaben zufolge ist die Zielhörerschaft informations-, wirtschafts- und börsenorientiert, und an den Neuen Medien, sowie an Theater und Kultur interessiert. F.A.Z. Business-Radio möchte die Entscheider ansprechen, Meinungsführer mit höherem Bildungsabschluss und Double Income. Pendler und - in Abweichung zu den Daten der MABB
- einen Rezipientenkreis mit einer Altersstruktur von 25 bis 55 Jahren soll erreicht werden. 26 Nach den Vorstellungen der Werbezeitverkäufer des Senders schalten anspruchsvolle, moderne Konsumenten, service-, trend- und konsumorientiert, mit überdurchschnittlich ausgeprägtem Markenbewusstsein das Programm ein, glaubt man den Ausführungen der Broschüre „Tarife und Programme 2002“. 27 Umfassende, eindeutige Aussagen zur Hörerentwicklung können noch nicht gegeben werden. Die Gestaltung der Programmmacher schien die Hörer jedoch zu erreichen: Bereits kurz nach dem Start entfielen nach Media-Analyse (MA) 2001 Radio II durchschnittlich 30.000 Hörer auf F.A.Z. 93,6 Berlin. Das Business-Radio. 28 Der Sender kommt jedoch in der jüngsten Erhebung vom September 2001, der MA 2002 I (Anfang März veröffentlicht) nicht über die Messbarkeitsgrenze hinaus und taucht dort gar nicht auf. 29 Georg Gafron, damaliger (und unlängst abgesetzter) Geschäftsführer des Konkurrenten „Hundert,6“, geizt deshalb auch nicht mit Schadenfreude: „Wieder einmal zeigt sich“, so sagt er, „dass das Machen einer Qualitätszeitung nicht gleichzeitig bedeutet, auch im elektronischen Bereich Erfolge aufzuweisen (sind).“ 30 Wenig befriedigend erscheint dieses Ergebnis unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl Berlins, der statistisch möglichen Hörerschaft und der Werte der Konkurrenzsender auf den ersten Blick schon. - 30.000 Zuhörer sind angesichts zweier im
23 vgl.: http://www.digitv.de/news/viewnews.cgi?newsid979398068,35369,
24 vgl.: www.fazbusinessradio.de
25 vgl. MABB unter: http://www.mabb.de/radio/faz.html
26 vgl. unter: http://www.faz-em.de/download/FAZNET_Preisliste_2.pdf
27 vgl. ebd.
28 vgl. www.radiomarkt.net - Media-Analyse Radio 2002 I - Pressemitteilungen
29 vgl.: http://www.ard-werbung.de/services/basics/radio/ und http://www.ard-werbung.de/showfile.phtml/ma2002iberlin_brandenburg.pdf?foid=2397
30 vgl.: http://www.agma-mmc.de/popup/detail_press.php?lang=de&id=57 Artikel zu finden im Pressespiegel der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse, erschienen am 07.03.2002 in der Berliner Morgenpost (dort über das Archiv der Zeitung unter www.berlinermorgenpost.de)
9
Sendegebiet seit langen Jahren etablierter Konkurrenzprogramme mit ähnlicher Ausrichtung (dem öffentlich-rechtlichen „Inforadio“ von SFB und ORB und dem privaten „Hundert,6“) dennoch eine nicht zu unterschätzende Leistung. Zudem muss gerade im Großraum Berlin eine besondere Gesamtsituation berücksichtigt werden: Im Berliner Äther sind weitere 26 UKW-Frequenzen vergeben 31 , teilweise gesplittet an mehrere Anbieter. Hier kann man derzeit von einem der am stärksten umkämpften Radiomärkte Europas sprechen.
Dafür steht auch das jüngste Beispiel: „Aufgrund der Insolvenz der Kirch-Media ist der bisherige Alleingesellschafter der „Hundert,6 Medien GmbH“, Herr Thomas Kirch, nicht mehr in der Lage, den Betrieb von Hundert,6 weiter zu finanzieren,“ 32 lautete es in der Pressemitteilung der MABB vom 29. April 2002. Zur Fortführung des Senders müssten neue Gesellschafter einsteigen, was gemäß Medienstaatsvertrag der Länder Berlin und Brandenburg unzulässig ist und zur Neuausschreibung der Lizenz führte. 33 Das Konzept des Ballungsraumradios im Verbund, wie es F.A.Z.-Geschäftsführer Keferstein mit den drei F.A.Z. Business-Radio-Sendern im kleinen Maßstab bereits umgesetzt hat, 34 könnte finanziell bessere Chancen haben, denn ein zentraler Sender liefert quasi die Module für das Rahmenprogramm, die von den regionalen Standorten übernommen und lediglich mit lokalen Angeboten ergänzt würden ( siehe dazu Kapitel 2.4 „Programm und Sendestruktur“, ab S. 11, insbesondere Beispiel auf S. 13). Noch bilden Radios mit bundesweitem Sendekonzept eine Ausnahme 35 , die Produktionskosten wären aber bei einem Verbund insgesamt niedriger und man könnte es sich leisten, am jeweiligen Standort weniger Zuhörer zu erreichen, was bei der eingeschränkten Zielgruppe eines Spartenradios immer der Fall ist. - Sollte „Hundert,6“ die Sendelizenz nicht zurückerhalten, bliebe wohl als direkter Konkurrent nur Inforadio, das seine Wirtschaftsberichterstattung bereits verstärkt und seinen als Ruf als „seriös und ausgewogen“ 36 halten konnte. Ohnehin darf eine Deckung der Zielgruppe zwischen „Hundert,6“ und F.A.Z. Business-Radio angezweifelt werden. Mit teils aggressiver Meinungsmache und viel-
31 vgl.:http://www.mabb.de/frequenzen/berlin.html
32 Pressemitteilung der MABB vom 29.04.2002, veröffentlicht unter: http://www.mabb.de/aktuell/pm020429.html
33 vgl.: ebd.
34 vgl.: Edmund Kieferstein in w&v online, veröffentlicht am 11.12.2001 unter: http://www.radiomanager.de/21stcentury/News6.htm
35 vgl.: Breunig 2001, S. 451
36 vgl.: Meldung des Evangelischen Pressedienstes (epd), Ressort Medien vom 21. Januar 2002 unter: http://www.epd.de/medien/1998/4leiter.htm
10
fach nachgewiesener Tendenzberichterstattung 37 gilt „Hundert,6“ als „journalistisch
bedenklich“. Eine gehobene Zielgruppe, die Wert auf eine ausgewogene, seriöse
Berichterstattung legt, dürfte sich im „Höralltag“ weniger angesprochen fühlen. Zu-dem entschloss sich der Sender Anfang des Jahres, vom Live-Konzept abstand zu
nehmen und wiederholt nun weitestgehend vorproduzierte Nachrichtensendungen. 38
Neben der direkten Konkurrenz muss sich F.A.Z. Business-Radio ebenfalls
noch auf anderen Ebenen behaupten: Es steht auch im Wettbewerb mit Internet,
Print und Fernsehen. Radio hat beispielsweise den entscheidenden Vorteil, schneller
als die Tageszeitung zu sein und einen aktualitätsnahen Redaktionsschluss zu besit-
zen, aber auch den Wettbewerbsnachteil gegenüber dem Fernsehen, keine Bilder
transportieren zu können. Dieser Aspekt soll jedoch an dieser Stelle nicht weiter ver-
folgt werden, da eine Auseinandersetzung damit den gesteckten Rahmen sprengen
würde. Außerdem trifft dieses Problem ja auch auf alle Radiosender zu.
37
vgl. diverse Artikel und Quellen, in Auswahl:
a) Artikel vom 13. März 2002 unter: www.rbi-aktuell.de/Medien/21012002-01/13022002-
05/13022002-05.html
b) Artikel vom 29.09.2001 in „Telepolis“ unter: www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/9678/1.html
c) „Tagesspiegel“ vom 20.09.2001 unter: http://www2.tagesspiegel.de/archiv/2001/09/19/ak-me-4413243.html
d) „Tagesspiegel“ vom 27.04.2001 unter: www2.tagesspiegel.de/archiv/2001/04/26/ak-me-225353.html
e) „Der Spiegel“ vom 22. Januar 2001 unter: www.spiegel.de/spiegel/0,1518,114425,00.html
f) Artikel in „GRIP22“ Ausgabe 2/2000 unter: http://www.filmhaus-frankfurt.de/seiten/grip/grip22/grip_forum5_bd.htm
g) „Berliner Zeitung“ vom 19.09.1997 unter:
www.berlinonline.de/wissen/berliner_zeitung/archiv/1997/0919/medien/0038/
h) Chronologie zum Thema in „radionews“ unter http://www.radionews.de/230402-01.html Anmerkung: Bewusst wird bei dieser Aussage nur auf eine Auswahl möglichst sachlicher Bezugsquellen verwiesen - um nicht den Eindruck von Parteinahme entstehen lassen.
38 vgl.: Der Tagesspiegel vom 12.01.2002 unter: http://www2.tagesspiegel.de/archiv/2002/01/11/ak-
me-6610222.html
11
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Torsten Schaletzke, 2003, Hauptstadt-Berichterstattung des privaten Informationssenders F.A.Z. Business-Radio, Munich, GRIN Publishing GmbH
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