Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Postume Vergleiche Alexanders mit Dionysos 4
3. Die Ptolemäer 5
3.1Ptolemaios II. und die Ptolemaia 6
3.2Ptolemaios IV. Neos Dionysos 8
3.3Ptolemaios XII. 10
4. Marcus Antonius Neos Dionysos - Ein Römer auf den Spuren der
Ptolem äer 11
5. Fazit 13
6. Quellenverzeichnis 15
7. Literaturverzeichnis 16
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1. Einleitung
Der Gott Dionysos gilt als einer der wichtigsten Götter der hellenistischen Epoche. 1 Besonders beliebt wurde der Kult um dieses Gott zur Zeit Alexanders des Großen und der Diadochen. 2 Betrachtet man besonders die Darstellungsweise der in Ägypten herrschenden hellenistischen Herrscher - präziser gesagt, die der Ptolemäer - so wird auffallen, dass sie sich in ungewöhnlich häufig auftretender Weise mit Attributen des Gottes Dionysos darstellten.
Diese Hausarbeit soll einen Überblick verschaffen, welche hellenistischen Herrscher sich besonders stark durch Dionysos legitimierten. Es soll ausgeführt werden, warum sich einige hellenistische Herrscher in ihrer Selbstdarstellung so oft durch diesen Gott darstellten und wann die Berufungen auf Dionysos besonders häufig auftraten. Des Weiteren wird erläutert werden, warum vor allem die Ptolemäer ihre Propaganda auf Dionysos stützten. Betrachtet man die Quellenlage, so ist leider festzustellen, dass diese eher kärglich ist. Als Beispiel seien hierfür die Quellen von Plutarch erwähnt. Plutarch lebte etwa von 46-120 n. Chr. Die hier verwendeten Quellen über Alexander den Großen und Marcus Antonius stammen aus seinen „Bioi paralleloi“. Da Alexander und Antonius jedoch beide lange Zeit vor Plutarch lebten, musste Plutarch sein Wissen aus anderen Quellen entnehmen. Des Weiteren seien die Quellen von Athenaios erwähnt, von denen hierbei besonders die Erzählungen über den zweiten und den vierten Ptolemäer von Bedeutung sind. Athenaios lebte im 2./3.Jahrhundert n. Chr. und griff in seinen Erzählungen auf den Bericht von Kallexeinos zurück, dessen Zeugnisse nicht erhalten sind. 3 Kallexeinos selbst lebte aber erst nach Ptolemaios II. und frühestens während der Regierungszeit von Ptolemaios IV. 4 Somit muss Kallexeinos die Beschreibungen über Ptolemaios II. aus Erzählungen oder anderen Quellen übernommen haben. Ebenso verhält es sich mit den anderen verwendeten Quellen. Dies führt bei der Erforschung des Themas zu erheblichen Schwierigkeiten. Stark beeinträchtigt wird natürlich auch die Forschungslage, die auf die unvollständigen und sekundären Quellen angewiesen ist. Dennoch scheint die Herrschaft und der Kult der Ptolemäer im Rahmen der Möglichkeiten recht gut erforscht worden zu sein, wodurch heute eine Reihe von Forschungsliteratur vorliegt. Diese wird für die folgenden Ausführungen verwendet.
1 Vgl. Michael Grant, Von Alexander bis Kleopatra. Die hellenistische Welt, Bergisch Gladbach 1984, S. 259.
2 Vgl. ebd.
3 Vgl. Grimm, Günter, Alexandria. Die erste Königsstadt der hellenistischen Welt. Bilder aus der Nilmetropole von Alexander dem Großen bis Kleopatra VII., Mainz 1998, S. 50f.
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2. Postume Vergleiche Alexanders mit Dionysos
Es ist umstritten, ob sich Alexander der Große mit Dionysos verglich oder er erst nach seinem Tod mit dem Gott gleichgesetzt wurde. 5 Jedenfalls weisen Alexander und Dionysos eine auffällige Gemeinsamkeit auf: beide eroberten Indien. 6 Jedoch sollte an dieser Stelle berücksichtigt werden, dass es neben Dionysos und Alexander noch einen weiteren triumphalen Indiensieger gab. 7 Diodor nennt als dritten Indieneroberer den ägyptischen Gott Osiris. 8 Er soll als erster der drei bereits Jahrtausende vor Dionysos Indien erobert haben. 9 Bei seiner Rückkehr aus Indien soll Osiris nach Makedonien gekommen sein , wo er seinen Sohn Makedon „ [...] als König über das nach ihm benannten Makedonien zurück[ließ]“. 10 Somit legitimiert er das makedonische Königtum.
Während der Herrschaft der Ptolemäer in Ägypten wurde Osiris mit Dionysos wegen der Parallele des Indienfeldzuges gleichgesetzt. 11 Auffällig ist, dass auch Diodor auf eine Verbindung der beiden Götter hinweist. 12
Alexander wiederholte den Triumph des ägyptischen und des griechischen Gottes und brachte somit die beiden Religionen in Eintracht. 13
In diesem Zusammenhang ist es interessant, eine ägyptische Tetradrachme zu betrachten, die zur Zeit des ersten Ptolemäers auf dessen Auftrag hin geprägt wurde. 14 Die Münze datiert aus der Satrapenzeit (323-305 v. Chr.). 15 Sie zeigt Alexander mit Elefantenexuvie, Widderhörner, einer Ägis um den Hals und einer Stirnbinde. 16
Alexander ist der erste hellenistische Herrscher, der mit Attributen mehrerer Götter gleichzeitig dargestellt wird. 17 Dieses ist auf die pharaonische Bildtradition zurückzuführen. 18 Die Widderhörner verweisen auf Ammon, die Stirnbinde auf Dionysos und die Ägis auf Zeus. 19
4 Vgl. Hazzard, R.A., Imagination of a monarchy. Studies in Ptolemaic propaganda, Toronto 2000, S. 62.
5 Vgl. Seibert, Jakob, Alexander der Große, 2. Auflage, Darmstadt 1981, S. 204-206. Seibert stellt hierzu mehrere Argumentationen nebeneinander. Deren Diskussion würde allerdings den Umfang dieser Arbeit überschreiten.
6 Vgl. Pfrommer, Michael, Alexandria, Im Schatten der Pyramiden, Mainz 1999, S. 50.
7 Vgl. ebd.
8 Vgl. Diodor I, 19.
9 Vgl. Pfrommer, Michael, Alexanria, S. 51.
10 Siehe Diodor I, 21, 1.
11 Vgl. Pfrommer, Michael, Alexanria, S. 50.
12 Vgl. Diodor I, 17, 4.
13 Vgl. Pfrommer, Michael, Alexandria, S. 51.
14 Vgl. Pfrommer, Michael, Alexandria, S. 49.
15 Vgl. Thomas, Renate, Eine postume Statuette Ptolemaios‘ IV. und ihr historischer Kontext. Zur Götterangleichung hellenistischer Herrscher, Mainz 2002, S. 7.
16 Vgl. ebd.
17 Vgl. ebd.
18 Vgl. ebd.
19 Vgl. Heinen, Heinz, Geschichte des Hellenismus. Von Alexander bis Kleopatra, München 2003, S. 24.
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Die Münze sollte aber mehr erreichen. Sie sollte die drei Indiensieger in einem Bild vereinigen. 20 Die Elefantenexuvie lässt sich mit Osiris verbinden, da Diodor schildert, dass Osiris in Indien „[...] Jagd auf Elefanten gemacht [...]“ habe. 21 Des Weiteren kann man die Elefantenexuvie ebenso wie die Löwenexuvie des Herakles als Jagdsymbol verstehen. 22 Der Auftraggeber der Münze, Ptolemaios I., bezog seine Propaganda nur in seinen ersten Regierungsjahren auf Alexander. 23 Selbstdarstellungen auf seinen Münzen finden wir erst nach seiner Annahme des Königstitels. 24 Bis dahin wurde allerdings verstärkt auf die Verbindung der beiden Kulturen und Religionssysteme geachtet. 25 Vor allem der Einfluss der ägyptischen Priesterschaft dürfte ein Grund für den großen Herrscherkult sein. 26 Diese hätte ohne größere Mühe sofort ein Heer aufstellen können, dass gegen die Ptolemäer gezogen wäre, hätten sie die ägyptischen Bräuche nicht eingehalten. 27 Nach seinem siegreichen Indienfeldzug feierte Alexander ein Triumphfest von sieben Tagen. 28 Er ließ sich mit seiner Truppe in Karmaniaen nieder und feierte dort seinen Sieg. 29 Tag und Nacht wurde Wein getrunken, Musik gespielt und gleichzeitig zog ein Festzug durch die Stadt. 30 Das Fest sei sehr ausgelassen gewesen und man habe das Gefühl gehabt, als sei Dionysos selbst dabei. 31
Der Festzug des Alexander erinnert in seinen Zügen schon sehr stark an die Ptolemaia von Ptolemaios II. Allerdings ist nicht überliefert, ob Ptolemaios II. vom Festzug Alexanders wusste.
3. Die Ptolemäer
„Kein Staat ist ohne Ideologie lebensfähig.“ 32 Nach diesem Vorsatz dürften auch die Ptolemäer gehandelt haben. Sie gründeten ihre Ideologie auf den Gott Dionysos und legitimierten sich durch ihn. 33 Des Weiteren begründeten sie ihr Anrecht auf den Königsthron
20 Vgl. Pfrommer, Michael, Alexandria, S.. 51.
21 Siehe Diodor I, 20, 1.
22 Vgl. Pfrommer, Michael, Alexandria, S. 51.
23 Vgl. ebd. S. 52.
24 Vgl. ebd.
25 Vgl. ebd.
26 Vgl. ebd.
27 Vgl. ebd.
28 Vgl. Plutarch, Alexander, LXVII, 1-4.
Hamdorf Friedrich Wilhelm, Dionysos - Bacchus. Kult und Wandlung des Weingottes, München 1986, S.16. Hamdorf beschreibt es als ein Fest in dionysischer Gestalt, was der Argumentationsweise folgen würde, dass Alexander sich zu Lebzeiten mit Dionysos verglich. Er selbst geht von wahrscheinlich von einem dionysischen Fest aus, da Plutarch betont, man habe auf dem Fest das Gefühl, Dionysos sei anwesend.
29 Vgl. Plutarch, Alexander, LXVII, 1.
30 Vgl. ebd.
31 Vgl. Plutarch LXVII, 3.
32 Siehe Huß, Werner, Ägypten in hellenistischer Zeit 332-32 v. Chr., München 2001, S. 320.
33 Vgl. ebd.
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Arbeit zitieren:
Julia Leschhorn, 2005, Elemente der Göttlichkeit, München, GRIN Verlag GmbH
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