„Heutzutage ist es fast unmöglich, eine Zeitung, eine Zeitschrift oder ein Magazin aufzuschlagen, ohne von einem Artikel traktiert zu werden, der auf die eine oder andere Art von der Globalisierung der Wirtschaft handelt: dem Kampf ums große Geld auf den internationalisierten und liberalisierten Kapitalmärkten; der wachsenden internationalen Arbeitsteilung in multinationalen Unternehmen; der zunehmenden weltweiten Konkurrenz um Märkte und Nischen; den Strategien, Akquisitionen und ständigen Umstrukturierungen der global players.“ (Went, Ein Gespenst geht um… Globalisierung!, S.9)
Dies gilt umso mehr, seit die zwischenzeitlich im Tagesrhythmus verlautenden Pressemeldungen über die internationale Finanzmarktkrise und ihre eingetretenen oder noch möglichen Folgen auch für ein wachsendes Interesse aller Bevölkerungsschichten an diesem Thema gesorgt haben, sei es auch nur insoweit, dass nunmehr das Schlagwort „Weltwirtschaftskrise“ in aller Munde ist.
Die Wenigsten wissen jedoch auch tatsächlich, was es damit auf sich hat, weil es bislang an einer strukturierten Darstellung der Zusammenhänge und Wirkungsmechanismen in der Presse fehlt.
Diese Arbeit befasst deshalb mit der Fragestellung, was überhaupt unter den zentralen Begriffen der "Globalisierung" sowie des sogenannten "Global Governance" zu verstehen ist, in welchem Verhältnis sie zueinander stehen und in welchem Kontext die Finanzmarktkrise hierbei zu sehen ist.
Gliederung
A) Einleitung
B) Zur grundlegenden Problematik der Globalisierung
I) Begriff und Bedeutungen
1.) Globalisierung aus politisch-ökonomischer Sicht
a) Allgemeines
b) Indikatoren der wirtschaftlichen Globalisierung
aa) Makroökonomische Indikatoren
aaa) Das Bruttosozialprodukt
bbb) Der Anteil der weltweiten Exporte am Weltbruttoinlandsprodukt
bb) Die Bedeutung ausländischer Direktinvestitionen
cc) Finanzmärkte und spekulative Geldströme
aaa) Internationale Umschuldungsprogramme
bbb) Veränderung der Richtung der Geldströme
ccc) Der Derivatehandel
ddd) Investmentfonds und Versicherungsgesellschaften
eee) Zwischenergebnis
c) Fazit
2.) Die technologische Globalisierung
a) Die Verbreiterung der Kommunikationsmöglichkeiten
b) Weitere „Massentechnologien“
c) Einschränkungen
d) Zusammenfassung
2.) Die sozialwissenschaftliche Bedeutung der Globalisierung
a) Auswirkungen auf die Sozialstruktur der Bevölkerung
b) Die internationale Migration
c) Fazit
3.) Zusammenfassung - Die Dimensionen der Globalisierung
II) Globalisierung als Prozess
1.) Die theoretischen Ansätze zur historischen Entwicklung der Globalisierung
a) Globalisierung zeitgleich mit der Verwendung des Begriffes?
b) Globalisierung bereits ab Mitte der 80er Jahre?
c) Globalisierung ab Mitte der 70er Jahre?
d) 1945 als maßgeblicher Zeitpunkt?
e) Das Ende des 19.Jahrhunderts
f) Die Industrielle Revolution
g) Die europäische Welteroberung am Ende des 15. Jahrhunderts
h) Globalisierung bereits seit dem 13. Jahrhundert?
i) Tatsächlich: zu allen Zeiten Weltwirtschaft
aa) Fundstellen in der Bibel
bb) Das Europa des 9. Jahrhunderts
cc) Europa im 11. und 12. Jahrhundert
j) Fazit
2.) Ursachen der „neuen“ Globalisierungswelle
a) Multinationale Unternehmen
b) Die Liberalisierung des Handels und der Finanzmärkte
aa) Außenhandelsliberalisierung
bb) Liberalisierung der Finanzmärkte
cc) Zwischenergebnis
c) Die Transformation der Ostblockstaaten
d) Die Marktöffnung der Entwicklungsländer
e) Internationale Handelsblöcke
f) Fazit
4.) Zwischenergebnis
III) Globalisierungskritische Bewegungen
1.) Kritik an der „neoliberalen“ Ausprägung der Globalisierung und ihren Folgen
2.) Grundsätzliche Gegner der Globalisierung als solche
3.) Fazit
C) Globalisierung als Herausforderung für die Politik
I) Problemfelder
1.) Problemfeld Wirtschaft
a) „Standortwettbewerb“ und „Sozialdumping“
b) „Unkontrollierbare Multis“
c) Krise der öffentlichen Haushalte und Absenken von Standards
d) Zwischenergebnis
2.) Problemfeld Umwelt
3.) Problemfeld Sicherheitspolitik
4.) Zwischenergebnis
II) Lösungsmöglichkeiten
1.) Eindämmung der bzw. nationale Abschottung von der Globalisierung
2.) Regionalisierung versus Globalisierung
a) Begriffsbestimmung
b) Triadisierung als Beispiel des Zusammenwirkens von Globalisierung und Regionalisierung
c) Fazit
3.) Installation globalpolitischer Strukturen und Regelwerke
a) Unilateralismus contra Multilateralismus
aa) Die USA als Beispiel unilateraler Politik
bb) Beispiele für Multilateralität
cc) Argumente für Multilateralität
b) Das Global-Governance-Konzept - Multilateralismus zwischen partikularen Interessen und universellen Anforderungen
aa) Begriffsbestimmung
aaa) Verständnis
bbb) Definition von Global Governance
ccc) Abgrenzung zu anderen Begriffen
ddd) Fazit
bb) Geschichte
aaa) Begriffsgeschichte
bbb) Historische Vorläufer
ccc) Fazit
cc) Die Notwendigkeit von Global Governance und seine praktische Umsetzung
dd) Kritik am Global Governance
aaa) Falsches Verständnis von der Zivilgesellschaft
bbb) Technokratisches, effizienzorientiertes Politikverständnis
ccc) Global Governance als Restrukturierung des globalen Kapitalismus
ddd) Keine hinreichende politische Reaktion aus asymmetrische Machtstrukturen
eee) So gut wie keine Auseinandersetzung mit der demokratischen Legitimation
fff) „Kritik der Kritik“
ee) Zum Problem der demokratischen Legitimierbarkeit von Global Governance
aaa) Das Modell der kosmopolitischen Demokratie
bbb) Die pluralistischen Mehrebenenansätze
ccc) Die deliberative Demokratietheorie
ddd) Fazit
ff) Fazit: Global Governance als realistische Perspektive?
4.) Ergebnis
C) Globalisierung und Global Governance im Kontext der Finanzmarkt- und Weltwirtschaftskrise
I) Ursachen
II) Schlussfolgerungen aus der Krise
1.) Regulierung durch die jeweiligen Nationalstaaten?
2.) Regulierung durch den Markt?
3.) Global Governance als koordinierte Marktkorrektur?
4.) Rein politisches Global Governance
III) Fazit
D) Resümee & Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht das Verständnis der Begriffe "Globalisierung" und "Global Governance" sowie deren Rolle und Wechselwirkungen im Kontext der globalen Finanzmarkt- und Weltwirtschaftskrise. Dabei wird analysiert, inwiefern traditionelle nationale Politikansätze angesichts globaler wirtschaftlicher Verflechtungen an ihre Grenzen stoßen und welche neuen Formen internationaler Zusammenarbeit erforderlich sind.
- Historische und theoretische Grundlagen der Globalisierung
- Analyse der Treiber und Dimensionen des Globalisierungsprozesses
- Kritische Betrachtung globalisierungskritischer Bewegungen
- Global Governance als notwendiger Reformansatz und dessen Herausforderungen
- Kontextualisierung von Finanzkrise und internationaler Handlungsfähigkeit
Auszug aus dem Buch
Die technologische Globalisierung
Ein Vorgang, welcher in direktem Zusammenhang mit der wirtschaftl. Globalisierung steht, ist die Globalisierung der Technologie. Darunter ist sowohl die Verbreitung „neuartiger“ Technologien als auch die Mglkt. ihrer großflächigen, länderübergreifenden Nutzung zu verstehen.
a) Die Verbreiterung der Kommunikationsmöglichkeiten
Einen Aspekt stellt dabei ein Schlagwort dar, welches schon gar nicht mehr aus dem heutigen Sprachgebrauch wegzudenken ist, nämlich das des sog. Kommunikationszeitalters. Es lässt sich am besten mit folgendem Satz charakterisieren: „Der Weg war das Ziel - wir nähern uns dem Ende der Entfernung.“30 Tatsächlich ist die Welt in den letzten Jahrzehnten „näher zusammengerückt“.
Zurückzuführen ist dies auf die wachsende Verbreitung und Nutzung insbes. von Telefon und Internet. Derartige Kommunikationsnetze zeichnen sich v.a. dadurch aus, dass ihr Nutzen für alle mit jedem neuen Teilnehmer wächst: mehr Gesprächspartner, mehr Kunden, mehr Informationen, mehr Dienste… immer dichter wird das Telekommunikationsnetz, das von seiner eigenen Expansion lebt.31
Zusammenfassung der Kapitel
A) Einleitung: Die Einleitung führt in die Allgegenwärtigkeit der Globalisierung ein und benennt die Zielsetzung der Arbeit, die Zusammenhänge zwischen diesem Phänomen und der Finanzmarktkrise zu untersuchen.
B) Zur grundlegenden Problematik der Globalisierung: Dieses Kapitel definiert Globalisierung in verschiedenen Dimensionen – wirtschaftlich, technologisch und soziologisch – und beleuchtet ihre historischen Wurzeln sowie die Treiber der aktuellen Globalisierungswelle.
C) Globalisierung als Herausforderung für die Politik: Es wird analysiert, wie die Globalisierung den Handlungsspielraum von Nationalstaaten einengt und welche Lösungsansätze, insbesondere das Konzept des Global Governance, zur Bewältigung globaler Probleme bestehen.
C) Globalisierung und Global Governance im Kontext der Finanzmarkt- und Weltwirtschaftskrise: Der Autor untersucht, wie das Fehlen internationaler Handlungskoordination zur Krise beigetragen hat und diskutiert, ob und wie Global Governance zur künftigen Regulierung beitragen kann.
D) Resümee & Ausblick: Abschließend wird resümiert, dass Globalisierung eine Realität bleibt, die eine neue Form der internationalen politischen Gestaltung erfordert, um Krisen künftig besser steuern zu können.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Global Governance, Finanzmarktkrise, Weltwirtschaft, Nationalstaat, Multilateralismus, Unilateralismus, internationale Politik, Strukturwandel, Standortwettbewerb, technologische Globalisierung, Soziologie, Regulierung, Demokratie, Weltordnungspolitik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das Phänomen der Globalisierung und die daraus resultierenden Herausforderungen für die Politik, insbesondere im Kontext der Finanzmarktkrise.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die ökonomischen, technologischen und soziologischen Dimensionen der Globalisierung sowie deren kritische Würdigung und den Wandel staatlicher Steuerung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, was genau unter Globalisierung und Global Governance zu verstehen ist und wie letzteres als Lösungsansatz für globale Probleme fungieren kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und einer deskriptiven Darstellung historischer sowie aktueller politisch-ökonomischer Zusammenhänge.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition der Globalisierung, die Untersuchung der Globalisierung als historischen Prozess, die Kritik an diesem Phänomen sowie die politische Einordnung durch das Konzept des Global Governance.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Wichtige Begriffe sind Globalisierung, Global Governance, Finanzmarktkrise, Multilateralismus und die Problematik nationalstaatlicher Steuerungsfähigkeit.
Warum ist eine rein nationale Regulierung laut Autor oft ineffektiv?
Aufgrund der engen wirtschaftlichen Verflechtungen und des globalen Wettbewerbs ist ein einzelner Staat nicht in der Lage, globale Marktprozesse effektiv allein zu kontrollieren, ohne wettbewerbsnachteile in Kauf zu nehmen.
Inwieweit kann "Global Governance" ein Ausweg aus dem Dilemma sein?
Global Governance bietet als Instrument die Möglichkeit, durch internationale Kooperation und informelle Regelwerke Probleme koordiniert anzugehen, ohne die Souveränität der Staaten vollständig aufzugeben.
Welche Rolle spielen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) bei der Globalisierungskritik?
NGOs fungieren als wichtige Akteure, die Defizite der Globalisierung aufzeigen, wobei der Autor ihre wachsende Bedeutung, aber auch ihre mangelnde demokratische Legitimation betont.
Wie steht der Autor zur Frage der demokratischen Legitimation von Global Governance?
Der Autor erkennt dies als ein zentrales, bisher ungelöstes Problem an und schlägt eine mögliche Kombination verschiedener Demokratiemodelle vor, um globale Prozesse legitimierbar zu gestalten.
- Arbeit zitieren
- Florian Hempel (Autor:in), 2009, "Globalisierung" & "Global Governance", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135773