Inhaltsverzeichnis
1. Kirche vs. neuartige „Glaubensformen“ 3
2. Okkultismus. 3
2.1. Definition und Ausprägungsformen. 3
2.2. Gefahren des Okkultismus 4
3. Satanismus - die düstere Seite des Okkulten. 5
3.1. Wurzeln des Satanismus im Christentum. 5
3.2. Historische Entwicklung des Satansglaubens 6
3.2.1 Frühe Ausprägungen des Satanskultes. 6
3.2.2. Der Neosatanismus. 6
3.3. Charakteristika des satanischen Glaubens. 6
3.4. Bekannte Satansorden 8
4. Exkurs: Abgrenzung des Satanismus von der Jugendkultur der Gothics. 9
5. Satanismus und Okkultismus-Ausdrucksformen moderner Sehnsucht nach
Spiritualit ät? 10
6. Bibliografie. 12
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1. Kirche vs. neuartige „Glaubensformen“
Abnehmende Gottesdienstbesuche, vermehrte Kirchenaustritte, Desinteresse der Jugendlichen an der Institution Kirche - all dies zeugt von der „Kirchenverdrossenheit“, die unserer modernen Gesellschaft innewohnt. Statt Antworten auf drängende Lebensfragen innerhalb des christlichen Glaubens zu suchen, wenden sich jüngere Generationen verstärkt ganz anderen „Glaubensformen“ zu, seien es nun Sekten, die dem christlichen Glauben mehr oder weniger nahe stehen, wie z.B. Scientology oder Die Zeugen Jehovas, oder andere spirituelle Ausdrucksformen, wie sie zum Beispiel die buddhistische Religion anbietet. Als besonders vielschichtiger Betrachtungsbereich offenbart sich das meiner Meinung nach als „para-religiös“ zu bezeichnende Segment von Okkultismus und Satanismus, welches ich im Folgenden erschließen möchte. Nach einigen einführenden Worten über den Begriff des Okkultismus und über okkulte Praktiken werde ich hierbei meinen Schwerpunkt auf die Charakteristika satanistischer Strömungen legen, um schließlich eine Abgrenzung derselben von der Jugendkultur der Gothics vorzunehmen.
2. Okkultismus
2.1. Definition und Ausprägungsformen
Doch widmen wir uns zunächst dem Begriff Okkultismus. Hierbei ist es zunächst vonnöten die Etymologie dieses Wortes genauer zu betrachten. Okkultismus lässt sich nämlich auf das lateinische Adjektiv occultus, was zu deutsch „verborgen, geheim“ bedeutet zurückführen. Demzufolge bezeichnet dieser Terminus „[...] die Lehre von den verborgenen Dingen, Methoden und Begebenheiten“ (Haack 1989: 9). Es handelt sich hierbei um Phänomene, die außerhalb der konkret erfahrbaren Realität angesiedelt sind. Diese werden durch menschliche Handlungen, welche mit den herkömmlichen wissenschaftlichen Methoden nur schwerlich zu erklären sind, hervorgerufen bzw. beeinflusst. Hierin besteht auch der essentielle Unterschied zu religiösen Elementarien, die ja keinerlei menschlicher Manipulation unterliegen (vgl. Haack 1989: 9).
Welche Praktiken sind nun im Einzelnen dem Okkulten zuzurechnen? Zunächst einmal kann selbst so eine scheinbar harmlose Aktivität wie das wöchentliche Horoskoplesen als okkulte Praxis interpretiert werden. Diese astrologischen Methoden, auf die 30-60 % der Bevölkerung mehr oder weniger vertrauen, basieren auf der Prämisse, dass die „[...] psychische Struktur
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eines Menschen“ (Dahlke 1990: 169) in direkten Bezug zur Anordnung der Himmelskörper steht. Das Hellsehen, Handlesen sowie diverse andere Orakeltechniken können ebenso zur Vorhersage zukünftiger Ereignisse herangezogen werden. Das Legen von Tarotkarten, die Konsultation des alten chinesischen Weisheitsbuchs I- Ging sowie das Werfen bestimmter Steine, auf denen alte Schriftzeichen germanischer Stämme abgebildet sind (Runen), dienen gleichfalls der Schicksalsbefragung. Der Spiritismus dagegen ermöglicht eine Kontaktaufnahme mit „[...] dem Geist der verstorbenen Lieben, [...] mit jenseitigen Wesen und Mächten, mit Geistern, Engeln, Dämonen, Satan oder Luzifer“ (Cammans 1990: 84). Gläserrücken und Pendeln über einem Kreis aus Buchstaben sind nur zwei Beispiele für Praktiken, die den Spiritisten angeblich befähigen sollen, mit der jenseitigen Welt zu kommunizieren.
2.2. Gefahren des Okkultismus
Worin besteht nun die Problematik des okkulten Weltverständnisses? Zum Einen liegt natürlich eine ausgeprägte Suchtgefahr vor, da man sowohl von spiritistischen Praktiken als auch von Orakelmethoden leicht abhängig werden kann. Letztere bieten schließlich eine jederzeit konsultierbare Entscheidungshilfe an, die zukünftige Ereignisse der Verantwortung des unselbständigen Subjekts entzieht. Falls es sich hierbei um hellseherische Praktiken handelt, die mittels eines menschlichen Mediums vollzogen werden, verschafft der Orakelpriester sich darüber hinaus „[...] oft eine gehörige Portion Machtanspruch [...]“ (Dahlke 1990: 163). Der Orakelkonsument setzt sich also freiwillig der Willkür einer angeblich „[...] allwissende[n] Instanz [...]“ (Dahlke 1990: 163.) aus. Resümierend lässt sich also feststellen, dass Orakeltechniken in unserer heutigen Gesellschaft vorrangig dem Zwecke der Realitätsflucht, die mit dem Abgeben existentieller Verantwortlichkeiten korreliert, dienen (vgl. Dahlke 1990: 163.).
Des Weiteren ist es eine wissenschaftlich anerkannte Tatsache, dass sämtliche Prophezeiungstechniken in Menschen tiefgreifende Ängste erzeugen können, „[...] die in sogenannten selffullfilling prophecies (selbsterfüllende Prophezeiungen) gipfeln“ (Dahlke 1990: 176). So kann es beispielsweise vorkommen, dass eine schlechte Orakelvorhersage bezüglich der Gesundheit des betreffenden Individuums tatsächlich psychosomatische Beschwerden hervorruft. Ziehen wir auch im umgekehrten Fall dieses Beispiel heran, manifestiert sich eine weitere Gefahrendimension des Hellsehens. Wenn eine dem Okkultismus aufgeschlossene Person eine optimale Gesundheitsprognose allein durch
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Arbeit zitieren:
Melanie Skiba, 2008, Satanismus als Ersatzreligion?, München, GRIN Verlag GmbH
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