Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Zur Person des L. Aelius Caesar 2
3. Die Sicherung der Nachfolge nach dem Tode des L. Aelius Caesar 5
4. Die Regelung der Nachfolge nach Hadrians Tod 6
5. Die Münze des L. Aelius Caesar 7
6. Schlussbetrachtung 9
Bibliographie
Anhang
II
1. Einleitung
Zum Gegenstand dieser Arbeit erhoben, sehen wir eine kleine, für ihr Alter noch recht gut erhaltene Münze, die seit 137 n. Chr. im Römischen Reich als As ihre Verwendung gefunden haben soll.
MZM 88, Nr. 694: AE-As (137) 10,4 g. Barhäuptiger Kopf n. r.
In erster Linie interessiert uns das auf der Vorderseite abgebildete Portrait des L. Aelius Caesar, dessen Namen wir aufgrund unseres Wissens um die Kaiserabfolge im 2. Jahrhundert 2 zunächst nicht mit römischen Kaisermünzen in Verbindung bringen würden.
In der Tat war L. Aelius Caesar nie Kaiser des Römischen Reiches, doch wurde er von Hadrian mit der Absicht ihn als Thronfolger einzusetzen, adoptiert und zum Caesar ernannt. Derartige Adoptionen galten seit Nerva als übliches Verfahren zur Bestimmung der Thronfolge; daher wird der hier angegebene Zeitraum in der Literatur meist als Zeit der Adoptivkaiser angegeben. Um die hiesige Münze bezüglich ihres Wertes als historische Quelle bestimmen zu können, ist es unumgänglich auf den folgenden Seiten die Person des L. Aelius Caesar und ihre Einordnung in den historischen Kontext mit besonderer Berücksichtigung des Doppelprinzipats und der Reichsstellung im Imperium Romanum näher zu erläutern.
1 Die Angaben im MZM bezüglich dieser dem vorliegenden Exemplar am nächsten kommenden Münze sind fehlerhaft, da es sich hinsichtlich der Einordnung im RIC um die Nummer 1065, nicht 1066, handelt. Zu ergänzen wäre weiterhin, dass es sich bei dem vorliegenden Stück um ein Gewicht von 9,26 g und einem Durchmesser von 26,5 mm handelt.
2 Im Rahmen dieser Arbeit richtet sich unser Interesse auf den Zeitraum der Regierungszeiten Trajans bis Marc Aurel (Trajan 98-117, Hadrian 117-138, Antoninus Pius 138-161, Lucius Verus 161-169,Marc Aurel 161-180)
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2. Zur Person des L. Aelius Caesar
L. Aelius Caesar entstammte einer in Etrurien ansässigen, angesehenen Familie, aus welcher eine Reihe von Konsuln hervorgegangen war. Wie auch sein Vater und Großvater trug er bis zu dem Zeitpunkt seiner Adoption durch Hadrian den Namen L. Ceionius Commodus, nahm dann im Zuge der Adoption den Namen Hadrians „Aelius“ an und genoss alsbald den Caesar-Titel. 3 Warum sich Hadrian, als er sich aufgrund seines zunehmend schlechter werdenden Gesundheitszustandes gezwungen sah, einen Nachfolger zu bestimmen, für L. Ceionius Commodus entschied, lässt sich anhand der zur Verfügung stehenden Quellen und des aktuellen Forschungsstands nicht eindeutig feststellen. Eine einleuchtende Begründung für die Wahl des als kinderlos geltenden Hadrians scheint die respektable Amtsgeschichte der Familie des Erwählten zu sein, vielleicht aber darf man auch der sich auf den Gelehrten Carcopino stützenden These Perownes Glauben schenken, die den L. Aelius Caesar als leiblichen Sohn Hadrians darstellt. In Anbetracht des als schöngeistig, aber auch als etwas seltsam anmutend zu bezeichnenden Wesens des Erwählten 4 , das mit den Eigenschaften des Antoninus Pius, der aufgrund des frühzeitigen Ablebens des L. Aelius Caesar die Thronfolge antrat, stark kontrastierte, und der Bedingungen, die Hadrian an die Adoption des Antoninus Pius knüpfte, erscheint die Begründung der Wahl mit der Vaterschaft des Hadrians als sinniger und zwecks Aufklärungsversuch willkommener Schluss. Gewissheit können wir jedoch in diesem Punkt, wie so oft auf dem Gebiet der Altertumswissenschafteinem Feld von Vermutungen - nicht erreichen.
3 Wissowa, Georg (Hg.): Paulys Realenzyklopädie der klassischen Altertumswissenschaft, Stuttgart 1899. Bd.
3,2. S. 1830 f.
4 Perowne, Stewart: Hadrian - sein Leben und seine Zeit. 2. Aufl. München 1977. S. 214/215 „Lucius war ein Mann von ‚königlicher Schönheit’, ein Kunstliebhaber und Frauenheld. Blumen liebte er sehr. Sein Bett, das aus viel großen Kissen bestand, war bedeckt von einem mit Rosenblättern gefüllten Gazenetz unter einer Decke von Lilien. Darauf ruhte er gern, mit den wohlriechendsten persischen Ölen gesalbt [...]. Er erfand für seinen Vater ein besonderes Gericht, das aus Fasan, Pfau, Schinken in Eierteig, wildem Eber und Schweineeuter bestand. Seine Pagen benannte er nach den Winden und band ihnen Flügel um, damit sie wie Cupidos aussähen.“
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Arbeit zitieren:
Yvonne Vitt, 2003, Münzen römischer Kaiser: Lucius Aelius Caesar, München, GRIN Verlag GmbH
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