Vorbemerkungen
Irgendwann hört wohl leider bei jedem Menschen die Illusion, die Utopie der Kindheit auf, die besagt, dass man in der Lage wäre, mit einem weltumspannenden, unbefangenen Idealismus die Probleme, Schwierigkeiten und Leiden der Menschheit mit nur einem einzigen simplen, plausiblen und doch zugleich pazifistischen Schlag liquidieren zu können. Irgendwann kommt für jeden von uns der Augenblick, von dem an man mit der Realität und der Tatsache konfrontiert wird, dass es ziemlich naiv war zu glauben, die Dinge lägen so einfach, dass man die Welt in Gute und Böse klassifizieren könne, ohne dabei spezifisch zu differenzieren, und selber das Recht, die Legitimation besäße, die bestehenden Übel und Missstände dieser Welt auf moralische Insuffizienz anderer, auf ihren bösen Willen, auf ihr dekadentes Verhalten oder ähnliches, gar auf die Infamie Gottes, zurückführen zu können. Irgendwann hört der arglose Kinderglaube auf, der besagt, dass es in einer Welt in der es einen liebenden Vater gibt, der Gott genannt wird, kein Leid, kein Schmerz, keine Verzweiflung geben kann. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, von dem an wir es uns abgewöhnen, mit Vorwürfen und Anschuldigungen die Welt korrigieren zu wollen, und beginnen müssen, zunächst einmal hinter die Aussagen, die oftmals sehr vielschichtigen, latenten Ursachen nachzuvollziehen und nicht zu urteilen oder gar zu verurteilen, ehe wir nicht wirklich verstanden und von innen heraus mitvollzogen haben, woher etwas kommt und warum es so ist. Erst jetzt realisiert man schmerzhaft, dass es für jeden der lacht, einen gibt, der weint. Später kommt die Zeit der Abgeklärtheit, der Aufgeklärtheit, der Moment, von dem an ein jeder von uns lernt mit Sekundanz seines eigenes Verstandes, seines Denkens die Dinge, die Angelegenheiten dieser Welt, die nicht nur objektiv, sondern auch durchaus subjektiv betrachtet, zu einigen Ungeklärtheiten, zwischenmenschlichen Diskrepanzen oder gar zu unaufhebbaren sozialen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen sowie politischen Missständen führen, rational zu erfassen und durchaus einschließlich mit ihrem oftmals überaus komplexen Kausalzusammenhang zu verstehen. Jedoch stößt ein jeder von uns dabei sehr schnell an seine verstandes- sowie gefühlsmäßigen Grenzen. Die Erfahrung von Leid, die damit verbundene Frage nach dessen Ätiologie, sowie dem Sinn des Leids gehören zu den elementarsten, essentiellsten Grunderfahrungen und -fragen des Menschentums. Die Klage über das Leid und Übel der Menschen in Gestalt der Anfrage an die Allmacht, Allgüte, Gerechtigkeit und Liebe des einen Gottes, der die Welt erschaffen hat und diese regiert, zieht sich wie ein ununterbrochener Psalm durch alle Zeiten der Menschheitsgeschichte.
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Für den Gottesglauben münden alle Fragen, die das Leid, der Schmerz sowie die Verzweiflung, den Menschen in der Welt aufgibt, in der einen zusammen: Leid - ob verantwortet oder unverschuldet - wie kann Gott das nur zulassen?
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Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkungen...................................................................................................................... 2
1 Einleitung 5
2 Vorstellung Marcions. 6
2.1 Biographie Marcions 6
2.2 Marcions Theologie. 7
2.3 Marcions Kanon 9
3 Vorstellung der Theodizee. 10
3.1 Definitionsansatz von Theodizee 10
3.2 Marcion und die Theodizee. 11
4 Auswirkungen Marcions Theorie für die Theodizee 12
5 Fazit 14
6 Literaturverzeichnis. 16
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Arbeit zitieren:
Ulrike M. S. Röhl, 2006, Auswirkungen bzw. Konsequenzen Marcions Vorstellung vom Rachegott im Alten Testament für die Theodizee, München, GRIN Verlag GmbH
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