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ANKSAGUNG
Inhaltsverzeichnis:
Vorwort ...Seite 7
Einleitung ... ...................................................................Seite 9
1) Die Stadt Bonn von 1945 bis zum Jahre 1989
1.1 Entwicklungsgeschichte der Bundeshauptstadt Bonn
1.1.1 Politische Situation nach dem zweiten Weltkrieg ... Seite 13
1.1.2 Die Wahl der Stadt Bonn als Bundeshauptstadt und Regierungssitz ... ...............................................Seite 17
1.1.3 Die Hauptstadt Bonn als anfängliches Provisorium ... Seite 22
1.1.4 Städtebauliche Topografie von Bonn ... ...............................................Seite 28
1.2 Entwicklung der Stadt Bonn als Regierungssitz
1.2.1 Keimzellen der Hauptstadt Bonn ... ...............................................Seite 35
1.2.2 Die anfängliche Architektur ... ...............................................Seite 42
1.2.3 Neubauten und ihre Repräsentationsfunktion ... ...............................................Seite 47
1.2.4 Das Ende des Provisoriums ... ...............................................Seite 51
1.2.5 Bauten und Umbauten in der Folgezeit ... ...............................................Seite 56
1.3 Verständnis und Präsentation des neuen politischen Systems
1.3.1 Hauptstadt und Architektur ... ...............................................Seite 61
1.3.2 Demokratie und Architektur ...Seite 62
1.3.3 Die ersten bauten der "demokratischen Architektur" der Bundesbauten Bonns...Seite 67
1.3.4 Die Repräsentationsfunktion der späteren Architektur Bonn...Seite 70
Quellennachweis... Seite 74
Abbildungsnachweis... Seite 75
2) Nutzung und Wandel der Regierungsbauten 1989 - 2005
2.1 Wiedervereinigung Deutschlands
2.1.1 Der Umzug des Regierungssitzes... Seite 79
2.1.2 Berlin als alte und neue Bundeshauptstadt ...Seite 85
2.1.3 Konsequenzen für die Stadt Bonn ...Seite 91
2.2 Nutzung der Regierungsobjekte
2.2.1 Kontinuierliche und temporäre Nutzung ... Seite 95
2.2.2 Auslastung der Bonner Parlamentsgebäude durch Neunutzer ...Seite 98
2.2.3 Regierungsbauten als historische Orte ...Seite 103
2.3 Denkmalschutz und Denkmalpflege der Bonner Regierungsbauten
2.3.1 Das Denkmalrecht ...Seite 109
2.3.2 Bereits ausgewiesene Einzeldenkmäler ...Seite 112
2.3.2.1 Der "Lange Eugen" ...Seite 115
2.3.2.2 Haus Carstanjen ...Seite 120
2.3.3 Die unscheinbaren Denkmäler der Regierung ...Seite 123
2.3.4 Umsetzungsprobleme der Denkmalpflege ...Seite 128
2.3.4.1 Plenarbereich von Günter Behnisch ...Seite 131
2.3.5 Regierungsviertel als komplexer Denkmalbereich ...Seite 139
Quellennachweis ...Seite 144
Abbildungsverzeichnis ...Seite 145
3) Zukunftsperspektiven
3.1 Der Wandel der Stadt Bonn
3.1.1 Regierungswechsel - kulturelle und städtische Veränderungen ...Seite 151
3.1.2 Neuorientierung - Bonn auf dem Weg zur UN Stadt ...Seite 155
3.1.3 Rückbesinnung auf eigene Identität ...Seite 160
3.2 Umnutzung des Bundesviertels
3.2.1 Investoren und Neuplanungen - Auweitung des IKBB ... Seite 165
3.2.2 Zukunftspläne und Denkmalpflege ...Seite 171
3.2.3 Kompromisse und Abrisse der Denkmäler ...Seite 175
3.3 Konzepte zur Neugestaltung
3.3.1 Konzepte der Neunutzung ...Seite 179
3.3.2 Städtebauliche Zukunftsentwicklung ...Seite 184
3.3.3 Resumee ...Seite 187
Quellennachweis ...Seite 190
Abbildungsnachweis ...Seite 190
Nachwort ...Seite 192
Konzepte ...Seite 195
Anhang ...Seite 215
Abbildungsnachweis ... Seite 240
Literaturverzeichnis ...Seite 243
Vorwort
Ein wesentlicher Bestandteil der Stadtplanung ist neben der Planung neuer städtischer Strukturen der
Umgang mit den alten und historischen Stadtstrukturen. In vielen Städten existieren heute noch
Gebäude und Stadtgrundrisse, die unterschiedlichste soziale und politische Wurzeln haben und dabei zu
einer Gesellschaftsform gehören, die lange vergangen ist. Dabei hält die so weiter bestehende alte
Architektur nicht nur geschichtliche Hintergründe lebendig, sondern gerade der Umgang einer Stadt mit
ihrer alten Architektur spiegelt die Akzeptanz dieser Stadt mit ihrer historischen Vergangenheit wider.
In diesem Zusammenhang kommt dem Denkmalschutz und der Denkmalpflege eine besondere
Bedeutung zu.
Denkmalschutz und Denkmalpflege zählen heute zu den wichtigsten kulturellen Aufgaben einer Stadt.
Gerade in der heutigen Zeit, in der das Bewusstsein der Öffentlichkeit für den Schutz der natürlichen
Lebensgrundlagen in hohem Maße sensibilisiert ist, kommt dem Anliegen der Bewahrung des gebau-
ten historischen Erbes eine besondere Bedeutung zu. Erst die Denkmalpflege ermöglicht es, die
Vergangenheit für unsere heutige Zeit verständlich zu machen. Wer aus der Geschichte lernen will,
muss Geschichte erleben können. Durch die Erhaltung des historischen Erbes bewahren wir uns und
künftigen Generationen Einblicke in die Lebens- und Arbeitsbedingungen früherer Epochen.
Ein besonderer Stellenwert kommt der jüngsten politischen Vergangenheit des 1949 neu entstandenen
demokratischen Staates Bundesrepublik Deutschland zu. Diese politische Vergangenheit manifestiert
sich in der gebauten und gestalteten Architektur der Hauptstadt Bonn, die auf vielfältige Art und Weise
nicht nur ihre Zeit widerspiegelt, sondern mit speziellen Charakteristika explizit auf politische
Bedingtheiten der ersten Jahre der Bundesrepublik Deutschland verweist. In den letzten Jahren ist in
Bonn eine kontroverse Diskussion um die ehemaligen Regierungsgebäude der ehemaligen Hauptstadt
Bonn entstanden, wobei es nicht zuletzt darum geht, ob die von vielen als hässlich empfundenen
Gebäude unter Denkmalschutz gestellt werden sollten. In diesem Zusammenhang geht es auch darum,
was unter einem denkmalgeschützten Gebäude zu verstehen ist und ob die alten Regierungsgebäude
neuen modernen Gebäuden weichen sollen. Eng verbundenen damit ist ein Selbstverständnis der Stadt
Bonn, die nach dem Umzug der Regierung nach Berlin neue städtebauliche Inhalte und Schwerpunkte
sucht und einer neuen bedeutsamen politischen Funktion nachgeht.
7
Eben diese vielfach tagespolitisch diskutierten Fragestellungen bilden den Hintergrund dieser Arbeit,
die vor dem Hintergrund aktueller politischer Entscheidungen der Stadt Bonn steht und mit der an die
gegensätzlichen Positionen des Pros und Contras einer Bewahrung der ehemaligen Regierungsbauten
Bonns angeknüpft werden soll. Im Mittelpunkt der Arbeit steht dabei die Fragestellung, wie der
Denkmalwert der historischen Regierungsbauten Bonns beurteilt werden kann. Zu fragen ist, ob dieser
Denkmalwert allein aus den ästhetischen Gestaltungselementen der Architektur abgeleitet werden kann
oder ob er auf die historischen Bedingtheiten der Bauten bezogen werden muss. Nicht zuletzt wird zur
Klärung dieser Fragen auch auf die historischen und architektonischen Hintergründe, die mit den ehe-
maligen Regierungsbauten in Verbindung stehen, Bezug genommen.
In der Einleitung geht es deshalb zunächst um einen kurzen Abriss der Geschichte Bonns. Anschließend
wird im 1. Kapitel vor allem dargestellt, wie es politisch dazu kam, sich für Bonn als Hauptstadt der
Bundesrepublik Deutschland zu entscheiden. Im Weiteren geht es dann um die Entwicklung von Bonn
als Regierungssitz und die architektonische Präsentation des neuen politischen Systems nach dem
Zweiten Weltkrieg. Im Mittelpunkt des 2. Kapitels steht der durch den Umzug der Regierung von Bonn
nach Berlin entstandene Wandel der städtebaulichen Landschaft Bonns. Fokussiert wird dabei nicht nur
auf die mit einem Umzug nach Berlin verbundenen politischen Entscheidungen, sondern besonders auf
die Nutzung der Regierungsobjekte nach dem Umzug. Wesentlich für dieses Kapitel sind dann die im
Anschluss daran behandelten Fragen des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege. Im 3. Kapitel geht
es um Zukunftsperspektiven der Stadt Bonn und den mit einer Umnutzung der ehemaligen
Regierungsbauten verbundenen Wandel der Stadt Bonn. Im Zusammenhang mit Konzepten zur
Neunutzung und Neugestaltung der ehemaligen Hauptstadtbauten wird dabei auch diskutiert, ob und
inwieweit diese Bauten als Ganzes denkmalgeschützt werden sollten. Ein kurzes Nachwort in Kapitel
4 schließt die Arbeit dann ab.
8
Die Stadtgeschichte Bonns
Bereits in der Altsteinzeit lebten im heutigen Gebiet Bonns Menschen, was durch den Fund eines
Doppelgrabes mit gut erhaltenen Skeletten im Stadtteil Oberkassel belegt werden konnte. Belegt ist
auch, dass sich hier germanische Stämme und Kelten um ungefähr 30 v. Chr. niederließen. Eine der von
diesen Völkern gegründeten Siedlungen trug den Namen ,,Bonna". Zum einen war dieser Name Über-
lieferungen zufolge eine Bedingung der Ubier, nachdem sie mit den einrückenden Römern Frieden
geschlossen hatten. Zum anderen soll ,,Bonna" aus dem Keltischen stammen und soviel wie ,,Furt durch
den Rhein" oder ,,großes gutes Wasser" bedeuten.
Im Jahre 55. v. Chr. wurde Bonn von den Römern als geeigneter Platz für den Bau eines militärischen
Stützpunktes ausgewählt. Im Bereich zwischen der heutigen Rathausgasse und der St-Remigius-Kirche
wurde ein römisches Kastell errichtet.
Erstmals aktenkundig erwähnt wurde ,,Bonna" vom römischen Schriftsteller Florus, der um 11 v. Chr.
die Errichtung einer Rheinbrücke bei ,,Bonna" beschreibt. Um 69 n. Chr. erfolgte eine Erwähnung des
römischen Legionslagers ,,castra bonnensia" durch den römischen Historiker Tacitus im
Zusammenhang mit einem Aufstand der Bataver.
Nach dem Rückzug der Römer wurde das Rheinland durch die Franken um ca. 450 n. Chr. übernom-
men. Die alte Römerfestung wurde jetzt von fränkischen Truppen beherrscht und bekam den Namen
,,Bonnburg".
Um die Jahrtausendwende verlagerte sich der Siedlungsschwerpunkt um das heutige Münster zur ,,villa
basilica", dem Kern der mittelalterlichen Stadt mit dem Cassiusstift. Vor seinen Toren entstand rhein-
wärts die offene Marktsiedlung ,,Oppidum Bonnense", die erstmalig 1211 offiziell erwähnt wurde. Aus
diesen beiden Keimzellen, der Stiftsburg und der Marktsiedlung, begann die eigentliche Stadtwerdung
Bonns, die vom Bau einer rund sieben Meter hohen Stadtmauer begleitet wurde. Politisch bedeutsam
9
Einleitung
Abb. 1 - Bonn, Wochenmarkt 1903
war auch die Godesburg, die Erzbischof Dietrich von Hengsbach bereits 1210 zur Demonstration und
Durchsetzung seiner Machtansprüche in der Region erbauen ließ. Wenig später entwickelte sich die
Godesburg zum Mittelpunkt der landesherrlichen Verwaltung.
Die Entwicklung Bonns zur Stadt wurde dann durch die 1286 eingeführte Ratsverfassung abgeschlos-
sen, mit der die Bürger das Recht auf Selbstverwaltung erhielten.
Nach großen Pest- und Lepraerkrankungen erlebte Bonn dann erst im 15. Jahrhundert, vor allem auf-
grund des Handelsgutes Wein, eine neue wirtschaftliche Blütezeit.
1525 wurde Bonn kurfürstliche Residenz. Der erste Wittelsbacher, Ernst von Bayern, regierte als
Kölner Kurfürst von 1612 bis 1650 und brachte Bonn relativ unbeschadet durch den Dreißigjährigen
Krieg. Am Ende des 17. Jahrhunderts wurde Bonn dann bei der Belagerung durch Reichstruppen unter
Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg vollständig zerstört. Im 18. Jahrhundert endete die Herrschaft
der Wittelsbacher (1761), ihnen folgten die Habsburger auf dem Kurkölnischen Stuhl, wodurch die
Glanzzeit Bonns als Residenzstadt begann und mit barockem Glanz in der Regentschaft der Kurfürsten
Joseph Clemens und Clemens Augusts gipfelte.
1794 begann für Bonn eine Besatzung durch Franzosen und eine für die Stadt sehr schwierige siebzehn-
jährige französische Herrschaft. In dieser Zeit verkam die Stadt zur völligen Bedeutungslosigkeit. Erst
durch den Friedensschluss von Campo Formino im Jahr 1797 wurde das bisher politisch zersplitterte
linksrheinische Gebiet unter die einheitliche Verwaltung des Départements Rhein-Mosel mit der
Hauptstadt Koblenz gestellt, womit Bonn praktisch den Status einer Unterpräfektur hatte. Durch die
Säkularisation verlor die Kirche ihre einst umfangreichen Besitztümer und ihre Macht. Klöster und
Stifte wurden aufgelöst und Pfarrbezirke neu geordnet. Die wohl wichtigste Neuerung aber war die
Einführung des "Code Napoléon", des "Code zivil". Er sicherte die Gleichstellung der Bürger und löste
in vielen Bereichen die alte rechtliche Unsicherheit ab. Auf wirtschaftlichem Gebiet schaffte man die
Zunftrechte ab und führte die Gewerbefreiheit ein.
Nach dem Wiener Kongress von 1815 kam das Rheinland dann unter preußische Herrschaft. Als Teil
des Regierungsbezirks Koblenz wurde Bonn jetzt zur Kreisstadt der erstmals zusammengefassten links-
und rechtsrheinischen Gebiete. Besonders bedeutsam für die Stadt waren im 19. Jahrhundert die 1818
gegründete Universität und die Inbetriebnahme der Eisenbahn Köln-Bonn im Jahre 1844. 1850 erhielt
Bonn ein Landgericht und wurde 1887 kreisfreie Stadt. Immer mehr wohlhabende Familien siedelten
sich in Bonn und Godesberg an.
Im 1. Weltkrieg verarmte die einstmals reiche Bonner Bevölkerung. Lebensmittelknappheit und hohe
Arbeitslosigkeit führten zu dramatischen Problemen. Auch unter der dann folgenden Wirtschaftskrise
der 1920er Jahre hatte Bonn erheblich zu leiden. Erst mit der Einführung der Rentenmark in
Deutschland 1923 wurde die Inflation beendet, und die wirtschaftliche Lage Bonns verbesserte sich
Einleitung
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