Fressen bis zum Erbrechen, weil das Leben zum Kotzen ist. Hungern bis zum Tode, aus Hunger nach dem Leben.
Es gibt viele Motive für die Flucht in die Welt der Diäten, die nicht selten im Käfig einer Sucht endet. Eines steckt immer dahinter: die Unerreichbarkeit der geforderten Traumfigur. Und die zunehmende Unfähigkeit, anders zu sprechen als der Körper. Gleichzeitig aber sind Frauen in diesem Körper Fremde geworden. Nicht sie selbst bestimmen über ihn, andere diktieren, wie er zu sein hat. So ist die letzte Macht von Frauen oft die Ohnmacht: die Ohnmacht der Selbstzerstörung.
Inhaltsverzeichnis I
Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS I
ABBILDUNGSVERZEICHNIS III
EINLEITUNG 1
HAUPTTEIL 4
1 STATUSSYMBOL KÖRPER 4
1.1 GESUNDHEIT UND SCHÖNHEIT EIN AMBIVALENTES VERHÄLTNIS 4
1.2 DER KÖRPER ALS TRÄGER GESELLSCHAFTLICHER NORMEN UND WERTE 7
1.3 MODELLIERUNG DES KÖRPERS 10
1.4 KÖRPERZUFRIEDENHEIT BEI JUNGEN FRAUEN 12
2 SPORT GESUNDHEIT SCHÖNHEIT 17
2.1 SPORT ALS TRÄGER GESELLSCHAFTLICHER NORMEN 17
2.2 EINFLUSSMÖGLICHKEITEN DES SPORTS AUF DAS WOHLBEFINDEN 21
2.3 SCHÖNHEIT UND WEIBLICHKEIT IM SPORT 24
2.4 ESS-STÖRUNGEN UND SPORT 28
3 SCHÖNHEITSIDEALE UND GESUNDHEITSVORSTELLUNGEN 34
3.1 DER BEGRIFF SCHÖNHEITSIDEAL 34
3.2 SCHÖNHEITSIDEALE IM WANDEL DER ZEIT REINE FRAUENSACHE 37
3.2.1 Von der Altsteinzeit bis ins 20 Jahrhundert 43
3.2.2 Das 20 Jahrhundert 48
3.3 DAS AKTUELLE SCHÖNHEITSIDEAL 52
3.4 ZUR VERBREITUNG DES SCHÖNHEITSMYTHOS 56
3.5 AUSWIRKUNGEN DES SCHÖNHEITSMYTHOS 60
4 ESS-STÖRUNGEN 64
4.1 ERSCHEINUNGSFORMEN VON ESS-STÖRUNGEN 64
4.2 DIAGNOSTIK UND KLASSIFIKATION 69
4.2.1 Anorexia nervosa 69
Inhaltsverzeichnis II
4.2.2 Bulimia nervosa 73
4.2.3 Körperliche und medizinische Folgen von Ess-Störungen 76
4.3 ERSCHEINUNGSMERKMALE VON ANOREXIE UND BULIMIE 79
4.4 URSACHEN VON ANOREXIA NERVOSA UND BULIMIA NERVOSA 82
4.4.1 Biologische Komponente 84
4.4.2 Psychologische Komponente 85
4.4.3 Gesellschaftliche Komponente 89
SELBSTERFAHRUNGSBERICHT 94
ZUSAMMENFASSUNG 100
LITERATURVERZEICHNIS I
Abbildungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis
ABBILDUNG 1: VENUS VON WILLENDORF 44
ABBILDUNG 2: THE THREE GRACES (P.P RUBENS ) 46
ABBILDUNG 3: TWIGGY 50
ABBILDUNG 4: CLAUDIA SCHIFFER 52
ABBILDUNG 5: BILD EINER MAGERSÜCHTIGEN 69
ABBILDUNG 6: GRUNDLAGEN UND URSACHEN FÜR ESS-STÖRUNGEN 83
„Flacher Bauch – ohne Hungern.“ (Journal für die Frau, 10/ 03)
„33 Beauty Trends.“ (Cosmopolitan, 05/03) „Health Talk: Gesundheit? Bestens! Tipps, Trends, Infos.“ (Wellfit 05/03) „Jetzt zur Bikini-Figur!“ (Lea 21/03) „Schlank werden, schlank bleiben. Die besten Tricks für Besser-Esser.“
„Immer Ärger mit der Schönheit!“
(Gut drauf, BzgA, 2000)
„Wo finden sie den schönsten Körper?“
(Brigitte Kultur, SH 01/03)
Statussymbol Körper 4
Hauptteil
1 Statussymbol Körper
1.1 Gesundheit und Schönheit – ein ambivalentes Verhältnis?
Gesundheitswahn und Körperkult beherrschen die heutige Gesellschaft. Gesundheit, Schönheit, Fitness und Leistungsfähigkeit gehören zu den Grundwerten des Normalisierungsdenkens im Alltag.
Als gesund gilt, wer funktioniert und wer den selbst- und fremdauferlegten Anforderungen gerecht werden kann.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Gesundheit als einen „[…] Zustand des v ollkommenen körperlichen, sozialen und geistigen Wohlbefindens und nicht das Freisein von Krankheiten und Gebrechen“. Fitness und Gesundheit stehen auf der Werteskala der meisten Menschen – insbesondere der Frauen – weit oben und Gesundheit wird oftmals als höchstes Gut bezeichnet, mit welchem auf Grund von vielen irreversiblen Krankheiten sorgsam umgegangen werden sollte. Sie ist Voraussetzung für ein langes Leben – ein erstrebenswertes Ziel für fast alle Menschen. Der Gesundheitsaspekt stand jedoch nicht zu allen Zeiten im Vordergrund. Das Korsett, das im 16. Jahrhundert in Frankreich aufkam, sollte eine dünne Taille betonen und zugleich die Brüste hervorheben. Obwohl es zu den Kleidungsstücken zählt, die den Körper am stärksten schädigen, kam es um 1814 erneut in Mode. Auswirkungen wie beispielsweise die Verkrüppelung des Knochengerüstes, verbogene Rippen, Einschränkung der Atemfunktion, Störung des Blutkreislaufs etc. sind den Frauen durchaus bekannt (vgl. Janalik/Schmidt, 1997).
Da die Menschen dank der Fortschritte der Medizin immer älter werden, gewinnen Prävention und Gesundheitsförderung, Fitness und Wellness zunehmend an Bedeutung, um eventuellen Krankheiten vorzubeugen. Die Erkenntnis, dass Gesundheit zum großen Teil auf eigenverantwortliches Verhalten und nicht auf das Gesundheitssystem zurückzuführen ist, spielt
Statussymbol Körper 5
eine entscheidende Rolle. Gesundheit und damit auch die Lebensqualität setzen ein gesundheitsbewusstes Verhalten in Form von ausgewogener Ernährung und ausreichender körperlicher Aktivität voraus. Einerseits gilt es als erstrebenswert, Gesundheit ein Leben lang zu erhalten, während es andererseits darum geht, dem gängigen Körperkult zu entsprechen. Dadurch entsteht ein ambivalentes Verhältnis zwischen dem herrschenden Gesundheits- und Schönheitswahn.
Der Schönheitswahn stellt die Werte Jugendlichkeit, Fitness und allen voran Schlankheit in den Vordergrund. Beeinflusst durch die Bilder der Models in den Medien suchen immer mehr Menschen ihr Glück im Schlanksein. Die Models präsentieren ein Schönheitsbild, das dem einer magersüchtigen Person entspricht. Dass dies in keiner Weise gesund sein kann, ist unbestreitbar.
Jede zweite Frau in Deutschland findet sich Umfragen zufolge zu dick. Fast ebenso viele haben bereits eine Diät ausprobiert. Das ergab eine am 04.09.2000 in Berlin vorgestellte Forsa-Umfrage 1 bei 1.000 Frauen zwischen 20 und 60 Jahren, die im Auftrag des Gesundheitsministeriums und der Zeitschrift Brigitte erstellt wurde (vgl. Luchmann, 2000).
Der Gefahr von Diäten ist man sich in dieser gesundheitsorientierten Zeit jedoch durchaus bewusst und so wird statt „Ich halte Diät“ lieber „Ich mache eine Entschlackungskur“ gesagt – eine zeitgemäße Ausrede.
Diäten greifen jedoch nicht nur den Körper an, sie können auch Auswirkungen auf die Psyche eines Menschen und somit schwere gesundheitliche Schäden zur Folge haben. Auf Grund der genetischen Festlegung der Energieverwertung eines Menschen ist das durch eine Diät erreichte Gewicht nur schwer haltbar. Besonders problematisch ist die Durchführ ung von Diäten bei Kindern und Jugendlichen, denn die damit verbundene defizitäre Nahrungsaufnahme kann das Wachstum beeinträchtigen. Ess-Störungen treten zunehmend in den westlichen Industrieländern auf und können als direkte Folge des Umgangs mit
1 Forsa ist die Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen.
Statussymbol Körper 6
Mensche n und Ernährung in unserer Gesellschaft, die auch als Überflussgesellschaft bezeichnet wird, gedeutet werden.
Galten in der griechischen Mythologie Schönheit und Gesundheit noch als untrennbar, so hat sich diese Tatsache heute grundlegend geändert. Im Kampf um das Erreichen des gängigen Schönheitsideals greift man heute zu Techniken, die ein enormes gesundheitliches Risiko mit sich ziehen. Erkennbar an der expandierenden Schönheitschirurgie sind heutzutage scheinbar viele Personen – insbesondere Frauen – bereit, diesen hohen Preis zu zahlen. In Korea sind Verkleinerungen der Lidfalte beliebte Geburtstagsgeschenke für Mädchen. In Westafrika, wo die Hautfarbe als zu dunkel gilt, werden Hautaufhellungscremes benutzt, die allesamt hautschädlich sind (vgl. Posch, 1999). Beim Erreichen des Schönheitsideals nimmt die Gesundheit zwangsweise oftmals eine nebensächliche Position ein.
Als Mittel, um Gesundheit und Schönheit im Sinne von Fitness und Durchtrainiertheit zu erlangen, ist der Sport von erheblicher Bedeutung. Durch die Wertschätzung des Ästhetischen bietet er zugleich ein Terrain auf dem über das Körperliche, insbesondere über die Leistungsfähigkeit, soziales Prestige errungen werden kann.
Basierend auf den derzeitigen Lebensumständen entsteht der Zwang, Bewegungsarmut im Alltag auszugleichen, wodurch eine Körperindustrie gefördert wird, die von Fitnesstraining über Entspannungstechniken bis hin zu Extremsportarten reicht (vgl. Klein, 2000). Jedoch teilt sich hier die Fitnesswelle in zwei Bereiche. Zum einen soll der Körper nach den herrschenden Regeln der Schönheit geformt werden und zum anderen soll der Sport zur Erhaltung der Gesundheit und Prävention eingesetzt werden. Der letzte Aspekt beinhaltet zunehmend den Übergang zur Wellness, die zur Aufgabe hat, das körperliche, seelische und geistige Gleichgewicht zu finden, denn bekanntlich kommt wahre Schönheit von innen.
Es wird hier deutlich, dass Gesundheit und Schönheit ein ambivalentes Verhältnis zum Ausdruck bringen, denn das aktuelle Schönheitsideal ist nur
Statussymbol Körper 7
schwer erreichbar, solange dabei Gesundheit als wesentlicher Aspekt noch im Vordergrund stehen soll.
1.2 Der Körper als Träger gesellschaftlicher Normen und Werte
Wenn wir durch die Stadt bummeln, wenn wir in der Arztpraxis Menschen begegnen, es sind i mmer zunächst der Körper, die Kleidung, das Auftreten und die Ausstrahlung, die im Blickfeld der Gesellschaft stehen. Je mehr die visuellen Medien in den Vordergrund treten, desto wichtiger wird die körperliche Erscheinung. Jugendlichkeit, Schönheit, Gesundheit und Sportlichkeit als gesellschaftlich unterworfene Werte werden körperlich transportiert. Denn der menschliche Körper hat eine Ausstrahlung und damit auch eine Wirkung. Das äußere Erscheinungsbild enthält Symbole, die entschlüsselt werden können und zur Unterscheidung zwischen Geschlechtern, Schichten, Berufen oder Einkommenskategorien dienen (vgl. Posch, 1999).
Körper und Körperlichkeit nehmen – insbesondere bei Kindern und Jugendlichen – einen entscheidenden Stellenwert bei der Entwicklung und Stabilisierung von Identität ein (vgl . Janalik/Schmidt, 1997).
Die derzeitige, kultartige Körperaufwertung geht mit dem gleichzeitigen Bedeutungsverlust körperlicher Präsenz in Alltagssituationen einher, wie z.B. der modernen Arbeitswelt, wo die menschliche Arbeitskraft zunehmend durch die Maschine abgelöst wird. Die Bedeutungsfülle des Körpers ist dabei in seiner Funktion als Statussymbol ersichtlich. Bette spricht von Körperspuren, um die Beziehung zwischen Körper und Gesellschaft zu verdeutlichen:
So schreibt sich die moderne Gesellschaft auf vielerlei Weise in die Körper von Menschen hinein, ohne daß es diesen unmittelbar bewusst wäre, beispielsweise indem sie die Bedingungen für die Lebenszeit verändert, Sexualkonventionen definiert, spezifische Ernährungspraktiken ausprägt, die subjektive Befindlichkeit durch ihr Strukturierungsprinzip
Statussymbol Körper 8
mitbeeinflußt, Freizeitmöglichkeiten schafft, psychosomatische
Krankheiten hervorruft etc. (Bette, 1989 b, S. 8)
Mit diesem Zitat verweist Bette auf die Abhängigkeit des Körpers von der Gesellschaft. Der Körper wird zur Einschreibungsfläche von gesellschaftlichen Normen und Werten. Der Mensch reagiert, weil er das Erreichen dieser Normen mit einem besseren Leben verbindet. Körperlichkeit kann somit das Zusammenspiel zwischen I ndividuum und Gesellschaft beleuchten. Anderseits kann die Bewusstmachung des gesellschaftlichen Wandels zu einem besseren Verständnis menschlicher Verhaltensweisen im Zusammenhang mit Körperlichkeit führen (vgl . Janalik/Schmidt, 1997).
Die Veränderungen am Körper werden im Streben nach Jugendlichkeit, Fitness, Gesundheit oder Schlankheit deutlich. Besonders in den vergangenen Jahrhunderten wurde das äußere Erscheinungsbild benutzt, um die unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten voneinander abzugrenzen. Heutzutage sind derartige Rangunterschiede nicht mehr so präsent. Dennoch verbindet man ein gepflegtes Äußeres auch heute noch mit Wohlstand und der Verfügbarkeit finanzieller Mittel.
Eine besondere Macht wird diesbezüglich der Kleidung zugesprochen. Schon die Unterteilung in Markenkleidung und Nicht-Markenkleidung weist eine deutliche Hierarchie auf. Denkt man an Punks, Hippies oder Grufties, so zeigt sich deutlich, dass die Kleidung auch zur sozialen Abgrenzung gegenüber A nderen verwendet werden kann.
Ebenso ist die Geschlechterzuordnung zum großen Teil über die Kleidung möglich. In früheren Zeiten, wo das Tragen von Kleidern und Röcken noch zum Alltag der Frauen gehörte, war die Zuordnung zwar wesentlich eindeutiger, doch auch heute, wo die Emanzipation der Frau grundlegende Fortschritte gemacht hat, ist die Geschlechtsspezifität erkennbar.
Kleidung und Kosmetik spielen zwar eine wesentliche Rolle, allerdings steht im Zeitalter von Diäten, Schönheitschirurgie und Fitness nicht mehr
Statussymbol Körper 9
die Kleidungsveränderung, sondern die Körperveränderung im Vordergrund.
Mit dem aktuellen, idealen Körperbild verbindet man Attribute wie jung, schlank, sportlich, funktionstüchtig, dynamisch. Und solche Attribute spielen in den einzelnen sozialen Funktionsbereichen – wie der Arbeitswelt – als Selektionsraster eine entscheidende Rolle. Könnte man sich in der heutigen Zeit vorstellen, in der Bank von jemandem in Turnschuhen und zerrissener Hose bedient zu werden?
Das Schönheitsideal steht immer im Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Situation. So ist es nicht verwunderlich, dass heute, in einer Zeit, wo Frauen mehr Einfluss, Selbstbestimmung und Geld haben als je zuvor, sie auch dünn sein müssen wie nie zuvor (vgl. Posch, 1999). Veränderungen im gesellschaftlichen Gefüge verlangen unbewusst auch Veränderungen am körperlichen Erscheinungsbild.
Die ideale Schönheit hat mittlerweile den Touch des Unerreichbaren verloren. Um dieses Ideal zu erreichen ist jedoch ständige Kontrolle und harte Körperarbeit erforderlich. Wer es erreicht hat, gilt als diszipliniert, fleißig, willensstark und zielstrebig. Dies sind alles Eigenschaften, die im heutigen Wertesystem weit oben stehen.
Untersuchungen belegen, dass Menschen, die dem herrschenden Körperideal entsprechen, in vielen Bereiche n völlig ungerechtfertigte Vorteile haben. Identische Leistungen erhalten unterschiedliche Bewertungen, abhängig davon, ob sie von einer für attraktiv oder für unattraktiv gehaltenen Person abgegeben wurden (vgl. Guggenberger, 1997).
Besondere Bedeutung kommt dem gesunden Körper zu. Wer gesund ist, gilt als funktionsfähig und zugleich als leistungsstark, handlungsfähig dynamisch etc. Da Gesundheit zwar durch präventive Maßnahmen beeinflusst, letztendlich aber nicht garantiert werden kann, ist sie in der heutigen Zeit, wo die Kosten für das Gesundheitssystem expandieren, von hoher Relevanz. Gesundheit bedeutet vom wirtschaftlichen Standpunkt aus gesehen zum einen geringe Kosten für das Gesundheitssystem, zum
anderen aber vor allem gute Arbeitskräfte für die B erufswelt. Da ein angesehener und sicherer Beruf zum gehobenen Status gehört, wird auch hier der Körper wieder zum Träger gesellschaftlicher Werte. Wie sich diese Normen und Werte im Laufe der Jahrzehnte verändert haben, wird bei Betrachtung der Schönheitsideale im Wandel der Zeit deutlich (vgl. Kapitel 3.2).
Eines ist jedoch offensichtlich: d er Körper und das äußere Erscheinungsbild spielen in vielerlei Hinsicht eine wesentliche Rolle, wodurch Körperveränderungen von vielen Menschen bewusst oder unbewusst vollzogen werden.
1.3 Modellierung des Körpers
Man schwitzt und hungert dafür, schnürt sich ein oder legt sich unters Messer. Der Körper wird nicht mehr als Schicksal gesehen, sondern als Produkt eines gezähmten Geistes. Der Mensch als Schöpfer seiner selbst, der Körper als Werk, der Glaube an die Macht der Schönheit… (Posch, 2002, S. 21)
Der Körper – im Mittelpunkt des gesellschaftlichen und subjektiven Interesses – wird zum Ort der Gestaltung.
Traditionelle Inszenierungspraktiken wie Mode, Kosmetik, Diäten und Sport werden ergänzt Schönheitsoperationen und body modification 2 (Tattooing, Piercing, Brandings, Cuttings) Erscheinungsformen, die den neuen Kult um den Körper beschreiben. Einige Jahre zuvor galten Brandings, Piercings und Tätowierungen noch als Körperinszenierung ausgeflippter Jugendlicher. Diese Bewegung der Jugend ist ein Hinweis auf den veränderten Umgang mit dem Körper. Er gilt als modellierbare Masse, unterliegt also Körperveränderungen und wird nicht länger einfach nur hingenommen.
2
Zur aktuellen Bewegung der Körpermodifikationen finden sich zahlreiche Beispiele und Erfahrungsberichte im Internet unter http://www.bme.freeq.com (Zugriff am 26.03.2003).
„Der Körper ist in einer komplexen, unüberschaubar gewordenen Lebenswelt die letzte Instanz, auf die wir unmittelbar Einfluss nehmen können. Das erklärt wohl die Faszination, die „body-building“ oder „bodyshaping“ auf Menschen verschiedenen Alters und Geschlechts ausüben“ (Kugelmann, 2002, S. 78).
Einschreibungsfläche eines individuellen, persönlichen Stils.
In den Medien wird zunehmend die Wer-will-der-kann-Ideologie propagiert; der perfekte Körper gilt als erreichbar und wer nicht darüber verfügt, ist selber schuld. Damit unterliegt die Körpermodellierung kulturellen Normen von Körperästhetik und Selbstdisziplin, denn der Körper steht im Blickfeld der öffentlichen Wahrnehmung und somit der sozialen Kontrolle.
Paradox ist, dass mit dem neuen Körperkult zugleich eine Körperaufwertung und Gentechnologie, Transplantationsmedizin und Schönheitschirurgie lassen den natürlichen Körper immer mehr zu einem künstlichen Körper werden (vgl. Klein, 2000 a).
Kulturkritische Stimmen befürchten das Aufkommen einer neuen Oberflächlichkeit mit der sich die Verdrängung des Ethischen durch das Ästhetische ankündigt (vgl. Bilstein/Klein, 2002). Die Modellierung des Körpers ist zu einem Teil bedingt durch die Verschiebung des sozialen Ortes des Körpers. Der physische Körper wird in einer Gesellschaft, die gekennzeichnet ist durch Medienkommunikation und Globalisierung, abgelöst durch den Körper zur sozialen Positionierung und zur öffentlichen Inszenierung. Gemeint ist, dass weniger körperliche Kräfte, sondern vielmehr mentale Leistungen im Vordergrund stehen. Ersichtlich ist dies auch an der Tatsache, dass akademische Berufe wie Arzt, Anwalt etc. einen weitaus höheren Status einnehmen als Berufe, bei denen körperliche Arbeit im Vordergrund steht, wie z.B. Maurer, Kfz-Mechaniker oder Dachdecker.
Der Zwang zur Körperlichkeit ist aber zugleich ein Spiel mit den Grenzen der körperlichen Leistungsfähigkeit, bei dem Disziplin und Wille gefragt sind. „Schönheit gilt in unserer Gesellschaft als Leistung, als Ware, als
Demonstration von sozialem Status, Effizienz und Selbstdisziplin“ (Komar-Antoni, 2001, S. 18).
Wer kann sich da noch der Modellierung seines Körpers entziehen?
Offen bleibt jedoch die Frage nach der Bedeutung der Körpermodellierung für die Körperwahrnehmung.
Schönheit soll als Garant für ein besseres, schöneres Leben stehen. Die derzeit aktuellen Inszenierungspraktiken der body modification stehen jedoch vielmehr für eine Entgrenzung des Körpers, in deren Mittelpunkt das Schmerzerleben und die Belastbarkeit erfahren werden sollen. Diese Körpertechniken, ebenso Entspannungstechniken, haben jedoch eines gemeinsam: sie stehen für die Suche nach Intensität sowie nach der Spürbarkeit und Gegenwärtigkeit des Körpers. Es wäre demnach zu einseitig, die Arbeit am Körper nur als ästhetische Arbeit aufzufassen.
Der neue Körperkult mit seinen verschiedenen Techniken ist ein deutlicher Hinweis auf einen veränderten Umgang mit dem Körper.
1.4 Körperzufriedenheit bei jungen Frauen
„Warum habe gerade ich diese fiesen Speckröllchen?“ fragt sich eine durchaus als schlank zu bezeichnende junge Frau in einem aktuellen TV-Werbespot. Mit diesem Problem steht sie jedoch nicht allein, die Aussage kennzeichnet vielmehr die zunehmende Unzufriedenheit junger Frauen mit ihrem Körper in der heutigen Gesellschaft. Ausgedrückt wird diese Unzufriedenheit vorrangig Gewichtsreduktion.
Die Einschätzung des eigenen Körpers und die damit verbundenen Körperzufriedenheit unterliegt vielen Aspekten. Dabei spielt das Körperbild als das individuelle Bild, das jeder Mensch von seinem Körper hat, eine wesentliche Rolle. Es unterliegt im Groben drei Aspekten. Die wahrnehmungsbezogene Komponente umfasst die Genauigkeit, mit der
man selbst seine Körpermaße einschätzt. Im affektiv-kognitiven Bereich geht es um körperbezogene Gedanken, die Empfindungen gegenüber dem eigenen Körper und um die Zufriedenheit. Die verhaltensbezogene Komponente umfasst Reaktionen, die sich auf die negative oder positive Einstellung gegenüber dem Körper äußern; z.B. ist Diätverhalten mit dem Ziel der Gewichtsreduktion eine deutliche Reaktion auf Unzufriedenheit mit dem Gewicht (vgl. Kreikebaum, 1999).
Das eigene Körperbild hängt stark mit dem Selbstwertgefühl zusammen. Wertschätzung und Akzeptanz des eigenen Körpers sind Basis für ein positives Selbstbild. Während die Selbsteinschätzung von Männern eher der Beurteilung ihres Charakters und ihrer Intelligenz unterliegt, ist bei Frauen die Bewertung des Körpers maßgeblich (vgl. Mrazek, 1984). Silberstein spricht von einer inzwischen normativen weiblichen Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper (vgl. Silberstein, 1988). Der eigene Körper wird verglichen mit dem medienvermittelten Ideal weiblicher Schönheit. Die Körperwahrnehmung und dem herrschenden Ideal führt in der Regel bei vielen Personen zu Unzufriedenheit. Die Werte und Normen der Gesellschaft, in diesem Fall das Streben nach einem schlanken Körperideal, beeinflussen junge Frauen. Durch die Konfrontation mit Bildern schlanker Models oder durch den eingangs beschriebenen Werbespots, vermehrt sich der Drang, schlank sein zu wollen, da Attribute wie Glück, Erfolg, Liebe und Gesundheit damit assoziiert werden. Motiviert durch die Wenn ich erstmal schlank bin, dann… – Ideologie versuchen junge Frauen sich dem idealen Körperbild anzupassen und erhoffen sich dadurch nicht nur Körperzufriedenheit, s ondern auch eine verbesserte Lebensqualität.
Eine positive Beziehung zum Körper hängt mit einem erhöhten Selbstwertgefühl zusammen (vgl. Schaufler, 2002). Es ist ein vergleichendes Gefühl, das durch Selbsttätigkeit und Anerkennung von außen gestärkt werden kann und sich im Wechselzug dann auch nach Außen ausstrahlen kann.
Einfluss auf das Wohlbefinden nimmt neben dem Schlankheitswahn auch der Gesundheitswahn.
Die Körperzufriedenheit korreliert mit der Gesundheit. Tendenziell ist jedoch eine wachsende Unzufriedenheit junger Frauen mit ihrem Körper festzustellen, die auf zwei wesentlichen Ausgangspunkten basiert: als eine Ursache ist sicherlich die Veränderung des Attraktivitätsstandards, die vorrangig in einem kontinuierlich dünner werdenden Schönheitsideal mündet, anzusehen. Ein weiterer Faktor ist die pubertäre Entwicklung, die bei Mädchen durch einen rapiden Anstieg des relativen Fettanteils geprägt ist. Während junge Frauen einen Zuwachs weiblicher Rundungen erfahren, macht sich bei den Jungen ein Zuwachs der Muskelmasse bemerkbar. Aus dieser Tatsache ergibt sich eine hohe Korrelation zwischen Körperzufriedenheit und Selbstbewusstsein, die in der Adoleszenz besonders groß ist.
Dass Aussehen und vor allem Gewicht ein wichtiges Thema für Jugendliche darstellen, sollen die folgenden Fallbeispiele verdeutlichen, die junge Mädchen an das Dr. Sommer Team der BRAVO gesendet haben.
Mädchen (16): Es wird Frühling und ich möchte gerne wieder in meine Kleider hineinpassen! Ich müsste so ca. 5 kg abnehmen dafür! Könnt ihr mir bitte sagen, wie ich am schnellsten und wenn´s geht auch bleibend abnehmen kann? Ich habe mir sogar schon überlegt so Abnehmpillen zu kaufen, ist das vielleicht das Richtige? (Fallbeispiel aus dem Bravoonlinejournal, 10.04.2003)
Mädchen (15): Hab mal ein paar Fragen bezüglich Appetitzügler an Euch! Bekommt man die ohne Rezept vom Arzt? Welche Nebenwirkungen hat das Zeug? Wie viel kosten die? Ich hab gelesen, dass die so schädlich sind. Warum dürfen sie noch verwendet werden? (Fallbeispiel aus dem Bravoonlinejournal, 10.04.2003)
Mädchen (17): Ich bin 1,71 m groß und wiege 68 kg. Das ist zwar nicht dick, aber mit 4 bis 5 kg weniger fühl ich mich einfach wohler. Welche Diät könnt ihr mir empfehlen? (Fallbeispiel aus dem Bravo- onlinejournal, 10.04.2003)
Mädchen (16): Ich bin total verzweifelt, weil ich so hässlich bin!
Meine Freunde sagen, ich spinne, aber sie wissen nicht, was in mir vorgeht und welche Angst ich hab! Meine Lippen sind viel zu wulstig und ich beobachte ständig meine Haut, jeder Pickel macht mich wahnsinnig, ich bin total entstellt! Auch der Hautarzt kann mir nicht helfen. Manchmal stehe ich Stunden vor dem Spiegel – das geht schon seit Jahren so. Ich traue mich schon fast nicht mehr aus dem Haus – ins Schwimmbad gehe ich schon l ange nicht mehr. Wegen meinem Aussehen habe ich auch keinen Freund und meine Freunde gehen mir schon alle aus dem Weg. Ich weiß einfach nicht mehr weiter.
Ich würde am liebsten nicht mehr leben! (Fallbeispiel aus der BRAVO vom 22.05.2002)
Margit Tietz, ehemalige Leiterin des Dr. Sommer-Teams der Zeitschrift BRAVO, bestätigt die zunehmende Körperunzufriedenheit bei jungen Frauen. Etwa jeder fünfte Brief, von 80 Briefen täglich, beschäftigt sich mit dem Aussehen, mit Ess-Störungen, dem Gefühl (!), zu dick zu sein (vgl. Wohne, 2002).
Das Körperbild vieler junger Frauen ist durch eine verzerrte Körperwahrnehmung gekennzeichnet. Das reale und das selbst wahrgenommene Körperbild weisen oft große Diskrepanzen auf. Laut der Studie Health Behaviour in school-ages children (HBSC) 3 , die im Rahmen eines Projektes der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durchgeführt wurde, möchten 46% der Jungen und 75% der Mädchen etwas an ihrem Körper ändern. Dabei halten sich die Mädchen häufig für zu dick. Gemessen am BMI 4 als Unter- bzw. Übergewichtskriterium ergab die Studie, dass sich 8% der Mädchen trotz geringem Gewicht immer noch für zu dick empfinden (vgl. Settertobulte, 2002).
Verzerrte Körperwahrnehmungen können schon früh das Bestreben junger Mädchen wecken, ihr Gewicht durch exzessive Verhaltensweisen zu regulieren und bis hin zur Ausbildung von Ess-Störungen führen.
3 Die Studie wurde zwischen 1994 und 1998 durchgeführt.
4 BMI bezeichnet den Body-Mass-Index. Er berechnet sich, indem man die Körpermasse in kg durch die Körpergröße in cm zum Quadrat teilt.
Die – so bezeichnet es Silberstein – normative weibliche Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper steht also im direkten Zusammenhang mit dem gesellschaftlich anerkannten Schönheitsideal und kann das Wohlbefinden und damit das Selbstwertgefühl sowie das Selbstbewusstsein junger Frauen beeinflussen.
Einen wesentlichen Beitrag kann hier der Sport leisten, da er zwar einerseits der Schönheit, andererseits jedoch auch zu einem großen Teil der Fitness und Gesundheit dient. Der Sport kann zur Verbesserung der körperlichen und seelischen Verfassung beitragen und somit das allgemeine Wohlbefinden und die Körperzufriedenheit steigern (vgl. Dauschek, 1995; vgl. Kapitel 3.2). E iner Umfrage der Zeitschrift Psychologie heute zufolge sind Sportler/innen im Vergleich zu sportlich Inaktiven zufriedener mit ihrem Aussehen, ihrer Gesundheit und auch mit ihrer Figur (vgl. Dauschek, 1995).
Diese Schlussfolgerung gibt Anlass zu einer genaueren Untersuchung des Zusammenhangs von Sport, Gesundheit und Schönheit, welche im nächsten Kapitel folgt.
2 Sport, Gesundheit, Schönheit
2.1 Sport als Träger gesellschaftlicher Normen
Fitness und Sportlichkeit sind derzeit in aller Munde. Ein Blick auf die Stars der 90er Jahre lässt das Ideal des schlanken, aber vor allem sportlich durchtrainierten, Körpers erkennen. Wer in ist, macht Aerobic, Tae-Bo, fährt Inline-Skate oder spielt Golf.
Wie schon im Kapitel 1 erörtert, ist der Körper Träger gesellschaftlicher Normen und Werte und somit ein Ort der Selbstinszenierung. Der Körper stellt im Sport ein zentrales Moment dar und bietet ein Terrain zur Erlangung von Prestige. Daher kann insbesondere der Sport über das Medium Körper zum Erwerb sozialer Anerkennung beitragen und damit Einfluss auf die personale Identität nehmen und zur Selbstakzeptanz und Selbstverwirklichung beisteuern.
Sportlichkeit liegt im Trend und nimmt in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert ein. Sie hat sich zu einem Kulturphänomen oder wie der Soziologe von Krockow den Sport nennt, zum Faszinosum unserer Zeit entwickelt, der von politischer, wirtschaftlicher, sozialer, biologischer und pädagogischer Bedeutung ist.
Vor allem im Alltag von Jugendlichen nimmt Sport heutzutage eine wichtige Rolle ein. Einer Umfrage zufolge, die unter 10- bis 15- jährigen Jugendlichen durchgeführt wurde, treiben 67% der Mädchen und 76% der Jungen einmal wöchentlich und häufiger Sport (vgl. Fuhs, 1996) 5 .
Bei der Frage nach der Motivation zum Sporttreiben gaben die Jugendlichen als Hauptmotiv an, dass sie sich körperlich fit halten wollen. Diese Begründung wurde sowohl von den Jungen, als auch von den Mädchen angegeben. Sportlichkeit gilt demnach als Ausdruck von
5 Dieses Ergebnis ist noch hinsichtlich Schichtspezifizität, Ost- und Westdeutschland und
hinsichtlich deutscher oder ausländischer Staatsangehörigkeit zu differenzieren. So
weisen z.B. Kinder aus privilegierten Schichten und Kinder aus Deutschland laut Ergebnis
der Studie eine höhere sportliche Aktivität auf.
Gesundheit, Stärke und Leistungsfähigkeit. Sportliche Aktivität soll den eigenen Körper entsprechend dieser Werte formen und erhalten.
Die Umfrage bestätigt zugleich, dass Sport zu den wesentlichsten Freizeitbeschäftigungen gehört.
Sport wird zudem eingesetzt, um den Körper entsprechend der Attrakti vitätsvorstellungen zu gestalten. In Zeitschriften für junge Frauen finden sich Bauch-Beine -Po-Übungen, die den Körper in die richtige Form bringen sollen.
„Sportlichkeit ist zu einem bedeutsamen Stilelement erotischer Körperinszenierung beider Geschlechter geworden. Diese Verknüpfung wird auch von Jugendlichen längst praktiziert“ (Rose, 2002, S . 16). Dass gerade der Körper von den Jugendlichen benutzt wird, um sich im Wettkampf nach Anerkennung und Prestige zu behaupten, begründet Zinnecker damit, dass der Körper eine Kapitalsorte ist, die – anders als Besitz und Bildung – schon frühzeitig, relativ leicht und vor allem schnell zugänglich ist (vgl. Zinnecker, 1999).
Der Sport als Träger gesellschaftlicher Werte äußert sich jedoch nicht nur im realen Sporte ngagement. Eine gruppenkulturelle Zuordnung ist ebenso durch Stil-Accessoires wie Kappen, T -Shirts, Alltagsgegenstände mit Sport-Emblemen oder in der Verherrlichung von Sportidolen möglich. So ist Tiger Woods 6 heute für die meisten Jugendlichen ein Begriff, obwohl nur eine sehr geringe Minderheit der Jugendlichen Golf spielt. Auf die Nutzung solcher Stil-Accessoires weist Rose in ihrem Bericht Sportlichkeit als Stil (vgl. Rose, 2002) hin und begründet damit zugleich den Rückgang der körperlichen Leistungsfä higkeit, der unter den Jugendlichen vermehrt diagnostiziert wird.
Das durch den Sportlich repräsentierte positive gesellschaftliche Bild wird automatisch dem sportlich Aktiven zugeschrieben. Und auch im Sport gilt Ohne Fleiß kein Preis; dort ausgeübte Werte wie Disziplin und
6 Tiger Woods gehört zu den derzeit weltbesten Golf-Spielern.
Zielstrebigkeit sind im gegenwärtigen kulturellen Umfeld wichtige Eigenschaften.
Sport kann ebenso Auskunft über den sozialen Status geben. Viele Sportarten, insbesondere Skifahren, Snowboarden, Golfen und auch die Mitgliedschaft in einem Fitness-Club , sind von finanziellen Möglichkeiten abhängig und daher eher als Sportarten der oberen Schichten einzuordnen. In Amerika sind es Polo oder Yachting, die zu Sportarten der upper class zählen (vgl. Weiß/Russo, 1987).
„Gerade heute haben die Sportarten der höheren Schichten aufgrund der gewachsenen Konsummöglichkeiten für mittlere und untere Klassen hohe Anziehungskraft“ (Weiß/Russo, 1987, S. 71). Auf diese Weise stellen Weiß und Russo die Verbindung von Sport und Prestigegewinn her, die als Motivation für das Sporttreiben angeführt wird. Golf – als Sportart der oberen Schichten – bezeichnet derzeit in Deutschland eine n hohen Beliebtheitsgrad. Allein der DGV 7 registriert i n Deutschland eine Zuwachsrate von 7,3% bezüglich der Mitgliedschaften im vergangenen Jahr (vgl. Deutsche Golf Online GmbH, 2002).
Bei männlichen Jugendlichen stehen maßgeblich Werte wie Männlichkeit und Kraft im Vordergrund, welche eher im Motorsport oder Kraftsport aufgegriffen werden. Weibliche Jugendliche hingegen bevorzugen oftmals Sportarten wie Jazztanz oder Turnen, bei denen ästhetische Werte eine Rolle spielen.
Der Sport passt optimal in das Bild der neuen, modernen Gesellschaft, in der sich die Werte gewandelt haben. Das Streben nach Selbsterfahrung, das hedonistische Bedürfnis nach Wohlbefinden, nach Erlebnis und Vergnügen sind lebensbestimmende Komponenten. Der Sport bietet die Möglichkeit zur Individualisierung und zur Erfüllung dieser Bedürfnisse. Zugleich wird ihm eine kaum übersehbare Vielzahl von Funktionen zugeschrieben:
7 Deutscher Golf Verband (DGV)
Quote paper:
Simone Bunse, 2003, Körperideale und Essstörungen - Ein zeitgenössisches Problem junger Frauen, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Die Gräfin Orsina und Lady Milford. Gelehrte, mächtige Frauen oder las...
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 22 Pages
Die Feldtheorie Pierre Bourdieus
Sociology - Classics and Theoretical Directions
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 18 Pages
Möglichkeiten und Grenzen von Kompetenzrastern im Gegensatz zur gängig...
Scholary Paper (Seminar), 8 Pages
George Herbert Mead - Symbolischer Interaktionismus
Sociology - Individual, Groups, Society
Scholary Paper (Seminar), 12 Pages
Beschwerdemanagement - Ein Instrument der Kundenbindung
Business economics - Marketing, Corporate Communication, CRM, Market Research
Scholary Paper (Seminar), 33 Pages
"Am Anfang war’s die ideale Lösung" – Bulimie als kulturelle...
Cultural Studies - Empiric Cultural Studies
Thesis (M.A.), 91 Pages
Pedagogy - School System, Educational and School Politics
Termpaper, 19 Pages
Möglichkeiten und Grenzen eines integrativen Unterrichts unter besonde...
Examination Thesis, 203 Pages
Entstehungsbedingungen bei Essstörungen im Falle der Anorexia nervosa ...
Pedagogy - Pedagogic Psychology
Thesis (M.A.), 96 Pages
Gemeinschaftlicher Tabubruch und Provokation, als Mittel um Anerkennun...
Diploma Thesis, 161 Pages
Die Frauenfiguren in Gotthold Ephraim Lessings bürgerlichen Trauerspie...
German Studies - Modern German Literature
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 30 Pages
Gibt es für die Hauptschule noch eine Zukunft?
Pedagogy - School System, Educational and School Politics
Termpaper, 13 Pages
Soziale Sicherheit und sozialer Wandel - der konservative Wohlfahrtsst...
Sociology - Social System, Social Structure, Class, Social Stratification
Intermediate Diploma Thesis, 24 Pages
Analyse eines Sprechstundengesprächs
Presentation (Elaboration), 16 Pages
Simone Bunse's text Körperideale und Essstörungen - Ein zeitgenössisches Problem junger Frauen is now available as a printed book
Simone Bunse has published the text Körperideale und Essstörungen - Ein zeitgenössisches Problem junger Frauen
Simone Bunse has uploaded a new text
Körperzufriedenheit und Körpertherapie bei essgestörten Frauen
Eine empirische Vergleichsstud...
Julia Forster
Ich hab's satt! Wenn Essen zum Problem wird
Essstörungen erkennen, versteh...
Kathrin Beyer, Annette Beuckmann-Wübbels
F/Stop Vol 4. Zeitgenössische Fotografie aus Leipzig und International
Im Verborgenen
Kristin Dittrich, Jule Hillgärtner, Julia Mauga
0 comments