Im Fokus der vorliegenden Arbeit steht der Körper, der als Träger von Normen und Werten zunehmend in das allgemeine Blickfeld rückt und eine Vielzahl von Funktionen einnimmt. Er galt seit jeher - insbesondere für die oberen Gesellschaftsschichten - als Statussymbol und wird heute zunehmend als gestaltbares und formbares Objekt gesehen; denn nicht nur Kleider, sondern Körper machen Leute.
Doch wie lassen sich Schönheit und Gesundheit angesichts der neuen Körperlichkeit verbinden? Welchen Einfluss haben dabei Schönheitsideale auf den Umgang mit dem Körper, speziell bei jungen Heranwachsenden, für die der Körper einen zentralen Ort zur Identitätsfindung darstellt? Diese und weitere Fragen werden im Verlauf der vorliegenden Abhandlung eingehend erörtert und belegt.
Ziel dieser Arbeit ist - neben der Betrachtung des Körpers - die Hinterfragung des aktuellen Schönheitsideals und dessen Einfluss auf die Entstehung von Ess-Störungen. Im Fokus steht zudem die Fragestellung, inwiefern ein Zusammenwirken von Sport, Gesundheit und Schönheit möglich ist.
Inhaltsverzeichnis
1 STATUSSYMBOL KÖRPER
1.1 GESUNDHEIT UND SCHÖNHEIT – EIN AMBIVALENTES VERHÄLTNIS?
1.2 DER KÖRPER ALS TRÄGER GESELLSCHAFTLICHER NORMEN UND WERTE
1.3 MODELLIERUNG DES KÖRPERS
1.4 KÖRPERZUFRIEDENHEIT BEI JUNGEN FRAUEN
2 SPORT, GESUNDHEIT, SCHÖNHEIT
2.1 SPORT ALS TRÄGER GESELLSCHAFTLICHER NORMEN
2.2 EINFLUSSMÖGLICHKEITEN DES SPORTS AUF DAS WOHLBEFINDEN
2.3 SCHÖNHEIT UND WEIBLICHKEIT IM SPORT
2.4 ESS-STÖRUNGEN UND SPORT
3 SCHÖNHEITSIDEALE UND GESUNDHEITSVORSTELLUNGEN
3.1 DER BEGRIFF SCHÖNHEITSIDEAL
3.2 SCHÖNHEITSIDEALE IM WANDEL DER ZEIT – REINE FRAUENSACHE?
3.2.1 Von der Altsteinzeit bis ins 20. Jahrhundert
3.2.2 Das 20. Jahrhundert
3.3 DAS AKTUELLE SCHÖNHEITSIDEAL
3.4 ZUR VERBREITUNG DES SCHÖNHEITSMYTHOS
3.5 AUSWIRKUNGEN DES SCHÖNHEITSMYTHOS
4 ESS-STÖRUNGEN
4.1 ERSCHEINUNGSFORMEN VON ESS-STÖRUNGEN
4.2 DIAGNOSTIK UND KLASSIFIKATION
4.2.1 Anorexia nervosa
4.2.2 Bulimia nervosa
4.2.3 Körperliche und medizinische Folgen von Ess-Störungen
4.3 ERSCHEINUNGSMERKMALE VON ANOREXIE UND BULIMIE
4.4 URSACHEN VON ANOREXIA NERVOSA UND BULIMIA NERVOSA
4.4.1 Biologische Komponente
4.4.2 Psychologische Komponente
4.4.3 Gesellschaftliche Komponente
SELBSTERFAHRUNGSBERICHT
ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Zusammenspiel von Körperidealen, Sport, Gesundheit und dem daraus resultierenden Einfluss auf die Entstehung von Ess-Störungen bei jungen Frauen, wobei die zentrale Fragestellung in der Hinterfragung aktueller Schönheitsnormen liegt.
- Die Rolle des Körpers als gesellschaftliches Statussymbol und Träger von Normen.
- Die ambivalente Beziehung zwischen Sport, Gesundheit und Schönheit.
- Historischer Wandel weiblicher Schönheitsideale und deren gesellschaftliche Konstruktion.
- Klinische Erscheinungsformen, Ursachen und Folgen von Anorexia nervosa und Bulimia nervosa.
- Die Bedeutung von Selbsterfahrung bei der Auseinandersetzung mit Magersucht.
Auszug aus dem Buch
1.3 Modellierung des Körpers
Man schwitzt und hungert dafür, schnürt sich ein oder legt sich unters Messer. Der Körper wird nicht mehr als Schicksal gesehen, sondern als Produkt eines gezähmten Geistes. Der Mensch als Schöpfer seiner selbst, der Körper als Werk, der Glaube an die Macht der Schönheit… (Posch, 2002, S. 21)
Der Körper – im Mittelpunkt des gesellschaftlichen und subjektiven Interesses – wird zum Ort der Gestaltung.
Traditionelle Inszenierungspraktiken wie Mode, Kosmetik, Diäten und Sport werden ergänzt durch moderne Praktiken wie Schönheitsoperationen und body modification (Tattooing, Piercing, Brandings, Cuttings) und sind nur einige der vielfältigen Erscheinungsformen, die den neuen Kult um den Körper beschreiben. Einige Jahre zuvor galten Brandings, Piercings und Tätowierungen noch als Körperinszenierung ausgeflippter Jugendlicher. Diese Bewegung der Jugend ist ein Hinweis auf den veränderten Umgang mit dem Körper. Er gilt als modellierbare Masse, unterliegt also Körperveränderungen und wird nicht länger einfach nur hingenommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 STATUSSYMBOL KÖRPER: Dieses Kapitel analysiert den Körper als Träger gesellschaftlicher Werte und Statussymbol sowie die daraus resultierenden negativen Auswirkungen wie den Gesundheits- und Schönheitswahn.
2 SPORT, GESUNDHEIT, SCHÖNHEIT: Hier wird die ambivalente Rolle des Sports beleuchtet, der einerseits zur Gesundheit beitragen kann, aber andererseits unter dem Druck gesellschaftlicher Schönheitsnormen zu einem Belastungsfaktor für Frauen wird.
3 SCHÖNHEITSIDEALE UND GESUNDHEITSVORSTELLUNGEN: Dieses Kapitel bietet einen historischen Abriss der Schönheitsideale und zeigt deren kulturelle und zeitliche Relativität sowie die mediale Verbreitung des Schönheitsmythos.
4 ESS-STÖRUNGEN: Das Kapitel befasst sich eingehend mit der Symptomatik, den Folgen und den multiplen Ursachen von Anorexia und Bulimia nervosa sowie deren Verankerung in der Leistungsgesellschaft.
Schlüsselwörter
Körperideale, Ess-Störungen, Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Schlankheitswahn, Schönheitsmythos, Körperwahrnehmung, Sportsoziologie, Weiblichkeit, Selbstwertgefühl, Leistungsgesellschaft, Diätverhalten, Körperkult, Gesundheit, Identitätsfindung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit analysiert die gesellschaftlichen und psychologischen Zusammenhänge zwischen modernen Körperidealen, dem Druck zur Selbstoptimierung und der Entstehung von Ess-Störungen bei jungen Frauen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Körper als Statussymbol, die Rolle des Sports in der Gesundheits- und Schönheitsideologie, der historische Wandel von Schönheitsidealen und die klinischen Aspekte der Magersucht sowie Bulimie.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, das aktuelle Schönheitsideal kritisch zu hinterfragen und zu untersuchen, inwieweit der Zwang zur körperlichen Perfektion die Entstehung von psychosomatischen Krankheiten wie Ess-Störungen begünstigt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse soziologischer, psychologischer und sportwissenschaftlicher Fachquellen, ergänzt durch einen subjektiven Selbsterfahrungsbericht der Autorin.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in vier Kapitel, die vom Körper als Statussymbol über die ambivalente Funktion des Sports und den historischen Wandel von Körperbildern bis hin zur detaillierten Klassifikation und Ursachenforschung von Ess-Störungen reichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Körperideale, Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Schlankheitswahn, Schönheitsmythos, Körperwahrnehmung und Selbstwertgefühl.
Was ist das "moderne Körperbild" laut Autorin?
Das moderne Körperbild ist durch Attribute wie Jugendlichkeit, Schlankheit und Fitness geprägt, wobei der Körper zunehmend als gestaltbare "modellierbare Masse" und als Ausdruck von Selbstdisziplin und sozialem Erfolg gesehen wird.
Welche Bedeutung hat der Selbsterfahrungsbericht?
Der Selbsterfahrungsbericht dient dazu, die theoretischen Erkenntnisse durch einen praxisnahen, persönlichen Einblick in den Verlauf und die Dynamik einer Ess-Störung zu ergänzen und zu verdeutlichen, wie gesellschaftliche Erwartungen zur persönlichen Krise führen können.
- Arbeit zitieren
- Simone Bunse (Autor:in), 2003, Körperideale und Essstörungen. Ein zeitgenössisches Problem junger Frauen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13733