Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die Musik - RechtsRock 4
2.1. Definition 5
2.2. Verurteilungen rechtsextremistischer Bands 5
2.3. Themen der Liedtexte 6
2.4. Veranstaltungen 7
2.5. Vertrieb 9
2.6. Staatliche Maßnahmen 11
3. Entwicklung des Musikstils - Subkulturelle Wandlung 12
3.1. Black Metal 12
3.2. Schwarz-Braun - Dark Wave und Neofolk 14
3.3. Zunehmende Vermischung 15
4. Musik als Lockmittel Strategie 16
4.1. Jugendliche als Zielgruppe rechtextremismistischer Ideologien 18
4.2. Die Mitte der Gesellschaft 19
5. Auseinandersetzung im sozialpädagogischen Kontext 20
6. Quellverzeichnis 26
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1. Einleitung
Die Zielgruppe von rechtsextremistischer Musik ist sehr breit gefächert. Über den „Kader“ hinaus, wird vor allem gezielt die Anwerbung von Jugendlichen über dieses Medium betrieben. Es werden mit rassistischen, antisemitischen und gewaltverherrlichenden Texten neonazistische Ideologien und Argumentationsweisen propagiert. Daneben ist Musik im Allgemeinen für Jugendliche ein identitätsbildendes Element, sowohl persönlich, als auch politisch.
Dabei sind die Musikgenres sehr vielfältig. Von volkstümlichen Liedermachern, über stereotype Skinheadmusik, bis hin zur Rock-, Gothic- und Metal-Szene ist die Spannbreite gestreckt. Insgesamt gibt es momentan ungefähr 150 aktive Rechtsrock Bands in Deutschland. Rechtsextremismus wird dabei als Geisteshaltung mit Rassen diskrimierenden, antisemitischen, NS- oder kriegsverherrlichenden Inhalten (BPjM: 2006, S.8) in den Musiktexten eingearbeitet. Besonders die Entwicklung von Rechtsrock ist weiterhin ein präsentes Thema, vor allem wegen dem Boom und der Dynamik, die sich während der letzten Jahre entwickelt haben. Die Musik ist aus vielen Bereichen der extremen Rechten derjenige, der sich am schnellsten und differenziertesten entwickelt hat und dies auch weiterhin tut.
Zunächst werde ich auf die Musik als solches eingehen, das heißt im Konkreten auf die Definition, die Entwicklung des Musikstils (und die Streuung in andere Subkulturen), Themen und Inhalte der Musik und inwiefern sie als Lockmittel für Jugendliche genutzt wird. In einem weiteren Punkt erörtere ich, warum gerade Jugendliche so eine interessante Zielgruppe für die Rechten darstellen. Auch Anknüpfungspunkte zur Mitte der Gesellschaft werde ich erläutern. Abschließend werde ich meine Betrachtungen im Kontext der Sozialen Arbeit beenden.
Aufgrund der großen Spannbreite dieser Thematik, die mir vorher nicht bewusst schien, habe ich mir diese oben genannten Schwerpunkte setzen müssen, um nicht zu ausführlich zu werden. Ursprünglich plante ich in meiner Gliederung auch noch die Betrachtung der Frauen in der rechtextremismistischen Szene ein, jedoch wäre dies Thema genug für eine separate Arbeit.
Ich beziehe mich in meinen Ausführungen über einige andere Subkulturen, als die der Skinheads, besonders auf Sparten der Schwarzen Szene, da ich selbst in diese einen großen Einblick erfahren habe. Um dem gleich vorweg zu greifen, meine Ausführungen sollen keine Verallgemeinerungen oder stereotypischen Darstellungen
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sein (und auch nicht zu diesen führen), sondern lediglich die Beschreibung dieses rechtsextremen Teils der Szene darstellen. Konkret bedeutet dies, dass ich nie von der Subkultur im Gesamten rede, sondern lediglich von dem politisch fragwürdigen Anteil. In der Schwarzen Szene stellt dies aber immer noch und glücklicherweise eine Minderheit dar. So hoffe ich aber dennoch, die rechtsextremistischen Tendenzen verdeutlichen zu können, denn auch dieser verhältnismäßig kleine Anteil rechter Szeneangehöriger (vertreten in Musikgruppen, Labels, Magazinen und Konzertveranstaltern) versucht natürlich, die Szene nach rechts zu rücken. Diese Gruppierung könnte man bezeichnen als
„Eine Kultur, die in ihren Werten und ihrem Ausdruck ein extrem rechtes Weltbild spiegelt und in der Jugendliche sowie junge Erwachsene ihre politischen Ideen unter ästhetischen Vorzeichen ausleben können. Und das, ohne sich den neonazistischen Skinheads, einer extrem rechten Partei oder einer 'Kameradschaft' anschließen zu müssen.“ (Dornbusch, Raabe: 2002, S.295) Wie dabei angesprochen, schreckt vor allem der Zusammenschluss in einer Organisation oder Partei viele Angehörige der Schwarzen Szene (vermutlich auch anderer Subkulturen) ab, jedoch bleibt die Ideologie die gleiche.
2. Die Musik - „RechtsRock“
Es gibt in Deutschland ungefähr 150 rechtsextremistische Musikgruppen und hinzukommend ungefähr 25 Liedermacher, die aktiv in der Szene sind (Bundesamt für Verfassungsschutz: 2007, S.12). Dabei gibt es eine große Fluktuationsquote. Nur ungefähr 30 Bands bestehen seit den 1990er Jahren. Typisch für diese Bands sind die wechselnden Besetzungen, oftmals treten bekannte Akteure/ Bandmitglieder in unterschiedlichen Konstellationen und Gruppen auf.
Keine der Bands hat einen Plattenvertrag bei einer bekannten, etablierten Plattenfirma. Insgesamt war die rechtsextremistische Musik seit Anbeginn nie im Mainstream-Musikmarkt, der auch den öffentlichen Handel dominiert, vorhanden. Deutsche Bands und Musiker wahren oftmals sehr genau die Grenze zur Strafbarkeit, so dass viele Texte zwar deutlich rechtsextremistisch einzusiedeln sind, jedoch verfassungsrechtlich bzw. gemäß dem Strafgesetzbuch nicht verfolgbar sind. Häufig werden Liedtexte anwaltlich geprüft (BA für VerfSch: 2007, S.10) um
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Strafverfahren und Indizierungen zu vermeiden. Strafrechtlich relevante Musik wird eher aus dem Ausland vertrieben und produziert.
2.1. Definition
„Unter Rechtsrock kann (...) jegliche Art von Musik zusammengefasst werden, deren Message, mehr oder weniger offen, rassistisch, nationalistisch, antisemitisch oder neonazistisch ist.“ (BPB: 2007, S.2) so lautet die Definition der Bundeszentrale für politische Bildung. Der RechtsRock wird auch als eine Form des Message-Rocks bezeichnet, da die inhaltliche Botschaft wichtiger ist, als die musikalische Verortung (Vgl. Dornbusch, Raabe: 2002, S.313). Sie bezeichnet insbesondere die Musik von rechtsextremen Skinheadbands, welche auch als White Noise bekannt ist. Es gibt keine einheitliche deutsche Rechtsrockszene, in ihr sind verschiedene Genres, Interpreten, Interessen und Inhalte inbegriffen. Die Genres sind vornehmlich in der Pop- und Rockmusik (Rock, Dark Wave, Heavy Metal, Death Metal, Black Metal, Hardcore, Hatecore, Liedermacher, Volksmusik, Neofolk, usw.), neuerdings auch im HipHop zu verorten. Die Hörerschaft ist entsprechend unterschiedlich und bildet keine einheitliche, homogene Gruppe. Die Musik ist „Ausdrucksmittel rassistischer Vorurteile, sozialchauvinistischer Arroganz und nationalistischer Großmachtfantasien“ (Dornbusch, Raabe: 2002, S.9). Bereits die Namensgebungen der rechtsextremistischen Bands haben meist eindeutige Ausrichtungen. Dabei sind vor allem die Attribute aggressiv (z.B. Burning Hate, Act of Violence), rassistisch (z.B. Race War), auf den Nationalsozialismus beziehend (z.B. Blitzkrieg, Kommando Freisler), germanisch-mythologisch (z.B. Sleipnir, Asatru) und militaristisch (z.B. Division, Landser) zu nennen.
2.2. Verurteilungen rechtsextremistischer Bands
Eine beispiellose Sonderstellung innerhalb der rechtsextremistischen Szene stellt die Band Landser dar, deren sämtliche Veröffentlichungen illegal vertrieben wurden und sie dennoch so populär sind. Sie bezeichnen den Zweck ihres gemeinsamen, musikalischen Wirkens als die konspirativ organisierte Verbreitung ihrer Ideologie durch Musik mit strafbaren, insbesondere volksverhetzenden und die Bundesrepublik verleugnenden Inhalten. Der Bandleader ist Michael Regener (auch „Lunikoff“ genannt). Trotzdem sich das Image der Untergrundband erhält, sind sie eine der bekanntesten rechtsextremistischen Bands aus mehreren Gründen. Zum Einen
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wegen der Verurteilung aufgrund der Bildung einer kriminellen Vereinigung (§ 129 StGB, damit stellen Landser erste Band dar, die aufgrund dieses Pragraphen verurteilt wurde), weswegen die Mitglieder Band im Jahr 2005 zu Freiheitsstrafen verurteilt wurden (Vgl. Dornbusch, Raabe: 2002, S.316). Des weiteren, weil die Liedtexte der Band immer wieder bei rechtsextremistischen Gewalttaten zitiert und gesungen wurden. Und zum Dritten aus dem Grunde, dass der Sänger Regener vor seinem Haftantritt der NPD beitrat und sein letztes Konzert bei einer Parteiveranstaltung gab.
Weitere Verurteilungen bekamen die Bands „Race War“, eine deutsche Hatecore Band, wegen dem gleichen Paragraphen und „Noie Werte“, die nach ihrer Verurteilung nur noch strafrechtlich irrelevante, aber weiterhin deutlich rechtsorientierte Musik produzierten.
2.3. Themen der Liedtexte
Die Inhalte der Musik schließen an die Bandnamensgebungen an. Thematisch wird sich mit der völkisch-germanischen Mythologie befasst. Weiterhin sind die Inhalte NS-verherrlichend, wobei vor allem die Ideologie des Nationalsozialismus verherrlicht oder verharmlost wird, die Rassenlehre befürwortet, sowie auch das autoritäre Führerprinzip und das Volkserziehungsprogramm. Ebenso wird der Holocaut geleugnet und Führungskräfte des Nationalsozialismus erlangen eine Vorbild- und Heldenfunktion. Hinzukommend ist die Musik kriegsverherrlichend, deutsche Soldaten im Kampf um das Vaterland werden heroisiert. Es wird Ausländerfeindlichkeit, rassisches Denken, die Ablehnung von Einwanderung (Menschen anderer Herkunft, Religions- oder ethnischen Zugehörigkeit werden als minderwertig betrachtet und daraufhin diskriminiert) propagiert. Der Antisemitismus beruht auf dem Glauben an die „jüdische Weltverschwörung“ (Dornbusch, Raabe: 2002, S.9), die demnach Schuld am Unheil sei. Gewalt wird vor allem gegenüber MigratInnen, türkischen Menschen und Menschen mit dunkler Hautfarbe oder Andersdenkenden verherrlicht. Dabei wird zur Vertreibung, Verletzung oder gar Tötung aufgerufen.
Weiterhin ist die Musik aber auch kapitalismus- und globalisierungskritisch, sie zeigt gesellschaftliche und wirtschaftliche Missstände auf, kritisiert das politisches System, welches geprägt sei von Korruption der Demokraten und mangelnden Problemlösungskompetenzen.
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Es werden aktuelle politische Ereignisse, wie beispielsweise der 11. September, der Irakkrieg, soziale Ungleichheit oder Hartz IV aufgegriffen.
Georg Seeßlen führt in seinem Text „Gesänge zwischen Glatze und Scheitel – Anmerkungen zu den musikalischen Idiomen der RechtsRock-Musik“ (Dornbusch, Raabe: 2002, S.125ff.) aus, dass die Inhalte der Musik immer in drei Perspektiven betrachtet werden, da die Identifizierung über die Wirkung auf die eigene Szene, den Mainstream der Mitte der Gesellschaft und die politische Führung, also den großen parteilichen Rahmen, erfolgt.
Insgesamt sind die Texte geprägt von einer „stereotypen Darstellung von Vorbild, Selbstbild und Feindbild“ (BPB:2007, S.8). Bestimmte Klischees werden bedient und ein eindeutig definiertes Menschenbild damit propagiert. An diese Betrachtung schließt auch der Text „Trotz Verbot nicht tot“ von Henning Flad (Dornbusch, Raabe: 2002, S. 91 ff.) an. In diesem Text analysiert er Songtexte nach bestimmten Kriterien. So stellt er fest, dass sich die Themen immer anhand einer ähnlichen Dreifaltigkeit darstellen, wie bereits oben benannt. Er differenziert in „Liebesobjekte“ (so wären Deutschland und die Fahne, der Alkohol zu nennen), „Gutes“, also Helden (Ian Stuart, Rudolf Heß, die Wehrmacht, Wikinger und nordische Gottheiten) und „Böses“, die Feindbilder (AusländerInnen, JüdInnen, Linke, Punks, Polizei, Justiz). Weiterhin stellt er fest, dass sich die Inhalte der Lieder im Laufe der Jahre immer radikaler entwickelt haben, ebenso wie auch eine Zunahme der Schnittmenge zur gesellschaftliche Mitte deutlicher wurde. Es entstanden auch gemeinsame Feindbilder mit dem gesellschaftlichen Mainstream, so sind beispielsweise Hartz IV, Drogenhändler und Sexualstraftäter zu benennen.
2.4. Veranstaltungen
Im Wesentlichen gibt es zwei Formen musikalischer Veranstaltungen. Zum Einen sind das die Skin-Konzerte mit überwiegend jungem, subkulturellem Publikum und zum Anderen die Parteiveranstaltungen und Pressefeste, die oft musikalisch untermalt werden.
Rechtsextremistische Konzerte finden überwiegend in Ostdeutschland statt (BA für VerfSch: 2007, S.18), weiterhin ist insgesamt eine Zunahme von Konzerten rechtsextremistischer Bands zu erkennen, wobei die Jahre 1998 bis 2006 betrachtet werden. Die Ausrichtung übernehmen oft Einzelpersonen aus der rechtsextremen Szene oder von Plattenfirmen/ Labels. Bis zum Jahr 2000 wurden viele Konzerte von
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Arbeit zitieren:
Dana Süß, 2009, RechtsRock, München, GRIN Verlag GmbH
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