„Spekulanten mögen unschädlich sein als Seifenblasen auf einem
steten Strom der Unternehmungslust. Aber die Lage wird ernsthaft,
Inhalt
1. Einleitung 4
2. Relevanz der „Hypothese der finanziellen Instabilität“ 6
von Hyman P. Minsky
2.1. Akteure 7
2.2. Die „Hypothese der finanziellen Instabilität“ 8
3. Die US-Immobilienkrise 2007/08 10
3.1. Der US-Immobilienboom 11
3.2. Die Krise des US-Immobiliensektors 13
4. Fazit 15
5. Literatur 16
3
1. Einleitung
Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit ist das spekulative Verhalten von Finanzakteuren als Ursache von Finanzkrisen. In einem spezielleren Sinne wird in diesem Zusammenhang die US-Immobilienkrise 2007/08 untersucht. Das Thema erscheint von besonderer und aktueller Relevanz, da sich seit 2007 die weltweit größte Finanzkrise seit 1929 abzeichnet. „Eine Krise, die 23 Billionen Dollar Wertverlust an den Börsen der Welt“ verursacht und „bislang 21 Banken allein in den USA in den Ruin trieb“ (Balzli et al. 2008, 46). Des Weiteren droht „eine 57-Billionen-Dollar-Blase, entstanden vor allem durch spekulative Kreditversicherungen“, zu platzen und „die Weltrezession dramatisch zu verschärfen“ (Balzli et al. 2008, 80). Der Ursprung dieser globalen Notlage des Finanzsektors ist in der USamerikanischen Immobilien- bzw. „Subprime“-Krise zu sehen (Zeise 2008, 41). Die Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise auf die Realwirtschaft sind gravierend. So rechnen Wirtschaftsinstitute zum Beispiel für Deutschland in 2009 mit einer Verringerung des Bruttoinlandsprodukts um zwei Prozent. Prognostiziert wird ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen um möglicherweise mehr als eine halbe Millionen. Erste Symptome dieses Trends werden im November 2008 sichtbar. Ausgelöst durch die Krise brechen die Auftragseingänge um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein. Zusätzlich ist ein starker Rückgang der Exporte zu konstatieren (LpB 2009, 1). Piper und Kotynek sprechen in Hinblick auf die durch die Finanzkrise ausgelöste Wirtschaftskrise von der „ersten weltweiten Rezession seit 1945“ (Piper & Kotynek 2009).
Über die „Schuldigen“ der Finanzkrise ist man sich im öffentlichen Diskurs schnell einig. Als Auslöser „dieses Kapitalverbrechens“ sieht beispielsweise „Der Spiegel“ in seinem Leitartikel vom 17.11.08 die „Banker und Spekulanten“ (Balzli, Beat et al. 2008, 42-80). Laut Kneip wird „der Bankraub“ (Balzli, Beat et al. 2008, 42-80) durch „einfallsreiche, skrupellose Finanzjongleure[, die] jahrelang mit Milliarden zockten und die Risiken rund um den Globus versteckten“, begangen (Kneip 2008, 1). In diesem Kontext wird in der vorliegenden Hausarbeit die Forschungsfrage nach einem Zusammenhang zwischen spekulativem Verhalten von Finanzakteuren und der US-Immobilienkrise 2007/08 aufgeworfen. Aus dieser Fragestellung wird die
4
Forschungsthese, dass die US-Immobilienkrise 2007/08 durch das spekulative Verhalten von Finanzakteuren ausgelöst worden ist, entwickelt. Die wissenschaftliche Einordnung dieser These in einen theoretischen Rahmen erfolgt in Form des postkeynesianischen Ansatzes der „Hypothese der finanziellen Instabilität“ von Hyman P. Minsky (Minsky 2006).
Erklärungsziel der vorliegenden Arbeit ist die Analyse und Darstellung des spekulativen Verhaltens von Finanzakteuren als Auslöser von Finanzkrisen. Exemplarisch wird die US-Immobilienkrise 2007/08 aufgegriffen. Dies geschieht in dem Bewusstsein, dass neben spekulierenden Akteuren vielfältige andere Momente zur Entwicklung der US-Immobilienkrise beigetragen haben. Als solche können unter anderem die „Niedrigzinspolitik der US-Notenbank“ (Münchau 2008, 33), die „chinesischen Dollar-Käufe“ (Sommer 2008, 3), die „japanischen Niedrigzinsen“ (Sommer 2008, 3), die „globalen Ungleichgeweichte“ (Zeise 2008, 87-94), das Prinzip der „Verbriefung“ (Zeise 2008, 13), die „Ratingagenturen“ (Münchau 2008, 12) und das „Versagen der Politik seit den 1990er-Jahren“ (Sommer 2008, 3) gesehen werden. Der begrenzte Umfang sowie die inhaltliche Zielsetzung der vorliegenden Hausarbeit lässt jedoch eine detaillierte Untersuchung dieser Faktoren nicht zu.
Um sich der Forschungsfrage bzw. der aufgestellten These anzunähern, wird unter 2. zunächst die besondere und aktuelle Relevanz des Ansatzes von Minsky dargestellt. Des Weiteren wird die zu untersuchende Forschungsebene beschrieben. Unter 2.1. erfolgt eine akteurzentrierte Hinleitung zur „Hypothese der finanziellen Instabilität“. In einem nächsten Schritt wird in 2.2. eine allgemeine Darstellung dieser These geleistet. Hierbei liegt der Fokus auf dem Verhalten von Akteuren in Boomphasen und in Zeiten des Abschwungs. In Abschnitt 3. werden die theoretischen Überlegungen auf ein Fallbeispiel angewendet. Zu Beginn wird die Relevanz der US-Immobilienkrise beschrieben. Ferner wird eine Definition der Variablen der Forschungsthese vorgenommen. In 3.1. und 3.2. wird das Verhalten von spekulativen Akteuren in der Boomphase vor dem Ausbruch der US-Immobilienkrise 2007/08 und im Verlauf der Krise beschrieben. Dabei werden Analogien zwischen den theoretischen Konzeptionen Minskys und der Immobilienkrise gezogen. Abschließend erfolgt unter 4. ein Fazit. In diesem wird diskutiert, inwieweit die eigene Forschungsthese als angenommen betrachtet werden
5
Arbeit zitieren:
Bachelor of Arts Hans von Soest, 2009, Die Hypothese der finanziellen Instabilität von Hyman P. Minsky am Beispiel der US-Immobilienkrise 2007/08, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Reformvorschläge für Institutionen der Weltumweltpolitik
Politik - Internationale Politik - Klima- und Umweltpolitik
Hausarbeit (Hauptseminar), 35 Seiten
Max Weber: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Referat (Ausarbeitung), 11 Seiten
Die Rolle des IWF in Wirtschafts- und Währungskrisen
VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
Seminararbeit, 26 Seiten
Risiko und Kapitalkosten: Das Capital Asset Pricing Model
BWL - Investition und Finanzierung
Seminararbeit, 51 Seiten
Der Fall Microsoft zwischen Harvard- und Chicago School - Eine wettbew...
Hausarbeit, 37 Seiten
Die Arbeitnehmerfreizügigkeit in der Rechtsprechung des EuGH
Jura - Europarecht, Völkerrecht, Internationales Privatrecht
Wissenschaftlicher Aufsatz, 19 Seiten
Die Rolle der nationalen Parlamente nach dem EU-Reformvertrag
Jura - Europarecht, Völkerrecht, Internationales Privatrecht
Seminararbeit, 37 Seiten
Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise von 2007 bis dato
Entstehung, Folgen, Lösungsans...
Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie
Seminararbeit, 16 Seiten
Kleine europäische Länder in internationalen Organisationen
BWL - Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Seminararbeit, 36 Seiten
Rating Agenturen und Finanzdienstleister - Probleme und Lösungsansätze
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Hausarbeit, 36 Seiten
Das Problem der Interoperabilität im europäischen Microsoft-Fall
Ein Beispiel für die Kollision...
Seminararbeit, 20 Seiten
Keynesianische Global Governance - Gegenmodell zur neoliberalen Global...
Politik - Internationale Politik - Allgemeines und Theorien
Seminararbeit, 22 Seiten
Entwicklung und Transformation von Neutralität - Ein Vergleich zwische...
Politik - Politische Systeme - Allgemeines und Vergleiche
Diplomarbeit, 221 Seiten
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Seminararbeit, 19 Seiten
Finanzmarktstabilität am Beispiel der aktuellen Finanzkrise
BWL - Investition und Finanzierung
Hausarbeit, 8 Seiten
Hans von Soest's Text Die Hypothese der finanziellen Instabilität von Hyman P. Minsky am Beispiel der US-Immobilienkrise 2007/08 ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Hans von Soest hat den Text Die Hypothese der finanziellen Instabilität von Hyman P. Minsky am Beispiel der US-Immobilienkrise 2007/08 veröffentlicht
Hans von Soest hat einen neuen Text hochgeladen
The General Theory of Employment, Interest and Money by John Maynard K...
John Maynard Keynes
John Maynard Keynes: Critical Responses
Charles R. , Jr. McCann, C. McCann Jr, Charles R. McCann Jr
John Maynard Keynes and International Relations: Economic Paths to War...
Donald John Markwell
0 Kommentare