Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Einordnung des Modells zur Financial Fragility nach Allen and Gale in die
theoretischen Ansätze zu Finanzkrisen 1
3. Das Modell zur Financial Fragility nach Allen Gale 3
3.1 Das Grundmodell 3
3.2 Die verschiedenen Gleichgewichte 7
3.2.1 Fundamentales Gleichgewicht ohne aggregierte Unsicherheit 7
3.2.2 Gleichgewicht mit aggregierter Unsicherheit 8
3.2.3 „Sunspot“ Gleichgewicht 9
3.3 Modellerweiterungen 10
3.3.1 Einführung risikofreudiger und risikoaverser Banken 10
3.3.2 Individuelle Liquiditätsschocks für Banken 11
3.3.3 Gleichgewichte ohne Insolvenzen einzelner Banken 12
4. Empirische Evidenz 13
5. Fazit und Modellkritik. 15
///
Symbolverzeichnis
t Periode
R Rendite einer Einheit der langfristigen Anlage im Zeitpunkt 1
E[] Erwartungswert
U(Â) Nutzen
c Konsum zum Zeitpunkt t Anteil der Konsumenten mit hoher Gegenwartspräferenz
s Zustand der aggregierten Unsicherheit
H Hohe aggregierte Unsicherheit
L Geringe aggregierte Unsicherheit s Anteil der Konsumenten mit hoher Gegenwartspräferenz im jeweiligen Zustand s
y Anteil, den eine Bank in die kurzfristige Anlage investiert
(1-y) Anteil, den eine Bank in die langfristige Anlage investiert
p s Preis des zukünftigen Konsums in Einheiten heutigen Konsums
d t Auszahlung an die Konsumenten gemäß Einlagenvertrag in t
c ts (d,y) Konsum in t, im Zustand s in Abhängigkeit von einer jeweiligen Auszahlung und dem Anteil der kurzfristigen Anlage im Portfolio einer Bank
P s Preis einer Einheit der langfristigen Anlage in t = 1
c Konstante der aggregierten Unsicherheit in beiden Zuständen Aggregierte Unsicherheit im Zustand H
(c 1 ,c 2 ) Konsumbündel, welches eine Bank gemäß Einlagenvertrag anbietet
S s (P) Aggregiertes Angebot für alle Preise P und Zustände s
D s (P) Aggregierte Nachfrage für alle Preise P und Zustände s 0 Die aggregierte Unsicherheit konvergiert gegen Null Wahrscheinlichkeit mit der der Zustand H eintritt
(1-) Wahrscheinlichkeit mit der der Zustand L eintritt
////
Anteil der risikoaversen Banken
(1-) Anteil der risikofreudigen Banken ~ λ
Zufallsvariable über den Anteil der Konsumenten mit hoher
s
Gegenwartspräferenz d s Auszahlung an die Konsumenten gemäß Einlagenvertrag der risikoaversen Banken y s Anteil, den eine risikoaverse Bank in die kurzfristige Anlage investiert
/ss
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~ λ
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1. Einleitung
Diese Arbeit befasst sich mit der Entstehung von Finanzkrisen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzkrise scheint daher kaum eine Frage wichtiger als die nach der Entstehung solch einer Krise. Sind es zufällige Ereignisse, die spontan auftreten oder unumgängliche Ereignisse, die dem Wirtschaftszyklus folgen? Bereits 2004 wiesen Schnabel and Shin in ihrer empirischen Studie über eine Welle von Bankeninsolvenzen in Nordeuropa 1763 darauf hin, dass sich Krisen schnell verbreiten und sich die Intermediäre gegenseitig „anstecken“, wenn sie stark vernetzt sind, was vor allem für moderne Finanzsystemen mit komplexen Derivatverträgen gilt. 1 Die Richtigkeit dieser These wurde durch die derzeitige Krise schmerzhaft bewiesen.
Diese Arbeit soll dabei helfen, die Gründe solcher Finanzkrisen zu verstehen. Zunächst werden in Abschnitt 2 wichtige theoretische Ansätze zu Finanzkrisen sowie deren Thesen vorgestellt. Daraufhin wird im Abschnitt 3 das Modell nach Allen and Gale zur Financial Fragility ausführlich erläutert. Der Begriff Financial Fragility beschreibt „[…]situations in which small shocks have a significant impact on the financial sytem“ 2 . Neben dem Modell und dessen Gleichgewichten werden anschließend einige Erweiterungen vorgestellt. Es folgen verschiedene empirische Studien, in denen die Autoren historische Finanzkrisen analysieren und nach Gründen für ihr Entstehen suchen. Dieser Teil greift einige theoretische Ansätze aus Abschnitt 2 erneut auf. Letztlich werden in einem kurzen Fazit die Erkenntnisse dieser Arbeit zusammengefasst und einige kritische Anmerkungen zum Modell der Financial Fragility gemacht.
2. Einordnung des Modells zur Financial Fragility nach Allen & Gale in die
theoretischen Ansätze zu Finanzkrisen
Grundsätzlich gibt es zwei traditionelle Sichtweisen über die Entstehung von Finanzkrisen. Zum einen die Ansicht, dass es sich bei den Krisen um spontane Ereignisse handelt, was mit Begriffen wie „mass hysteria“ oder „mobb psychology“ verbunden ist. 3 Die neuere Literatur dieser These spricht dagegen von Krisen als Gleichgewichtskoordinationsfehler. 4 In beiden Arbeiten bilden sich die Sparer Erwartungen über den Wert des Portfolios einer Bank. Die Konsumenten, die nun eine Auszahlung verlangen, werden entsprechend ihres Platzes in der Warteschlange bedient. Der Grund, eine Auszahlung
1 Vgl. Schnabel 6 Shin (2004), S. 953.
2 Allen and Gale (2007), S. 126.
3 Vgl. Kindleberger (1978).
4 Vgl. Bryant (1980) und Diamond and Dybvig (1983).
Arbeit zitieren:
Stefan Huesmann, 2009, Finanzkrisen, München, GRIN Verlag GmbH
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