Gliederung
1 Einleitung
2 Ruhe- und Aktionspotential der Herzmuskelzelle
2.1 Grundlagen
2.2 Ruhemembranpotential
2.3 Aktionspotential
2.4 Refraktärphase
3 Erregungsbildung und -ausbreitung im Herzen
3.1 Reihenfolge der Erregungsausbreitung
3.2 Hierarchie der Herzerregung und Ersatzrhythmen
3.3 Die Erregungsbildung im Herzen
3.4 Elektromechanische Kopplung
3.5 Vegetative und afferente Innervation des Herzens
4 Das Elektrokardiogramm (EKG)
4.1 Grundlagen der Elektrokardiographie
4.2 Die einzelnen Abschnitte des EKG
5 Fazit
6 Literatur
3
1 Einleitung
Vergleicht man den Herzmuskel mit der Skelettmuskulatur, dann bestehen bei der Erregung des Herzens, ihrer Ausbreitung und der Kontraktion des Herzmuskels eine Reihe von Besonderheiten. Nimmt man im Tierversuch, z. B. beim Frosch, das Herz aus dem Körper heraus und führt ihm genügend sauerstoff- und nährstoffreiches Blut zu, dann kann das isolierte Herz einige Stunden lang außerhalb des Körpers spontan schlagen, d. h. sich rhythmisch kontrahieren, ohne dass es von Nerven versorgt wird (sogenannte Autorhythmie). Demnach besitzt das Herz ein automatisch arbeitendes System, das Erregungen bilden und innerhalb des Herzmuskels weiterleiten kann. In der folgenden Arbeit soll nun zunächst auf das Ruhe- und Aktionspotential der Herzmuskelzelle eingegangen werden. Im nachfolgenden Punkt wird die Erregungsbildung und Erregungsausbreitung im Herzen behandelt und im Anschluss daran soll noch eine kurze Einführung in das Elektrokardiogramm gegeben werden.
2 Ruhe- und Aktionspotential der Herzmuskelzelle 2.1 Grundlagen
Der Herzmuskel besteht aus einem Geflecht von Herzmuskelzellen. Dabei
1
funktionellen Synzytium verknüpft, d. h. wenn irgendwo im Herzen eine Erregung entsteht, breitet sie sich in der Regel über das ganze Herz aus. Das Herz gehorcht deswegen als Ganzes dem Alles-oder-nichts-Prinzip. Das bedeutet, dass je nach Reizstärke entweder das ganze Herz erregt wird und kontrahiert oder dass - bei einem unterschwelligen Reiz - überhaupt keine Erregung und Kontraktion stattfindet (vgl. ANTONI 2000 28 , 472).
Ähnlich wie in der Skelettmuskulatur „wird auch die Kontraktion des Herzmuskels durch Veränderungen des Membranpotentials mit Überschreitung des Schwellenpotentials hervorgerufen, das über eine veränderte Membranpermeabilität für Ionen zum Ablauf eines Aktionspotentials (Erregung) führt“ (KUROWSKI / RENZ-POLSTER 2000, 27) (vgl. Abb. 1).
2.2 Ruhemembranpotential
Das Ruhemembranpotential 1 der Herzmuskelzellen beträgt in der Diastole ca. -90 mV (Zellinneres immer negativ gegen den extrazellulären Raum) und wird hauptsächlich durch die ungleiche Konzentration der Kaliumionen im Intra- und Extrazellulärraum verursacht. Dieser Konzentrationsunterschied wird durch die Na + -K + -ATPase (Na + -K + -Ionenpumpe) bewirkt, die mehr Na+ aus der Zelle heraus als K+ hinein pumpt und dadurch ein negatives Membranpotential verursacht (vgl. MARÉES 2002 9 , 53-54).
2.3 Aktionspotential
Der initiale Reiz, der das Aktionspotential (vgl. Abb. 1) der Herzmuskelzelle einleitet, geht in der Regel vom Sinusknoten aus (siehe 3). Er bewirkt eine Depolarisation der Membran bis auf -65 mV, das sogenannte Schwellenpotential 2 , das ein Aktionspotential der Herzmuskelzellen auslöst. Das Aktionspotential lässt sich in drei charakteristische Phasen unterteilen: eine rasche Depolarisationsphase, eine Plateauphase und eine Repolarisationsphase.
In der schnellen Depolarisationsphase bewirkt durch kurzfristige Öffnung von Na + -Kanälen ein sehr rascher Na + -Einstrom eine überschießende Änderung des Membranpotentials auf ca. +30 mV (Overshoot). Die Na+-Kanäle schließen sich danach wieder und können erst ab einem Membranpotential von ca. -60 mV erneut
1 Membranpotential im Ruhezustand erregbarer Zellen.
2 Kritischer Wert, bei dessen Überschreitung Na + -Kanäle aktiviert werden.
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Arbeit zitieren:
Martina Schnetter, 2003, Elektrophysiologie des Herzens, München, GRIN Verlag GmbH
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