In nh ha al lt t I
1. Einleitung 1
2. Allgemeines zum Instrument 1
3. Frühgeschichte des Horns 1
4. Das Mittelalterliche Horn und die soziale Stellung der Blasinstrumente 3
5. Entwicklungen zur Zeit der Renaissance und im Barock 4
6. Gravierende Veränderungen im Hornbau des 18. Jahrhunderts 6
7. Die Entwicklung des Ventilhorns im 19. Jahrhundert 8
8. Zusammenfassung 10
9. Literatur- und Quellenverzeichnis 11
1. Einleitung Einleitung 1.
In der vorliegenden Hausarbeit wird die Entwicklung des Instrumentes „Horn“ historisch nachgezeichnet und übersichtlich zusammengefasst. Soziologische Betrachtungen sowie technische Errungenschaften werden mit herangezogen, sofern sie, wie oftmals geschehen, für die baulichen und klanglichen Veränderungen des Horns mit verantwortlich sind. Des Weiteren möchte ich im Verlauf der gesamten Arbeit immer wieder auf sehenswerte Ausstellungsstücke des Instrumentenmuseums der Universität Leipzig hinweisen und auch charakteristische Merkmale daran aufzeigen.
2. Allgemeines zum Instrument Allgemeines zum Instrument 2.
Die Bezeichnung Horn ist heute allgemein üblich, jedoch findet man daneben auch noch den Terminus Waldhorn, um Verwechslungen mit den Instrumenten der Bügelhörner auszuschließen. Man versteht darunter ein Blechblasinstrument mit enger Mensur, zunächst konische, dann zylindrische, dann wieder konische Bohrung mit schwachem Konus, stark ausladenden Schalltrichter und in der Regel drei linksseitig angebrachten Ventilen. 1 Seit 1710 ist F die wichtigste Stimmung des Instruments, heute werden daneben auch noch Hörner in B verwendet. Ein um 1897 erfundenes Doppelhorn lässt beide Stimmungen kombinieren. Messing, Goldmessing oder Neusilber werden zur Herstellung von Hörnern heutzutage verwendet. Notiert werden die Instrumente in der Regel in F und im Bass- bzw. Violinschlüssel gelesen. 2 Auf dem Horn lassen sich sog. Doppeltöne erzeugen, indem ein tiefer Ton angeblasen und in einer höheren Oktave ein weiterer Ton dazu gesummt wird. Dabei entstehen Summationstöne, die den Zwischenraum akkordisch auffüllen. 3
3. Frühgeschichte des Horns Frühgeschichte des Horns 3.
In der Instrumentenkunde werden die Horninstrumente in zwei Unterkategorien eingeteilt: Trompeten und Hörner. 4 Für die Frühgeschichte lässt sich hier jedoch keine klare Trennung vornehmen; das einzig Verbindende aller Horninstrumente ist wohl letztlich die Art und Weise der Tonerzeugung. 5 Der Instrumentenkörper konnte aus einer Röhre jedweder Art bestehen, denn die Natur bietet genug solcher Rohmaterialien, die auch ohne größeren
1 Holmes, Peter: Artikel „Hörner“, in: MGG, 2. Auflage, Sachteil, Bd. 4, Kassel: 1997, Sp. 369.
2 Ebd., Sp. 373f.
3 Ebd., Sp. 375.
4 Ebd., Sp. 361.
5 Ebd., Sp. 362.
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Arbeitsaufwand verwendet werden konnten: Tierhörner, Gehäuse von Meeresschnecken, Seemuscheln, aber auch Kürbisse, Zweige oder Stämme von Bäumen oder Schilfgräsern. 6 Tierhörner waren dabei die Vorläufer für die weitere Entwicklung der Horninstrumente und wurden entweder von der Spitze oder durch ein Loch in der Seitenwand angeblasen. Das gekrümmte Tierhorn (wie z.B. das eines Stieres oder Widders) ist durch das römische Cornu, die skandinavische Lure, der Irischen Querhörner und den mittelalterlichen bzw. heute noch üblichen Hörnern weiterentwickelt worden; aus den geraden Formen (wie das eines Antilopenhorns) entstanden die römische Tuba, Trompeten Chinas und Nepals sowie die mittelalterliche Busine. 7
Nahezu jede Kultur hatte eine etwas abgeänderte Form eines Horns als Musik- bzw. Kultinstrument; an dieser Stelle seien nur die wichtigsten namentlich erneut erwähnt: Schofar (Widderhorn), ein heiliges Instrument bei den Israeliten; Luren aus Bronze bei den Germanen; das bereits genannte Olifant; ein Signalinstrument namens Hifthorn, welches später mit einem Mundstück aus Metall versehen wurde; bei den Etruskern beliebte halbmondförmige Terrakotta-Hörner; Cornu, Tuba und Bucina bei den Römern. 8
Diese ersten Hornformen waren reine Naturhörner und verfügen deshalb auch nur über die Naturtonreihe. Dazu zählen das Tierhorn, Hifthorn, Olifant, die Luren und das Jagd- und Posthorn. 9 Das Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig hat ein Olifant unter der Inv.-Nr. 1643 ausgestellt. Im 10. Jahrhundert wurde dieses aus dem Stoßzahn eines Elefanten gefertigte Jagd- oder Trinkhorn aus Byzanz nach Europa eingeführt. Die gesamte Oberfläche bedeckte man mit Schnitzereien von Tieren, Fabelwesen, floralen und ornamentalen Verzierungen oder auch mit Spruchbändern. Mehr als einen Ton, selten auch zwei oder drei, sind darauf nicht hervorzubringen. Die äußere Erscheinung war jedoch auch wichtiger als die musikalische Qualität. Es war ein Instrument mit großem Repräsentationscharakter und falls man es besaß, galt dies als besonderes Zeichen der Würde und Ehre. Auch wenn solche prunkvollen Objekte nach dem Mittelalter außer Gebrauch kamen, so verloren sie dennoch nichts von ihrer einstigen Bedeutung. Der Meininger Elfenbeinschnitzer Leberecht Wilhelm Schulz (1774-1864) schuf dieses kostbare Instrument als Sammlerstück und Nachschöpfung im Sinne der alten Olifantentradition. Es wurde etwa um 1835 gefertigt und nicht schon im
6 Ebd.
7 Ebd.
8 Holmes, Peter: Artikel „Hörner“, Sp. 363.
9 Michels, Ulrich: dtv-Atlas Musik, Bd. 1, 21. Auflage, München: DTV 2005, S. 49.
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Arbeit zitieren:
Marie-Christin Heene, 2009, Instrumentenkunde: Das Horn, München, GRIN Verlag GmbH
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