Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 3
2. Definition 3
3. Die Rolle des Bürokraten 5
4. Erfordernisse für den Eintritt in die Beamtenlaufbahn. 5
5. Gründe für den Eintritt in den öffentlichen Dienst 6
6. Bürokratische Sozialisation 7
7. Verbesserungsmöglichkeiten 8
7.1 New Public Management 8
7.2 Personalmanagement 10
8. Quellenangabe. 11
8. 11
8. 11
2
1. Einleitung
„Zum Bürokraten gemacht oder geboren?“, um dieses Thema zu beleuchten wollen wir erst einmal genauer definieren was ein Bürokrat ist. Dazu geben wir eine kurze Einleitung in den Bürokratiebegriff und die Weberschen Bürokratie Grundsätze. Zu beleuchten ist auch die Rolle und die Rollererwartung die zum Bürokraten gehört. Dieses wird hier durch eine Umfrage ergänzt, welche das Bild des Bürokraten innerhalb der Bevölkerung zeichnet. Zum Ende des ersten Abschnitts gehen wir auf typische Klischees und Vorurteile gegenüber Bürokraten bzw. Beamten ein und wollen klären ob diese der Realität entsprechen. Ein Bild des typischen Bürokraten lässt sich objektiv anhand der Erfordernisse für den Eintritt in die Beamtenlaufbahn und der Beweggründe der Bewerber kennzeichnen. Verschiedene Sozialisationsinstanzen prägen den Bürokraten, diese werden im Verlauf diese Abschnitts aufgezeigt. Zu guter letzt wollen wir Möglichkeiten darstellen, um mit bürokratischen Verhaltensmustern zu brechen, um Verwaltungshandeln effizienter und effektiver und die Verwaltung grundsätzlich menschlicher zu gestalten. Dabei gehen wir insbesondere auf das Modell des New Public Management (NPM) und neue Möglichkeiten in der Personalentwicklung ein.
2. Definition
Das Wort Bürokratie wurde erstmals im Frankreich des 18. Jahrhunderts verwendet. Es setzt sich aus dem französischen Wort Bureau (Amtsstube) und dem griechischem Kratos (Herrschaft) zusammen. Aus der wörtlichen Übersetzung „Amtsstubenherrschaft“ wurde im Laufe der Zeit die freie Übersetzung „Herrschaft der Verwaltung“. Genau definiert war der Begriff Bürokratie jedoch lange Zeit nicht. Max Weber war dabei einer der Sozialwissenschaftler die diesen Begriff konkretisierten.
Durch eine Analyse der Verwaltungsstrukturen definierte er seinen Idealtypus der Bürokratie und ordnete diese in sein Herrschaftsmodell ein. 1 Diese legt drei Typen von Herrschaft fest. Zum einen die Charismatische Herrschaft, welche sich durch einen besonders starken Charakter oder ein gewisses Talent legitimiert. Zum anderen die traditionelle Herrschaft, legitimiert durch eine traditionelle Reihenfolge der Herrschaft (Bsp.: durch Vererbung innerhalb einer Monarchie) und die legale Herrschaft, welche die Bürokratie mit einschließt. Legale Herrschaft, also eine Legitimation aus dem Gesetz heraus, denn in einer Bürokratie wird nur nach Gesetzen und Regeln entschieden. Bei seiner Analyse der Verwaltung entwickelte Weber im Wesentlichen vier Grundsätze wie Verwaltungshandeln funktioniert. Zum einem ist eine Verwaltung Hierarchisch gegliedert, d.h. die Zuständigkeiten für einzelne Bereiche sind klar von einander getrennt und die Kommunikation funktioniert nur nach oben/unten, nie seitlich. Des Weiteren wird in der Verwaltung nur fachlich geschultes Personal eingesetzt, welches exakt für sein
1 Vergl. New Public Management Schedler/Proeller S. 17 3
Verwaltungshandeln qualifiziert ist. Dieses fachlich geschulte Personal arbeitet strikt nach Regeln und Gesetzen. Sie haben klare Vorgaben, welche sie umsetzten. Es gibt keine Ermessensentscheidungen sondern eindeutige Vorschriften. Ferner muss jedes handeln schriftlich fixiert werden. Max Weber sprach dabei von Aktenmäßigkeit. 2 Somit sollte Bürokratie „Verwaltungshandeln für die Wirtschaft berechenbar gestalten und somit eine positive Wirkung entfachen“. 3
Aus diesem Bild der Bürokratie leitet sich eine eindeutige Aussage ab wie ein Bürokrat zu sein hat. Er ist „jemand der Bestimmungen starr‐formatisch auslegt“. 4 So steht es auch in allen gängigen Definitionen. Allerdings ist das Bild des Bürokraten im gängigen Sprachgebrauch nicht so eng gefasst. Wir haben dazu eine Umfrage in der Region Berlin‐Süd durchgeführt und haben 25 zufällig ausgewählte Menschen gefragt „was assoziieren sie mit dem Begriff Bürokrat?“. 21 der 25 Personen haben eine negative Aussage getroffen. Eine Mehrheit von 13 Personen war der Meinung Bürokraten seien langweilig. 12 Leute meinten Bürokraten seien überbezahlt, 10 sagten es fehle ihnen an Spontaneität (abweichende Formulierungen). Sie seien unmotiviert und penibel sagten 7 Befragte. Der Eindruck von Bürokraten in der Öffentlichkeit ist also recht weit gefasst und negativ geprägt. Die Frage ob dieses Bild der Realität entspricht ist jedoch eine andere. Auch wenn 12 von 25 Personen sagen das Bürokraten überbezahlt sind ist es nicht die Wahrheit. Laut Professor Hans‐ Werner Sinn (Chef des ifo‐Instituts) verdienen Beamte 5,3% weniger als gleich qualifizierte in der privaten Wirtschaft. 5 Allerdings sei hierbei Angemerkt das die Gehaltsentwicklung in der freien Wirtschaft wesentlich Konjunkturabhängig ist, während die Vergütung im öffentlichen Dienst relativ kontinuierlich ist. Auch haben Beamte nicht ständig frei, obschon dies auch eine gängige Meinung innerhalb der Öffentlichkeit ist. Ganz im Gegenteil, fordern Beschäftigte in der Metallindustrie die 35 Stunden Woche, sind Arbeitszeiten von 41 Stunden die Regel. 6 Dabei sind Überstunden nicht einmal berücksichtigt. Und auch wenn es landläufig die Meinung ist das wir in Deutschland zu viele Beamten haben, beträgt der Anteil der im öffentlichen Dienst beschäftigten gemessen an der gesamt Beschäftigung nur 12,5%. 7 Dies ist deutlich weniger als in, dem seid Thatcher Wirtschaftsliberal geprägten, Großbritannien mit 22% und den Skandinavischen Ländern mit rund einem Drittel (Schweden 33%) der Beschäftigten. Beamte sind auch nicht, wie oft Behauptet, faul. Sie sind genauso fleißig oder faul wie jede andere Berufsgruppe. Allerdings sind sie, durch traditionelle bürokratische Strukturen, gefesselt und unmotiviert. Wir sehen also dass das allgemein Anerkannte Bild des Bürokraten nicht ganz der Realität entspricht und wohl doch sehr durch mediale Kampagnen und subjektive Erfahrungen geprägt ist, obgleich sicher einige Verhaltensauffälligkeiten bestehen.
2 Vergl. Einführung: Max Weber Gregor Fitzi S.78
3 Siehe Einführung: Max Weber Gregor Fitzi S.79
4 Siehe http://lexikon.meyers.de/meyers/B%C3%BCrokrat 20.07.2008
5 Vergl. http://www.christian‐von‐kamp.de/staatsdiener/beamte.htm 20.07.2008
6 Vergl. http://www.christian‐von‐kamp.de/staatsdiener/beamte.htm 20.07.2008
7 Vergl. http://www.komba.de/archiv/info_beamte_beamten_kli.cfm 20.07.2008 4
Arbeit zitieren:
Dennis Künicke, Ricarda Behling, 2008, Als Bürokrat geboren oder dazu gemacht?, München, GRIN Verlag GmbH
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